Die Quarterbacks im NFL Draft 2018

Abschluss der großen Draft-Preview Serie mit der Leuchtturm-Position: Den Quarterbacks. Common sense zur Quarterback-Klasse von 2018 liegt irgendwo zwischen „in der Breite beste Klasse der letzten 10 Jahre“ und „Fehlen des einen großen Superstars“. Eine Analyse.

Die Jagd nach dem Franchise-QB hat sich spätestens in den letzten 20 Jahren zum zentralen Thema eines jeden NFL-Drafts entwickelt. Das unstillbare Verlangen nach Top-QBs wird getrigget von einem immer passlastigeren Footballspiel, der neuen Rookie-Vertragsstruktur und der sehr raren Auswahl an Top-Talenten.

Gleichzeitig ist QB-Scouting vermutlich die Königsklasse schlechthin. Die Variablen sind so vielfältig und die Projektion von College-Talenten auf den Profibereich ist so schwierig, dass die NFL trotz gewaltiger Ressourcen, die in das QB-Scouting gesteckt werden, noch immer eine eher bescheidene Erfolgsquote aufweist. Das geht einher mit oft sehr weit auseinandergehenden Expertenmeinungen zu einzelnen Prospects.

Wo sich 2018 einreiht in die Riege aller Drafts: Eine anfangs extrem gehypte QB-Klasse wird über die Wochen und Monate stückweise in ihre Einzelteile zerlegt um schließlich dann doch zum Schluss zu kommen, dass es sich doch nicht bei jedem Prospect um den neuen Peyton Manning handelt.

So sind auch 2018 nicht mehr alle überzeugt von der „Klasse der Klasse“: Bill Connelly z.B. sieht die Klasse eher skeptisch. Kein Prospect kann mit hoher Success-Rate aufwarten. Für Connelly ist der Hype um die Klasse von 2018 in erster Linie dem Fehlen von Superstars auf anderen Cornerstone-Positionen geschuldet: Nelson, Derwin, Fitzpatrick oder Barkley sind Elite-Prospects, aber eben nur auf Guard, Safety oder Runningback. Positionen, für die du den Top-Pick nicht locker machst.

Josh Rosen

Josh Rosen von den UCLA Bruins ist der kompletteste Quarterback in der Klasse von 2018. Er hat ausgefeilte Wurftechnik, saubere Beinarbeit für gute Balance, einen schönen Spin und ausreichend Power in seinen Würfen. Greg Cosell vergleicht ihn als reinen Werfer mit zuletzt hoch gedrafteten Quarterbacks wie Matt Ryan oder Jared Goff.

Rosen hat keinen Monster-Wurfarm, aber sein Arm reicht aus um alle wesentlichen NFL-Würfe rauszuhauen, auch wenn sie statt mit 180 km/h nur mit 150 rauskommen. Sein wesentlichstes Merkmal als Spieler ist sein sechster Sinn für das Timing: Rosen hat die Antizipation intus, seine Bälle kommen schön synchron mit der Lauf-Route der Receiver raus – meistens. Denn hie und da leistet sich Rosen einen unerklärlichen Lapsus.

Das macht Rosen, den Spieler, zum mutmaßlich komplettesten QB-Prospect des Jahrgangs. Dass Rosen trotzdem nicht uneingeschränkt als #1 gilt, hat andere Gründe: Zum einen war er in seinen drei Jahren am College relativ häufig verletzt und verpasste sieben Spiele. Viel schlimmer: Er ist der Lautsprecher unter den Quarterbacks von 2018. Und das kommt in NFL-Hinterzimmern nicht immer gut an.

Die Liste an unkonventionellen Sprüchen bei Rosen ist lang und tangiert : Von Kritik an der NCAA über Gedanken zu Gehirnerschütterungen über Verständnis für die Bowl-Schwänzer über Fuck-Trump hin zu einer Detail-Analyse seiner größten Stärken hat sich Rosen nie gescheut, seine Meinung dezidiert kundzutun.

Als nicht hilfreich erwiesen sich in diesem Zusammenhang auch Kommentare seines ehemaligen College-Coaches Jim Mora jr, der Rosen indirekt unterstellte, an zu vielen Sachen abseits des Spielfelds interessiert zu sein – eine Todsünde. Du kannst Frauen verprügeln, Drogen nehmen, dich besaufen bis zum jüngsten Tag und dir den Kopf einschlagen. Aber du darfst dich nicht kritisch mit „dem System“ auseinandersetzen und an andere Dinge als ovale Schweinehaut denken.

Zumindest nicht, wenn du Josh Rosen heißt. Rosen bringt als selbstbewusster Jungstar aus reichem Haus ein Selbstverständnis mit, das Offiziellen in der NFL Angst und Schrecken einjagt: Ein Mann, der nicht auf Football angewiesen ist! Und auch noch die Wahrheit sagt.

Nur mit solchen Ängsten kann die allgemeine Skepsis gegenüber Josh Rosen erklärt werden, denn im Vergleich zur Konkurrenz in diesem Jahrgang sollte Rosen normalerweise ohne Diskussion als #1 durchgehen. Tut er aber nicht.

Sam Darnold

Der überwiegende Teil der Scouts bevorzugt Sam Darnold, den Quarterback des anderen großen Footballteams im Großraum Los Angeles, den USC Trojans. Über Darnold „als Typ“ ist fast nichts bekannt außer seinem zahnpastawerbungstauglichen Strahlemanngesicht.

Darnold hat mit 6’3 und 221 Pfund noch mehr als Rosen eine NFL-würdige Staturer wurde nicht zufällig einst als Linebacker rekrutiert! – und er hat in den eineinhalb Jahren als Starting-QB von USC ausreichend hochklassige Plays hingelegt um als Top-Prospect durchzugehen. Darnolds größtes Verkaufsargument ist seine tödliche Präzision auf kurzen und mittleren Distanzen.

Die kommt zustande, obwohl Darnold nicht wirklich als Feintechniker gilt. Seine Beinarbeit ist im Vergleich zu Rosen chaotisch und sorgt dafür, dass Darnold wesentlich weniger Bälle aus ausbalancierter Haltung rausschießt. In Kombination mit einer etwas langgezogenen Wurfbewegung sieht das ganze Werk bei Darnold dann auch nicht ganz so elegant aus wie bei Rosen.

Zentralstes Element bei Darnold – und auf jeden Fall zu beachten, will man ihn draften – ist seine extrem aggressive Mentalität: Darnold ist ähnlich wie ein Jameis Winston oder früher Brett Favre ein Quarterback, der keine Risiken scheut. Er ist kein Spielertyp, der zwingend in der Struktur des Spielzugdesigns bleiben wird, sondern für die Aussicht auf Big Play ohne mit der Wimper zu zucken seine Schwiegermutti verkauft und in den Hopp-oder-Topp Modus schaltet.

Dieses Gunslingertum führt zu spektakulären Big-Plays, aber auch zu hirntoten Interceptions. Die Beispiele Winston und Favre haben gezeigt, dass sich ein solches Mindset in der NFL nicht einfach abschalten lässt. Du musst es akzeptieren – es gehört zur DNA des Spielers. Ein Darnold wird nicht über Nacht zum Alex Smith, nur weil er am Wochenende mit Blackout-Entscheidungen drei INTs fabriziert und sich anschließend selbst hinterfragt hat.

Die Grundeinstellung als „Baller“ ist nicht zwingend schlecht. Sie ist zumindest unterhaltsam und sie wird auch fantastische Plays fabrizieren und Siege erzwingen. Doch für den wirklichen Durchbruch muss Darnold zwei andere Tendenzen abstellen:

  1. Performance unter Druck: Viele junge QBs haben Probleme damit, aber Darnold war 2017 nur 36/67 mit 0 TD und 7 INT bei Plays unter QB-Pressure.
  2. Fumble-Anfälligkeit: Mit seinen eher kleinen Händen hat Darnold 22 Fumbles am College fabriziert.

Und das in nur 24 Spielen. Das ist dann der letzte wesentliche Fakt zu Darnold: Er hat die geringste Erfahrung aller Top-Prospects 2018. Das war in Vergangenheit selten Grund, im Draft nach unten durchgereicht zu werden, ist aber zu berücksichtigen: Weniger Plays ist weniger Gelegenheit, Schwachstellen zu finden. Aber auch mehr, sich noch deutlicher enormes Entwicklungspotenzial auszumalen.

Baker Mayfield

Baker Mayfield ist amtierender Heisman-Trophy Gewinner und sowas wie der aufregende Sidekick zu den Big-3 Rosen, Darnold und Allen. Er absolvierte eine rekordträchtige CollegeKarriere bei den Oklahoma Sooners, einem der größten Footballprogramme in den Vereinigten Staaten und machte sich mit kontroversen Gesten landesweit zu einer Reizfigur, über die es sich zu schreiben lohnt.

Mayfield ist mit 6’1 Fuß und 215 Pfund ein paar Zentimeter zu klein um als QB-Gardemaß durchzugehen, doch schön langsam scheint sich in der NFL die Überzeugung durchzusetzen, dass 1,83 Meter ohne Scheitel zwar nicht ideal, aber auch nicht katastrophal sind. Und so wird Mayfield im Gegensatz zu etlichen ähnlich gebauten Vorgängern nicht in Grund und Boden geschrieben, nur weil er nicht über jede Mauer ohne zu klettern drübersieht.

Mayfield hat in Oklahoma das eine bewiesen: Er ist imstande, die Spielidee seines Coaches innerhalb des Spielzugdesigns nahe der Perfektion umzusetzen. Bei Spread-Offense und vielen Highlight-Rollouts mag man gar nicht glauben, dass Mayfield fast immer innerhalb der Spielzugidee zu bleiben schien und beeindruckende 81% seiner Plays aus der Pocket machte. Man mixe dazu gute Improvisationsfähigkeit bei den wenigen Broken-Plays dazu und hat einen Spieler, der grandiose Statistiken eingefahren hat.

Mayfield ist kein Spieler, den der gemeine Amerikaner als „fundamentally sound“ bezeichnen würde. Er ist eher Darnold/Winston/Favre als Brady/Brees, wenn es um das Basis-Mindset „wieviel Haudrauf vertrage ich?“ geht. Er ist nicht immer rhythmisch, wenn um ihn herum die Pocket zusammenklappt, was manchmal unrund und sogar chaotisch aussieht. Doch Mayfield bleibt wie Darnold auch nach Fehlern aufrecht und wird beim nächsten Snap wieder mit den dicken Eiern antreten, anstatt sich von Eigenfehlern beeindrucken zu lassen.

Bei ihm bleiben wesentliche Fragen bei Mayfield zu beantworten:

  • War die Oklahoma-Offense von OffCoord/Headcoach Lincoln Riley so perfekt strukturiert, dass der Quarterback nicht anders konnte als Rekorde aufzustellen?
  • Wie dramatisch ist sein Leistungsabfall unter Druck – dann, wenn plötzlich Mayfields Augen nicht mehr downfield, sondern direkt auf den Pass Rusher gerichtet sind und Mayfields Würde leicht unbalanciert rauskommen?
  • Ist das chaotische Element in seinem Spiel Teil seiner „Football-DNA“ oder kann man ihn zügeln?

In Summe herrscht Einigkeit, dass Mayfield auf einer Stufe mit Darnold und Rosen zu sehen ist. Er mag sogar als reifster Prospect des Jahrgangs durchgehen, als der Mann, der am schnellsten einsetzbar ist. Und sicher ist auch: Seine Mannschaft wird ihn lieben. Er wird immer Vollgas geben und notfalls den Kopf hinhalten, wenn er Scheiße gebaut hat.

Josh Allen

Der umstrittenste Quarterback von 2018. Vielleicht der umstrittenste Quarterback aller Zeiten. Aber der Reihe nach.

Josh Allen ist Senior-QB von den Wyoming Cowboys – eine kleine Mannschaft aus der ähnlich kleinen Mountain West Conference. Aber genau das ist nicht der Streitpunkt in der Diskussion um Allen.

Es gibt zwei wesentliche Gründe, weshalb Josh Allen in der Diskussion um die besten Quarterbacks von 2018 ist:

  1. Er verfügt über einen monströsen Wurfarm, der selbst Raketen der Vergangenheit wie Matt Stafford, Jay Cutler oder Jamarcus Russell in den Schatten stellt: Allen warf in der Combine einen 62 mph schnellen Ball – Allzeitrekord.
  2. Allen steckt mit 6’5 Fuß und 237 Pfund in dem QB-Körper, der in den Laboren der Football-Fantasy für die Ära „post-human“ hochgezüchtet wird.

Allens Arm ist mächtig genug um die ganz tiefen Bomben auszupacken und seine besten Würfe sorgen für Samenergüsse in männlichen Unterhosen, und Allen ist kräftig und mobil genug um Read-Option Elemente à la Cam Newton auszuführen und einer Offense somit zusätzliche Dimensionen zu geben.

Doch Allen hat ein Problem: Seine Pässe streuen, dass eine Schrotflinte dagegen als reinstes Präzisionsgewehr durchgeht – sogar unter statischen Bedingungen. Sieben Jahre Highschool und College-Football und nie über 60% Completion-Rate. Das Problem ist auch nicht auf eventuell hohe Versuchszahlen bei langen Pässen beschränkt: Nur 50% Comp-Rate bei Pässen zwischen 11 und 15 Yards, nur 72% bei Pässen bis 5 Yards jenseits der Anspiellinie, und nur enttäuschende 64% bei Pässen mit Anspielstation hinter der Line of Scrimmage!

Anders ausgedrückt: Josh Allens Completion-Rate Problem ist struktureller Natur. Und noch schlimmer: Zu häufig wird er unter Druck chaotisch. Er bewegt sich zu schnell und wirft doch zu spät – eine Schwachstelle, die die NFL nach wenigen Wochen blank gelegt hat. So beschreibt diese Sequenz von zwei Plays Josh Allen am besten:

Quarterbacks mit niedriger Completion-Rate gelten in Scouting-Kreisen als Hochrisiko-Picks, denn eins ist sicher: Du bist Ballverteiler. Wenn du den Ball nicht an den Mann bringst, was ist dann deine Daseinsberechtigung?

Sofort springt die Assoziationsmaschine an und liefert Geister der Vergangenheit wie Ryan Leaf oder Jamarcus Russell – berühmte QB-Busts, die mit unpräzisem Monsterwurfarm in die NFL gekommen und schwer gefloppt sind. Doch anders als Allen hatten Leaf oder Russell zumindest eine großartige College-Karriere hinter sich gebracht.

Allen hat gar nichts: Seine kleinen Cowboys waren letzte Saison getragen von einer fulminanten Defense und trotz absurder Offense nur 8-5. Allen verpasste es sogar, inferiore Konkurrenz zu demolieren und brachte keine 20 TD an den Mann. Und im Vergleich zu seinem Junior-Jahr 2016 war im letzten Herbst eher Rück- als Fortschritt zu beobachten. Sämtliche statistischen Modelle sehen in ihm hohes Bust-Potenzial.

Und trotzdem ist er in der Diskussion um den Top-Pick 2018.

Warum, kann sich niemand so genau erklären. Ist es irrationale Gier nach diesen geilen 50-Yards Bomben? Oder der feuchte Traum vom perfekten QB-Body? Was sicher ist: Allens hat unbestritten gute Basisanlage. Es gilt jedoch, seine Talente und seine Energie in die richtige Richtung zu kanalisieren. Und um ihn mit einem hohen Pick zu ziehen, muss man vor der Geschichte der NFL die Augen verschließen.

Lamar Jackson

Bleibt Josh Allens Gegenstück: Der spektakulärste Quarterback des Jahrgangs – ein Mann, dem noch im Februar weithin respektierte Experten wie Hall-of-Fame GM Bill Polian eine Umschulung auf Wide Receiver nahegelegt haben: Lamar Jackson, der neue Michael Vick, Quarterback der Louisville Cardinals und Heisman-Trophy Gewinner von 2016.

Jackson, vielleicht noch vor RG3 der beste College-Quarterback, den ich bislang gesehen habe, war eine polarisierende Figur im Scouting-Prozess und er hat mit seiner ganz eigenen Methode darauf reagiert. Anstatt die rassistisch motivierten QB/WR-Empfehlungen zu kommentieren, schweigt Jackson seit Monaten. Er holte sich noch nichtmal einen Spielerberater ins Boot, sondern agiert autark – und verzichtete zur Enttäuschung aller auf den spannendsten Drill: Die 40-Time.„Dass ich pfeilschnell bin, habt ihr alle gesehen. Was ich euch noch beweisen muss, ist dass ich ein toller Werfer bin“. Nur so wirst du das negativ konnotierte Stigma des athlete QB bzw. running QB los, das z.B. einen Josh Allen nicht befällt, weil er groß und weiß ist und nicht klein und schwarz.

Es gilt mittlerweile als allgemein anerkannt, dass Jackson am College eine NFL-würdige Offense spielte. Das, was Bobby Petrino spielen ließ, war Tom Coughlin 2.0: Viele Mesh/Sit Routes, viel Wheel und Flat Routes – vielleicht sogar mehr NFL als Jackson in der National Football League selbst sehen wird. Und man sagt Jackson nach, dass er darin hervorragend operiert hat – sei es, was sein allgemeines Management der Pocket als auch was sein Scrambling angeht.

Zentral für die Bewertung: Jackson war „pass first“. Er war keiner der mobilen QBs, die bei der ersten Gelegenheit loslaufen, sondern blieb vielmehr in der Pocket, bis es gar nicht mehr anders ging. Es gibt Dutzende Plays, bei denen Jackson mit der Chance auf den großen Run einen Checkdown-Pass anbrachte – jenen Checkdown, der auch in der NFL so oft ein Retter in der Not sein wird.

Jackson ist also ein phänomenaler Läufer und hat einen rattenscharfen Arm. Er hat gelernt zu werfen, bevor der Wide Receiver offen steht (Häkchen in der Rubrik „Antizipation“) und gilt als exzellenter Werfer in enge Fenster über die Spielfeldmitte.

Die Schwächen, an denen es bei ihm zu arbeiten gilt, sind die allgemeine Konstanz und Präzision bei Würfen an die Seitenlinie, sein manchmal etwas statisch & saftlos wirkender Armbewegung, die hie und da einen Ball verhungern lässt sowie sein nicht immer souveränes Standing in der Pocket. Zu schnell knickt Jackson im Angesicht von Druck noch immer ein, wird hektisch und bringt die Pässe wenn nicht vogelwild, dann zumindest nicht optimal, raus (es gibt Ausnahmen).

Ersteres Problem, seine nicht permanent perfekte Wurfgenauigkeit (wie Allen unter 60% Completion-Rate), ist Philosophie-Frage: Die einen sehen darin ein typisches „mobile-QB“ Problem. Andere, wie Trent Dilfer, glauben, dass es am unsauberen Setzen des letzten Schritts liegt – ein Problem, das sich per Coaching austreiben lässt.

Zusammenfassend

Fünf Top-Prospects, mit der Option bei Leuten wie Mason Rudolph (Oklahoma State), Luke Falk (Washington State) oder Kyle Lauletta (Richmond) auf einen weiteren späten 1st Round-Pick oder eine Einberufung am zweiten Tag des Drafts.

Bleiben wir aber bei den Big-Five. Also:

  • Rosen = komplettester Werfer, aber ohne den Mega-Arm, Verletzungsrisiko, lässt sich den Mund nicht verbieten
  • Darnold = präziser Werfer auf Mitteldistanzen, Gunslinger galore, aber unsauberer Werfer mit schlechter Beinarbeit und Fumble-Risiko
  • Mayfield = reifster QB, sehr guter Werfer, aber Fragezeichen hinsichtlich der Strukur seiner College-Offense und etwas kurz geraten
  • Allen = Monster-Wurfarm und prototypischer Körperbau, aber extrem unpräzise, stagnierende Entwicklung und wechselhaft in seiner Entscheidung
  • Jackson = Super-Athlet mit tollem Arm, aber in der Pocket-Präsenz zu entwickeln

Über die wesentlichen Schwächen jedes Einzelnen hat vor Wochen auch schon der Ringer geschrieben.

Hier noch der Reminder: Der Mann mit den meisten Plays aus der Pocket war Rosen mit 91%, vor Mayfield 81%, Darnold mit 80% und Allen mit 76%. Jackson hatte deutlich weniger, weil er die meisten Rushing-Attempts hatte (deren 232 bei 430 Pässen).

Ein richtiges Kaliber à la Andrew Luck der Carson Wentz gibt es in diesem Draft vermutlich nicht. Gemessen an den bisher gemachten Erfahrungen würde ich von Allen die Finger lassen – er müsste schon ein gewaltiger tendency breaker sein, wenn er zu einem NFL-Erfolg wird.

Die beiden besten Prospects scheinen mir Rosen und Lamar Jackson zu sein. Rosen, weil er ein komplettes Paket bietet und die aktuell geäußerten Bedenken ob seiner Tweets und Gedanken sich als völlig übertrieben herausstellen werden. Und Jackson, weil er die jüngste Chance darstellt, die Quarterback-Position zu revolutionieren.

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10 Kommentare zu “Die Quarterbacks im NFL Draft 2018

  1. Wer wäre nach deinem Wissensstand der lern-fähigste um ihn 1-2 Saison lang als Backup aufbauend nicht direkt ins kalte Wasser zu werfen?…und dafür als Top Stamm-QB zu fungieren? Welches Team würde dies in Betracht ziehen wollen?
    – und bei welchen Teams müsste solch ein First-Rounder direkt in die kommende Saison den Job als Starter übernehmen?

    Danke @korsakoff zu deiner informativen Vorschau auf allen Positionen.

  2. Wie „lern-fähig“ ein Spieler ist, hängt nicht nur vom Spieler ab, sondern auch von der Idee, die der Trainerstab mit dem Spieler verfolgt. Keiner der Top-5 Prospects wirft „reif“, aber das waren in Vergangenheit viele Prospects auch nicht – und wurden trotzdem, teils erfolgreich, schon in der ersten Saisonhälfte ins kalte Wasser geworfen. Insofern eine nicht zu beantwortende Frage.

    Wo sofort Spieler ins kalte Wasser geworfen werden? Cleveland und die Giants haben relativ stabile Starting-QBs, Arizona hat Bradford geholt. Am ehesten Buffalo, wenn sie denn einen QB holen.

  3. Pingback: Vor dem NFL-Draft 2018 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  4. Danke, Selbst spekuliere ich auf die New York Jets mit ihrem QB Draftpick als ersten Starter noch in der kommenden Saison, am ehesten mit Baker Mayfield oder Sam Darnold.
    Eigenartiger Weise blicke auch ich mit Josh Rosen einfach nicht durch und werde nicht schlauer ob seiner zukünftigen Rolle.
    Verrückt oder nicht, aber als Nachfolger von New Englands Tom Brady wäre ich bei ihm dabei.

  5. Ich denke bei den Jets wirds drauf ankommen, wie fit McCown und Teddy sind.
    Ich hoffe auf Mayfield, würde mich aber auch über Rosen oder Darnold freuen. Allen muss es nicht sein und Jackson wird wohl stand heute nicht so früh gezogen.

  6. zu den QBs
    Ich kann mir vorstellen, dass 3 oder 4 vpn den genannten 5 Top QBs in einigen Jahren noch gute Starter sind, wenn sie in solide Franchises kommen.
    Hinter Allen mache ich die Fragezeichen.

    Mindestens genauso wichtig wie das „Rohmaterial“ (das was der QB mitbring) ist dann für seine Entwicklung, die Umgebung in der er landet.

    Ich behaupte ein Wentz wäre in Cleveland deutlich weniger erfolgreich gewesen als in PHI.
    Welch gutes Umfeld in PHI vorhanden war, sieht man auch , dass ein Backup Foles eingebaut werden konnte und plötzlich ebenso sensationell ablieferte.

    Auch Goff wurde in Ruhe aufgebaut.

    Bei meinen Browns in den letzten Jahren.
    Ein aktueller Katastropentrainer namens Hue Jackson.
    Ein ungeduldiger und unerfahrener Owner der ebenso unfähnige GMs wie Farmer anheuerte und seriöse Leute wie Sashi Breown wieder feuerte.
    Ein Umfeld welches die Red flags die ein Manziel mit sich brachte übersah und einen fristrounder und viel Zeit und Nerven und Gelduld hier opfern musste.

    Wenigstens ist jetzt der GM neu in Cleveland, absolut unverständlich, dass man hier nicht Dorsey auch gleich seinen HC anheuern liess.
    Für die nächste Saison ist Hue Jackson ( 1-31) von Anfang an unter Druck Erfolg zu haben, während vielleicht an anderer Stelle eher doch noch Geduld angesagt wäre.
    Gerade wenn man einen QB holt, dem es gut tun würde ein Jahr zu sitzen um dann in eine OFF zu kommen, die systematisch stark aufgebaut wurde ( OL, RRunning Game, Starke Tes, angepasstes Playcalling) .

    Neu auch in CLE Ex PIT OC Haley. Ich habe die Befürchtung, dass sie in Allen physisch den nächsten Big Ben sehen und deshalb Mister Präzission Schrotflinte holen.
    Dann sprech ich auch Dorsey das Vertrauen ab.

    Mit Mayfield oder Darnold könnte ich leben.

    Zu Rosen und Concussion:
    Gefühlt hat fast jeder Browns QB der letzten Jahre sich eine heftige Concussion eingefangen.
    ColtMcCoym, RGII, Kessler und McCown fallen mir ein. Wahrscheinlich Manziel auch. Kizer ging mal raus in einem Spiel hatte aber wohl „Migräne“.
    Ein grund für mich rosen nciht zu holen, wenn man ihn länger behalten möchte für die Zukunft,

    Ichh hätte gerne noch für die DL Chubb der dann gemeinsam mit #1 pick Myles Garett vom letzten Jahr hoffentlich zukünftig Wirbel machen wird.

  7. @Alexander: Warum würden die Browns mit dem wertvollen „First Overall Pick“ einen Möchtegern-QB holen, der nur 64% seiner Swing(!)-passes anbringt? (da kenne ich mindestens zwei FAs die massive Upgrades wären)
    So blöd kann man gar nicht sein.

  8. @dizzy:
    1. Wie der Hausherr schon schrieb, den no brain er wie P. Manning oder Luck gibt es dieses Jahr nicht, sonst wäre die Wahl auch einfach.
    2. Weiter wir das Management einen QB in Rd 1 anschleppen müssen, wenn sie noch vom gemeinen Fan, der Presse und den QB verliebten Owner gegrillt werden wollen. – Ob es sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

    3. Für mich scheiden Allen und Rosen aus. Rosen weil er es nicht notwendig hat und siehe concussion Hintergrund und QB Concussion Historie in Cleveland.

    Ich bin mehr ein Fan davon zuerst das Team herum aufzubauen (Coachingstaff, OL, knackige DEF, gute TE, Rungame…..).
    Wenn dies etabliert ist, dann findet sich auch leichter ien QB mit dem man Erfolg haben kann,
    Cle ist 1 – 31 die letzten 2 Jahre. Ein Heilsbringer nur in der Figur eines Über QBs wird es auch nicht rausreissen bei den derzeitigen Gegebenheiten.

    Wenn man da einen Rookie ins kalte Wasser schmeisst wo an Unterstützung nicht viel da ist….. Absaufen also möglich.

    Aber egal. Sie werden einen QB in Rd 1 holen.
    Ich hoffe man lässt ihn lange auf der Bank sitzen und gibt ihm Zeit zu lernen bis die anderen genannten Faktoren besser funktionieren.

  9. Dem habe ich absolut nichts hinzuzufügen. Ich hoffe, sie entwickeln ihren Fanchise-QB geduldig und würde es Cleveland gönnen, mal wieder ein wettbewerbsfähiges NFL-team zu haben.

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