Date am Donnerstag – Week 13

Ein Donnerstagsspiel für die Grütze: Dallas Cowboys (5-6) vs Washington Redskins (5-6) – last chance saloon für die Playoffhoffnungen beider NFC East Mannschaften. Heute Nacht, 02h30.

Washington ist ein Team, das hie und da durchaus sein Können aufblitzen lässt, sofern QB Kirk Cousins seine guten Tage auspackt. Dann funktioniert die Pass-Offense auch im Tandem mit dem Laufspiel hinter einer Offensive Line, die bei so vielen Verletzungen nur dann brauchbar ist, wenn LT Trent Williams mal fit ist. Aber die Momente sind zu selten. Das Team ist nicht komplett genug um in einer geballten NFC wirklich laut mitzureden. Im Prinzip laufen die letzten Wochen auf ein Schaulaufen von Seiten Cousins raus, der seinen Marktwert vor Abgang in die Free-Agency noch nach oben treiben kann.

Cousins macht sich heuer für die Verhältnisse richtig gut: Er hat im Prinzip kaum was zum Arbeiten – kaum findet mal ein Spieler zu sich – wie vor einigen Wochen Offense-Waffe Chris Thompson – landet sie auf der IR. TE Reed ist seit Wochen out und wird auch heute nicht spielen. WR Crowder hatte einen verheerenden Saisoneinstand, fand erst die letzten 2-3 Spiele zu seiner Form. WR Doctson, häufig zum Star gehypt, hat erst 21 Catches in 40 Anspielen. Immerhin brachte RB Perine halbwegs brauchbares Laufspiel und sogar den einen oder anderen Checkdown-Catch zustande um etwas Entlastung zu bringen. Und: Cousins hat dieses Jahr nur 1.6% INT-Quote. So fehlerarm spielte er noch nie.

Dallas wurde in den letzten drei Wochen böse abgeschossen: 7-27 @Atlanta, 9-37 vs Philadelphia, 6-28 vs Chargers, und zumindest das letzte Ergebnis war noch gütlich. Los Angeles hatte letzte Woche 13.2 NY/A gegen den Pass, hätte noch 1-2 weitere Touchdowns drüberlegen können.

Die Krise der Cowboys kommt just in den Wochen, in denen Dallas zeitweise auf den verletzten LT #77 Tyron Smith verzichten musste. Smiths Abwesenheit riss an der linken Flanke ein gigantisches Loch in die einst so dominante Line. Auch RB #21 Elliott fehlt gesperrt – eine Sperre, die nicht bloß NFL-Commissioner Goodell den Job kosten könnte, sondern auch und vor allem die ganze Last der Cowboys-Offense auf den jungen QB #4 Dak Prescott abwälzt – eine Last, der Prescott aktuell nicht gewachsen ist.

Die Dallas-Offense brachte in den letzten Wochen kaum mehr Big-Plays zustande: Nur jeweils ein 20+yds Spielzug in den letzten beiden Spielen. WR Bryant macht heuer keine 11yds/Catch. Das alles deutet darauf hin, dass diese Offense ihre Wurzeln verlassen hat bzw. verlassen musste, wegen der kritischen Personalsituation. Andererseits: Richtige Adjustments hat man nicht gesehen. Das fällt auf den (zumindest von mir) eh oft kritisch gesehenen Headcoach Garrett zurück.

Es sind aber nicht bloß Prescott und Garrett allein. Ich schrieb schon im Sommer darüber, wie die Cowboys-Offense letztes Jahr im Prinzip im Idealzustand durch die Saison fräste und Zweifel an der Validität dieser Mannschaft bestehen ab dem Moment, ab dem der erste Baustein aus dem Gebilde herausbricht. Prescott hat keine Entlastung mehr durch den Lauf, Offense wird eindimensionaler, linke Flanke wackelt bedenklich – Folge: Zu schnelle Würfe oder Incompletions, Sacks und Interceptions.

Die Defense? Längst zahnlos wie eh und je. DefCoord Marinelli hat es heuer nicht geschafft, abseits von DE Lawrence einen guten Pass Rush durch Scheming zu implementieren und in der Secondary ist nicht allein die Sonne schuld, dass Jungs wie CB Jourdan Lewis immer wieder ins Leere greifen. Immerhin: Heute ist Nachtspiel. Ob dann die Scheinwerfer verantwortlich gemacht werden für die abstrusen Deckungsprobleme?

Der Wildhog tritt ab: Darren McFadden

Ein Spieler, den die Dallas Cowboys jüngst gefeuert haben, hat gestern sein Karriereende bekannt gegeben: RB Darren McFadden. McFadden hat in der NFL nie den ganz großen Durchbruch geschafft, aber am College war er einer der ganz großen Stars in meiner „Beginner“-Zeit im FBS-Football als Quarterback/Runningback in der originalen „Wildhog“-Offense, einer Vorläuferversion der später kurz in der NFL popularisierten Wildcat-Offense. McFadden agierte gemeinsam mit den späteren NFL-Runningbacks Felix Jones und Peyton Hillis, lief in drei Jahren bei den Arkansas Razorbacks für fast 5000 Yards, fabrizierte in Lauf, Pass und Fang insgesamt 50 Touchdowns und gewann um ein Haar die Heisman-Trophy.

McFadden galt im NFL-Draft 2008 als eines der größten RB-Talente ever, groß, kräftig und schnell: 4.33 über die 40 Yards. McFadden wurde allerdings als #4 von den Oakland Raiders gedraftet, die damals im Gespann zwischen einem greisen Owner Al Davis, einem vorlauten Headcoachjüngling Lane Kiffin und einem lustlosen QB Jamarcus Russell aber vor allem damit beschäftigt waren, sich intern zu fetzen. So hatte McFadden von Anfang an kein Umfeld, das Boden für Erfolge bereitete.

In der NFL schaffte er in zehn Saisons letztlich nur zwei 1000yds-Saisons. Sein bestes Jahr war 2010 mit 1150yds, 7 TD, 49 Catches und 5.2yds/Rush, aber zu der Zeit war das nur noch eine leise Hoffnung auf eine doch noch anständige Karriere eines einst gehypten Superstars. McFadden galt bei aller Physis nie als besonders spielintelligent – und so ist er einer der großen College-Football Sterne, die im Prinzip mit dem Wechsel in die NFL verblasst sind.

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