Furchtlose NFL-Vorschau 2018/19 | Die Titelfavoriten

Abschluss der großen Furchtlosen NFL-Vorschau auf die Saison 2018/19 heute mit dem Paket der acht Mannschaften mit der besten Chance auf das Erreichen von Superbowl XLIII im Februar in Atlanta.

Es sind nicht die acht besten Mannschaften – die Minnesota Vikings gehörten dazu. Doch wie wahrscheinlich ist ein Durchmarsch der Vikings als sechstbestes Team ihrer Tablea-Hälfte? In diesem Jahr zeigt sich die Schieflage der NFL-Conferences ganz deutlich: Während die halbe National Football Conference zur Superbowl-Jagd rüstet, lachen sich die AFC-Granden angesichts der banalen Konkurrenz ganz tief ins Fäustchen.

New England und Pittsburgh müssen keine Angst haben vor dem, was sich ihnen in der AFC in den Weg stellt. Doch es gibt ein Team mit dem Waffenarsenal, die Dominanz des Spitzenduos zu brechen.

#8 Houston Texans

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 4%
Titelchance nach FPI: 2%
Tipp: Platz 1 in der AFC South

Dieses Team ist gleichzeitig der beste Verkaufsschlager des NFL-Mantras from worst to first: In einem Jahr vom letzten Platz der Division zum Staffelsieger. Fast jedes Jahr gelingt einem Team dieser Coup. Zuletzt waren es die Philadelphia Eagles, deren Lauf vor einem Jahr bekanntlich erst mit der Siegerparade endete. Auch jene Eagles waren bei mir vor einem Jahr an #8 gerankt.

Die Rede ist natürlich von den Houston Texans. Sie nicht die kompletteste Mannschaft, sind aber die Wundertüte mit der höchsten Explosionsgefahr. In der letzten Saison stürzten die Texans auf 4-12 Siege ab und mussten anschließend auf ihren ersten und zweiten Draftpick verzichten (aufgegeben 2017 um QB Deshaun Watson zu draften und QB Brock Osweiler loszuwerden). Das sind wertvolle Ressourcen, mit denen sie einige Löcher im Kader hätten stopfen können. Und trotzdem gehören sie zu den Mannschaften mit der größten Titelchance. Die Gründe liegen auf der Hand.

Kein Team abseits Cleveland Browns hat größeres Potenzial, seine Sieg/Niederlagen Bilanz der letzten Saison mit Siebenmeilensteifeln zu verbessern ohne auch nur ein Jota an zusätzlicher Leistung zuzulegen: Houston war ein 4-12 Team mit der Performance einer Mannschaft, die nach Pythagorean im Schnitt hätte 5.5 Siege feiern sollen. Das trotz einer Turnover-Bilanz von -12 und trotz des meisten Pechs aller 32 Mannschaften in Special Teams (-17 Punkte „Hidden Factor“).

Houston gehörte 2017 zu den Mannschaften mit dem meisten Verletzungspech: Die 3t-meist verletzte Offense und die 6t-meist verletzte Defense. Superstar DE J.J. Watt verpasste mehr als 11 Spiele, ebenso viele wie Passrusher-Kollege Whitney Mercilus. QB Deshaun Watson, die größte Entdeckung der letzten Saison, lief nur siebenmal auf und hinterließ hernach das Feld dem unsäglichen Tom Savage.

Sie alle kehren in dieser Saison in die Mannschaft zurück. Mit Watson auf QB waren die Houston Texans die drittbeste Offense der NFL. Ohne Watson waren sie das Schlusslicht der Liga. Obwohl Watson hinter einer verheerenden Offensive Line auflaufen musste, die über in über 40% der Snaps QB-Pressure aufgab (Schlusslicht der Liga), kassierte Watson nur einen Sack pro 12 Snaps.

Er war mit 7.1 NY/A, 19 TD und 8 Interceptions der Spaß-QB der Liga für jene sieben Spiele, für die er uns beehrte. Seine Verbindung mit WR Hopkins wäre die beste der NFL gewesen, hätte sie die ganze Saison gehalten: 60% Success-Rate für Hopkins bei 16yds/Catch.

Mit relativ kleiner „Sample Size“ von nur sieben Einsätzen ist Watson längst keine sichere Tüte, in der NFL zu bestehen. Doch es spricht einiges dafür, dass es für Watson keinen Einbruch geben wird. Zum einen wurde die Offensive Line verstärkt: C/G Fulton aus Kansas City, OG Kelemente aus New Orleans, OT Henderson aus Buffalo und OT Rankins im Draft. Die Line der Texans wird keine der besten sein, doch dass sie ihre Katastrophen-Performance wiederholt, ist angesichts besserer Tiefe unwahrscheinlich.

Zum anderen bewies Headcoach Bill O’Brien, dass er sein Playbook öffnen kann, wenn der richtige Quarterback aufläuft. Die Offense wird 2018 sowohl um- als auch ausgebaut werden, was zusätzliche Elemente bringt. Für Watson ist das ideal: Er hat für einen Jungspund erstaunlich Pocket-Präsenz und ist ein exzellenter Play-Action und Option-Passer. Und das WR-Trio Hopkins / Fuller / Ellington genügt durchaus höheren NFL-Ansprüchen.

Die Defense, im letzten Jahr nach dem Ausfall etlicher Leistungsträger nur an #29 klassiert, ist eine der besten Wetten auf massive Verbesserung. Zum einen kehren Watt und Mercilus zurück – und selbst wenn Watt nach zwei season endings injuries en suite nicht mehr die Klasse alter Tage nachweisen sollte, so bringt dieses Duo doch schmerzlich vermisste Passrushing-Präsenz an der Gegenflanke des DE-Brockens Jadeveon Clowney. Keine Chance, dass Houston noch einmal im unteren Drittel der NFL nach Sacks klassiert liegt.

Die zuletzt kaputte Secondary wurde mit FS Tyrann Mathieu (aus Arizona) und CB Aaron Colvin (aus Jacksonville) verstärkt. So hat DefCoord Crennel ein Jahr nach kaputtem Defensive Backfield mit eindimensionalem Passrush nun plötzlich ein Manndecker-Trio aus Johnson/Joseph und Colvin.

Sicher ist: In der NFC wären die Texans kein wirklicher Superbowl-Anwärter. Doch Houston spielt in der AFC – der Conference, in der die Konkurrenz auf „Level 2“ (Pittsburgh und New England sind etwas entrückt) mit Jacksonville, Los Angeles oder Baltimore deutliche Schwächen in kritischen Bereichen (Passspiel, Play-Calling) durchschleifen muss. Den Texans muss natürlich vieles aufgehen – doch dank fantastischer Individualisten, verbesserter Tiefe und dem einfachsten Spielplan in der NFL ist Houston am ehesten zuzutrauen, die „Big Two“ in der AFC zu knacken.

#7 New Orleans Saints

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 11%
Titelchance nach FPI: 6%
Tipp: Platz 2 in der NFC South, Wildcard

Die New Orleans Saints sind ein notorisch schwierig zu prognostizierendes Team. Ihre Offense ist als Stammgast in den Top-5 ein Hochglanzprodukt, was stets für mindestens sieben Siege reicht – doch nur wenn ihre Defense auf zumindest anständigem Niveau, NFL-Mittelmaß oder besser, performt, haben die Saints reelle Titelchancen.

Die Defense war 2009 gut genug um die Offense zu komplementieren. Es reichte zum Superbowl-Sieg. Sie war 2013 NFL-reif. Man scheiterte eher knapp im Viertelfinale beim späteren Titelgewinner. Und sie war 2017 als #11 der NFL recht stark – auch hier flog New Orleans nur knapp im Viertelfinale raus.

Das Problem mit der Saints-Defense: Sofort nach jedem Aufflackern kam stets der Hänger. Man redete sich jahrelang ein, „es wird schon werden“ – doch erst als man den Glauben schon wieder verloren hatte, war sie plötzlich wieder da. 2017 reichten eine starke Draftklasse und eine Leistungsexplosion von DE Cameron Jordan zum MVP-Kandidaten um QB Drew Brees und seine Offense zu einer famosen 11-5 Saison zu komplementieren.

Trotz 4-Spiele Sperre gegen RB Ingram, trotz zu erwartender Regression beim sensationellen RB Alvin Kamara und trotz Brees‘ Alter (der Mann ist 39): Die Offense ist nicht das Problem. Obwohl Brees schon letztes Jahr kürzere Pässe warf, war er noch einer der effizienteste Quarterbacks und die Saints in Top-3 nach Lauf und Pass klassiert. Für 2018 sollte eine gesündere Offensive Line helfen (2017: 16 Spiele Regular Season, 16 verschiedene Startformationen). Wenn es nicht erneut Top-5 wird, so sollte es zumindest Top-10 für diese Offense werden.

Größere Zweifel nährt die Defense. Sie ist zwar jung und man könnte bei Stars wie CB Marshon Lattimore oder DT Sheldon Rankins weitere Leistungsverbesserung erwarten – aber wir sprechen noch immer von einer Defense, die sich innerhalb eines Jahres von #31 auf #11 verbesserte. Nach solchen gewaltigen Sprüngen folgt zu häufig die Tendenz einer Regression, als dass man von einer weiterhin nahezu „dominanten“ Defense ausgehen könnte.

Von den Neuzugängen ist noch nicht allzu viel erwarten: Der mit viel Kapital geholte Rookie-DE Marcus Davenport gilt als zu ungeschliffen für eine Starter-Rolle und der in der Free Agency geholte Slot-CB Patrick Robinson ist nach seinem Breakout-Jahr 2017 einer jener Kandidaten, die für eine Enttäuschung prädestiniert sind.

Dazu kommt ein brutaler Schedule: Die Saints-Defense hat im Schnitt die 3t-schwersten Offenses zu bespielen. Den Spielplan der kompletten Mannschaft schätzt Warren Sharp als 6t-schwersten der Liga ein – wesentlich härter als jenen des Divisionsrivalen Atlanta.

Mit normaler Defense sollte das reichen um als Wildcard in die Playoffs zu schlüpfen. Doch für einen noch größeren Mitfavoritenstatus brauchen die Saints in den Playoffs Heimvorteil. Den gibt es nur mit dominanter Regular Season und Divisionssieg. Das sehe ich ob der genannten Zweifel nicht.

#6 Pittsburgh Steelers

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 24%
Titelchance nach FPI: 14%
Tipp: Platz 1 in der AFC North

Auf vielen Footballseiten und in den Wettbüros sind die Pittsburgh Steelers das Team mit der zweitbesten Superbowl-Chance, und es gibt in der Tat einiges, das für die Qualität der Steelers spricht:

  • Da wären die „Triplets“ in der Offense, QB Roethlisberger, WR Antonio Brown und RB LeVeon Bell, zusammen das beste Offensiv-Trio, das die NFL zu bieten hat. Die Pass-Offense fährt seit Jahren über 7 NY/A ein und Bells Rushing ist trotz extrem hoher Carry-Zahlen mit 41% Success-Rate über dem Durchschnitt.
  • Der Lauf in den letzten Jahren: Neben New England sind die Steelers die einzige Mannschaft mit jeweils 10 oder mehr Siegen in den letzten vier Jahren.
  • Offensive und Defensive Line: Trotz Roethlisbergers Scrambling lassen die Steelers kaum noch Sacks zu (4% Sack-Quote ist die niedrigste der Liga), wohingegen die Defensive-Front mit 9.8% Sack-Quote die höchste der NFL einfährt. „Blitzburgh“ ist zwar nicht mehr in, aber DefCoord Keith Butler kreiert mit seiner Unit Druck auf die Quarterbacks.
  • Die Konkurrenz in der AFC: New England – und sonst?

Doch auch wenn die Steelers die Favoriten auf den Gewinn der AFC North sind, so gibt es dennoch Zweifel an der „Top-End“ Qualität dieser Mannschaft.

Da wäre zum einen der Abgang des Querkopfs Todd Haley als Offensive Coordinator. Haleys Play-Calling war nicht immer verständlich (z.B. nur 33% des Laufspiels kam aus 12-Personnel, trotz weit über 50% Success-Rate). Doch Haleys Nachfolger Randy Fichtner, bislang QB-Coach, ist ein Ja-Sager, der im Gegensatz zum streitbaren Haley keine produktiven Spannungen mit Roethlisberger eingehen wird.

Auch ist der Kader nicht so komplett wie man denken würde. Im WR-Corp mit Brown, Smith-Schuster, Switzer und Rookie James Washington ist Schuster mit 1,85 der Hüne im Bunde; viele Jump-Bälle wird diese Offense nicht gewinnen. Mit Martavius Bryant wurde der einzige physische Receiver von Format verkauft (1,93m Mann Justin Hunter tingelt seit Jahren erfolglos durch die Liga). Dazu riskiert man Übernutzung von RB LeVeon Bell, dessen permanente Verletzungsprobleme in Dezember und Jänner die Steelers mehr als eine Post-Season gekostet haben. Wenn Bell überhaupt nach langem Vertragsstreik in fittem Zustand in die Saison geht.

Die Defense hat guten Flanken-Rush mit „little J.J.“ DE T.J. Watt und DE Bud Dupree, hervorragende Defensive Tackles in Heyward und Tuitt und ein durchaus starkes CB-Duo in Haden/Burns, aber ernsthafte Fragezeichen auf Linebacker (Schreckgespenst Jon Bostic könnte starten) und Safety, wo mit Terrell Edmunds ein Rookie auflaufen dürfte. Vor allem der schwer verletzte LB Shazier fehlte den Steelers bereits gegen Ende der letzten Saison, als Pittsburghs Defense einbrach und im Viertelfinale von QB Blake Bortles (sic!) vorgeführt wurde.

Das reichte 2017 zu 13 Saisonsiegen – eine Bilanz auf wackeligen Füßen: Der Pythagorean von nur 10.6 Siegen war nahezu identisch mit jenem des Divisionsrivalen Baltimore (10.5 Pythagorean) – dass Pittsburgh dennoch gleich vier Spiele vor den Ravens lag, kann man in erster Linie den beiden Siegen in direkten Duellen sowie einer schwer zu haltenden 8-2 Bilanz in One-Score Games zuschreiben.

Die Steelers genießen in der Regular Season Heimrecht gegen New England, was in eventuellem Rennen um den Top-Seed der AFC von Vorteil ist. Doch sie haben den schwierigeren Schedule (19t-schwerster für PIT, 2t-einfachster für NE), die größeren Fragezeichen in Offense (Tiefe) und Defense (Back-Seven) und der größere Regressionspotenzial bei Verletzungen (2017 die #4 nach AGL).

Und: Obwohl die Steelers in Mike Tomlin einen hervorragenden, leider oft unterschätzten Head Coach besitzen – von den Patriots wurden sie vor allem in entscheidenden Spielen zu häufig nicht bloß besiegt, sondern an die Wand gespielt. Der AFC-Weg in die Superbowl führt dann doch eher über Foxboro.

#5 Green Bay Packers

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 12%
Titelchance nach FPI: 6%
Tipp: Platz 1 in der NFC North

Wer dieses Blog schon länger liest, der weiß, wer den Green Bay Packers ihren Stammplatz unter den Titelfavoriten garantiert: QB Aaron Rodgers, der neuerdings teuerste Spieler der Liga. Dabei sei dem Leser an dieser Stelle durchaus die eine Gefahr bewusst gemacht, die Scott Kacsmar von Football-Outsiders vor ein paar Wochen publik gemacht hat:

Das macht uns bewusst, dass die Packers-Offense von 2018 durchaus in erster Linie von ihrem über die Jahre bis 2014 erarbeiteten Ruf lebt – dem Ruf jener Jahre, in denen Rodgers das Quarterback-Spiel auf einen neuen, zuvor nicht gesehenen Level hieven konnte. Seither ist die ganze Geschichte zäher als man glauben möchte. 2017 verpasste Rodgers die halbe Saison mit seinem zweiten Schlüsselbeinbruch.

Um dem Trend der letzten Jahre entgegenzuwirken, griff der neue Packers-GM Brian Gutekunst in der Offseason zu neuen Mitteln und holte mit Jimmy Graham und Marcedes Lewis gleich zwei neue Tight Ends – der fangstarke Graham ist eine potente RedZone-Waffe, Lewis eher ein blockstarker Mann für bessere Protection. Vor allem Graham kann den Abgang des Rodgers-Lieblings Jordy Nelson mehr als abfangen – vor allem in der Redzone.

Laufspiel ist bei den Packers selten ein großes Thema, aber vor allem aus 11-Personnel gehört es zu den effizientesten der Liga (52% Success-Rate). Nicht zufällig ziehen die Packers auch den Großteil ihres Passspiels aus 11-Personnel mit 3 WR und 1 TE auf – und zwingen den Gegner damit in viele Nickel- und Dime-Pakete, gegen die sich einfach laufen lässt.

Play-Design ist bei den Packers auch selten das Problem: Es ist unter Head Coach Mike McCarthy brillant auf die Talente des Quarterbacks zugeschnitten. McCarthy hat seine Schwächen viel mehr im Play-Calling: Zu wenig Mut in offensichtlichen 4th-Down Situationen, zu viel Passspiel in offensichtlichen Lauf-Situationen (z.B. nur 57% Run-Rate in kurzen 2nd Downs), zu niedrige Pass-Rate in 1st Down und 2nd & 7.

Dass sich McCarthy auf seine alten Tage grundsätzlich noch einmal ändert, ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlich dagegen ist eine eindeutig verbesserte Offensive Line, vor allem dank der Rückkehr der beiden 2017 verletzten Offensive Tackles LT Bakthiari (spielte nur 72% der Snaps) und RT Bulaga (nur 22% der Snaps). Der Schutz für Rodgers wird besser als in den letzten Jahren sein – und so ist mit WR Adams, WR Cobb, TE Graham, besserer Protection und der Rückkehr von OffCoord Joe Philbin zumindest in Anflügen eine Rückkehr zu alter Glorie für Rodgers erwartbar.

Rodgers allein sorgt für das Erreichen eines gewissen Niveaus. Wie weit es nach oben gehen kann, wird nicht unwesentlich von der Entwicklung der Defense abhängen, die zahlreiche positive Signale sendet:

  • Neuer Defensive Coordinator in Mike Pettine, der den überholten Dom Capers ersetzt. Pettins letztes Defenses in New York und Buffalo gehörten zu den aggressivsten und besten der NFL.
  • Neuer Ankermann in der Defensive Line in Muhammad Wilkerson (zuletzt Jets) als Komplementär zum Defensive-Interior Duo Daniels / Clark.
  • Neues CB-Pärchen Jaire Alexander/Josh Jackson aus dem Draft (1te und 2te Runde), sowie ein neuer CB-Routinier in Rückkehrer Tramon Williams und ein erstmals fitter CB Kevin King (2nd Roudner 2017).

Zu erwarten ist eine äußerst stabile Run-Defense um die Defensive Tackles sowie den griffsicheren LB Martinez gepaart mit einer massiv verbesserten Pass-Defense: Die Secondary ist jung, aber tief besetzt. Der Pass Rush hat in den OLBs Matthews/Perry starke Individualisten und dank Pettines „zone exchanges“ auch das entsprechende Scheme für deutlich bessere Werte als die letztjährigen 6.8 NY/A gegen den Pass.

So stehen die Chancen recht gut, dass Rodgers die beste Defense-Unterstützung seit vielen Jahren bekommt. Gepaart mit dem 8t-leichtesten Schedule der Liga – ein wesentlich einfacherer Spielplan als die Divisionskonkurrenz in Minnesota (12t-schwerster), Chicago (16t-schwerster) und Detroit (7t-schwerster) gehen die Packers als NFC-North Favorit in die Saison.

Doch „Playoffs“ ist nach Jahren der Enttäuschungen nicht das Ziel im hohen Norden der USA. Die Packers lechzen nach der Superbowl. Dorthin zu gelangen, muss man alle Stellhebel nutzen: Rodgers braucht die Form von 2014. Die Defense muss zumindest über Durchschnitt performen. Und Mike McCarthy muss im Winter die dicken Hosen anziehen. Ansonsten drohen kalte Füße.

#4 Los Angeles Rams

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 12%
Titelchance nach FPI: 6%
Tipp: Platz 1 in der NFC West

Vor einem Jahr waren die Los Angeles Rams einer meiner Sleeper – doch zur Prognose der mit Pauken und Trompeten eingefahrene Playoffqualifikation im Debütjahr von Head Coach Sean McVay hatte ich mich nicht getraut. Zu hoch war das Risiko, als Depp entlarvt zu werden. Doch so klar die Anzeichen für einen großen Sprung nach vorne waren, so tief war auch die Latte in der Offense gelegen.

Jetzt erkaufen sich die Rams mit monströser Einkaufstour das Potenzial eines echten Contenders. „All in“ à la Rams geht jedoch nicht nur auf Kosten der Zukunft, sondern birgt auch kurzfristiges Frust-Potenzial: Dann nämlich, wenn es nicht reicht. Denn alles unterhalb der Vince Lombardi Trophy ist für dieses Team eine Enttäuschung – und es gibt durchaus Signale, die gegen einen Favoritenstatus der Rams sprechen.

Doch zuerst die guten Nachrichten.

McVay ist einer jener modernen Head Coaches, die es verstehen, eine Defense nicht bloß zu lesen, sondern ihr den Stempel aufzudrücken. Er gehört zu den Coaches mit dem besten Verständnis für Offensiv-Scheming – und sein markantestes Merkmal ist schon jetzt legendär:

  1. No Huddle Sturm zur Anspiellinie
  2. Warten und Lesen
  3. 15 sek vor Snap das Einsagen der Audible-Calls für QB Jared Goff.

Verlängerter Arm ist out. Wo ein Peyton Manning sein eigener Coach am Feld war, ist der Top-Pick 2016, Goff, der fremdgesteuerte Joystick des Coaches am Feld.

McVay rettete damit Goffs noch junge Karriere. Als Rookie hatte der QB der Rams noch auf einem Level unterhalb der schlimmsten Befürchtungen operiert (3.6 NY/A waren katastrophal). 2017 folgte der Sprung ins Mittelfeld, und das Ende der Fahnenstange ist wohl noch nicht erreicht: So stehen die Wetten nicht schlecht, dass Goff seine 3.5% INT-Quote verbessern kann.

Goff ist ein extremes Beispiel, was Coaching aus einem Spieler machen kann. Beispiele gefällig? Kaum eine Offense wirft häufig im 1st Down (53%, #5 der Liga) – die Folge sind kürzere 2nd und 3rd Downs. Und kaum ein Team läuft häufiger im 2nd&short (76% Run-Quote). Kaum ein Team wirft häufiger im 2nd & 10 (71%).

Was auch hilft: Starke Skill-Players. In WR Sammy Watkins verliert Goff einen seiner besten Receiver, doch es gibt gute Argumente dafür, dass er mit WR Brandin Cooks (kam für einen 1st Rounder von den Patriots) einen noch besseren neu bekommt. Cooks, WR Robert Woods und Slot-WR Cooper Kupp formen gemeinsam mit dem MVP-würdigen RB Todd Gurley ein faszinierendes 11-Personnel, das McVay so häufig spielt und über das er satte 89% seiner Pass-Plays jagt.

Die Neuerungen in der Defense sind bekannt: DT Ndamukong Suh stößt als Free Agent in eine Line mit Defensive-MVP DT Aaron Donald und dem zum Backup degradierten DT Michael Brockers. Bessere interior-Rush hat keine NFL-Mannschaft. Und „hinten“ tauscht man den die abgegebenen CB Trumaine Johnson und Kayvon Webster durch die eingekauften CBs Talib (aus Denver) und Marcus Peters (ex Kansas City).

Und: DefCoord Wade Phillips‘ Defense mag 2017 noch gar nicht ihr ganzes Potenzial abgerufen haben (sie war #13 overall und #20 nach Sack-Quote).

Doch Vorsicht: So viel Glitzer überstrahlt nur allzu gern die warnenden Signale. Und damit kommen wir zum Schild, das zu Vorsicht mahnt.

Zum einen tendieren Mannschaften mit solchem Leistungssprung wie jenem der Rams zu natürlicher Regression. Zum anderen ist man bedenklich dünn im Edge-Rush und auf Linebacker besetzt – sowohl was die Starter als auch, was die Backups angeht.

Und dann muss man beachten, dass Los Angeles nicht immer das schier unfassbare Verletzungsglück der letzten beiden Jahre haben wird (2016 und 2017 war man jeweils die #1 der AGL).

So verpasste die Offense nur 3.6 Starts – allein 2.7 davon kamen durch Watkins. Die Offensive Line hatte einen einzigen verpassten Start wegen einer Verletzung – mit Abstand der Bestwert der Liga. Runningback: #1. Tight End: #2. O-Line. #1. Defense Line: #1. Die Frage muss gestellt sein: Was passiert, wenn die Rams beginnen, auf Starter verzichten zu müssen?

Und weiter: Wie viele Jetons würdest du wetten, dass Gurley seinen MVP-Level halten kann, wenn die O-Line gezwungenermaßen an Stabilität verliert? Wie fit ist Donald nach Monaten Vertragsstreit? Was geschieht, wenn Talib zu alt ist und Peters die Interceptions ausgehen?

Es sind dann doch ein paar Fragen zu viel um die Rams trotz einer Latte an Stars und großartigem Head Coach zum absoluten Topfavoriten der NFL zu küren. Daher reicht es nur zur #4.

#3 New England Patriots

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 32%
Titelchance nach FPI: 18%
Tipp: Platz 1 in der AFC East

Die New England Patriots sind in den Wettbüros und auf den meisten Webseiten die höchst gehandelte Mannschaft – was niemanden wundert, solange Head Coach Bill Belichick und QB Tom Brady trotz interner Zwistigkeiten den Laden schmeißen. Doch der noch letztes Jahr so klare Favoritenstatus hat Kratzer bekommen – fast so viele wie die unzähligen Löcher der Defense im verlorenen Endspiel gegen die Eagles.

New England 2018 ist wie ein alter König, dessen Thron Risse zeigt. Die Aura der unerreichbaren Giganten ist am Verschwinden. Und dennoch blasen die Patriots zum letzten Halali und sind der sicherste Tipp der AFC.

Der wichtigste Move: Man konnte OffCoord Josh McDaniels auf den letzten Drücker halten. McDaniels formt im Tandem mit Brady die wandelbarste Offense der NFL, mit dem eindrucksvollen TE Gronkowski im Mittelpunkt.

Es spielt nur eine kleine Rolle, dass die WRs Cooks und Amendola abgegeben wurden, dass RB Dion Lewis in jetzt Tennessee spielt, dass 1st-Round OT Isaiah Wynn seine Rookie-Saison auf IR versauert und WR Edelman das erste Saisonviertel auf der Dopingliste gesperrt ist. Nur Gronkowski ist ein physisches Wunder. New England war seinen Gegners zuallererst immer mental voraus.

Natürlich: Wide Receiver ist mit Hogan, Dorsett, Darboh und Patterson zum Start der Saison ein Fragezeichen. Die Offense wird mit Sicherheit anders aussehen als die sehr deep-ball lastige Ausgabe 2017. Doch dafür gibt es mit den RBs Michel (1te Runde Draft), James White, Burkhead und Hill ein Quartett, das jede Defense vor neue Probleme stellt: Die erste Offense, die ihr Passspiel über Tight Ends und Runningbacks aufzieht – in Zeiten, in denen Zillionen Cornerbacks durch den Draftäther gejagt werden, ist ein Schelm, wer Böses über Belichicks Strategie denkt.

Die Kehrseite der Medaille ist die Defense. 2017 gestartet als Lachnummer mit ungeahnten Coverage-Breakdowns und geendet überfahren von der Eagles-Offense. Dazwischen war es teilweise okay. Doch „okay“ wird 2018 nicht reichen. Mit neuem DefCoord Brian Flores und nur wenigen personellen Veränderungen geht es in die neue Saison:

  • DT Shelton und DE Clayborn (über 40 QB-Pressures) bringen Physis in die Front
  • LB Hightower kehrt der wichtigste Linebacker von IR zurück.
  • CB Jason McCourty und Rookie-CB Dawson ersetzen den enteierten CB Malcolm Butler

Die wichtigste Frage in New England aber betrifft nicht die Investition in die Defense, sondern den einen Mann: QB Tom Brady. Brady ist amtierender NFL-MVP und frisch zurück von seinem mutmaßlich besten Spiel (Superbowl 2018 wurde nicht wegen Brady verloren: 515 Yards, 3 TD).

Doch Brady Brady als 41-jähriger in die Saison. Die NFL hat keine Geschichte an erfolgreichen 41-jährigen Quarterbacks. Brady mag der Beste von allen sein und der härteste Arbeiter und überhaupt ein Übermensch – doch auch er wird irgendwann gegen Gevatter Zeit das Nachsehen haben.

Die Gretchenfrage für Brady und die Patriots lautet also: Wie hältst du’s mit dem Alter? Du bist der Beste, doch hältst du nicht, bist du nur noch ein Verwalter.

Ohne Evidenz eines Brady-Kollaps ist es schwer, das beste Coaching der Liga und den 2t-einfachsten Schedule auszublenden. Keine Mannschaft ist besser aufgestellt, die notwendigen Siege für den Top-Seed der AFC zu holen. Und dann führt der AFC-Weg nach Atlanta über Foxboro.

Dort droht ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Gegen die einen sprangen die Patriots vor zwei Jahren gerade noch von der Schippe. Gegen die anderen war es dann vorbei mit der Herrlichkeit.

#2 Atlanta Falcons

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 8%
Titelchance nach FPI: 4%
Tipp: Platz 1 in der NFC South

Über die Probleme der Atlanta Falcons 2017 wurde oft geschrieben – bei aller Kritik an OffCoord Sarkisian und allen klaren Verbesserungspotenzialen halte ich die verbreitete Panik für deutlich verfrüht. Dan Quinns Falcons sind nicht ohne Lücken, und sie haben keinen leichten Weg vor sich – aber so viele Faktoren sprechen für eine Rückkehr in die Superbowl:

  • Die potenziell beste Offense der Liga. Im famosen WR-Trio wurde der einzige Schwachpunkt (Tyler Gabriel) durch einen fangsicheren 1st-Round Rookie (Calvin Ridley) ersetzt. Offensive Line und Runningbacks gehören zum besten der Liga. Und QB Matt Ryan war NFL MVP 2016.
  • Eine perfekt auf die Qualitäten der Offense abgestimmte Defense. Kaum Physis in der Front, denn mit der punktgewaltigen Offense im Rücken wird Atlanta eh kaum Laufspiel sehen – dafür viel Speed. DT Grady Jarrett, LB Deion Jones, CB Trufant und FS Neal sind Prototypen dafür, wie die NFL-Defense der Zukunft aussieht.
  • Turnovers: Atlantas Turnover-Ratio von -2 war kein Desaster und Ryans Interception-Quote von 2.3% war sogar unter Durchschnitt. Doch so vieles schreit nach Verbesserung: Ryan hatte mehr Interceptions als „intercepteble passes“ und die Defense nur eine INT-Quote von 1.4%.
  • Offensiv-Verbesserungspotenzial allerorts. Ich habe darüber geschrieben. Mehr tiefes Passspiel für Julio Jones, dafür weniger Redzone-Fokussierung auf Jones. Und Rückkehr zum tödlichen Play-Action Der Weg für Sarkisian ist vorgezeichnet. Er muss nur eingeschlagen werden.

Freilich ist auch Atlanta nicht frei von Zweifeln. Der Pythagorean von nur 9.1 Siegen war sogar niedriger als die 10-6 Siegbilanz, für gewöhnlich ein Indikator für Rückgang der Siegzahlen. Und gemessen an „Adjusted Games Lost“ hatte nur eine Mannschaft mehr Glück mit Verletzungen als die Falcons (#3 Offense, #3 Defense nach AGL).

Niemand garantiert, dass Sarkisian hier mitliest und die Potenziale erkennt. Doch dann lehnt man sich zurück in den Sessel und führt sich noch einmal vor Augen, wie knapp die Atlanta Falcons im letzten Winter gescheitert sind – nach einer Superbowl 2017 des Tiefschlags, auswärts, beim späteren Titelgewinner, in einer Saison, in der so offensichtlich nicht alles rund lief.

Im Prinzip wäre Atlanta mein Topfavorit auf das Erreichen des Finale dahoams, wenn da nicht noch ein Team wäre, das mit brillantem Coaching und einem Superbowl-MVP als Ersatzquarterback in die neue Saison gehen würde. Und das schon morgen Nacht im möglichen Rennen um den Top-Seed der NFC im direkten Duell gegen Atlanta vorlegen kann – zuhause.

#1 Philadelphia Eagles

Superbowl-Wahrscheinlichkeit nach FPI: 20%
Titelchance nach FPI: 11%
Tipp: Platz 1 in der NFC East

Die Rede ist natürlich von den Philadelphia Eagles, die meine eh schon optimistischen Vorschusslorbeeren der letzten Saison nicht bloß bestätigten, sondern übertrafen und nach phänomenaler Saison zum ersten Mal die Vince Lombardi Trophy gewannen.

In wenigen Wochen heißen sie ihren eigentlichen Franchise-QB Carson Wentz willkommen zurück, der nach MVP-würdiger Saison in den Playoffs vom Krankenbett zuschauen musste, wie sich sein Ersatzmann Nick Foles als Legende und Superbowl-MVP unsterblich machte.

Sie verstärken ihre Defense mit DL Michael Bennett und DT Haloti Ngata und ihre Offense mit WRs Wheaton und Wallace sowie TE Goedert für Curry und Torrey Smith. Sie gehen mit dem Wissen um langfristige Verlängerungen für Leistungsträger vom Schlage WR Jeffery, TE Ertz und DT Fletcher Cox an den Start. Und gewinnen in CB Sidney Jones einen famosen Jungspund als Slot-Corner von der IR.

Kurzum: Philadelphia Eagles 2018 – das ist maximaler Superbowl-Modus.

Isoliert auf das Spielermaterial haben die Eagles nicht den besten oder komplettesten Kader – doch nach Aufnahme des meisterhaften Coachings von Head Coach Doug Pederson und DefCoord Jim Schwartz in die Gleichung gewinnen die Eagles die Vorwahl zum Preseason-Darling. Da können noch so viele OffCoords (Frank Reich wird Cheftrainer in Indianapolis) oder QB-Coaches (John DeFilippo wird OffCoord in Minnesota) den Laden verlassen: Zu wertvoll ist die Erkenntnis des progressiven Play-Callings als wesentlichem Erfolgsfaktor.

Philadelphia ist der haushohe Favorit in der machbarsten Division der NFC (NFC East). Turnover-Ratio von +11 schreit nach Regression, doch die Offense hat Luft nach oben und der Schedule ist knackig, aber machbar: Der 11t-schwerste der Liga. Frühe Heimspiele gegen die tief besetzten Falcons und Vikings gepaart mit späten Auswärtsspielen bei den eher dünn besetzten Saints und Rams.

Doch vor allem: Philadelphia hat die beste Kombination aus Trainern und Spielern. Selbst unter Berücksichtigung, dass die NFL eine Hölle für amtierende Champions ist (letzte Titelverteidigung liegt 14 Jahre in der Vergangenheit), sind die Eagles als beste Wette für den erneuten Gewinn der Superbowl-Trophäe im Februar zu betrachten.

14 Kommentare zu “Furchtlose NFL-Vorschau 2018/19 | Die Titelfavoriten

  1. Wie (fast schon) immer die beste NFL-Vorschau. Du hast einfach die optimale Mischung aus Objektivität und Subjektivität.

  2. Pingback: NFL-Start 2018 für den Gelegenheitszuschauer | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  3. „das schier unfassbare Verletzungsglück der Eagles (2016 und 2017 war man jeweils die #1 der AGL)“
    Das ist doch höchstseltsam: Manche Teams haben das „Glück“, dass sich jahrelang niemand verletzt und bei anderen Teams reihen sich seit Jahren season ending injuries aneinander.
    Komisch, dass das noch nicht genauer untersucht wurde, wer da Physio, Doc, Krafttrainer, Conditioning etc macht, auf welchem Untergrund die Teams trainieren, ob es klimatische Unterschiede gibt… etc. Da muss es doch Ursachen und Zusammenhänge geben?

  4. @Dizzy: Glück ist schon nicht unterschätzen. Grade bei den Season-Ending Injuries, zumeist irgendwelche Bänder im Knie, ein gebrochener Fuß oder die Achillessehne, ist es oft ein „falscher“ Schritt, oder jemand der einem blöd auf den Fuß fällt. Ob man da mit Strength & Conditioning was dagegen machen kann? Glaube ich kaum. Die ganzen Zipperlein, die sich oft über eine Saison hinziehen und die dann immer mal wieder für kürzere Ausfälle sorgen – Klassiker sind Zerrungen (Hamstring z.B.) oder Turf Toe – sind da schon eine andere Sache. Da kann es denke ich große Unterschiede geben, wie das behandelt wird und ob das dann ein dauerhaftes Problem bleibt, oder eben nicht.

    Da kommt halt auch dazu, dass die NFL-Saison sehr kurz ist. Oft sind 2 oder 3 Spiele entscheidend und man will die besten Spieler so früh wie möglich wieder einsetzen, weil jedes Spiel zählt. Da ist die Balance schon sehr schwer zu finden.

    Und klimatische Unterschiede? Das Klima im Herbst und Winter in Philadelphia ist keineswegs besonders angenehm, jetzt mal verglichen mit Florida oder der Westküste. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass das dazu beiträgt, Verletzungen zu vermeiden.

    Bei den Eagles auch noch spannend: wurde nicht Chip Kelly in seiner Zeit dort unter anderem dafür kritisiert, dass er die Spieler im Training zu stark beansprucht und damit verheizt? Keine Ahnung ob da ein sinniger Zusammenhang bestehen kann, aber viele Spieler aus seiner Zeit sind immer noch da.

  5. Wobei man die Anflligkeit für Bänderrisse schon durch richtiges Training minimieren kann. Wenn mir natürlich einer blöd ins Bein reinfällt und sich das Knie in Richtungen verbiegt in die es niemals verbogen werden soll, hilft da auch kein noch so gutes Training. Bei Knochenbrüchen ist es tatsächlich pures Pech oder halt auch die Veranlagung von Spielern… da kann man mit Training nicht wirklich was beeinflussen.
    Im Fussball war der AC Milan einer der ersten Clubs, der wissenschaftliche Methoden angewendet hat um Bänder-, Muskelfaserrisse und ähnliches zu minimieren. Mit erstaunlichem Erfolg. Das Programm nannte sich glaub ich MilanLab und es gab damals einen Artikel dazu im kicker…

  6. @All: Die Rams, nicht die Eagles, hatten das große Verletzungsglück in den letzten jahren.

    Die Entwicklung der AGL-Statistiken in den letzten Jahren werde ich vielleicht in den nächsten Tagen noch einmal thematisieren.

  7. Andersherum hat konsequent „gesunde“ Spieler nicht trainieren lassen, wenn bestimmte Werte nicht gepasst haben. Allein, dass Spieler regelmäßig nach bestimmten Parametern getestet wurden ist quasi eine Revolution gewesen.

    Es hieß auch mal hier wäre der Einfluss auf die nfl massiv gewesen…

    In wieweit das stimmt, bzw. sich statistisch fassen lässt habe ich aber nicht überprüft..

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