Ein Mack für die Bears

Big-Move in der NFL: Die Oakland Raiders haben heute ihren Star-DE Khalil Mack nach monatelangem Hickhack zu den Chicago Bears getradet.

Der Trade sieht wie folgt aus: Die Raiders erhalten den 1st Rounder der Bears 2019 und 2020 sowie im Draft 2020 den 3rd Rounder und 2019 den 3rd Rounder der Bears. Die Bears dagegen bekommen Mack, den 2nd Rounder von 2020 der Raiders sowie den 5th Rounder im 2020 Draft.

Es ist selten, dass in der NFL Spieler für gleich zwei 1st-Rounder getradet werden. Der letzte Move dieser Güteklasse war QB Jay Cutler, der vor neun Jahren von Denver nach Chicago kam.

Der Mack-Move hat eine ähnliche Tragweite: Nicht bloß ist Mack seit seiner Draft-Einberufung 2014 einer der fünf, sechs besten NFL-Verteidiger (3x Pro Bowl, #3 in der DROY-Wahl 2014, Defensive-MVP der NFL 2016, zweitmeiste Sacks von 2015-2017). Er war auch der einzige Raiders-Passrusher von Format und verstärkt nun eine Bears-Defense, deren einziges personelles Fragezeichen der Passrush war.

Mack war mit der neuen Raiders-Führung unter Jon Gruden seit Februar im Vertragsstreit gelegen. Er spielt 2018 unter der „5th-Year Tag“ und wollte einen Monster-Vertrag der Güteklasse Aaron Donald. Oakland, der vor kurzem seinen mittelmäßigen QB Derek Carr zum damals bestbezahlten QB der NFL gemacht hatte, verzichtete. Lässt Mack nun tatsächlich ziehen und staubt zwei 1st Rounder ab.

Zwei Punkte, die die Bears in diesem Move teuer zu stehen kommen könnten:

  • Mack wird einen Vertrag in der Region um 22 Mio/Jahr bekommen und somit viel Cap-Space fressen
  • Man hat erstmal keinen 1st Rounder für 2019 und 2020 Sollte QB Trubisky also floppen, sind den Bears die Hände vorerst gebunden, was Offense-Entwicklung angeht.

Doch gerade unter diesem letzten Gesichtspunkt ist das kleine Detail des „2nd Rounders 2020“ für Chicago so wichtig: GM Ryan Pace verhandelte in diesen Move den Pick hinein, der Chicago zwei 2nd Rounder 2020 gibt – und damit einen etwaigen Trade zurück in die 1te Runde ermöglicht.

Was die Raiders teuer zu stehen kommt: Mack war nicht nur sportlich eine Granate, sondern galt darüber hinaus als wichtiger Führungsspieler, der sich nie etwas zuschulden kommen ließ, was seine Person abseits des Feldes anging. Das Signal, das Gruden mit dem Move an seine Mannschaft schickt: Wer performt und sich benimmt, muss trotzdem zu einem anderen Team wechseln um adäquat bezahlt zu werden.

5 Kommentare zu “Ein Mack für die Bears

  1. Jetzt ist er auch offiziell der höchstbezahlte Verteidiger der NFL

    Ich finde die Entscheidungsfindung bei den Raiders/Gruden sehr interessant, er scheint die Narrenfreiheit, die ihm sein Zehnjahresvertrag in den ersten Jahren zusichert, komplett ausnutzen zu wollen und darauf zu setzen, dass er etwas besseres draften kann, als das was er im Moment hat/hatte. Die Picks und reichlich Capspace für seinen Rebuild zu haben ist die eine Sache, daraus brauchbare Spieler zu machen ist die andere und genau daran wird es aus meiner Sicht bei Gruden scheitern, gerade nachdem er seinen GM in den letzten Wochen ziemlich öffentlich entmachtet hat.

  2. Sagen wir so zwei fast sichere top 10 picks sind echt ein guter Deal. Daher alles richtig gemacht Team Gruden.

  3. Ob das zwei top 10 Pucks sind wird sich zeigen… würde ich mich nicht darauf verlassen müssen.
    Grundsätzlich ist der Erfolg von 1st round Pucks auch immer so eine Sache- da müssen keine top Spieler bei rumkommen und du wettest darauf das du einen Mack ersetzen kannst – mutig.

    Noch ein Gedanke: Gruden zeigt damit eigentlich an, die nächste Saison verschenken zu wollen, und erst in 3 Jahren anzugreifen. Statt jetzt den topspieler zu halten sind in der Zukunft zwei hoffentlich gute Spieler mehr unter rookievertrag

  4. Wenn man sich die zumeist missratenen First-Round Picks der Raiders aus den letzten 10 Jahren anschaut, dann muss sich Gruden schon eine Menge selber zutrauen, es besser zu machen. In der Tat scheint Gruden eher langfristig zu planen, bei seinem 10-Jahres Vertrag kein Wunder. Aber diese Entscheidung kann schon die ganze kommende Saison in die Tonne treten: Gruden traut seinem Team offensichtlich wenig zu, ein wichtiger und beliebter Spieler fehlt und der GM wird nach und nach enteiert. Wenn dann längere Zeit die Erfolge ausbleiben, dann wird auch Gruden die 10 Jahre nicht überstehen.

  5. Paar Gedanken dazu:

    – Das sind keine sicheren Top 10-Picks für Oakland. In der NFC North ist Chicago jetzt ein Kandidat für die Division-Krone. Green Bay ist voll und ganz abhängig von Aaron Rodgers, der in den letzten Jahren doch eher fragil war. Detroit hat einen neuen HC – da kann es gut und gerne erst einmal nach unten gehen. Und Minnesota hat einen neuen QB. Das Rennen ist offen und die Bears sind dazu zu zählen. Ausnahme: Trubisky floppt komplett.

    – First-Round Picks sind wertvoll, haben aber auch nur so um die 50 % „Trefferrate“. Dass der Neuaufbau über den Draft kein sicheres Ding ist sieht man an den Teams, die das die letzten Jahre probiert haben:

    + Der RGIII-Trade hat weder Washington vernichtet noch St. Louis an die Spitze gebracht – und das sogar obwohl RGIII kolossal geflopped ist. (Umgekehrt erlangten die Rams erst jetzt wieder durch die Kombination aus super Coaching-Staff und dem Wegtraden eigener Draft Picks wirklich Relevanz)
    + Der Julio Jones-Trade hat Atlanta wohl erst in SB-Nähe gebracht und Cleveland nicht aus dem Keller befördert.
    + Der Carson Wentz-Trade war für Philadelphia letztlich der Büchsenöffner zum SB-Erfolg, was Cleveland draus gemacht hat/machen wird ist noch nicht zu sagen.

    – Ich würde nicht sagen, dass das bei Oakland jetzt nach „Saison in die Tonne werfen“ aussieht. Ist halt eine Seite aus dem klassischen Belichick-Playbook. Wenn man bedenkt, wie sich Oakland mit einem Mega-Vertrag für Mack zusammen mit dem eh-schon-Mega-Vertrag für Derek Carr für die nächsten Jahre finanziell angebunden hätte, kann man die Entscheidung schon verstehen. Vor allem auch deshalb, weil weder Carr noch Mack Spieler sind, die Gruden gedraftet hat und er sie – schätze ich mal – auch nicht sonderlich gut kennen wird.

    – Solange Carr liefert, bleibt Oakland trotzdem relevant.

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