Road to Atlanta – Vor Woche 12

Das letzte Wochenende hat die Playoff-Cluster ordentlich durcheinander gewirbelt, aber auch für mehr Klarheit im Rennen in die College Football Playoffs gebracht.

Es hat in der Pac-12 auch die erste große Conference so gut wie eliminiert, denn Washington verlor gegen Stanford. Damit hat die Pac-12 kein 1-Loss Team mehr – und Washington ist noch nichtmal mehr ein sicherer Conference-Finaltipp, kann es aus eigener Kraft gar nicht mehr dorthin schaffen. Die größte Playoff-Chance in der Pac-12 hat aktuell USC, das in 0.12% der Fälle die Playoffs erreicht.

Wir können auch Central Florida trotz 10-0 Record von der Liste der Playoffteilnehmer streichen. 1/10000stel Chance auf eine Qualifikation ist nicht genug. Damit haben wir im Prinzip nun sieben Cluster:

  • Alabama (79%)
  • Georgia (64%) / Auburn (20%)
  • Clemson (71%)
  • Miami (78%)
  • Wisconsin (22%) / Ohio State (5%)
  • Oklahoma (63%) / TCU (2%)
  • Notre Dame (5%)

Alle weiteren Mannschaften brauchen schon sehr krasse Freak-Szenarien.

Alabama (10-0) hat keinen überragend schweren Schedule hinter sich, aber zwei Brocken vor sich. Man ist mit Gewinn der SEC Fixstarter. Alabama hat aber auch noch eine 51%ige Chance auf die Playoffs, sollte es Iron Bowl oder SEC-Finale verlieren. Somit bleiben die Crimson Tide der sicherste Playoff-Tipp zum aktuellen Zeitpunkt.

Georgia (9-1) beendet die Saison trotz der klaren Pleite bei Auburn noch immer in fast zwei von drei Fällen mit einem der vier eindrucksvollsten Records. Klar ist: Georgia darf sich wohl keinen Stolperer mehr erlauben. Die nächsten beiden Spiele gegen Kentucky und Georgia Tech müssen gewonnen werden, und im SEC-Finale gegen den Sieger der Iron Bowl kann man sich nun nicht mehr den Luxus einer Niederlage erlauben – andernfalls brauchen die Bulldogs schon massiv Hilfe.

Für Auburn (8-2) führt der Weg in die Playoffs über zwei extreme Hürden: Erst müssen die Tigers Alabama schlagen um sich für das SEC-Finale zu qualifizieren. Dann müsste Auburn erneut Georgia schlagen um sich die SEC-Krone zu holen. Und man dürfte sich zwischendurch gegen ULM keinen Stolperer erlauben, aber das ist die einfachste aller Übungen. Geht Auburn in den nächsten drei Wochen 3-0, sind die Tigers Playoff-Fixstarter. Die Chance dafür ist 20%. Das ist fast dreimal zu hoch wie letzte Woche, als man mit 2x Georgia und 1x Alabama vor der Brust nur eine knapp 8%ige Chance auf 4-0 Record in den letzten vier Spielen hatte.

Die ACC ist die Gewinnerin des letzten Wochenendes. Miami/FL ist nach den meisten Advanced-Metrics keines der vier „besten“ Teams im Lande (im SRS oder FPI nicht mal in den Top-10 klassiert), aber nach Strength of Record ist Miamis 9-0 Bilanz die aktuelle #1 im Lande. Miami hat in Virginia und Pitt zwei ACC-Durchschnittstrupps vor der Brust, gegen die man nicht stolpern darf, ehe man im ACC-Finale die Clemson Tigers herausfordert.

Aktuell gibt der SOR den Miami Hurricanes eine 78%ige Playoffchance. Selbst mit Niederlage im ACC-Finale könnte Miami als 12-1 Team in die Playoffs rutschen – denn der Kantersieg über Notre Dame hilft. Clemson hat bereits eine Niederlage, ist im ACC-Finale aber nach aktuellem Stand gegenüber Miami zu favorisieren. Clemson hat eine 71%ige Chance, mit einem Top-4 Record abzuschließen. Das heißt auch: Es ist momentan zirka 50/50, dass es zwei ACC-Teams in die Playoffs schaffen! Das wäre sensationell.

In der Big Ten Conference beißt man sich in den Arsch, dass sich Ohio State vor zwei Wochen einen derart brutalen Ausrutscher in Iowa leistete. Ohio State hat kaum mehr eine Playoff-Chance, selbst wenn man die Big Ten Conference gewinnen würde. Das wahrscheinlichste Szenario für Ohio State: Alle eigenen Spiele gewinnen (Grundvoraussetzung), Verlierer des SEC und ACC Finals verliert ein zusätzliches Spiel – und eine weitere Niederlage von Notre Dame würde helfen. Das ist sehr unwahrscheinlich.

Wisconsin hat damit die beste Chance aller Big-Ten Teams. Wisconsin ist noch ungeschlagen, nach fast allen Metriken ein veritables Top-10 Team, aber Wisconsin hat bislang keine Qualitätssiege eingefahren, ist nach SOR aktuell kein Top-4 Team. Wisconsin bekommt nun aber Chancen, sich zu beweisen: Michigan, dann Conference-Finale gegen Ohio State (wo man leichter Außenseiter mit 2 Punkten ist). Wisconsin hat eine 22%ige Chance, die Saison ungeschlagen zu überstehen. Das ist gleichzeitig auch die Playoff-Chance für die Badgers, denn schon eine Niederlage wird nicht reichen.

Der einzige weitere realistische Playoff-Kandidat ist Oklahoma aus der Big 12 – denn: TCU (2%) und Oklahoma State (1%) haben selbst im „Win Out“ Modus keine ernsthafte Möglichkeit mehr, sich für die Playoffs zu qualifizieren [1][2]. Oklahoma muss dagegen „nur noch“ das desolate Kansas und dann West Virginia aus dem Weg räumen – und dann das Big-12 Finale gegen TCU oder Oklahoma State gewinnen. Dann wären die Sooners qualifiziert. Dass das alles passiert, dafür gibt es eine 63%-ige Chance. Im Falle einer Sooners-Niederlage müssten schon extrem viele Steine gut fallen, dass es für Oklahoma in die Post Season reicht.

Notre Dame ist nach dem Debakel bei Miami/FL so gut wie eliminiert. Die Fighting Irish haben damit gegen die beiden besten Teams im Schedule (Georgia, Miami) verloren, gegen eines davon deutlich. Notre Dame hat mit Navy und Stanford noch zwei respektable Gegner im Schedule, aber selbst zwei Siege machen nur eine 10-2 Bilanz, die nur noch in Ausnahmefällen Playoff-tauglich ist. Zu schwer wiegen Niederlagen gegen potenziell direkte Konkurrenten wie Georgia oder Miami.

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