Free Agency 2018, T-1

Stunde null naht.


Quarterbacks – Die ersten Würfel sind schon einen Tag vor offiziellem Beginn der Free Agency 2018 gefallen. Der wichtigste: Drew Brees verlängert nun doch wie lange erwartet in New Orleans: 2 Jahre, 50 Millionen – bei einem garantierten Handgeld von 27 Mio. Nur 25 Mio/Jahr – WTF? Es scheint einer der Verträge zu sein, bei denen der Spieler der Mannschaft einen massiven „Hometown-Bonus“ gab um nicht auf seine alten Tage samt Plunder und Sippe noch einmal umziehen zu müssen. Brees hätte eigentlich viel Verhandlungsmacht gehabt: Morgen wäre bei Auslaufen seines Vertrags ein 18 Mio schwerer Dead-Money Hammer gegen die Saints-Cap angeschrieben worden, und Brees hätte mit den Vikings ein Date zum Abendessen ausmachen können um entweder sofortiger Superbowl-Topfavorit 2019 zu werden oder den Preis in die Höhe zu treiben.

Der zweite QB, der schon vom Markt genommen wurde, ist Case Keenum, 2017/18 der Vikings-Starter. Keenum wandelte seine starke Saison in einen 18 Mio/Jahr Vertrag bei den Denver Broncos um. Denver scheint damit auf die Option QB im Draft 2018 zu verzichten: Der Plan riecht nun danach, mit OffCoord Musgrave aus Keenum das herauszukitzeln, was man die letzten zwei Jahre nicht imstande war (NFL-würdiges Quarterbacking) und parallel um die QB-Position herum ein Team zusammenzustellen, das potent genug ist um das fehlende Highend-Potenzial des QBs zu kaschieren. Damit kann man das Titel-Fenster, das die noch immer bärenstarke Defense offenhält, noch 1-2 Jahre offenhalten.

Brees und Keenum vom Tablett – was wird Minnesota nun machen? Die Top-Option ist und bleibt QB Kirk Cousins, der zur Stunde auf dem Weg nach Minneapolis sein soll (Besuche vor dem NFL-„Jahreswechsel“ morgen sind hart an der Grenze des Erlaubten). Doch Cousins soll eine monetär rund 10% bessere Offerte von den Jets auf dem Tisch liegen haben (Minnesota bietet rund 28 Mio/Jahr mit full-guarantees).

Akzeptiert Cousins den Skonto für die Aussicht auf einen Superbowl-Ring, oder entscheidet sich Cousins für das Geld und die Chance, der erste Jets-Franchise QB seit 50 Jahren zu werden? Geht Cousins wider Erwarten doch noch nach New York: Was bleibt den Vikes? McCarron, der null Erfahrung hat? Bradford mit seinem kaputten Knie? Bridgewater? NICK FOLES?


Chiefs – Aufsehen erregender Move der Kansas City Chiefs, die WR Sammy Watkins aus Los Angeles holen und für 3 Jahre und 48 Mio verpflichten. Der Move ist insofern interessant, weil eine konventionelle Andy-Reid Offense nicht um die individuellen Stärken ihrer Wide Receiver gebaut ist, sondern um die Kombination der Routen, einen fangstarken Runningback und einen starken Tight End. Catches für die WRs waren in Reid System meist nur Produkt des Spielzugdesigns, eher selten durch 1-vs-1 Siege gegen die Cornerbcks – ein Grund auch, warum Reid in Philadelphia bis auf Terrell Owens nur selten teure Receiver verpflichtete und warum er letztes Jahr Jeremy Maclin ohne Umstände ziehen ließ.

Watkins allerdings ist genauso ein Typ „WR1“. Seine erste drei Jahre in Buffalo waren durch viele Verletzungen eher enttäuschend, aber in fittem Zustand offenbarte Watkins immer grandioses Potenzial. Letztes Jahr bei den Rams wurde er zwar nicht oft angespielt, aber wenn der Ball kam, wurde es immer brenzlig. Er ist auf vielen Routen überdurchschnittlich gut, auf einigen großartig. Watkins fungierte vor allem als deep-ball Receiver – aber in einer Rolle, die in der McVay-Offense nicht zentral genug war um einen fetten 15 Mio/Jahr Vertrag zu rechtfertigen.

Ein Anzeichen dafür, dass man mit einem Abgang von Watkins leben konnte, gab es bereits letzte Woche, als FS Lamarcus Joyner, nicht Sammy, die Franchise-Tag bekam. Für vertretbare Konditionen hätte man gerne auch Watkins gehalten, aber gegen die Chiefs-Offerte hatte man keine Chance. Insofern ein verschmerzbarer Abgang – und für die Chiefs ein Zugang mit dem Potenzial, die Offense auf ein neues Level zu heben: QB Mahomes, RB Hunt, TE Kelce und die WRs Hill und Watkins bilden den künftigen Kern.


Jaguars – Jacksonville hat bereits mit der Vertragsverlängerung von QB Bortles vor ein paar Wochen den Weg geebnet für eine Schottenheimer-Offense galore (RRPP = run, run, pass, punt). Nun wurde die Linie „weg vom Passspiel“ nur fortgeschrieben: WR Allen Robinson ließ man ziehen, während man Carolinas OG Andrew Norvell für einen Rekordvertrag (66 Mio über 5 Jahre, 30 Mio guaranteed) holte. Also: Moneten auf Wide Receiver gespart und ins Run-Blocking gesteckt.

Robinson, einer der beliebteren Spieler in der NFL, wird dagegen der neue Go-To Guy in Chicago und QB Trubiskys wichtigste Anspielstation. Er wird den Part übernehmen, den WR Kevin White aufgrund permanenter Verletzungsprobleme nicht übernehmen konnte. Mit einem 3-Jahresvertrag über 14 Mio/Jahr ist Robinson sogar etwas billiger als ein Sammy Watkins – und: Robinson kommt zwar von Kreuzbandriss, ist aber nach drei Jahren NFL immer noch erst 24.

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10 Kommentare zu “Free Agency 2018, T-1

  1. Kansas City haben ja nicht einen mobilen Raketenwerfer gedraftet um jetzt wieder kurzpassspiel zu machen. Da hätte man auch Alex Smith behalten können.
    Mindestens einen Reciever zu haben der dir das 1gg1 gewinnen kann weil der Qb 4x pro Spiel den Ball das Feld runter Yolo’d kann nicht so falsch sein. Man passt den kader hier den stärken des Q an. Ich finds nur krass wie viel sie für ihn bezahlen.

  2. Teddy und Trumaine Johnson zu den Jets, das freut mich. Hoffentlich spielt bei Teddy die Gesundheit mit.
    Bradford für stolze 20 Mio nach Arizona: Da kann man wirklich nur hoffen, dass sich an der O-line was tut. So wie Palmer letzte Saison verprügelt wurde, sehe ich schon Stanton auf dem Feld…

  3. Große Patriots-Spieler Einkaufstour der Titans. Nachdem letztes Jahr CB Logan Ryan für 3yr-$30M. gekommen ist, kommt dieses Jahr CB Malcolm Butler für 5yr-$61M und RB Dion Lewis für 4yr nach Tenessee.

    Der Cousins Deal mit den Vikes ist bisher ja auch nur „wahrscheinlich“ und nicht final bestätigt. Oder irre ich mich?!

  4. Draft:
    Trade Jets von 6 auf 3:
    Jets land No. 3 overall pick from Colts for No. 6 pick, three 2nd-round picks

    wow ! Auf was spekulieren die Jets ? Best player available?
    Welchen Spieler haben Sie im Sinn, dass sie Angst hatten der geht an 3 oder 4 oder 5 aber wird nicht an 1 oder 2 gehen?

  5. @alexander: Es geht um einen QB, kolportiert wird von vielen Baker Mayfield (oder Josh Rosen, je nachdem was NYG & CLE macht). Es ging va. darum frühzeitig den Spot zu sichern, bevor ein anderes Team den Deal mit IND macht. Hätte sich beispielsweise BUF auf 3 gekauft, wäre die Chance garnicht so klein gewesen, dass 5 Teams vorher einen QB gezogen hätten.
    Kurz zusammengefasst, was hier vergleichsweise ausführlich steht: https://www.sbnation.com/nfl/2018/3/17/17133388/nfl-draft-2018-colts-jets-trade-3-6-picks

  6. @davidneuber: Was machen die Jets wenn mayfield unerwartet an 1 oder 2 geht und der andere genommene Rosen ist? Darnold ( Sttichwort Hausherr Turnovermachine) nehmen oder Allen ( Haussherr Stichwort Genauigkeit einer Schrotflinte). Gut die Jets haben Zeit einen QB zu entwickeln, der kann auch problemlos ein Jahr sitzen. Oder nehmen sie dann Barkley ? Oder versuchen sie dann wieder runter zu traden? Für mich spannend auch, da es keinen #1 QB nimmt also einen No Brainer wie damals Andrew Luck. Genau deshalb ist es auch nochmal interessanter als sonst.

  7. Merci zum Artikel. .
    Ansonsten Mal sehen ob alles so nun auf den top 10 bleibt oder noch qweitere trades kommen. Ich glaube noch nicht, dass alles so bleibt inerhalb der ersten 10.

  8. Johnny Manziel beim ProDay von San Diego State? „Manziel looked sharp“ (Ian Rapoport). Ich seh schon Manziel in einem Trainingcamp, während Kaepernick unfreiwillig viel Freizeit hat…

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