Akademische Viertelstunde – Roundup zur College Football Saison 2017/18

Der Abschlussbericht zur College Football-Saison 2017/18, inklusive einem Blick auf meine Vorhersagen, dem Ranking der besten Spiele des Jahres und einer Zusammenfassung, was von dieser Saison übrig bleibt.


Predictions raushauen ist einfach, wenn sie hinterher nicht mehr überprüft werden. Daher nun die Überprüfung: Was hatte ich im August für die College-Football Saison getippt?

  • Big Ten: Ohio State. Korrekt.
  • ACC: FSU. Epic Fail.
  • Big 12: Oklahoma. Strike.
  • Pac-12: Washington. Falsch, USC gewann die Conference, Washington qualifizierte sich noch nichtmal für das Conference-Finale.
  • SEC: Alabama. Falscher Tipp, aber mit Sternchen.

Denn: Alabama verpasste zwar den Gewinn der SEC (Georgia holte den Titel), aber Alabama, mein National-Champion Tipp, gewann am Ende doch noch den Landesmeistertitel. Alabama erfüllt damit die Erwartung zu Wettregel #1: Setze nicht gegen Nick Saban.

Für die Playoffs hatte ich neben Alabama noch Ohio State (falsch), FSU (FALSCH!) und die Washington Huskies (falsch…) auf dem Zettel gehabt. 25% korrekt, und Alabama hätte jedes Kind tippen können.

Mein Heisman-Favorit hielt genau 3/4 von Woche 1 durch: QB Deondre Francois von FSU. Im Nachhinein hätte man vielleicht drauf kommen können, dass Baker Mayfield nach zwei exzellenten statistischen Jahren „dran“ sein würde. Andererseits: Ich hatte mir gedacht, „wenn Mayfield mit den 2015 und 2016 Stats schon trotz Platz 2 in der Wahl kein ernsthaft diskutierter Heisman-Kandidat ist, wieso sollte er es heuer sein?“.

Was wird von der College-Footballsaison 2017/18 bleiben?

Tuas TD. Letzte Impression der Saison – und was für eine! Der Tua-TD kam dermaßen aus dem Nichts, dass er einer der ikonischen Plays aller Zeiten werden wird. Man wird ihn auf Nick Sabans Sarg eingravieren.

Georgia. Seit dem herzzerreißenden SEC-Finale 2012 habe ich einen ganz weichen Fleck für das Bulldog-Programm und ich liebe den Blutarsky-Blog. Georgia hat sich als würdiger National-Title Kandidat erwiesen. Man forderte Alabama bis zum Äußersten und trieb Saban so weit in die Ecke, dass er etwas völlig untypisches tat: Er wechselte einen Frischling in der schwärzesten Stunde ein um ein längst verloren geglaubtes Spiel zu drehen.

Miami. Kein Hurricane-Fan, aber positiv gestimmt, wenn die Canes als echter Player zurückkehren.

Clemson. Gebaut um zu bleiben.

New Mexico State. Fans stürmten das Spielfeld und Coaches weinten, als feststand, dass sich die Aggies mit 6-6 Bilanz nach fast 60 Jahren erstmals wieder für die Bowl Season qualifizierten. Freude über die kleinen Dinge ist oft die schönste Freude.

Jimbo Fisher. Fishers Wechsel weg von FSU hin zum scheinbar leichtgewichtigeren Texas A&M ist ein zumindest in den letzten 10 Jahren beispielloser Move eines Top-Coaches.

Sportradio360. Der Daily-Nugget Podcast (Beispiel hier) zur College-Footballsaison ist ein Volltreffer. Er war mein Begleiter in abendlichen Waldläufen und ich wusste hernach was los war, selbst wenn ich wenig gesehen hatte. Zuletzt hatte er auch erstaunliche Download-Zahlen: Über 2000 Stück, manchmal an die 3000 Stück.

ESPN SOR. Die „Strength of Record“ Metrik von ESPN hat die Denkensweise des College-Football Playoffs geknackt. Richte dich nach ihr und du weißt, wer sich qualifizieren wird: 15 von 16 Playoffteams in vier Jahren korrekt behandelt. Nächstes Jahr wird sich das Komitee nur noch treffen um den SOR zu bestätigen: Weniger Arbeit gehabt für gleich viel Sitzungsgeld.

Playoffs. Für mich komme ich nach vier Ausgaben immer mehr zum Schluss, dass ich das Format mit 4 Mannschaften ideal finde. Regular Season hat noch große Bedeutung bis zum Championship-Wochenende. Dann drei knackige Spiele über die Weihnachtsferien und Season over. Ausweitung auf 6 würde ich goutieren. Wenn wir irgendwann auf 8 gehen, komme ich wieder auf den Vorschlag zurück, die Conference-Championship Games durch das Viertelfinale abzulösen. Conference-Titel haben eh keinen Wert im National-Title Rennen mehr.

Bowl Season. Weil ich Zeit hatte, hab ich die Bowls so *genau* wie seit drei Jahren nicht verfolgt (ergo: ich habe sie nicht komplett ignoriert) und komme zum Schluss, dass mich noch nichtmal ein Ergebnis außerhalb der Semifinals interessiert, geschweige denn berührt, hat.

Lamar Jackson. Er wird mir fehlen. Zumindest als College-Spieler.

Spiele 2017 – Die Highlights

  1. Rose Bowl – Georgia 54, Oklahoma 48/2OT. Alles gesagt und geschrieben.
  2. National Title Game – Alabama 26, Georgia 23/OT. Fast alles gesagt. Wenn ich so darüber nachdenke, wäre ich fast versucht, das Endpiel über die Rose Bowl zu setzen – allein schon der fassungslosen Overtime-Sequenz von Alabama wegen. Aber letztlich war die Rose Bowl noch einen Tick markanter – vom Clash der Stile, vom Fluss des Spiels, vom finalen Ergebnis.
  3. Iowa State 38, Oklahoma 31 Ewiger Underdog fällt Allzeitgröße.
  4. Ohio State 39, Penn State 38 Es passte alles: Atmosphäre in einem riesigen Stadion, Playoff-Ambitionen on the line, Punch, Gegenpunch und ein Comeback angetrieben von einem der großen College-QBs unserer Zeit. Einem letztlich tragischen QB, J.T. Barrett.
  5. Tennessee 42, Georgia Tech 41. Woche 1, als die Welt für Tennessee noch in Ordnung war. Vols erzwangen einen späten Turnover, blockten im letzten Down der regulären Spielzeit ein Fieldgoal und stoppten in der Overtime den 2pt-Versuch von Georgia Tech. Das Drama gepaart mit dem stilistischen Kontrast machte Freude auf eine anstehende Footballsaison.

2 Kommentare zu “Akademische Viertelstunde – Roundup zur College Football Saison 2017/18

  1. Ich möchte dir einen großen Dank am Ende der Saison aussprechen für deine tolle kompromisslose coverage über die Saison hinweg, meine Begeisterung für CFB wurde sehr stark durch deinen Blog inspiriert. Bei jeder neuen Saison hoffe ich aufs neue, dass du mit deinen Blog-Einträgen wieder dabei bist! Vielen Dank dafür!
    Ich würde für mich noch ein weiteres Highlight Game hinzufügen:
    Ohio State 24 @ Iowa 55. Ein tolles Spiel, das dieses Jahr großen Einfluss auf die Playoff-Zusamensetzung hatte, vielleicht mehr als jedes andere bisher gespielte Regular Season Game in der Playoff-Ära. Aber es war super zu sehen, wie Iowa zu Hause im vollen Kinnick Stadium, als Underdog aufgetreten ist, mit Trick-Plays, 3 INTs, etc… hat mir sehr gefallen :)!

  2. Alles in allem kann ich mich @davidneuber nur anschließen. Bei mir war es so, das dieser Blog, mein Interesse für den CFB erst wirklich entwickelt hat. Wie sehr ich mich über jedes Heimspiel der „Seminoles“ freue das übertragen wird: Unnormal.

    Des weiteren, ist dieser Blog die Anlaufstelle Nr.1 für mich. Wenn ich mich (auf deutsch) informieren will.

    Noch ein persönliches Highlight von mir: Week 11. Notre Dame(8-1) bei Miami(9-0), zwar ein deutliches Ergebnis aber eines nach Maß. Hat Spaß gemacht zuzusehen.

    Vielen Dank nochmal und

    Keep Going! The Best is still to come!

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