College Football 2018 – Week 7 Preview

Ausblick auf einen College-Footballspieltag, der es in sich hat.

Das Topspiel

#13 LSU Tigers – #2 Georgia Bulldogs

21h30, CBS-stream

Ohne Zweifel das beste Spiel am heutigen Samstag. Es geht um die Big-Points in der SEC. LSU und Georgia spielen nicht in derselben SEC-Division, weshalb dieses Matchup nicht über eine SEC-typische Tradition und Folklore verfügt. Aber es gibt im Vorfeld dieser Partie ein Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften, über das recht häufig geschrieben wird: LSU vs. Georgia 1998.

Es war eine Partie zwischen zwei ungeschlagenen Mannschaften, und Georgia musste wie heute Abend ins Death-Valley nach Baton Rouge fahren. LSU führte wenige Minuten vor Schluss 24-21 und war drauf und dran, den entscheidenden Touchdown zu scoren, als ein ranker Safety mit #16 auf dem Rücken in einen Pass sprang, die 1st-Down Conversion verhindert und LSU zum Fieldgoal zwang.

Georgias Offense übernahm den Ball, scorte den entscheidenden Touchdown und gewann 28-27. LSU feuerte im Nachgang seinen Headcoach und bestellte als Nachfolger Nick Saban – ein Move, der die SEC bis heute prägt.

Die #16, die den mitentscheidenden Play machte? Kirby Smart, der in den Jahren danach über Umwege in den Trainerstab Sabans gelangte, mit Saban gemeinsam in Alabama die vielleicht größte Footballdynastie der College-Geschichte aufbaute und sich seit zweieinhalb Jahren als Cheftrainer der Georgia Bulldogs anschickt, in Athens nun ähnliches nachzubauen.

Smarts Georgia ist heuer noch ungeschlagen und an #2 gerankt. Richtige Gegner hat man noch nicht gesehen, aber dafür die bisherigen sechs Teams im Schnitt mit 42-13 vom Platz gefegt. Die Protagonisten in der Offense seien kurz vorgestellt:

  • QB #11 Jake Fromm, ein eher immobiler Pocket-Passer, der aber rattenscharfe Bälle raushaut, eine 12:2 TD/INT Ratio einfährt und sich den extrem gehypten Freshman-QB Justin Fields bislang vom Leib hält.
  • RB D’Andre Swift, der fast 5yds/Carry macht
  • Backup-RB Elijah Holyfield, der in limitierter Einsatzzeit 7.5yds/Carry einfährt und eigentlich noch besser als Swift aussieht
  • WR Mecole Hardman, Go-To Guy und erste tiefe Anspielstation mit 16yds/Carry
  • WR Riley Ridley, das Sicherheits-Targe mit 12yds/Catch

Georgias Offense mag keine stilistischen Neuerungen auf die Bühne bringen, ist aber exzellent gecoacht und vertraut auf eine breite Palette an Play-Makern, die für jede Defense schwer zu kontrollieren ist. LSU wird mit seiner unerfahrenen und personell ausgedünnten Defensive Line dem ganzen Treiben nur schwer etwas entgegensetzen können. Die größte Hoffnung ist, dass man die unerfahrene Georgia-OL in Bedrängnis bringen kann.

Doch auch LSU kommt nicht auf der Brennsuppe dahergeschwommen. In QB Joe Burrow hat man einen hervorragenden Game-Manager, der erst dann Fehler begehen wird, wenn man ihm im Schlussviertel die Pistole auf die Brust setzt und ihn zum Gunslingern zwingt. Bis dahin wird Burrow mit Seelenruhe die Partie verwalten, die Bälle an seine Runningbacks (wie den heuer starken RB Nick Brossette) übergeben und eine Serie an 3rd-Downs verwerten.

LSU verlor letzte Woche sein erstes Saisonspiel gegen Florida – es war eine kappe Partie, die man mit etwas Spielglück auch hätte gewinnen können. Trotzdem kann sich Headcoach Ed Orgeron bei den Tigers auf die Brust schreiben, besser in die Gänge gekommen zu sein als alle dachten. Trotzdem sehen ihn nach wie vor viele kritisch: Zu klangloser Name, zu langweilig. Ein Sieg gegen den klaren Favoriten Georgia würde alle in unbegrenzte Euphorie versetzen und Orgeron fürs erste Ruhe verschaffen.

Bei Georgia ist der Fall anders gelagert: Nach der heutigen schwierigen Auswärtsprobe folgt eine Bye-Week, ehe es am 27. November in der „World’s Largest Cocktail Party“ auf neutralem Boden in Jacksonville gegen Florida geht. Danach gibt es noch ein Heimspiel gegen Auburn im November – aber das war’s dann auch schon mit ernsthaften Prüfungen auf dem Weg ins sicher geglaubte SEC-Finale.

Gerankt vs. Gerankt

#17 Oregon Ducks vs. #7 Washington Huskies

21h30, ESPN-Player

Ein Pac-12 Duell zweier gerankter Teams – Chance für diese gebeutelte Conference, national wieder Schlagzeilen für die richtigen Dinge zu machen, nachdem es sportlich mau aussieht und man seit Tagen eine richtig dicke Referee-Diskussion an der Backe hat.

Doch Oregon vs. Washington hat das Potenzial, diese Negativschlagzeilen in den Hintergrund zu rücken. Für die Oregon Ducks mögen die Oregon State Beavers („Civil War“) der Hauptrivale sein, doch sportlich ist Ducks vs. Washington Huskies seit über 100 Jahren das wesentlich bedeutendere Derby – es ist das wichtigste College-Footballspiel des US-Nordwestens.

Beide Teams haben schon eine Niederlage kassiert: Oregon in einem selbstverschuldeten Kollaps gegen Stanford, Washington zum Saisonauftakt gegen Auburn. Oregons Fragezeichen ist trotz einiger lichter Momente immer die Defense (die aber gut gegen den Lauf ist), während Washingtons Offensive Line von guten Passrushern durchaus zu knacken ist.

Es ist auch das Duell zweier starker Quarterbacks: Oregons Justin Herbert wird immer wieder als möglicher 1st-Rounder im NFL Draft 2019 genannt, während Washingtons QB Jake Browning zwar nicht ganz so rosige NFL-Aussichten hat, aber in den letzten Wochen nach schwachem Saisonstart heißgelaufen ist – und „gelaufen“ kann man dabei auch wörtlich nehmen, denn Browning wurde gegen UCLA mit fast 50 Rushing-Yards erstmals in seiner nun vierjährigen Karriere auch als Runner von der Leine gelassen.

Im Prinzip kommt es in der Partie darauf an, dass Oregons Offense früh genug die Punkte macht, denn je länger das Spiel eng bleibt, desto wahrscheinlicher ist eine immer größere physische Überlegenheit der Huskies, die offensiv genug Waffen haben um ein low scoring game mit ein paar Big-Plays für sich zu entscheiden.

#12 Michigan Wolverines – #15 Wisconsin Badgers

1h30, ESPN-Player

Knackiges Big-Ten Duell im 110.000 Zuschauer fassenden Big House von Ann Arbor. Beide Mannschaften sind nicht mehr ungeschlagen: Michigan ist 5-1 nach Auftaktpleite gegen Notre Dame, Wisconsin ist 4-1 mit der ungleich schwerwiegenderen Pleite gegen BYU. „Schwerwiegend“ dabei nur im Sinne von „Playoff-Rennen“, denn in der Conference sind beide noch mit weißer Weste unterwegs.

Die Schlagzeilen gehören dem Duell zwischen der Wisconsin-Offense und der Michigan-Defense: Wisconsins RB Jonathan Taylor macht hinter einer Wisconsin-typischen hünenhaften Offense Line pro Spiel 170 Rushing-Yards und 6.7yds/Carry, während Michigan keine 3.5 Rush-Yds pro Play aufgibt.

So variabel Wisconsins Laufspiel auch ist: Michigans Defense ist vermutlich noch einmal eine andere Hausnummer. Wisconsin hofft also, dass die gewaltige Leistungssteigerung bei QB Alex Hornibrook die Wolverines-Defense ein wenig aufbricht und Lücken für Würfe bringt, aber Michigans Pass-Defense ist sogar noch besser – sie ist mit 3.9 NY/A die #1 im Lande.

Auf der Gegenseite hat sich Michigans Offense mit QB Shea Patterson zumindest zu einer überdurchschnittlich guten entwickelt – während Wisconsins Verteidigung der Hauptgrund für den doch enttäuschenden Saisonstart war: #105 gegen den Pass mit 7.3 NY/A, #61 gegen den Lauf mit 4.7 YPC.

Gerankt vs. ungerankt

#1 Alabama – Mizzou (1h, ESPN). Statement, das wahr ist: Alabama hat die beste Pass-Offense im Lande mit 13.3 NY/A.

#3 Ohio State – Minnesota (18h, FOX) und #5 Notre Dame – Pitt (20h30, NBC) sind für uns nicht zu sehen. Dabei kann man sich bei Pitt schon fast ausmalen, dass sie mal wieder mit einem Upset drohen – schließlich sind wenige Mannschaften unberechenbarer als die Panthers.

Iowa State – #6 West Virginia (1h, FS1). Ist nicht live bei uns zu sehen und vermutlich auch nicht so schlimm: Unwahrscheinlich, dass West Virginia wieder Coverage-11 spielen wird.

#8 Penn State – Michigan State (21h30, BTN). Penn State ist nach der knappen Pleite gegen Ohio State vor einer Woche 4-1 und braucht unbedingt den Sieg um im Big-Ten Rennen am Leben zu bleiben. Michigan State ist mit 3-2 Bilanz wohl schon aus allen Träumen gerissen, kann den Nittany Lions mit seiner gewaltigen Run-Defense (2.2 YPC ist #1 im Lande) aber zumindest eine knifflige Aufgabe stellen.

#9 Texas – Baylor (21h30, ESPN). Texas eine Woche nach dem überraschenden Sieg in der Red-River Rivalry nun gegen Baylor, das offensiv durchaus Punkte zu erzielen imstande ist, aber in der Verteidigung ein Schweizer Käse ist.

Memphis – #10 UCF (21h30, ESPN). Zwei Mid-Majors gegeneinander. Jeder erinnert sich noch gerne an die letzten Saison zurück, als Memphis und UCF zwei Offensivschlachten vom Feinsten lieferten. Memphis hat keine gute Defense, aber eine der besten Offenses im Lande, und bei UCF hat der Coaching-Übergang von Scott Frost auf Josh Heupel (ex-Mizzou) bislang offensiv nur noch mehr Power gebracht: QB McKenzie Milton wäre vermutlich ein Heisman-Kandidat, würde er in einer Power-5 Conference spielen.

3 Kommentare zu “College Football 2018 – Week 7 Preview

  1. Notre Dame der Gewinner der Runde
    Comeback von LSU gegen Georgia
    Texas im Hoch
    UCF seit 19 Spielen ungeschlagen
    Penn State gestoppt
    Washington gestoppt – Oregon mit Glück

  2. Pingback: College Football nach der Woche der Überraschungen | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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