Montagsvorschauer, Week 3

Abschluss von Spieltag 3 mit dem Monday-Night Game von heute (02h20): Tampa Bay Buccaneers (2-0) vs. Pittsburgh Steelers (0-1-1), ein Spiel, das unter verkehrten Vorzeichen beginnt. Denn während die Buccs mit Überraschungssiegen in New Orleans und gegen Philly sensationell in die Saison gekommen sind, stottert der Motor in Pittsburgh noch erheblich.

Tampa ist auf einer Erfolgswelle. Der herausragende Saisonstart des Backup-QBs Ryan Fitzpatrick schürt Playoff-Hoffnungen. Es mehren sich die Gerüchte, dass Fitzpatrick eventuell auch über eine Rückkehr vom etatmäßigen Franchise-QB Winston hinaus den Stammplatz halten könnte.

Was Fitzpatrick in den ersten beiden Spielen kultivierte, war eine famose Deep-Ball Offense. Er nutzt seine Waffen exzellent: WRs DeSean Jackson/Mike Evans/Chris Godwin und TE O.J. Howard. Man muss sich die Stats einmal vor Augen führen:

  • Evans hat 17 von 19 Bällen in seine Richtung gefangen, für 230 Yards und 2 TD.
  • Jackson ist noch krasser: 9 von 9 Bällen gefangen, für 275 Yards und 3 TD – ein Schnitt von über 30 (in Worten: dreißig) Yards/Catch
  • Godwin als #3 hat 8 von 10 Pässen für 97 Yards und 2 TD gefangen
  • Howard, der 1st Rounder 2017, machte 5 Catches für 130 Yards und 1 TD.

Für Fitzpatrick sind das magische Zahlen: Fast 15 NY/A über zwei Spiele, eine nicht zu haltende Zahl (selbst die allerbesten Saisons der allerbesten QBs kommen fast nie an die 8 NY/A über das Jahr hin). Fitzpatricks unfassbarer Erfolgslauf wird nicht lang in dieser Form weitergehen.

Die Steelers haben letzte Woche den „anderen“ der beiden „Heißer-Scheiß-QBs“ der ersten Wochen gesehen: Mahomes. Heute Fitzpatrick. Um einen Start mit 3 sieglosen Spielen zu verhindern, muss die Defense heute disziplinierter agieren als letzte Woche, als man sich von den zahllosen Sweeps und Fakes der Chiefs verarschen ließ. Tampa bringt jedoch weniger eine gefinkelte Offense aufs Feld, sondern schlicht fulminante Individualtalente, die dich 1-vs-1 schlagen können.

Ohnehin sind die Steelers aktuell mehr mit sich selbst beschäftigt: RB LeVeon Bell scheint nun tatsächlich auf dem Trade-Markt angeboten zu werden und Antonio Brown kokettierte unter der Woche für Momente mit einem Teamwechsel, weil er sich in der Offense vom neuen OffCoord Randy Fichtner nicht entsprechend eingesetzt fühlt. Dazu zeigte sich QB Roethlisberger deutlich selbstkritisch zu seinem tiefen Ball.

Vorteil Steelers: Die Tampa-Defense war zwei Wochen lang zahnlos. Sie lässt aus 11, 12 und 21 Personnel jeweils weit über 50% Pass-Success-Rate und über 7 NY/A zu. Die vielen wuseligen Wide Receiver der Steelers sind allesamt schlechte Matchups für die oft zu hüftsteife Buccs-Secondary.

Wenn die ersten beiden Wochen ein Gradmesser sind, gibt es heute ein Fest an Big-Plays. Ob Tampa tatsächlich auf 3-0 gehen kann, hängt zu großen Teilen davon ab, ob Fitzpatrick ein drittes Mega-Spiel hinlegen kann – er wird es brauchen, denn Pittsburgh wird punkten. Zu schwach ist die Buccs-Defense, die auf Turnover angewiesen ist.

Die entscheidende Frage also ist: Kann Fitzpatrick nach seiner Achterbahnkarriere für einmal Stabilität in seine Leistungen bringen? Niemand erwartet weiterhin 14 NY/A, aber wenn Fitzpatrick auch nur die Hälfte dieses Werts einfährt, könnte das für Tampa Bay heute schon ausreichen. Ich bin noch skeptisch – zu oft hat Fitzpatrick in seiner Karriere nach famosen Spielen echte Bauchlandungen hingelegt.

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6 Kommentare zu “Montagsvorschauer, Week 3

  1. „gibt es heute ein Fest an Big-Plays?“.
    Das brutale Zwischenergebnis zur Halbzeit entsprang individuellen Fehlern, Missverständnissen und eines konsequenten Ausnutzen zu Scores.
    Ein sehr kurzweiliges und für den Zuseher unterhaltsames Spiel.

    Zur zweiten Halbzeit kann die Device nur lauten:
    Resultat-Kosmetik, zu mehr wird es wahrscheinlich nicht reichen bei dem Gegner, der sich eigentlich nur noch auf die Fehlervermeidung in den eigenen Reihen konzentrieren muss, um das Ding nach Hause zu schaukeln.

  2. Also Spaß macht das ja zum Zuschauen, aber ist das auch hochklassig gewesen? Ich weiß nicht so wirklich. Ein Schwanken zwischen Genie und Wahnsinn.

  3. Die QB-Entscheidung in Tampa sollte eigentlich einfach sein. Fitzpatrick ist im Rausch, aber man weiß, was man an ihm hat und die Zukunft ist er nicht. Heute erstmals leichte Regression.

    Winston hatte die Offense noch nie so extrem im Fluss, aber die Ansätze waren da, er ist jung und war der hohe Draftpick. Im Prinzip der ideale Zeitpunkt um herauszufinden, ob er als Franchise-QB taugt.

  4. Fitz wird jetzt einfach schnell für gutes Geld/Draftpick nach SanFransico getauscht. dort kann er weiter spielen und Tampa bekommt sogar noch was dafür!

  5. Denke, Fitzpatrick soll noch für 2 Spiele das Team weiter führen. Jameis Winston soll jetzt erstmals den „Rausch“ einatmen im direkten Umfeld (Kabine und Training+Spiel). Das könnte bei ihm sicherlich dazu dienen, sein „Talent“ richtig einzuordnen, inkl. der Stellung im Team.

  6. Oder Fitzpatrick verspielt den Rausch und Winston übernimmt zwangsweise. Du weißt es halt einfach nicht. San Francisco halte ich auch für nicht ausgeschlossen, klingt in meinen Augen gar nicht so schlecht.

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