Ein unvergessliches Endspiel: Alabama Crimson Tide vs Georgia Bulldogs 2018

Nachklapp zu einem mal wieder ein atemberaubenden College-Football Finale. Hatten wir etwas anderes erwartet?

Hier schon einmal vorab der nachgestellte Liveblog, von mir zusammengestellt auf Basis der 40-Minuten Zusammenfassung, die man auf Youtube bereits anschauen kann. Die Nachbetrachtung zum Spiel dann unten anschließend.

Erste Halbzeit

Georgia eröffnet mit drei Pässen, zweimal kurz – sehr aufmerksam von DB #29 Fitzpatrick verteidigt, dann geht QB Fromm im 3rd Down tief für #6 Wims, etwas unterworfen und der athletisch DB #2 Tony Brown mit der Interception. Großer Druck von DT #94 Payne gegen Fromm erzwingt den zu kurzen Pass.

Alabama beginnt mit Läufen und Options, kein Scarborough, QB Hurts mit 2 guten Scrambles für 1st Downs. Wenn es eng wird, wirft QB Hurts wie gewohnt auf die Tribüne. Key-Play in der Endzone: WR #3 Ridley völlig frei, aber Hurts überwirft ihn deutlich. FG-Versuch aus 25 Yards gelingt, wird aber wegen False-Start zurückgepfiffen und dann verschießt Pappanastos aus 30 Yards.

Georgia beginnt von der 22 – und wirft ungeachtet der INT wieder nur Pässe aus der Shotgun! Slant für #5 Godwin zum 1st Down. Dann übernimmt wieder DT Payne das Kommando mit viel Pressure, QB Fromm wirft Incompletions. Erneut ein tiefer Ball für #6 Wims: Gefährlich, aber knapp incomplete. Überraschendes Play-Calling von Georgia, das sehr passlastig beginnt (auch beide RPO resultieren in Pässen) und dabei den Kopf von QB Fromm riskiert.

Alabama von der eigenen 19: Schneller Stop der Run/Pass-Options.

Georgia von der eigenen 21: Jetzt wird gelaufen und das Tempo angezogen. Chubb, dann Michel. Strafe gegen Alabama führt zum 1st Down, dann Sack gegen Fromm als Alabama beide Cornerbacks auf Blitzes schickt. 3rd/20 und Michel kommt ums Eck und rennt zur BAMA 26. FG Georgia – UGA 3, BAMA 0.

Alabama von der eigenen 25: Druck im 3rd, Pass für #3 Calvin Ridley unterworfen

Georgia wieder mit einem guten Drive: Erstmals wird die Wild-Dog Formation ausgepackt, dazu nun erstaunlich gutes Passing: #8 Riley Riley (Calvins Bruder) mit großem Raumgewinn, dann gewinnt #6 Wims artistisch einen Contested Catch. FG Georgia aus 27yds – UGA 6, BAMA 0.

Alabama von der eigenen 25. QB Hurts mit 30yds Scramble, dann aber kurzer Run, Sack gegen Hurts, Run in eine Mauer. Überraschend: #8 Jacobs bekommt die Bälle, nicht #34 Harris oder #9 Scarborough. Mausetote Offense von Alabama abseits der gelegentlichen Hurts-Scrambles. Immerhin Punt tief in die Georgia-Hälfte hinein.

Georgia von der 5: Wieder top Pass für #8 Ridley, ehe die Defense gegen den Lauf übernimmt. Dann Punt und sehr krass von #3 Roquan Smith, der als Linebacker einen Wide Receiver in Grund und Boden rennt.

Bama von der 25: Wieder nix. Läufe werden schnell gestoppt, Hurts wieder auf die Tribüne. 1:19 to go bis Halbzeit, noch 3 Timeouts für Georgia.

Georgia vor der Pause wieder mit einem super Drive, wieder 3rd/10 Run von Michel verwertet. Fromm ist nicht fehlerlos: 1 Pass wäre fast in einer weiteren INT resultiert. Aber Fromm fängt sich schnell, wirft gute, scharfe Pässe, hält manchmal den Ball etwas zu lang:

Alabama nicht fehlerfrei: Roughing-the-Passer Strafe schenkt Georgia Sekunden vor der Pause ein neues 1st Down an der 2. Dann kommt der erste TD:

Wild Dog: #4 Mecole Hardman mit dem Fake, läuft den Ball aus 2yds selbst in die Endzone. TD Georgia – UGA 13, BAMA 0.

Oder: Smart ist outsmarting Saban. Eine dominante erste Halbzeit von Georgia. Alabamas Offense ist mausetot, QB Hurts bekommt so gar nichts auf die Reihe, wenn er nicht selbst den Ball nimmt und losläuft. Erstaunlicherweise liegt auch das Alabama-Laufspiel drei Meter unter der Erde. Georgia mit 47 Plays, Alabama nur 23.

Zweite Halbzeit

Big Move! Saban wechselt Jalen Hurts aus und lässt ab sofort QB #13 Tua Tagovailoa spielen. Wir sind gnädig und nennen ihn der Einfachheit halber Tua.

Alabama von der eigenen 21: Aber es geht weiter nix. Sack im 3rd Down. Roquan Smith wieder der Schlüssel.

Georgia von der eigenen 36: Run Defense zur Stelle, schneller Punt.

Alabama antwortet mit einem Tua Drive! Tiefer Pass für #3 Ridley hauchdünn überworfen, aber dann ein fantastischer Scramble von Tua zum 1st Down bei 3rd&lang, als er unter Druck plötzlich die Richtung wechselt und hinter dem Vorblocking von #9 Scarborough über die gelbe Linie läuft.

Dann öffnet OffCoord Brian Daboll erstmals sein Playbook: 3x en suite Connection mit dem anderen True-Freshman WR #11 Ruggs und TD Alabama, UGA 13, BAMA 7.

Georgia antwortet mit einem missratenen Kickoff-Return an die 7… und dann darf Fromm werfen! Fromm tief für #4 Hardman und ein 80yds-TD Catch/Run! TD Georgia, UGA 20, BAMA 7.

Alabama von der eigenen 26: Tua geht wieder tief, wieder knapp incomplete. Dann der Freshman-Fehler: Tua in Traffic und INT von #19 Baker, der plötzlich aus dem unübersichtlichen Gewirrl von Menschen hochsteigt und den Ball an der BAMA 39 runterpflückt.

Nächster Snap: Jetzt die zweite INT gegen Fromm, #99 Raekwon Davis mit der big man INT, und returniert sie an die UGA 40.

Alabama schlägt daraus Kapital: FG aus 43yds, UGA 20, BAMA 10.

Georgia beginnt den nächsten Drive von der 40 nach Strafe gegen Bama: Quicker Pass für #8 Ridley. Dann sieht es nach Punt-Fake aus – aber im letzten Moment kickt der Georgia-Punter den Ball weg. Ein Punt für sagenhafte 13 Yards: Von der BAMA 33 an die BAMA 20.

Alabama nun erstmals mit einem gescheiten Lauf für RB #9 Bo Scarborough, aber letztlich ist ein Scarborough zu wenig für Roquan Smith, der zum wiederholten Male einen Drive im Alleingang per Solo-Tackle stoppt. Wir sind Richtung Ende von Q3.

Georgia an der eigenen 10 Yards Line festgenagelt. Macht keine Punkte, bringt den Ball aber mit Läufen aus der eigenen Platzhälfte raus – und vor allem: Gewinnt Zeit. Wir sind in der Phase, in der Georgia nun offensichtlich nur noch versucht, das Spiel nach Hause zu bringen: Sack und Punt. 11:45 to go.

Bei Alabama übernimmt jetzt der dritte Offensiv-Freshman im Bunde: RB #22 Najee Harris. Zwei bockstarke Läufe von Harris tief in die Platzhälfte der Bulldogs hinein. 3rd/8 vor der Endzone: Tua in Traffic, fast eine INT. WR #4 Judy scheitert zweimal knapp am Catch. FG Alabama – UGA 20, BAMA 13 mit 9:45 to go.

Georgia von der eigenen 17: 3rd/2 Wild-Dog gestoppt. Punt und Return an die BAMA 34.

Alabama jetzt mit Swing-Pass Pass für #34 Harris, der nun auch erstmals gut in Aktion gesetzt wird. Harris läuft über die Mittellinie. Dann DPI, und jetzt der Catch #4 Judy, der Alabama an die Goal Line bringt. Es folgt ein 4th/4 kurz vor der Goal Line. Tua lässt die Uhr runtertickern, verschenkt ein Timeout – ein klassischer Rookiebolzen. Aber dann TD-Pass für #3 Ridley zum Ausgleich! Die Wiederholung zeigt schön, wie Ridley nicht aufgibt und die Route so lange cross-Country läuft bis Tua ihn wieder findet. TD Alabama – UGA 20, BAMA 20, 3:49 to go.

Auch der Teamgeist bei Alabama scheint zu stimmen: Jalen Hurts ist der erste, der jubelnd seinem Nachfolger Tua Tagovailoa gratuliert.

Georgia verpasst den Konter: 3x Pass, Fromm überwirft einen völlig offenen Mann und Punt. Georgia läuft nun Gefahr, die Partie zu verlieren.

Alabama nun von der eigenen 35 Yards Line mit der Chance zum Sieg: Saban lässt die Uhr runterlaufen. Alabama nun physisch der müden Georgia-Defense unterlegen… UND DANN VERSCHIESST DER KICKER SCHON WIEDER, diesmal aus 36 Yards! Und weit daneben. Wie weiland Vanderjagt gegen die Steelers. Wieder einmal wird eine Mannschaft bestraft, die kurz vor dem Kick noch Feldposition verschenkt, nur um den Ball mittiger zu platzieren.

Overtime

Krasse Georgia-Serie zum Start: Fromm kassiert im 3rd Down einen SACK! Aber der kultige Kicker Blankenship nagelt ihn aus 51yds rein und lässt alle „College-Kicker“ Scherze verstummen. FG Georgia, UGA 23, BAMA 20.

Alabama buddelt sich mit einem Sack gegen QB Tua für 16 (in Worten: sechzehn) Yards und der Aussicht auf einen weiteren Versuch seines Kickers schon einmal das Grab, Nick Saban zerreißt vor Wut sein Headset…

…und dann packt Tagovailoa einen sensationellen Pass aus, komplettiert für WR DeVonta Smith zum Touchdown, Sieg und fünften National Title für Saban in Tuscaloosa. TD Alabama, UGA 23, BAMA 26. Der Endstand.

Nachklapp

Der Lehrer behält also die Überhand und kann nach seinem fünften Landesmeistertitel bei Alabama in den letzten neun Jahren schön langsam mit Recht das Folgende von sich behaupten:

Ein angeknockter Saban ist immer ein gefährlicher Saban – und wie vor zwei Jahren, als er den Onside-Kick auspackte, war Saban auch diesmal wieder für eine Überraschung gut und packte einen oft gehypten, aber selten gesehenen Backup-QB mit unaussprechlichem Namen aus Hawaii aus. Blick in die Zukunft? Saban mit einem multidimensionalen QB? Schock schwere Not.

Eindrucksvolle Vorstellung von Alabama in der zweiten Halbzeit. Tua mit einer fantastischen Vorstellung gegen eine bärenstarke Defense. Georgia machte nicht viele Fehler, und doch groovte sich Alabama zurück ins Spiel. Das bitterste Play mag letztlich tatsächlich der Sieg-TD sein, als Georgia einen Tick zu aggressiv drauf ging. Tua mit fantastischer Manipulation des Safetys, dreht sofort den Kopf nach links und wirft tief – das „Four Verts“ Konzept, der ultimative „Scheiß drauf“ Move von Saban, wenige Sekunden nachdem das Spiel verloren zu sein schien.

Tua Tagovailoa mutiert mit diesem Spielzug zur Legende: Als echter Freshman zur Pause eingewechselt und die Partie gedreht – wie muss sich ein Jalen Hurts fühlen, der 26 von 28 Spielen als Starting-QB gewann und nun mit ansehen muss, wie der Nachfolger die Lorbeeren abstaubt? Großartig. Hurts wird vielleicht nie mehr ein Spiel in Alabama starten. Aber auch sein Verhalten zeigt, warum Alabama so unbezwingbar ist: Hier tritt ein Team auf. Du kannst Saban lieben oder hassen – aber ähnlich wie Belichick in der NFL sind seine Mannschaften niemals Konstrukte, in denen Einzelne sich hervorheben.


Zum Unterlegenen. Für Georgia ist dieses Endspiel ein weiterer Herzensbrecher – nach dem unfassbaren Drama von 2012 folgt nun das noch brutalere Ende im Landesmeisterschaftsfinale – nach 13 Punkten Führung. Kirby Smart brach hinterher fast in Tränen aus, als er das Spiel analysierte. Wie mag es dem Großteil der gebeutelten Fan-Base ergangen sein?

Doch Hoffnung bleibt: Georgia ist ein Team, das gebaut ist um ein Contender zu bleiben. Smarts Recruiting-Klassen werden erst jetzt schön langsam eingebaut. Stars wie die RBs Chubb und Michel oder LB Raquon Smith werden nun in die NFL gehen, aber das Gerüst der Mannschaft bleibt zusammen – und QB Fromm war wie RB Swift ein Freshman.

Georgia gewann heuer die SEC und war vielleicht das prägende Team der Saison. Die Zukunft sieht rosig aus – nur hat man noch immer den Albatros Alabama vor sich. Den zu besiegen bleibt das Ziel Nummer 1. In Athens. In Georgia. Im ganzen Lande.

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16 Kommentare zu “Ein unvergessliches Endspiel: Alabama Crimson Tide vs Georgia Bulldogs 2018

  1. Ich bin komplett fertig nach diesem Spiel, jede Sekunde des Wachbleibens hat sich mehr als gelohnt, aber ich bin noch immer komplett fassungslos. Va. fassungslos, wie sehr mich dieses Spiel emotional mitgerissen hat. Ich habe zu beiden Teams keine Beziehung, aber wie konnte man nicht in der ersten Hälfte Georgia und Fromm lieben, wie sie das große Alabama vernascht haben. Fromm, der true freshman, geht mit aller Last einer gebeutelten Georgia-Historie auf seinen Schultern auf dieses Feld wie ein alter Hase, im Spiel klarerweise nicht fehlerfrei, aber ohne Furcht.
    …und wie konnte man dann Sabans Mut mit dem Legenden-Mut-Move „Jaelen Hurts has thrown 1 INT in 246 attempts this year. But let’s go with the true freshman who’s never played meaningful minutes. (https://twitter.com/dannykanell/status/950575833504190464)“ in der 2. Hälfte lieben.
    Trotz eines fehlerfreien legendären Blankenship, trotz einer fantastischen Defense, trotz eines aufspielenden Michels und Ridley, trotz eines mutigen und guten Fromm, es hat nicht gereicht, denn Saban stellt zur Halbzeit den true Freshman Tua Tagovailoa aufs Feld, der vor diesem Spiel 53 College-snaps bekommen hat, um dann im National Championship Game 3 TDs zu versenken (inklusive der letzten Bombe), als wäre es das normalste das es gibt. Es ist unfassbar und muss bis in die Haarspitzen frustrierend sein für alle.
    Schon alleine für den abgewichsten finishing playcall von Saban und Tuas execution bei 2nd and 26 mit einem verschossenen FG im Ultra-Kurzzeit-Gedächtnis ist der 5. Titel verdient. Fantastisch auch Jalen Hurts und der ganze Alabama-Teamgeist danach, wie korsakoff so treffend schreibt: „Hier tritt ein Team auf“.
    So sehr hätte ich mir im Verlauf des Spiels, wegen der Story und weil mich dieses Team gefesselt hat, den Sieg Georgia gewünscht, aber so sehr kann ich mich auch für dieses Team aus unendlich vielen tollen Athleten und das Genie Saban aus Tuscaloosa freuen.
    Dieser endlos scheinende Pool an unglaublichem Talent in Alabamas Team, war letztendlich der Schlüssel, so augenscheinlich (in Persona Tua Tagovailoa) wie gestern hat man das noch selten vor Augen geführt bekommen. …und gestern wurde auch Deshaun Watson endgültig zur Legende, seine Leistung die letzten beiden Jahre kann garnicht hoch genug eingestuft werden. Ich bin begeistert und danke nochmals an dieser Stelle für den tollen Recap!

  2. Tolles Final in toller Atmosphäre. Da merkt man, daß College eine andere Nummer im Vergleich zur NFL ist. Und ich weiß wieder, warum ich College so viel lieber schaue als die sterile NFL.

    Smart kann sich eigentlich nicht viel vorwerfen lassen, er und seine Coordinators haben ein gutes Spiel gecallt, aber BAMA is BAMA selbst in der Traumhaften Saison für Georgia. Man hätte nicht viel anders machen können, die Unterschiede waren wirklich minimal, aber das macht SABAN eben aus. Hut ab vor dem Mut, Tua so schnell zu bringen. Ich dachte in der Halbzeit dran, dass Tua irgendwann kommt auch weil er beim Ringer so gehypt wurde, aber dass SABAN ihn so schnell bringt zeigt Eier.

    SABAN ist der beste von allen, das hat er letzte Nacht wieder gezeigt.

  3. Schönes Spiel, auch wenn ich es schade finde dass Alabama ohne die SEC gewonnen zu haben die National Championship holen kann. Ist ja auch schon 2011 passiert, Saban hat ja fast öfter den NT geholt als das CCG.

    Eier bewiesen und UGAs Mega Defense geknackt, dafür gebührt ihm Credit, wie auch für den Call gleich nach dem Sack an Stelle FG zu verkürzen gleich auf Sieg zu gehen.

    BTW
    Voll-Blamage für Trump, der nicht mal den Text der Hymne unfallfrei singen konnte 😉

  4. Immerhin das bestmögliche Szenario in einem All SEC CCG.

    Das ist Saban bislang beeindruckendster National Title. Halbe LB Crew verletzt, OL kaputt, DC Pruitt der schon in Tennessee unterschrieben hat, ein neuer OC in Daboll und dann im Finale einen Frosh auf QB und LT eingewechselt und trotzdem gegen den Juggernaut Georgia gewonnen.

    GOAT.

  5. Irgendwie bin ich mit dem Playcalling der Georgia Offense in und nach der zweiten Hälften nicht wirklich einverstanden.
    Der Punt von der Bama 40 war unsinnig, dass man kein FG versucht verstehe ich, da hier der Punkt des Holds zählt falls man verschießt.
    Sonst irgendwie zu viele Runs durch die Mitte und wenig Pässe. Irgendwie so als wolle man irgendwie nur die Uhr runterlaufen lassen.

    Bama hat sich von all dem nicht beeindruckend lassen und ohne im Spiel jemals zu führen, es trotzdem gewonnen.

  6. @Brown Bomber: Saban ist großartig, aber man sollte nicht vergessen, dass er bei Alabama auch alle notwendigen Ressourcen bekommt um Erfolg zu haben. Viele andere Coaches würden mit solchen Voraussetzungen auch um National Titles competen.
    Nicht dass ich ihm was wegnehmen will, aber GOAT ist bei Konkurrenz wie Bear Bryant oder Bobby Bowden noch etwas zu hoch gegriffen.

    Die SEC wird in den nächsten Jahren spannend. UGA ist gebaut eine Macht zu bleiben, Auburn unter Malzahn auch, Saban wird nicht jünger und Tennessee, Florida und TAMU treten mit neuen HC an + LSU wird irgendwann sein OC Problem lösen.

  7. @Fry

    Hier noch eine beindruckende Statistik zum Thema Saban:

    Saban ist viel mehr als Produkt aus Gegebenheiten und Reputation der Uni. Saban ist das System. Wie bei Belichick in der NFL: Coordinators und Spieler kommen und gehen. Der Erfolg bleibt solange Saban das Sagen hat.

    Und ich vergaß oben zu erwähnen, dass auch 2 Starting WR in HZ2 Freshmänner waren. Das ist einfach unfassbar, wenn man denkt, was Bama nächstes Jahr an Mannschaft aufstellen wird. Und nirgendwo ein neuer Deshone Watson der Bama die Stirn bietet. Ok, Tua, aber der spielt in der falschen Mannschaft…

  8. @ Fry:

    Bear Bryant (Bama) und Bobby bowden (fsu) haben doch aber ebenso das Umfeld gehabt, oder etwa nicht.

    Grundsätzlich sind Vergleiche über Dekaden immer schwierig

    Ich würde aber vor allem anders herum argumentieren: warum schaffen es so viele Unis und Coaches nicht, den gleichen Erfolg zu erzielen obwohl sie die gleichen Ressourcen haben?

  9. Alabama war nicht immer die Macht, die es aktuell stellt. Bevor Saban kam, war man teilweise sogar eine Lachnummer. Sabans direkter Vorgänger Mike Shula (der Shula, der gerade in Carolina gefeuert wurde) hatte in vier Jahren gar nur eine Winning-Season, und die beiden Coaches davor nur 4 Winning-Seasons in 6 Jahren. Zudem hatte Alabama probleme mit NCAA-Strafen wegen diverser Recruiting-Verletzungen.

    Saban hat Alabama zu ALABAMA gemacht, wie er zuvor für LSU das Feld bereitet hatte, damit LSU wieder zu der Macht wird, die es später unter Les Miles war. Und zuvor hatte er Michigan States Programm revitalisiert.

    Saban macht etwas besser als die anderen Coaches. Er ist der Unterschied zwischen „das Programm hat theoretisch die Ressourcen“ und „das Programm nutzt seine Ressourcen“ bzw. eigentlich noch eine Stufe höher „das Programm fährt mit Saban und seinen Ressourcen seit 10 Jahren über alles drüber was sich ihm in den Weg stellt“.

    In den letzten 10 Jahren 5 SEC-Titel, 6 National Title Game Qualfikationen mit 5 Titeln und nur 14 Niederlagen. Diese Serie ist schwer zu schlagen.

  10. Natürlich sind cross Generations Vergleiche schwierig. aber immerhin eine Einordnung.

    Bear Bryant hat Alabama übernommen das 8-29 in den vier Jahren zuvor war und in 25 Jahren das größte Team aller Zeiten aufgebaut: 6 NT, 13 Conf. Titel und die Integration von Schwarzen im rassistischen Staat Alabama durchgeboxt.

    Bobby Bowden hatte keine Ressourcen, er hat FSU aus dem Nichts erschaffen und war zu einem Zeitpunkt 14 x in Folge in den Final Top 5 gerankt. Er ist der Grund, wieso es heute FSU in dieser Form gibt.

    Hab die beiden nur genannt, weil sie herausstechend sind. Es gibt sicher noch andere Namen und große Leistungen (zb Bill Snyder) die weniger gewonnen haben aber aus wenig viel gemacht haben. Saban ist eine Legende, aber noch nicht der unumstrittene GOAT.

  11. Die historische Einordnung wird immer schwierig sein, weil immer ein neues Kriterium herangezogen werden kann und wird und weil halt die Umstände nie gleich sind. Ist man jetzt GOAT mit den meisten Siegen, mit den meisten Meistertiteln mit mit den meisten Top 5 Rankings, mit den meisten späteren NFL-HOFs, mit dem größten gesellschaftlichen Impact, etc… oder nur in der bestmöglichen Kombination zusammen… das schönste an diesen Diskussionen ist, dass sie geführt werden um leidenschaftlich geführt zu werden… Ähnliches gilt z.B. auch für die Diskussionen, wer jetzt berechtigt ist für die CFB-Playoffs ;).

    Nick Saban ist eines jedenfalls: OUTSTANDING!
    Um dahinter zu kommen warum er ist wie und wo er ist, kann man sich anhören was er sagt. Folgendes kommt eh öfters in ähnlicher Art und Weise, aber jetzt gerade aktuell wieder bei der Pressekonferenz vor dem NCG gestern auf die Frage „What motivates you to not be complacent?“.

    „Well, I think that I’m always looking for the next challenge. I don’t know if it’s the way I was raised or whatever, that you’re kind of only as good as your last play, as your last game. I think everyone has heard me talk a lot about the fact that success is not a continuum, it’s momentary, and it’s human nature to get satisfied and get a little complacent when you have success.

    But in a competitive business like we’re in where there’s always a next challenge, there’s always a next game, there’s always a better team to play, if you have that mindset, you’re not going to be able to play with any consistency, and if you can’t play with consistency in performance, you’re not going to really have a lot of success long-term.

    I hate to lose, and I’ve been around Kirby long enough and he’s been on my basketball team long enough that I know he hates to lose, too, and I think that has something to do with it.

    You’re always ready for the next challenge, and you always understand that people are going to be a little bit satisfied, and you have to make sure that everyone is ready for the next challenge.“

    Er ist ein Getriebener, der nie mit sich selbst zufrieden sein darf und will, he wants to beat human nature and he kicks asses (letzter Satz) ;).

  12. Pingback: Akademische Viertelstunde – Roundup zur College Football Saison 2017/18 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  13. Pingback: Alabama vs. Georgia: Alte Kräfteverhältnisse am Prüfstand | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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