NFL-Draft 2018 – Die 1. Runde in der Kurzanalyse

Die erste Runde des Drafts ist geschlagen! Eine erste Analyse.

Ein Draft, an den man sich länger erinnern wird: Fünf Quarterbacks, davon vier in den Top-10. Dazu insgesamt noch einmal acht Draft-Day Trades. Und ein Top-Pick, mit dem im Prinzip niemand gerechnet hatte.

#1 Cleveland Browns – QB Baker Mayfield. Der Draft startet mit einer Überraschung: Mayfield, die „analytische“ QB-Lösung. Der Mann mit den besten Statistiken, nicht der Mann mit dem besten Körperbau.

Also kein „physisch“ starker Quarterback für GM John Dorsey, der erst letztes Jahr den monströs gebauten Patrick Mahomes geholt hatte. Cleveland war die letzten 20 Jahre ein QB-Brachland. Viel Druck also für den QB – und Cleveland holt sich den QB mit den mutmaßlich dicksten Eiern: Mayfield wird sich nicht einschüchtern lassen.

Ein Pick, der nicht unumstritten ist – im Stadion der Cleveland Indians (Baseball) soll es bei der Verkündung Buhrufe gegeben haben und auch bei der Liveschalte zur Draftparty der Browns sprang nicht der ganze Saal vor lauter Freude in die Luft.

Mayfield ist durchaus keine „sichere“ Nummer. Es herrscht keine Einigkeit darüber, ob seine rekordverdächtigen Stats am College mehr seiner Individualstärke oder mehr einem perfekt designten Offense-System zuzuschreiben sind. Aber was sich schon gestern abgezeichnet hatte: Die Browns waren weniger am soliden, aber nirgendwo total herausragenden Sam Darnold interessiert. Die Wahl schien also tatsächlich zwischen Mayfield und Allen gefallen zu sein.

Mit Mayfield trifft nun aber auch ein gewaltiges Ego auf den angeschlagenen Browns-Headcoach Hue Jackson, der auf der Kippe steht und in der Draft-Auswahl keine Rolle gespielt haben soll. Aber nicht vergessen: Dorsey zog den vermeintlich „reifsten“ QB – den, den Jackson am wenigsten entwickeln muss.

#2 New York Giants – Saquon Barkley. Auf die “analytische Lösung” folgt die anti-analytische. New York mit RB Barkley bedeutet auch: New York ohne Chance auf einen Franchise-QB schon in diesem Draft – womit Eli Mannings Zeit im Big Apple noch nicht vorbei sein dürfte. Insofern: Die Giants bekommen den weithin als komplettesten angesehenen Prospect des Drafts – aber auf einer Position mit relativ wenig Korrelation zu Sieg und Erfolg.

Anstelle eines aufregenden QB-Prospects damit ein mittelmäßiger 37-jähriger Eli Manning mit zwei Mega-Skillplayern: Barkley und WR Odell Beckham. Was die Giants und ihr GM Gettleman damit aber auch verbrochen haben: Sie haben dem Stadtrivalen Jets den für viele besten QB auf dem Silbertablett präsentiert. Und: Gettleman missachtete offenbar aktiv alle Trading-Versuche anderer Mannschaften um einen Runningback zu holen.

#3 New York Jets – QB Sam Darnold. Neun Jahre nach Mark Sanchez und nach acht Defense-1st Roundern en suite der nächste Griff nach einem Franchise-QB von USC für die Jets – einem Quarterback, der eher überraschend in den Spot der Browns gefallen ist.

Darnold war für viele der kompletteste Quarterback im Draft, zumindest wenn wir mit berücksichtigen, dass Darnold wesentlich weniger Lärm abseits des Feldes mitbringt als ein Kollege wie Lautsprecher Rosen.

#4 Cleveland Browns – CB Denzel Ward. Kein Trade der Browns, weil Buffalo keine zwei 1st Rounder aufgeben wollte. Und der Pick ist eine Sensation: CB Ward von der nahe gelegenen Ohio State University. Den Pick hatte niemand kommen sehen!

Ward hatte als mindestens 2t-bester Cornerback im Draft gegolten: Etwas klein gewachsen, aber extrem gut einsetzbar. Cleveland geht damit auch „Need“ und verzichtet auf das Draftrecht von DE Bradley Chubb, der ein Monster-Passrush Duo mit Myles Garrett bedeutet hätte.

Vermutlich war das dann auch nie der Plan der Browns. Es riecht nach folgendem Szenario: Man wollte von Beginn an Ward, den man hätte auch „billiger“ draften können, z.B. an #10. Aber man konnte keinen adäquaten Trade einfädeln und akzeptierte somit den „Reach“ an #4.

#5 Denver Broncos – DE Bradley Chubb. Defense für die Broncos! Miller, Shane Ray, Chubb – Denver baut damit wie schon beim Titelgewinn 2015 auf Defense, und versucht, das Fenster der Defense lange genug zu verlängern um evtl. unter dem eher mittelmäßigen QB Keenum noch einen Titel in Angriff zu nehmen.

#6 Indianapolis Colts – OG Quenton Nelson. Der erste wirklich zu 100% erwartete Pick. Offensive Line als einzige logische Antwort auf die schwelenden Protection-Probleme der Colts, deren Franchise-QB Luck derart abgeschossen wurde, dass er 2017 komplett aussetzen musste.

#7 Buffalo Bills – QB Josh Allen. Der gefürchtete Allen für die Bills, die mit den Buccs traden und auf #7 hochspringen. #12 und zwei 2nd-Rounder (#53 und #56) für diesen Pick, aber die Bills sparen ihren zweiten 1st Rounder. Trotzdem: Im FP-Chart zahlte Buffalo 167 Cent auf den Dollar, also einen heftigen Preis.

Und die Bills um GM Beane holen Allen, nicht Rosen! Allen wird irgendwie von fast allen mir bekannten Draftniks verdammt als schreckliches Risiko – Mann mit waffenscheinpflichtigem Wurfarm, aber unpräzise wie eine Schrotflinte. Ein QB, dessen ähnlich gebaute Vorgänger wie Leaf, Boller oder Russell durchwegs Flops waren.

Trotzdem geht er in den Top-10. Das beste Argument, das man für in der windigen Stadt Buffalo aufbringen kann: Dank seines Arms sollten die Bälle nicht vom Winde verweht werden.

Für Josh Rosen natürlich topp: Er erspart sich das eher unattraktive Buffalo.

#8 Chicago Bears – LB Roquan Smith. As expected. Wie bei Nelson auf #6: Jeder hatte den Pick kommen sehen. Roquan im Scheme von DefCoord Vic Fangio – das wird eine der spektakulären Combos in der NFL.

#9 San Francisco 49ers – OT Mike McGlinchey. Überraschender Pick für San Francisco. McGlinchey geht als erster Tackle in einer Zeit, in der gute Offense-Tackle Prospects rar geworden sind. McGlinchey gilt durchaus als nicht unumstritten – manche halten ihn vor allem als Profiteur seines überragenden Nebenmanns am College, Nelson, der an #6 nach Indianapolis gegangen ist.

#10 Arizona Cardinals – QB Josh Rosen. Trade der Cardinals hoch auf #10 um sich die Rechte am rapide fallenden QB Josh Rosen zu sichern. Damit vier Quarterbacks in den Top 10. Rosen hätte ich als besten Quarterback im Draft gesehen, was seine Voraussetzungen am Feld angeht. Nun kommt Rosen in die Provinz von Phoenix, hinein in eine relativ ruhige Medienlandschaft. Ein Gewinn für alle.

Arizona gab #15, #79 und #152 auf um auf #10 hochzuspringen – das sind nur 135 Cent auf den Euro.

Und Rosens Vertrag wird durch seinen relativ „niedrigen“ Spot billiger als die höher gedrafteten QBs.

#11 Miami Dolphins – DB Mincah Fitzpatrick. Für viele war Fitzpatrick der beste Defensive Back im Draft, noch vor Ward. Miami verzichtete auf einen teuren Trade und die Chance auf einen der QBs, was den vor sechs Jahren gedrafteten, aber noch immer nicht richtig angekommenen, Ryan Tannehill freuen dürfte.

#12 Tampa Bay Buccaneers – DT Vita Vea. Ein Defensive Tackle als Ankermann neben dem Mega-Passrusher DT Gerald McCoy – eine Überraschung für alle, denn auch im NFL Network hatte alles mit einem Linebacker oder DB gerechnet. Vea gilt allerdings als klassischer „Nebenmann“, ein selbstloser Kämpe, der dem Superstar McCoy den Weg freiräumt. Bleiben höchstens die Opportunity-Costs: Defensive Backs wie Derwin James waren noch am Tablett.

#13 Washington Redskins – DT Da’Ron Payne. Wieder ein Line-Spieler für Washington, das seit Jahren wie verrückt in die Lines investiert und seine angeblichen Lücken im Defensive Backfield ignoriert. Payne gilt vom Spielertyp als Gegenteil von Vea: Mehr Techniker, bullig mit viel Kraft, aber kein Bolzen, den du schon qua Gewicht nicht aus dem Weg schieben kannst.

#14 New Orleans Saints – DE Marcus Davenport. Ein sensationeller Trade der Saints nach oben, und ein sensationeller Spieler. Spätestens als klar war, welchen Preis New Orleans zahlen würde (zwei 1st Rounder, davon einen in 2019 – rund 187% des Werts des 14ten Picks), glaubte alles schon an die Aufregung: Saints holen sich ihren QB der Zukunft für die Zeit nach Brees: Lamar Jackson. Aber dann blieb es doch „nur“ der Passrusher Davenport, ein zu schleifender Rohdiamant.

Der Pick ist Definition von “all in”. Saints opfern ihre Zukunft um die letzten Jahre von QB Brees auszunutzen und vielleicht noch einen Superbowl mitzunehmen… Wie viele Teams gehen heuer eigentlich “all in”? Rams, Eagles, vielleicht Vikings, nun auch Saints – die NFC wird ein Tollhaus.

#15 Oakland Raiders – OT Kolton Miller. Offense Liner für Buffalo, aber einer, dem man gewaltige technische Mängel nachsagt. Und Opportunity Cost: Kein Defense-Pick mit Leuten wie Derwin James oder Harold Landry noch am Tablett.

Die Raiders sorgen ein paar Minuten später auch für Aufregung, als sie den #75 Pick für den drogenabhängigen WR Martavis Bryant nach Pittsburgh schickten:

#16 Buffalo Bills – LB Tremaine Edmunds. Wieder Trade der Bills nach oben, diesmal hoch von #22 auf #16 mit den Ravens – diesmal ein recht ausgeglichener Trade: 118% des Draftwerts abgegeben.

Edmunds galt als gefährlichster Linebacker neben Roquan Smith, ein Playmaker wie er im Bilderbuche steht – und erst 19 Jahre alt. Buffalos Zukunft nach zwei aggressiven Trades wird nun also um LB Edmunds und QB Allen gebaut.

#17 Los Angeles Chargers – DB Derwin James. Ein cooler Pick: James in der Defense von DefCoord Gus Bradley! Die Einberufung von James wird im Alleingang dafür sorgen, dass die Chargers gute Draftnoten bekommen – obwohl sie im Prinzip nichts anderes als die “einzig logische” Wahl getroffen haben.

#18 Green Bay Packers – CB Jaire Alexander. Wieder Trade der Packers, diesmal nach oben mit den Seahawks: #27, #76 und #186 für #18 und #248. Ein eher teurer Trade mit 135 Cent auf den Dollar, gemessen daran, dass man „nur“ einen Cornerback zog. Alexander ist aber immerhin ein gewaltiger „Need-Pick“ und einer, den Green Bay vermutlich auch mit seinem originalen Pick auf #14 gemacht hätte.

Für Seattle top: Sie bekommen damit Picks in den mittleren Runden – jenen Runden, von denen GM Schneider im Vorfeld so geschwärmt hatte, obwohl Seattle just dort kein Draftkapital mehr zur Verfügung hatte. Noch nicht, wie sich nun herausstellte.

#19 Dallas Cowboys – LB Leighton Vander Esch. Ähnlich wie #6 Colts und #8 Bears: Jeder hatte genau diesen Pick so in seinen Mock-Draft stehen gehabt. Fraglich ist allerdings die Tatsache, dass Dallas mit Sean Lee, Jaylen Smith (2nd Rounder vor zwei Jahren) und nun Vander Esch so viele Ressourcen in die Linebacker-Position steckt – jene Position, auf der man heute durchschnittlich nur noch zwei Spieler zugleich am Feld hat.

#20 Detroit Lions – C Frank Ragnow. Kein Harold Landry für die Lions – dafür ein 1st Rounder für den bis dato komplett unbekannten Arkansas-Center Frank Ragnow! Frank Ragnow, das klingt eher wie ein Automodell, das in den 1950er über die Fließbänder von Detroit auf den Markt gespült wurde als ein Footballspieler!

Die Opportunitätskosten der verpassten Picks in der Defense mal ausgeklammert: Investition in die Offensive Line schadet nie. Und wenn man sich anschaut, dass Detroit nicht bloß die meisten Sacks seit Jahren aufgab, sondern komplett eindimensional in der Offense unterwegs war (Bottom-5 Laufspiel), macht die Investition auf Center plötzlich Sinn. Der Lions-OL wird damit aber auch zu einer der teuersten in der Liga: LT Decker war 1st Rounder, LG Glasgow, C Ragnow nun ebenso 1st Rounder, RG Lang einer der 5 teuersten Guards, RT Wagner ein teurer Free Agent Einkauf letztes Jahr.

Und wenn wir schon beim Schönreden des Picks sind: Der neue Lions-HC Patricia stand in New England nie für einen Bewunderer der Defensive Line. Er baut seine Abwehr eher „von hinten nach vorn“, und nachdem Alexander und James vom Tablett waren, gab es keinen würdigen Secondary-Prospect mehr an #20.

#21 Cincinnati Bengals – C Billy Price. Der nächste Center. Price hatte im Vorfeld als bester Center im Draft und möglicher 1st Rounder gegolten. Macht Sinn für Cincinnati insofern, weil QB Dalton nicht sicher in der Pocket-Navigation ist und es insbesondere hasst, wenn Druck über die Mitte kommt.

#22 Tennessee Titans – LB Rashaan Evans. Trade nach oben auch für die Titans, die an New England vorbeispringen um sich die Dienste von Rashaan Evans zu sichern.

#23 New England Patriots – OT Isaiah Wynn. Kein Lamar Jackson für New England auf #23, auch kein Lokalmatador Harold Landry (Belichick baut ähnlich wie Patricia nicht auf Defense Line, sondern zuerst auf Backfield) – dafür Protection für Brady in Form vom Georgia-OL Wynn, der nun wohl als linker Tackle auflaufen wird. Dort hat man in der Free Agency Nate Solder an die Giants verloren. Anders ausgedrückt: New England betreibt Verlängerung des Titelfensters, anstelle vorausschauend für die Zukunft zu planen.

#24 Carolina Panthers – WR D.J. Moore. Ein interessanter Pick: Moore geht vor dem weithin als besser angesehenen Calvin Ridley. Die Position macht in Carolina jedoch auf alle Fälle Sinn, galt die Panthers-Offense doch als zu extrem auf QB Cam Newton zugeschnitten. Moore punktet vor allem mit Geschwindigkeit, wie gemacht für die tieferen Passrouten der Panther-Offense.

#25 Baltimore Ravens – TE Hayden Hurst. Im vermutlich letzten Draft liefert Ozzie Newsome noch einmal einen Klassiker: Erst Trade-Down von #16 auf #25, dann zieht er einen Tight End. Mehr Ozzie geht nicht.

#26 Atlanta Falcons – WR Calvin Ridley. Ein D’oh! Pick. Atlanta irgnoriert seine drängenden Nöte in der Defensive Line und im Pass Rush und geht mit WR Ridley, der in eine Offense stößt, die mit Julio Jones, Mo Sanu und Tyler Gabriel durchaus bereits einige WR-Talente hatte (und so BTW keinen gescheiten Tight End hatte).

Auf der anderen Seite: Das war schon immer Dimitroff-Strategie: Seine Stärken extrem maximieren und hoffen, dass man diese so knallhart ausspielen kann, dass die Schwächen damit kaschiert werden. Im Fall der Falcons: Noch mehr Feuerpower für eine brutal talentierte Offense, die so viele Punkte machen soll, dass die Defense wieder hopp-oder-topp spielen kann und mit dem Vorsprung im Rücken auf Turnover-Jagd gehen kann.

#27 Seattle Seahawks – RB Rashaad Penny. Interessanter Pick der Seahawks, die nicht Offense Line gehen, sondern sich einen Runningback ziehen. Die Seahakws-Twitterline würde aber eher weniger sagen „interessant“ als am liebsten die ganze Bude abfackeln.

#28 Pittsburgh Steelers – S Terrell Edmunds. Von einem wackeligen, aber auf eigenen Beinen gehenden Ryan Shazier angesagt: Safety Terrell Edmunds, der Bruder von LB Tremaine, der auf #16 nach Buffalo ging. Macht Sinn.

#29 Jacksonville Jaguars – DT Taven Bryan. Zur Abwechslung mal wieder ein Defensive Liner für Jacksonville, dass Tackles hortet als hinge davon das Überleben der Menschheit ab. Bryen gibt den Jags eine weitere Passrush-Option.

Die Kosten sind klar: Man verzichtet auf den Playmaker Lamar Jackson und geht mit QB Bortles in die Zukunft.

#30 Minnesota Vikings – CB Mike Hughes. Was Defensive Tackles für die Jaguars ist, sind Cornerbacks für die Minnesota Vikings.

#31 New England Patriots – RB Sony Michel. Ein Runningback für die Patriots – ein eher ungewöhnlicher Pick. Ich glaube, die Patriots haben zum letzten Mal 2006 einen 1st Rounder in einen RB investiert (Marouney) und zum letzten Mal 2011 mehr Draftkapital (Vereen & Ridley).

#32 Baltimore Ravens – QB Lamar Jackson. Finally – dann doch noch der fünfte Quarterback vom Tablett: Lamar Jackson. Die Ravens traden dafür zurück in die 1te Runde, was Sinn macht, wenn man an die Chance der „5th-Year Tag“ denkt – ein relativ billiges 5tes Vertragsjahr und viel Hebel in den Vertragsverhandlungen.

Die Einberufung von Jackson ist auch ein deutliches Warnsignal an Joe Flacco, dessen Vertrag nach Ablauf der Saison 2018 keinerlei Dead-Money mehr beinhaltet. Flacco kann also in Bälde gefeuert werden – und der Nachfolger stünde dann schon bereit. Jackson kann sich nun mit RG3 um den Backup-Spot in der Ravens-Offense duellieren – und: Er hat mit Marty Mornhinweg einen OffCoord, der zwar in den letzten Jahren oft kritisiert wurde, unter dem der Jackson-Klon Michael Vick 2010 aber sein bestes Karriererjahr hatte.

Ozzie Newsome sieht damit aus wie einer der Gewinner der 1ten Runde: Zwei Trades nach unten und trotzdem den Top-TE und ein kosten-kontrolliertes 5tes Option-Jahr für den Quarterback bekommen.

Und damit endet die erste Runde, wie sie begonnen hat: Mit einem Heisman-Trophy Gewinner.

Zusammenfassend

Die 32 Spieler sind dann doch überraschend schön zwischen Offense und Defense aufgeteilt:

  • 5 QBs, 3 RB, 2 WR, 1 TE, 3 OT, 1 OG und 2 Center = macht 17 Mal Offense.
  • 3 DT, 2 DE, 4 LB, 4 CB, 2 Safety = macht 15 Mal Defense.

Einige bekannte Prospects sind wie jedes Jahr in die zweite Runde gefallen. Der im Vorfeld am höchsten eingestufte ist Passrusher Harold Landry von Boston College, der vermutlich irgendwann mal ohne unser aller Wissen zur Hymne niedergekniet ist.

14 Kommentare zu “NFL-Draft 2018 – Die 1. Runde in der Kurzanalyse

  1. Zunächst einmal danke, korsakoff, für deine Gedanken zum Draft. Ich weiß nicht ob es deine etwas distanziertere oder analytischere Art ist, aber deine Artikel in den letzten Tagen waren deutlich angenehmer und vor allem logischer zu lesen als fast alles was man aus den USA aufschnappen konnte/musste.

    Bzgl. des ersten Tag des Drafts gab es doch einige Überraschungen. Ich werde die Denke von manchen Verantwortlichen in der NFL wohl nie ganz verstehen. Ein RB an #2 für die Giants macht aus meiner Sicht eigentlich nur dann Sinn, wenn man glaubt dadurch zum Contender in der nächsten Saison zu werden. Das dürfte bei den Giants aktuell allerdings schwierig werden. Ähnliches bei den Seahawks, welche mMn einen kleinen Umbruch managen müssen und dann in der ersten Runde einen RB ziehen, obwohl Needs auf einigen Positionen vorhanden wären.
    Dass die Bills Allen nehmen war für mich ebenso überraschend, da Rosen noch verfügbar war. Ich habe nach dem Pick ein bisschen die Bills Foren durchstöbert und Allen stieß dort auf ähnlich heftige Abneigung wie bei den Browns Fans (Dort war die mehr oder weniger einstimmige Meinung: „Man wäre eigentlich mit jedem der fünf QB prospects zufrieden, außer mit Allen“). Interessant, dass GMs und Coaches anscheinend anders denken und reine physical tools anscheinend enorm Eindruck auf selbige schinden.
    Bei den Lions sollte man sich zudem fragen, ob ein produktiver Center nicht vllt. auch etwas später zur Verfügung gestanden wäre

    Interessant im positiven Sinne fand ich die Picks der Jags und der Vickings. Beide Teams bauen weiter auf ihre stärken aus der letzten Saison ud verbessern diese Bereiche sogar noch ein Stück.

    Verlierer des Abends war für mich persönlich allerdings die Übertragung des Events. Nachdem der NFL Gamepass bei mir einmal mehr nicht auf dem Fire TV Stick funktionierte, musste ich gezwungenermaßen den Draft auf Pro7MAXX sehen. Ich bin nun wirklich keiner der tief in die Thematik des scoutings einsteigt. Alles was ich mache sind Blogeinträge wie hier auf sidelinereporter, Browns-Fansites, ein bisschen PFF und die sonst üblichen NFL News Seiten zu durchstöbern. Dennoch hatte ich das gefühl mich besser über die Needs der Teams und der Prospects auszukennen als die „Experten“, welche da bei ran im Studio saßen. Das war einfach alles so unglaublich oberflächlich und von standartphrasen, bzw. allgemeinplatitüden geprägt, dass es für mich als Fan keinerlei Mehrwert darstellte. Ich habe heute Nacht die NFL Network Crew wirklich vermisst.

    Sorry, dass er Komentar so lange geworden ist, aber der letzte Absatz musste einfach raus

  2. Draft lebt von Platitüden und Phrasen. Genauso wie ranNFL (trotz Fachkompetenz die ich zweien der Kommentatoren auf keinen Fall will). War also eigentlich zu erwarten.

  3. Hab nach dem ersten Pick auch ran ausgemacht. Fand den Live Kommentar von DerDraft bei YouTube super.

  4. Da waren schon einige Dinge dabei, die ich so nicht erwartet hätte.

    Und ich hatte ja nicht wirklich die Hoffnung, dass die „Prophezeiung“ von korsakoff (Lamar Jackson zu den Patriots) eintreten könnte, sondern dass spätestens bei den Cardinals alle QBs von Interesse (Darnold, Mayfield, Rosen, Jackson, Allen) weg sind.

    Als ich dann heute morgen die Picks nachgelesen habe, hat mich neben dem günstigen Preis des Uptrades von Arizona für Rosen (nicht Jackson oder Allen) vor allem die Picks von den Patriots überrachst. Nicht nur war Jackson bei beiden Picks noch zu haben, vor allem werde ich aber auch mit den stattdessen getätigten Picks nicht wirklich warm.

    Wenn Interior Offensive Line ein Need gewesen wäre, hätte ich Wynn sofort verstanden. Aber das Need der Patriots besteht ja vornehmlich auf Tackle und allen Auguren nach wird Wynn als undersized für (Left) Tackle bezeichnet und eher als Guard gesehen.

    Und ja, Dion Lewis ist weg. Aber gefühlt war RB in den letzten Jahren bei den Patriots immer wieder mit verschiedenen Leuten (Lewis, Blount, White, Burkhead) aus späteren Runden gut besetzt. Und jetzt einen First Round Pick für einen RB? Da bin ich doch sehr skeptisch, ob das wirklich diesen Value bringt. Und Michel war ja gerade auch was Verletzungen angeht nicht über jeden Zweifel erhaben.

    Oder habe ich mich da in meiner Hoffnung einfach zu sehr auf Jackson versteift und mir kann diese Picks jetzt jemand schön reden.

  5. Jackson zu Baltimore finde ich persönlich auch furchtbar. Der mit Abstand aufregendste Spieler zu dem Team, welches ich absolut gar nicht leiden kann.
    Auch wenn es für Belichicksche Verhältnisse untypisch wäre einen QB in der ersten Runde zu draften, hätte ich Lamar Jackson wirklich gerne bei den Patriots gesehen… oder auch bei den Jaguars.
    Ich frage mich auch, ob nicht Harold Landry oder Josh Jackson an 31 den größeren value für New England gehabt hätte als jetzt ein RB (auch wenn Michel ein toller Spieler ist).

  6. Same here: Dass die Patriots an 31 keinen Top-QB ziehen, sondern einen RB, ist für die die Überraschung der ersten Runde. Selbst wenn sie Jackson nicht brauchen, wird er eines Tages bedeutend mehr Trade-rücklauf bringen als ein RB. Beispiel: Garoppolo.
    Wollen sie ernsthaft Brian Hoyer starten, wenn Brady mal einen üblen Blindside-hit kassiert? Ich hätte von einem Analytiker wie Belichik erwartet, dass er die Gefahr dieses Szenarios erkennt. Aber vielleicht will man Brady nicht verunsichern? (wobei ein Rookie Tom Brady nicht verunsichert. Ich verstehs nicht.)

  7. Die QB Picks sind alle spannend.

    Mayfield – nicht meine #1, aber CLE ist ein toughes Pflaster für jeden QB, schlechte Franchise und lange Jahre des Elends. Ein Jerk wie Mayfield könnte da charakterlich genau der Richtige sein um in diesem toxischen Umfeld mit einem Lame Duck Coach zu bestehen. Wird spannend, wie Hue versucht B-May zu torpedieren und Baker zurückschlägt um nicht zu sagen zurückgreift 😉

    Darnold – New York ist die Hölle für jeden Sportler im Rampenlicht, besonders für einen QB. Die Medien sezieren diese QB und insofern kann ich verstehen, daß die Jets nicht Rosen gezogen haben, dem ich das Mind Set nicht zugetraut hätte in dieser Landschaft zu bestehen. obwohl ich ihn für intelligent halte. Darnold scheint mir hier schwerer zu beeindrucken, insofern ein guter Pick der Jets auch wenn ich sportlich Rosen für besser gehalten hätte.

    Allen – Kein Fan des Picks. Allen ist unzweifelhaft ein Wurftalent, aber er ist in erster Linie Potenzial. Ich denke nicht, dass er es schafft. Hätte ihn als 3rd Rounder gesehen. Allen ist grottenschlecht vs Blitz und QB-Pressure, hat keine Ahnung, wie man das Chaos in einer NFL Offense liest und die Reads durchgeht.
    Interessant, daß es immer wieder die gleichen Franchises sind, die die selben Fehler machen. Wie konnten die Bills mit all ihrer Geschichte ein halbwegs funktionierendes Team auseinander reißen, Watkins, Darby und Co verschicken und nun die vielen Draftpicks verschwenden um Uptrades für einen reinen QB-Project zu finanzieren?

    Rosen – Der beste Top 10 QB Pick. Nicht nur, weil Rosen der beste QB ist, sondern auch wie dankenswerter weise schon oben angemerkt, auch ruhiges Umfeld. Das wird Rosen gut tun. Rosen kann relativ in Ruhe arbeiten und sich entwickeln, während sich in der NFC West fürs erste alles auf SF, SEA und LAR konzentriert und im Rookie Race die anderen QBs fernost auseinander genommen werden.

    Lamar Jackson – mein Lieblings Pick. Als Ravens-Fan würde ich durchdrehen vor Freude. Ein Jahr Flacco Langeweile noch, dann wird Lamar auf die NFL losgelassen.. vielleicht nichtmal mehr ein Jahr! Egal ob und wie schnell Lamar den Durchbruch schafft: Es wird auf alle Fälle spannend sein anzusehen. Da möchte man fast zum Ravens-Fan werden…

  8. Ich denke nicht das Belichik noch für die Zukunft New Englands draftet, deshalb macht ein QB für ihn keinen Sinn. Er wird Brady solange reiten wie es noch geht, und dann ist für beide Schluss.

    Ein bisschen frisches Blut für die Oline und vielleicht endlich mal ein entlastendes Laufspiel für Brady, mehr war kurzfristig nicht zu stopfen. In der Divison, gegen zwei Rookies und die Tannehill/Osweiler Kombo sollte das wieder zum Titel reichen.

    Wie viele Spiele kann man Lamar Jackson geben bis zur IR? Da kann man sich als Ravens Fan ja schon auf die nächsten QB Drafts freuen 😉

  9. Super Analyse, wie gewohnt von dir!
    Bei den Saints exakt beschrieben was ihre Hoffnung ist. Ich war sehr verwundert über den Pick von Marcus Davenport und die investierten Picks sind für einen DE eigentlich wirklich zuviel.
    Ich vertraue jetzt einfach mal auf das Mastermind Jeff Ireland und das sie mit ihm den nächsten DeMarcus Ware gedrafted haben. Er ist Verletzungsfrei, extrem athletisch, absolut charakterstark und scheint einen guten Humor zu haben…
    NFL teams like to try to throw prospects off their games with weird questions during combine interviews. One team asked Davenport what kind of fruit he would like to be. Davenport didn’t flinch.
    „I said an apple,“ he reveals.
    So why would Davenport want to be an apple?
    „Hey, an apple a day keeps the doctor away. I have to be healthy.“

    Ein sehr lesenswertes Portrait von Mike Tanier, dies hilft den Pick nachzuvollziehen:
    http://bleacherreport.com/articles/2764898-whats-wrong-with-nfl-draft-prospect-marcus-davenport-is-the-wrong-question

  10. Danke an dern Hausherren für das überragende Blog hier !

    Zu Eli Te und dem Thema Selbsvertrauen der QBs.
    Ich habe es genau anders gelesen: Darnold knickt leicht ein beim Thema Selbstvertrauen, während Rosen und auch Mayfield platzen vom Glauben an sich selbst.

    Wird im herbst auch ein Thema sein zu beobachten, wie Darnold die ersten Picks wegstecken wird ( falls er schon spielen sollte, es sind ja genügend andere Starter noch da) .

    Cleveland: Ich weiss es nicht: Ausgestattet im Winter mit Massen an free cap space und jede Menge picks in den ersten Runden:
    Ich bin noch nicht bereit zu rufen: Juhu, der Turnaround ist geschafft.
    Was an NFL Spielern kam und nun gedraftet wurde, ich kann es noch nicht greifen, aber ich hätte mir einiges besser gewünscht.
    Es ist nun kein Bust dabei, aber ich hätte gern das Gefühl einer sicheren deutlicheren Verstärkung.
    Klar sollten sie besser aussehen als letztes Jahr, aber um wieviel besser…..
    Man wird sehen und ich bin gern der erste der dann auf den Dorsey Bandwaggon springt.
    alexander

  11. Anfangs dachte ich „Mayfield, oh Gott!“, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich überzeugt dass er vom Typ die beste Chance hat sich in toxic Clevelant durchzubeißen weil er sich nicht einschüchtern lässt von dem undurchsichtigen Gestrüpp zwischen Fans, Owner, Medien und HUE.

    Ein RB in Runde 2 ist Verschwendung, aber sonst bin ich guter Dinge, dass diese Offseason Fortschritte gebracht hat. Auch der letztens so kritisierte WR Corp ist mit Landry und wenn nicht gesperrt Gordon nächstes Jahr besser aufgestellt und Mayfield kann hinter Tyrod Taylor ein paar Wochen einlernen ehe er ins lauwarme Wasser geschmissen wird.

  12. Mike Freeman schreibt: „The bottom line with the Browns is the reason they are, well, the Browns, is they blow key opportunities like this one. Teams cannot waste top picks and still survive as a franchise.“
    Jetzt überlege ich, was er wohl mit „survive as a franchise“ meint. Gibt es irgendwelche Anzeichen, dass die Zeit der „Cleveland Browns“ in absehbarer Zeit zuende sein könnte?

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