NFL Power Ranking 2017 – Woche 13

NFL Power Ranking 2017 – Woche 13. Vom Nikolaus präsentiert heute im Modus „Playoff-Bild“. Wem schenken wir die Playoffs?

Lass und mal auf die Playoff-Bilder in den beiden Conferences schauen, beginnend mit der stärkeren Conference in dieser Saison – der NFC (durchschnittliches NFC-Team im Power-Ranking gewinnt auf neutralem Feld 53% der Spiele gegen das durchschnittliche AFC-Team):

  1. Minnesota (10-2) – Rest: @CAR, CIN, @GB, CHI
  2. Philadelphia (10-2) – Rest: @LAR, @NYG, OAK, DAL
  3. Los Angeles Rams (9-3) – Rest: PHI, @SEA, @TEN, SF
  4. New Orleans (9-3) – Rest: @ATL, NYJ, ATL, @TB
  5. Seattle (8-4) – Rest: @JAC, LAR, @DAL, ARZ
  6. Carolina (8-4) – Rest: MIN, GB, TB, @ATL
  7. Atlanta (7-5) – Rest: NO, @TB, @NO, CAR
  8. Detroit (6-6) – Rest: @TB, CHI, @CIN, GB
  9. Green Bay (6-6) – Rest: @CLE, @CAR, MIN, @DET
  10. Dallas (6-6) – Rest: @NYG, @OAK, SEA, @PHI

Drei Plätze – Minnesota, Philadelphia und Rams – sind relativ sicher vergeben. Exzellente Karten haben auch die 9-3 Saints, denen möglicherweise sogar nur noch ein Sieg fehlt – allerdings müssen die Saints noch zweimal gegen die Falcons ran – eines der beiden Spiele zu gewinnen wäre eine essenzielle Trumpfkarte im Rennen um den Gewinn der NFC South.

Im Wildcard-Rennen würde ich Detroit und Dallas bereits abschreiben: Zwei Spiele Rückstand holen diese beiden Mannschaften nicht mehr auf, obwohl vor allem Detroits Spielplan theoretisch machbar wäre. Aber die Lions spielten lange über ihre Verhältnisse, schleppen einen angeschlagenen Quarterback durch und sind keine Garantie, überhaupt noch ein Spiel zu gewinnen.

Bleibt ein faszinierend enges Rennen um die letzten beiden Plätze. Seattle und Carolina haben ein Spiel Vorsprung auf Atlanta. Die Seahawks genießen noch einmal Heimrecht gegen die Rams und können im Idealfall sogar noch die NFC West gewinnen – aber sie müssen auch noch nach Jacksonville und Dallas, zwei „Trap Games“. Atlanta würde den Tie-Breaker gegen Seattle halten, hat sich mit der Heimniederlage gegen die Vikings aber in ein tiefes Loch gespielt – nun warten noch zweimal Saints auf Atlanta – und schon eine Niederlage in diesen beiden Spielen kann zum Aus führen.

Am letzten Spieltag würde Atlanta im Idealfall noch Carolina empfangen – ein Vorteil, sollte es zum direkten Duell um den letzten Playoff-Platz kommen. Die Panthers dagegen sind 8-4 und werden von den Advanced-Stats weniger gehypt als man meinen würde. Aber: Die Panthers haben einen günstigen Schedule – „günstig“ im Sinne von drei Heimspielen in den nächsten drei Spielen. Zwei dieser drei Partien gehen gegen direkte Kontrahenten: Am Sonntag die Vikings, dann direkt danach die Packers.

Jene Packers lecken sich schon die Finger, weil just zum Panthers-Spiel QB Aaron Rodgers von Verletzung zurückkehren könnte. Green Bay hat sich mit 6-6 gerade gut genug durchgeschleppt um noch eine Außenseiterchance zu genießen: Am Sonntag im mutmaßlich letzten Spiel ohne Rodgers muss man auswärts ran – aber es sind die noch sieglosen Browns. Ich würde warnen: Potenzielle Falle. Aber wenn die Packers gewinnen, 7-6 gehen und dann eventuell auf 8-5 Panthers treffen (sollte Carolina zuhause gegen die mächtigen Vikings verlieren), haben wir ein vorgezogenes Playoff-Spiel in Woche 15 mit Panthers vs Packers.

Freilich ist das ganze sehr verworren. Wie gut könnte ein Rodgers schon im ersten Spiel nach Rückkehr sein, noch dazu auswärts gegen eine furztrockene Defense? Auf der anderen Seite Carolina: Hat es im Prinzip in der Hand, zuhause die direkte Konkurrenz zu schlagen um nicht am letzten Spieltag in Atlanta in den Hinterhalt zu geraten. Und Atlanta? Ist irgendwo im Sandwich – hat ebenso drei Partien gegen direkte Konkurrenz, zweimal davon zuhause. Aber

Müsste ich heute tippen, würde ich auch die aktuellen Top-6 im NFC-Ranking auch als die sechs Playoffmannschaften nominieren.


Und in der gefühlt deutlich schwächeren AFC?

  1. Pittsburgh (10-2) – Rest: BAL, NE, @HOU, CLE
  2. New England (10-2) – Rest: @MIA, @PIT, BUF, NYJ
  3. Tennessee (8-4) – Rest: @ARZ, @SF, LAR, JAC
  4. Kansas City (6-6) – Rest: OAK, LAC, MIA, @DEN
  5. Jacksonville (8-4) – Rest: SEA, HOU, @SF, @TEN
  6. Baltimore (7-5) – Rest: @PIT, @CLE, IND, CIN
  7. Los Angeles Chargers (6-6) – Rest: WAS, @KC, @NYJ, OAK
  8. Buffalo (6-6) – Rest: IND, MIA, @NE, @MIA
  9. Oakland (6-6) – Rest: @KC, DAL, @PHI, @LAC

Ich nehme es vorneweg: Auch hier sehe ich die aktuellen Top-6 als die finalen Top-6. Let me explain. Pittsburgh und New England sind quasi durch, spielen in Woche 15 in einem monströsen Matchup in Pittsburgh wohl den Top-Seed untereinander aus.

Dahinter haben Jacksonville und Tennessee extrem gute Karten: Die Jaguars haben noch Spiele gegen Houston und @49ers – zwei Siege sind die ganze Miete. Aber Jacksonville will vielleicht noch mehr – den Gewinn der AFC South nebst #3 Seed. Dabei könnte man mit dem Auswärtsspiel in Tennessee noch einen Brocken ausräumen müssen.

Jenes Tennessee ist nach Advanced-Stats der größte Außenseiter (nur #18 im Power Ranking), hat aber die Bilanz auf seiner Seite: 8-4 Siege. Das sind aktuell zwei Spiele Vorsprung auf die ersten Ausgeladenen – und Tennessee kann mit zwei Auswärtssiegen bei Arizona und San Francisco zumindest die Wildcard sichern. Müsste ich tippen, würde ich aber Jacksonville vor Tennessee sehen.

Brutal ist das Rennen in der AFC West, die gerade groß unterschätzt wird, weil drei 6-6 Teams um vermutlich nur noch einen Playoff-Platz streiten. Das performanteste Team sind die Chargers, aktuell #7 im Power Ranking und on a roll. Aber Los Angeles hat ein Problem: Es muss noch auswärts gegen die Chiefs ran – und eine Niederlage würde faktisch zwei Niederlagen bedeuten, da man dann das direkte Duell gegen die Chiefs abschenken würde.

Die Chiefs befinden sich gefühlt im freien Fall: 5-0 Start, jetzt 6-6. Ich habe aber eine gute Nachricht für Kansas City: Fünf der sechs Pleiten waren – so schandhaft sie gewesen sein mögen – innerhalb eines Scores. Zuletzt lebte auch wieder die Offense auf. Und der Restspielplan ist günstig: Oakland, Chargers und Miami bekommt man zuhause serviert, ehe man am letzten Spieltag zu den völlig kaputten Broncos muss. Ich würde trotz der Krisenstimmung einen 4-0 Run nicht ausschließen.

Oakland ist das dritte Team – und ich gebe den Raiders die geringsten Chancen. Nicht nur sind sie nach Power-Ranking das schwächste der drei Teams (an #19 klassiert). Sie haben auch den brutalsten Spielplan: Dreimals auswärts – bei Chiefs, Eagles und Chargers, und ein Heimspiel gegen Dallas. Da kommt ein eindimensionales Team wie die Raiders nicht heil durch.

Buffalo ist tricky: 6-6 und mit noch zwei Spielen gegen Miami sowie einmal Indy, die #32 in meinem Power Ranking. Können die Bills wirklich 9-7 gehen? Buffalo hielte den Tie-Breaker gegen Kansas City und Oakland, aber der nutzt nur was, wenn die beiden ebenso an #2 in der Division abschließen. Gegen die Chargers verliert man.

Und Buffalo hat ein Spiel Rückstand auf die brandgefährlichen Ravens (7-5). Die NFL ist mittlerweile eine Liga geworden mit gut einem Viertel nahe dem rechten oberen Quadranten – den kompletten Teams (auch wenn keines völlig herausragt). Es gibt ein paar Teams Marke „Offense-Firepower mit fragwürdiger Defense“. Und es gibt ein Team, das mutterseelenallein im linken oberen Quadranten fristet: Top-Defense, schwache Offense: Die Ravens. Sie haben die #1 Defense im Lande und mittlerweile auch nicht mehr die #32 Offense, sondern sich hochgearbeitet auf #25 Offense.

NFL Graph - Woche 13.png

Das macht die Ravens zum heimlichen Sleeper. Baltimore muss am Sonntag zum Erzfeind Pittsburgh in einer Partie, die schon jetzt nach 200 Yards Strafen und drei Einlieferungen ins lokale Hospital schreit. Das Gute: Baltimore kann sich sogar eine Niederlage erlauben, denn danach gibt es zweimal „Laufkundschaft“ in @Cleveland und Indianapolis, ehe man am letzten Spieltag auf Bengals trifft, für die es wohl um nichts mehr geht, außer vielleicht den Arbeitsplatz von Marvin Lewis.

So sexy Playoffs mit den Chargers wären: Ich würde nicht drauf wetten, dass Los Angeles noch an den Ravens vorbeikommt. Die größten Chancen besitzen Rivers und Co., wenn sie die AFC West gewinnen, aber dafür muss man Scheduling-Nachteile und ein Auswärtsspiel gegen die Chiefs gewinnen.

Stats are for Losers

Die Bears haben am Sonntag darauf verzichtet, die 49ers bei 14-12 Führung in die Endzone zu schieben um mit einem eigenen Drive einen letzten Gegenschlag zu versuchen, weil Head Coach John Fox darauf vertraute, dass seine Special-Teams das entscheidende Fieldgoal von San Francisco blocken könnten:

Ex-Bears Kicker Robbie Gould versenkte zum 15-14 Sieg wenige Sekunden vor Schluss.

Zum Power Ranking selbst.

NFL Power Ranking 2017 - Woche 13.png

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. LW ist die Platzierung der entsprechenden Mannschaften in der letzten Woche. Bereits für die Playoffs qualifizierte Teams sind fettgedruckt.

Effizienz-Tabellen

Nachfolgend noch die weiteren Effizienz-Tabellen. Eine detailliertere Einführung „wie lese ich diese ganzen Tabellen“ hab ich letztes Jahr gegeben.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 14

Letzte Woche wieder eine gute Woche für das Power-Ranking, das erneut 12 von 16 Sieger richtig tippte. Über die Saison ist das Power-Ranking damit heuer bereits 65-21, oder: 75.6% der Sieger richtig getippt. So gut war das Ranking noch nie, nicht einmal im fassungslos guten Jahr von 2010/11.

Auch gegen den Spread bleibt die Performance stabil: 10-6. Über die Saison 52-30-4, oder fast 63%. Ab 57% gewinnst du gegen die Wettbüros.

Woche 14 allerdings gibt es einige Tipps, die ich gefühlt anders gesetzt hätte. Bin ich der einzige, der bei Browns vs Packers leichtes Upset-Potenzial wittert? Ich würde auch gute Chancen für Carolina und Atlanta bei ihrem Heimspielen gegen die NFC-Granden Vikings und Saints sehen. Und ich rieche einen Ravens-Sieg in der Schlammschlacht in Pittsburgh.

Sieg Wahrscheinlichkeit Woche 14.PNG

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10 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2017 – Woche 13

  1. Upset Potential sehe ich bei CLE – GB auf jeden Fall.
    Da dürfte bei deinen Quoten noch der Rodgers – Faktor drin sein, oder?

  2. Interessant, dass in diesem Ranking die Chargers _und_ Chiefs vor den LA Rams liegen. Mich würde interessieren, wo der Widerspruch zu DVOA liegt, wo LARM die Nr.1 ist und wo auch die Defense Nr.4 ist während die gleiche Mannschaft in diesem Ranking Nr.10 und Nr.13 in Defense ist. Gibt es dazu vielleicht eine Erklärung.

  3. @pillehuhn: Hab selber nachschauen müssen: Ja, sie sind mit 0.28 zu schwach in der Offense um in diesem Graph aufzutauchen. War mir komplett entgangen, danke für die Beobachtung.

    @Martin: Ja, wobei Rodgers auch nur 5.9 NY/A zustande gebracht hat. Kein ideales Jahr für die Pass-Offense der Packers.

    @MadKessel: Kann ich nicht genau sagen, da ich nicht weiß wie DVOA gerechnet wird. Was ich weiß: DVOA berechnet jedes Down und adjustet es an die Stärke des Gegners. Im Gegensatz zum Sideline-Reporter Ranking, das einfach den Saisonschnitt jeder Mannschaft nimmt und an die Stärke des kompletten Spielplans anpasst.
    DVOA ist deskriptiver, da Interceptions und Fumbles höher bewertet. Diese Faktoren werden bei mir stärker rausgerechnet, weil sie so fluktuieren.

  4. DVOA
    1st Down: 45% zum neuen first down erreicht = success
    2nd Down:60%
    3rd/4th Down: 100%

    dass ganze wird dann in Punkte umgerechnet – hier ist es etwas PFFesk, denn es wird manuel gesteuert…

    dass wird dann am Schnitt des Gegners in spezifischen Situationen gemessen.

  5. Es wäre Wahnsinn, wenn die Chargers die Playoffs verpassen. Man muss nur mal daran denken: Chargers haben einen Franchise QB, einen echten WR 1, gute WR dahinter, guten TE, gute RBs, Top Pass Rush Duo, Top Secondary…
    Glaube deswegen, dass die Bolts vor den Chiefs reingehen.

  6. Pingback: Date am Donnerstag – Week 14: Atlanta Falcons – New Orleans Saints | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  7. Könnt ihr euch erklären warum die Defense der Chiefs so schwach ist? Ich hatte sie über Jahre hinweg als überdurchschnittlich gut in Erinnerung und nur am Ausfall von Eric Berry kann es ja irgendwo nicht liegen.

  8. Ich nutze das PR für ein Pick’em, bei dem ich nicht nur die Sieger tippen muss, sondern auch noch gewichten muss.

    Meine Upsets und damit unsichersten Tipps der Woche: SF @ HOU
    LAR vs. PHI und
    NYJ @ DEN

    Danke für die Arbeit. Ist richtig interessant und hat mich in den letzten Wochen im Head2Head-PickEm in die Playoffs gehievt. 😉

  9. Pingback: Sonntagsvorschauer – Week 14 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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