Date am Donnerstag – Woche 4

Heute eines der Topspiele der frühen Saisonphase: Los Angeles Rams (3-0) vs. Minnesota Vikings (2-1 1-1-1), das Duell der #1 gegen die #2 in der Ringer-NFL Vorschau. Bis zum Sonntag schaute es aus, als würden beide Mannschaften den Vorschusslorbeeren gerecht werden.

Doch dann kassierten die Vikings das Upset des Jahrhunderts (oder zumindest „des 21. Jahrhunderts“), als sie trotz Favoritenstatus von 16.5 Punkten zuhause 6-27 von den Bills abgeschossen wurden. Die Niederlage offenbarte einige Schwachstellen der Vikings, die man bereits kannte (Offensive Line, looking @ you), doch es gibt auch viele Anzeichen dafür, dass es ein krasser Ausreißer war: Buffalo scorte in seinen ersten 3 Drives:

  1. Drive: 30 Yards Defensiv-Penaltys gegen die Defense, eine Reihe an Checkdowns für einen schnellen TD.
  2. Drive: Buffalo beginnt an der MIN 15 nach einem Strip-Sack gegen Cousins. Fieldgoal. (TD von Benjamin gedroppt)
  3. Drive: Buffalo beginnt an der MIN 25 nach erneutem Strip-Sack. TD nach Coverage-Breakdown in der Defense.
  4. Drive: Vikes-CB Waynes droppt die einfachste INT der Welt.

Dazu gelang der Bills-Defense eine fulminante INT nach doppelt abgefälschtem Pass. It was one of these days…

Also: Bills-Spiel nicht überbewerten. Festzuhalten bleibt trotzdem: Minnesota hat 2018 ein Problem. Es nennt sich „Offensive Line“. Das kommt nicht überraschend – ich hatte die Vikings im Vorfeld der Saison aufgrund dieser eklatanten Schwachstell nicht zum allerengsten Favoritenkreis gezählt.

Am Sonntag gegen Buffalo kassierte QB Cousins zum Beispiel 30 QB-Pressures – eine exorbitante Rate – und Minnesota konnte nicht ansatzweise Laufspiel aufbauen (weniger als 10% Run-Quote gegen Buffalo). Gegen eine Rams-DL mit dem Inside-Rusher Trio Suh/Donald/Brockers wird sich das Problem nicht entschärfen: Minnesotas Protection ist nicht gut genug um Cousins den Passrush vom Leib zu halten – Folge: Cousins wird einen Sahnetag brauchen um gegen Los Angeles zu bestehen.

Glück für die Vikings: Wade Phillips und die Rams müssen auf das Top-CB Duo verzichten: Talib ist auf Wochen auf der Verletztenliste und auch CB Peters ist heute nicht fit. Gegen das WR-Duo Thielen/Diggs muss man auf Nickel-Robey und den ollen Sam Shields zählen. Das kann in die Hose gehen – wenn Cousins nicht alle 0.2 Sekunden unter Menschenbergen begraben liegt.

Problem für die Vikings: Rams-Headcoach McVay war jahrelang Cousins‘ QB-Coach in Washington. Er weiß, wie man Cousins Probleme bereitet. Es ist davon auszugehen, dass McVay im Verbund mit dem Defense-Master Phillips die eine oder andere Schwierigkeit einbaut, sodass Cousins Probleme bekommt. Eine der Schwierigkeiten könnte sein, Minnesota jegliches Laufspiel zu nehmen (RB Cook bislang auch dank mangelnder Rushing-Lanes ein Non-Faktor) und Cousins schnell eindimensional zu machen.

Auf der Gegenseite spielt McVay mit seiner Offense fast ausschließlich (98% der Formationen) aus 11-Personnel – und die Offense mit RB Gurley und dem WR-Trio Cooks/Woods/Kupp zündet famos: Fast 90% der Rams-Yards werden von diesem Quartett gefangen.

Die Vikings-Defense ist noch nicht auf 100%, aber gegen 11-Personnel mit 56% Success-Rate bislang durchaus okay. Laufspiel würgt man mit 3.5 YPC recht gut ab und gegen den Pass kann man sich mit 6.5 NY/A zumindest halbwegs sehen lassen. Doch heute muss man auf DE #97 Everson Griffin verzichten, dem unter der Woche sämtliche Sicherungen durchgebrannt sind und der sich erstmal beim Mental-Coach wiederfindet. Griffen, jahrelang vor allem als Team-Leader und verlässlicher Passrusher aufgefallen, leistete sich gleich mehrere Schlägereien und ist fürs erste weg vom Fenster.

Ohne ihn fehlt den Vikes heute eine wichtige Stütze gegen die bislang so starke Rams-OL. DT Sheldon Richardson kann Griffen nicht 1:1 ersetzen.

Im Prinzip riecht das Spiel nach klarem Favoritenstatus für Los Angeles. Größter Vorteil für Minnesota könnte ausgerechnet das Kicking-Game sein: Rams-Kicker Zuerlein ist noch immer verletzt und sein Ersatz ist der unselige Sam Ficken. Auf Minnesotas Seite läuft seit letzter Woche Dan Bailey auf; Bailey war die letzten Jahre einer der besten Kicker in Dallas, ehe er aus fadenscheinigen Gründen dort entlassen wurde; letzte Woche hatte Bailey keinen Kicking-Einsatz. In alter Form ist er Minnesotas beste Waffe.

Größter Kritikpunkt an den Rams für diese Saison war für mich stets die mangelnde Kadertiefe. Heute wird diese mit dem Ausfall des Stamm-CB Duos erstmals sachte getestet, aber das Problem wird insofern neutralisiert, weil die Rams einen fulminanten Vorteil im Duell an den Schützengräben haben. So wäre ein Vikings-Sieg tendenziell eher eine Überraschung. Will Minnesota den Sieg aus dem Coliseum entführen, braucht es eine Monster-Performance von Kirk Cousins.

7 Kommentare zu “Date am Donnerstag – Woche 4

  1. Man sollte nicht vergessen das die Vikings Defense die Rams letztes jahr zum Frühstück verspeist hat. Das wird ein echt interessantes Matchup.

  2. Eine kurzweilige und schnelle Spielbegegnung.
    1 Score Vorsprung
    10 Possessions/Drives – 6 TD + 2 FG + 2 Punt
    Time of Pos.:
    Minnesota; 20:09 ——- 9:51 LA Rams

  3. 2. Hälfte etwas ruhiger. Nach einem 11 Score Vorsprung kommt der Kontrahent auf 3 Punkte heran…den weiteren Verlauf möchte ich nicht vorweg nehmen.
    Auf jeden Fall eine unterhaltsame Partie mit spektakulären Szenen und auch zwei guten QB.

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