Sonntagsvorschauer – Woche 6

Woche 6 in der Vorschau.

Das Highlight heute ist das Sunday Night Game Patriots (3-2) vs. Chiefs (5-0), auf das ich schon am Freitag einen detaillierten Blick geworfen hatte. Dem heutigen Spieltag gehen ansonsten die ganz großen Knaller-Duelle ab.

Frühschicht um 19 Uhr

  • Oakland Raiders – Seattle Seahawks (Wembley)
  • Atlanta Falcons – Tampa Bay Buccaneers
  • Cincinnati Bengals – Pittsburgh Steelers
  • Cleveland Browns – Los Angeles Chargers
  • Miami Dolphins – Chicago Bears
  • Minnesota Vikings – Arizona Cardinals
  • New York Jets – Indianapolis Colts
  • Washington Redskins – Carolina Panthers
  • Houston Texans – Buffalo Bills

NFL in Wembley sieht heute Oakland vs. Seattle, den „Marshawn Lynch Bowl“. Es ist das Duell zweier Krisenkinder: Bei den Raiders setzen sich langsam zwei Erkenntnisse durch, die andernorts schon lange bekannt sind – 1. Der Mack-Trade geht nach hinten los und 2. Derek Carr ist kein NFL-QB von Format. In Seattle hat es sich auf den Tribünen, aber noch nicht bis zum Büro des Cheftrainers durchgesetzt, dass OffCoord Brian Schottenheimer die erwartete Flasche ist.

Wembley ist schön und gut – aber: Die beste Ansetzung der Frühschicht ist wohl Bengals (4-1) vs. Steelers (2-2-1) – immer eine physische und mit teilweise übereifrigem Einsatz geführte Divisionspartie aus der AFC North. Heute zieht sich der Thrill auch aus der Ausgangslage, wo die Bengals zuhause auf dreieinhalb Spiele Vorsprung gegenüber den Steelers stellen können – und sich damit in eine erstklassige Ausgangslage katapultieren können.

Die Bengals sind eigentlich relativ leicht zu durchschauen – sie spielen 95% ihrer Snaps aus drei Formationen und sind nur in zwei davon passlastig:

  • 11-Personnel: 70% Pass-Quote, Pass 48% SR und 6.8 NY/A
  • 12-Personnel: 60% Pass-Quote, Pass 66% SR und 10.2 NY/A
  • 13-Personnel: 24% Pass-Quote, Pass 40% SR und 5.4 NY/A

QB Dalton ist mit Abstand am effizientesten, wenn er über die rechte Seite wirft, wo er bereit 8 von 12 tiefen Pässen erfolgreich komplettierte. Das Receiving-Trio bestehend aus WR Green (43 Anspiele, 56% Success-Rate), WR Tyler Boyd (43 Anspiele, 58% Success-Rate) und TE Tyler Eifert (19 Anspiele, 63% Success-Rate) erlebt eine famose Saison, vor allem, wenn es aus 12-Personnel antritt und der indisponierte WR John Ross an der Seitenlinie bleibt.

Pittsburgh wird vermutlich so zu kontern versuchen wie in den letzten Wochen angedeutet: DE T.J. Watt über eine Seite schicken, an der anderen blitzen. Blitzing hat gegen Cincinnati nur einen Nachteil: Mit Boyd hat Cincinnati einen hervorragenden Underneath-WR, der über 62% Success-Rate auf kurzen Zonen einfährt.

Die Steelers auf der anderen Seite gewinnen ihre Duelle in einer anderen Zone: Über die Mitte. Während QB Roethlisberger an beiden Seitenlinien unterdurchschnittliche Success-Rates hat, sind seine Steelers in der Mitte über 6% besser als der NFL-Schnitt. Erstaunlicherweise ist dafür nicht WR Antonio Brown zuständig: Brown wurde heuer schon 65x angespielt, aber er hat eine der schlechtesten Success-Rates der NFL: 38%, darunter nur 4 Catches in 15 tiefen Anspielen und sogar nur 4 erfolgreiche Catches in 14 Anspielen über „seine“ Zone: Spielfeldmitte kurz.

Die Stars sind bislang andere: Ju-Ju Smith-Schuster (53 Anspiele, 57% Success Rate, darunter 5/7 tief), RB James Connor (28 Anspiele, 50% Success-Rate) sowie die TEs McDonald/James (zusammen 31 Anspiele, 71% Success Rate). Trotzdem hatte Brown seine Momente – und es wäre fahrlässig von den Bengals, wenn sie nicht ihren Top-CB William Jackson III auf den stets gefährlichen Brown ansetzen würden. Den pries Robert Mays vom Ringer unter der Woche in einem Beitrag als einen der besten Receiver an – nicht der Gegenwart, sondern aller Zeiten:

Ich bin gegenüber den Bengals noch skeptisch. Keiner ihrer Siege war souverän erspielt: Gegen die Colts (34-23) zog man erst im Schlussviertel davon, dito Baltimore (ebenso 34-23), Atlanta wurde erst 8 Sekunden vor Schluss besiegt und gegen Miami hatte man über drei Viertel lang Probleme. Aber: In allen vier Spielen Eier gezeigt. Im Play-Calling ist man mit 54% Pass-Rate im 1st Down in der 1ten Halbzeit erfreulich aggressiv, was sich mit 64% Success-Rate auch ergiebig auszahlt.

Damit sind Marv Lewis‘ Bengals eine der positiven Erscheinungen im ersten Saisondrittel. Jetzt gilt es, das bislang Gezeigte gegen den Divisionsfavoriten zu bestätigen.

Atlanta (1-4) steht gegen Tampa Bay (2-2) schon gewaltig unter Zugzwang, muss gewinnen um im Playoff-Rennen nicht vorzeitig auszusteigen. Die Chancen dafür stehen natürlich nicht schlecht: Tampa ist eine der Mannschaften, die noch schlechtere Defense haben als die Falcons. Es wäre eine Überraschung, wenn QB Matt Ryan und Co. nicht zumindest 30 Punkte auf das Tablett legen können. Die Frage in der Partie ist mehr: Wie wird QB Jameis Winston für die Buccs aussehen?

Für Atlanta geht es nächste Woche gegen die Giants und dann nach Bye-Week nacheinander @Redskins, @Browns und vs. Cowboys: Siegesserien in der NFL sind nie einfach, aber Atlanta muss aus dieser Serie vier, wenn nicht gar fünf Siege holen.

Eine interessante Ansetzung ist Browns vs. Chargers. Cleveland (2-2-1) mit der Hoffnung, erstmals seit vier Jahren einen Winning-Record zu besitzen, gegen Los Angeles, das aufgrund doch gröberer Defense-Probleme als gedacht nur 3-2 ist.

Die Chargers verfügen über phänomenales Passspiel um QB Philip Rivers, was Clevelands junge Verteidigung extrem fordern wird. Auf der anderen Seite muss Los Angeles den jungen Browns-Gunslinger QB Baker Mayfield in Zaum halten – und das erneut ohne DE Joey Bosa. Man wird versuchen, über Ingram/Derwin James einige Blitz-Packages zu bringen, die Mayfield in Bedrängnis bringen.

Was bringt Dolphins vs. Bears? Chicago war drei Spiele lang offensiv eine Graupe, ehe QB Trubisky gegen die desaströse Buccs-Defense groß aufspielte. Miami sah drei Wochen lang wie eine potenzielle Überraschung aus, ehe QB Tannehill (wie immer) kollabierte und man sich zwei klare Pleiten in New England und gegen Cincinnati einfing.

Houston vs Buffalo? Klingt nach keiner besonders schönen Partie. Houstons QB Watson fand in den letzten Wochen seinen Groove, aber die Bills-Front Seven deutete in den letzten Wochen mehrmals ihre zerstörerische Kraft an – und Houston hat eine der schwächsten Offensive Lines.

Auf der anderen Seite könnte sich Buffalos katastrophale Pass-Offense um QB Josh Allen als Heilmittel für die gepeinigte Texans-Defense, die trotz großer Namen wenig Effizienz bringt, erweisen.

Spätschicht

  • Denver Broncos – Los Angeles Rams (22h05)
  • Dallas Cowboys – Jacksonville Jaguars (22h25)
  • Tennessee Titans – Baltimore Ravens (22h25)
  • New England Patriots – Kansas City Chiefs (02h20)

Denver gegen Los Angeles Rams klingt wie eine „Defense vs. Offense“ Geschichte, in der die Rams-Offense sich mal wieder gegen eine starke Verteidigung beweisen kann, aber ich habe hier einige nette Fakten zusammengetragen, die zumindest dafür sprechen, dass die Geschichte eng werden kann:

  • Die Rams sind zwar 5-0, aber sie wackelten in den letzten zwei Wochen mit ihrer Defense: Gegen Minnesota gewann man mit +7, aber gegen die Seahawks war es schon nur mehr +2.
  • Die Rams spielen 95% ihrer Snaps aus 11-Personnel. Die Broncos sind mit 52% Defensive Success-Rate dagegen relativ erfolgreich, auch wenn sie 7.3 NY/A gegen den Pass aus dieser Formation aufgeben.
  • Denvers Offense ist am besten, wenn sie in 12 und 21 Personnel spielt: 60% Pass Success-Rate und satte 58% Run Success Rate aus diesen Formationen. Die Rams-Defense hat dagegen Probleme, kassiert 6.8 NY/A gegen den Pass.
  • Denvers Laufspiel ist auch sehr effizient aus 11-Personnel: 55% Success-Rate. Die Rams-Vereidigung ist dagegen äußerst zahnlos: 41% Defensive-Run SR%.

Diese Super-Offense zu schlagen, bleibt für Denver trotzdem eine Herkulesaufgabe. Aber es gibt Mittel und Wege, um die Partie zumindest eng zu halten. Vor zwei Wochen bereiteten die Broncos dem „anderen“ der Superstar-QBs der frühen NFL-Saisonphase Probleme: Mahomes.

Cowboys vs. Jaguars? Maue Partie. Jalen Ramsey gegen das Team, das ihn vor zwei Jahren hätte draften müssen – aber wen soll Ramsey auf seiner Revenge-Tour decken? Der Cowboy-WR Corp ist ein Desaster. Der beste Weg, die Jaguars-Defense zu schlagen, ist 12/21 Personnel mit 2 Wide Receivern zu spielen. Aber hier ist QB Prescott mit nur 45% Success-Rate nicht wirklich ein Ass.

Schließlich Titans vs. Ravens – was angesichts der bisherigen Erkenntnisse nicht wie ein footballästhetischer Leckerbissen aussieht. Beide gewinnen viele Spiele und zumindest bei den Ravens werden diese Siege auch von hervorragenden Effizienz-Stats begleitet – aber schöne Offense ist das von beiden nicht.

Die gibt es aber dann mutmaßlich im Sunday Night Game.

Ein Kommentar zu “Sonntagsvorschauer – Woche 6

  1. Pingback: NFL 2018 – Woche 6 Live | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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