Sonntagsvorschauer – Spieltag 10

Woche 10 in der NFL – und die beste Mannschaft im Lande hat spielfrei: Die Verletzten. Am Donnerstag kam CB Richard Sherman von den Seahawks dazu. Im Prinzip bleibt zu hoffen, dass heute auch die Verletztenliste eine Auszeit nimmt. Denn schön langsam gehen der NFL die Stars aus.

  • 19h: Buffalo Bills – New Orleans Saints
  • 19h: Chicago Bears – Green Bay Packers
  • 19h: Detroit Lions – Cleveland Browns
  • 19h: Tennessee Titans – Cincinnati Bengals
  • 19h: Indianapolis Colts – Pittsburgh Steelers
  • 19h: Tampa Bay Buccaneers – New York Jets
  • 19h: Washington Redskins – Minnesota Vikings
  • 19h: Jacksonville Jaguars – Los Angeles Chargers
  • 22h05: Los Angeles Rams – Houston Texans (22h05)
  • 22h05: Atlanta Falcons – Dallas Cowboys (22h25)
  • 22h05: San Francisco 49ers – New York Giants (22h25)
  • 02h30: Denver Broncos – New England Patriots (22h25)

Kaum Zeit für eine ausgedehnte Vorschau – daher an dieser Stelle nur eine persönliche Erinnerung an einen der schönsten Momente, den die NFL mir in 15 Jahren geschenkt hat: Detroit Lions gegen Cleveland Browns – 2009 im Ford Field. Die Lions ein Jahr nach der verhöhnten 0-16 Saison, mit neuem Head Coach (Jim Schwartz) und neuem Quarterback (Matthew Stafford) gegen eines der anderen schwächsten Teams der Liga, die Browns.

2009 war durch die Lions-Brille ein aufrührendes Jahr. Einerseits war Detroit auch ein Jahr nach 0-16 ein hoffnungsloser Fall am Feld, wurde Woche für Woche von völlig überlegenen Gegner plattgemacht. Aber auf der anderen Seite bestand zumindest die Aussicht auf bessere Zeiten. Schwartz war mein erklärter Lieblingscoach. In Stafford hatte man physisch einen Ferrari auf Quarterback gedraftet. Und Calvin Johnson kam in seinem dritten Jahr so richtig in Fahrt. Trotzdem waren die Lions nach zehn Spieltagen 1-8 mit Punktverhältnis 143-264, inklusive Niederlage gegen die unterirdischen Rams.

Dann kam Cleveland. Und die Lions lieferten sich mit den Browns einen derart krassen Shootout, dass am Folgetag ESPN America kurzfristig sein Programm änderte und die Partie als Konserve mit ins Programm aufnahm. Ich weiß noch, wie mit Sack und Pack aus der Uni und auf den nächsten Zug stürmte um das Tape zu sehen. Es war die Chance, endlich „meine“ Lions zu sehen. Und ich wusste: Die Partie musste großartig sein, wenn ESPN sie ohne Vorwarnung ins Programm aufnahm.

Noch fünf Sekunden zu spielen, Cleveland führt 37-31. QB Matt Stafford mit dem letzten Verzweiflungspass in die Endzone – Interception. Aber Flagge. Kamera schwenkt ins Backfield, wo ein völlig kaputter Stafford von einem Defense Liner abgeschossen wird. Stafford liegt regungslos am Boden.

Stafford wird vom Feld gestützt. Referees verkünden eine Pass-Interference der Defense und somit ein letztes Down für Detroit – ohne Zeit auf der Uhr, 1st and Goal von der 1. Backup-QB Daunte Culpepper, auch so einer meiner Heros der ersten NFL-Jahre, kommt aufs Feld.

Dann Timeout. Stafford ist somit wieder „eligible“, nach Verletzung aufs Feld zu kommen. Und der Rookie setzt sich durch. Obwohl Stafford vor Schmerzen in der Schulter kaum gerade gehen kann, trottet Stafford in den Huddle. Snap, Pass Stafford für TE Pettigrew – Touchdown. Sieg Lions.

Es war der zweite von zwei Saisonsiegen der Lions. Bis heute ist es mein favorisierter Lions-Moment.


Was ich von der restlichen 19h-Schicht halten soll, ist nicht ganz klar. Die Bills-Defense ist zu abhängig von Turnovers, aber mit Heimvorteil im windigen Buffalo hat man gegen die sehr ausgewogenen Saints vielleicht eine Chance. Washington gefällt in lichten Momenten ganz gut, aber mit einer zerbröselten Offense Line gegen die Vikes-Defense? Jammer. Jacksonville Jaguars gegen Los Angeles Chargers ist vielleicht das Topspiel: Jacksonvilles historisch gute Pass-Defense gegen einen großartigen, leider oft unterschätzten Quarterback, Philip Rivers.


Um 22h Atlanta Falcons gegen Dallas Cowboys. Dallas wohl ohne RB Elliott, der aktuell gesperrt ist, aber vielleicht am Abend schon wieder spielberechtigt ist. Eine schwierige Aufgabe für Dallas, das mit seinem Einmann-Abrisskommando DE Demarcus Lawrence Druck auf Atlantas sehr gute Offense Line machen muss. Bei den Falcons muss man schauen, wie sie die Pleiten der letzten Wochen weggesteckt haben: Die Offense ist eigentlich recht effizient, macht gute Yards – aber zu wenige Punkte.


Sunday Night Game mit Denver vs New England. QB Osweiler hatte einst mit einem Comeback-Sieg gegen die Patriots im Schneesturm für Aufsehen gesorgt und sich vermutlich allein damit einem 18-Mio Vertrag in der Free Agency erspielt. Heute ist Osweiler enttarnt als leere Flasche. Schwer vorstellbar, dass er gegen Belichick was reißen kann – auch wenn New Englands Defense nach wie vor nicht wirklich überzeugt. Hoffnungsschimmer für Denver: Es mag vielleicht nur mir so gehen, aber gefühlt haben die Patriots auswärts gegen Denver sehr häufig Probleme, spielen unter den Erwartungen.

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