Notre Dame Fighting Irish 2018 Preview

Die Notre Dame University genießt in der Welt des College Football eine ganz besondere Stellung. Sie ist die große Katholiken-Universität in den USA und galt als solche über viele Jahrzehnte nicht bloß als Vorreiterin im landesweiten Recruiting, sondern auch als meistgehasste Mannschaft der NCAA-Sportwelt.

Schließlich wusste das mächtige Notre Dame aus South Bend in Indiana die großen Zeitungen aus der US-Medienhauptstadt New York hinter sich – und jene Medien kürten Notre Dame nicht bloß einmal zu einem zweifelhaften Landesmeister. Doch Notre Dame ist nicht nur eine der unbeliebtesten Unis – sie ist auch eine der beliebtesten, die mitunter die meisten Fans in die Stadien und vor die Fernseher bringt.

Sie ist neben Michigan und Alabama – vielleicht sogar vor Michigan und Alabama – die Footballuniversität mit der größten Strahlkraft. Dem ständigen Hype um die Fighting Irish tat auch die zunehmende sportliche Mittelmäßigkeit keinen Abbruch: Den letzten Titel holte man 1988.

Doch in den letzten Jahren setzte unter Head Coach Brian Kelly eine Kurskorrektur ein: Notre Dame ist unter Kelly nicht beständig hochklassig, aber es gibt mehr Lichtblicke als unter allen Vorgängern seit den 1980er Jahren: Mehrere BCS-Bowls, 2012 das National Championship Game – und letzte Saison beendete man immerhin mit 10-3 Bilanz und exzellenten Advanced-Stats auf Platz 11 des AP-Rankings.

Für Kelly war 2017 ein notwendiger Befreiungsschlag, nachdem man 2016 mit der für Notre Dame verheerenden Bilanz von 4-8 abgeschlossen hatte (1-7 Bilanz in engen Spielen). Trotzdem fühlte sich das 10-3 am Ende sogar wie eine leichte Enttäuschung an, denn Notre Dame hatte noch zu Saisonmitte Ende Oktober wie ein realistischer Playoff-Contender ausgesehen:

  • Gegen Georgia nur mit einem Punkt verloren
  • Boston College, Michigan State, USC und NC State im Schnitt mit 43-16 überfahren
  • 7-1 Bilanz an Halloween

Doch dann kam doch noch der Einbruch. Auswärtsspiele bei den Miami Hurricanes und Stanford Cardinal gingen klar verloren und der Playoff-Traum war ausgeträumt. Nach der Saison verließen zudem einige wesentliche Leistungsträger die Offense: RB Josh Adams (über 1500 Yards und 9 TD), OG Quenton Nelson und OT Mike McGlinchey (beide Top-10 Draftpicks!) und WR Equanimeous St. Brown wechselten in die NFL. Jetzt kommt der Umbau.

Defense

Den wird Kelly ohne DefCoord Mike Elko angehen, der von Texas A&M abgeworben wurde. Elko hatte die Notre-Dame Defense auf Top-10 Niveau hochgecoacht – der heimliche Star der letzten Saison. Elkos Nachfolger wird mit Clark Lea eine hausinterne Lösung (Lea war bislang LB-Coach) – und Lea hat eine der erfahrensten Defenses im Lande bei Hand:

  • 6/8 der Defensive Line kehren zurück
  • 4/6 der Linebacker
  • Alle Defensive Backs

Vor allem in der Secondary sollte diese Defense auch in der anstehenden Saison wieder erstklassig sein. Die größten Fragen konzentrieren sich auf den Punch in der Defensive Line: Die Stuff-Rate von 51% war nur mittelmäßig. Dennoch ist eine weitere Top-10 Saison für die Defense nicht ausgeschlossen.

Offense

2017 Stats

Siege                10-3
AP final              #11
Pass-Off     5.8 NY/A #97
Run-Off      6.9 YPA   #3
Pass-Def     5.6 NY/A #28
Run-Def      4.5 YPA  #37

2018 Outlook

Preseason FPI          #6
Schedule FPI          #20
Conference Odds       N/A
National Title Odds  40:1

Die Frage ist eher, wohin die Reise für die Offense geht. Mit Nelson und McGlinchey sind die beiden besten Blocker in der Offense Line weg und auch wenn drei Starter verbleiben, werden wohl beide Tackle-Positionen von Grünschnäbeln besetzt werden. Dazu ist der Kader relativ dünn auf Runningback und Wide Receiver besetzt – und QB Brandon Wimbush ist bei allen Lorbeeren kein Werfer, um den herum man ein hochprozentiges Passspiel aufziehen kann: Wimbush hatte zwar nur 6 INTs, aber auch nur 49% Completion-Rate. Er ist mit über 850 Rushing-Yards ein vernünftiger Scrambler, aber mit recht neuem Receiving-Corp sollte man von ihm keine Wunderdinge erwarten.

Das realistischste Szenario ist wieder eine lauflastige Offense mit viel Tempo zwischen den Snaps. RB Dexter Williams und RB Tony Jones sind keine schlechten Optionen, aber beide waren in der Vergangenheit häufig verletzt. Sie sind in der Lage, vereinzelte Carries effizient das Feld runterzutragen, aber sie sind keine Bestien, denen man 30x/Spiel die Kugel in die Hand drücken möchte.

Eine mögliche Lösung des Problems: Wimbushs Mobilität stärker in Szene setzen um seinen eher unpräzisen Wurfarm zu kaschieren und die Runningbacks zu entlasten.

Schedule

Notre Dame hat keinen Monster-Schedule à la FSU oder Michigan zu bewältigen, aber es sind doch einige Kniffe dabei. Glück für die Fighting Irish: Drei der vier schwersten Gegner dürfen sie zuhause bespielen:

  • Woche 1 vs Michigan (FPI #11)
  • Woche 5 vs Stanford (FPI #13)
  • Woche 6 @Virginia Tech (FPI #22)
  • Woche 11 vs Florida State (FPI #18)
  • Woche 13 @USC (FPI #17)

Notre Dame ist in den Wettbüros aktuell in allen Spielen favorisiert – und bei einem Team, dessen Tiefe nicht mit den granz Großen SEC-Bolzen mithalten kann, muss man es als Glück betrachten, wenn nicht nur 3/4 der schwersten Gegner nach South Bend kommen, sondern auch 3/5 der schwierigen Spiele noch in der frühen Saisonphase kommen.

Eine 9-3 oder 10-2 Saison ist nicht auszuschließen, wenn die Offense ihren Groove findet und die Defense mit einem Jahr Erfahrung noch stärker zu sich findet. Im absoluten Idealfall kann es für Notre Dame sogar hochgehen auf 11-1 – und dann kommt beim Ruf dieser Uni und dem durchaus achtbaren Schedule schnell der Ruf nach Playoffs

2 Kommentare zu “Notre Dame Fighting Irish 2018 Preview

  1. Pingback: College Football 2018 – Opening Weekend Preview | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  2. Pingback: College Football 2018 vor dem November | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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