Green Bay Packers vs. San Francisco 49ers Preview

Abschluss von Woche 6 mit dem heutigen Monday Night Game – Green Bay Packers (2-2-1) vs. San Francisco 49ers (1-4). Es ist ein Duell mit großer Historie zwischen zwei Teams, die zusammen neun Superbowls gewonnen haben und etliche Klassiker gegeneinander gespielt haben.

Einen der besten haben wir selbst miterlebt – im Jänner 2013, als Colin Kaepernick seine Sternstunde erlebte und fast 200 Yards durch die aufgeschreckte Packers-Defense cruiste. Es war mit einem 45-31 Kantersieg der 49ers nicht eines der spannendsten NFL-Spiele, an die ich mich erinnern kann, aber weil Kaepernick in jener Nacht so hell brannte, ist es für mich – ungeachtet des Namens – bis heute eines der ersten Spiele, die mir beim Assoziationsspiel „NFL-Highlights“ in den Sinn kommt.

Es war auch einer der größten 49ers-Momente in der Postseason-Geschichte. Trotzdem kein Grund für die 49ers, dieses eine Spiel in die Bildergallerie ihrer größten Momente gegen die Green Bay Packers aufzunehmen.

Über die 49ers muss man auch sportlich nicht viel schreiben: Ihre Saison ist seit der season ending injury von QB Jimmy Garroppolo mehr oder weniger beendet. Headcoach Kyle Shanahan, der mit großen Hoffnungen in die Saison gegangen war, muss damit in Garroppolo und RB McKinnon auf seine zwei Lieblings-Bausteine verzichten und ist in der Offense bereits in den Notfallmodus gewechselt.

Bei den Packers sieht die Lage anders aus: Sie sind noch voll im Saft, aber stolpern dennoch etwas desorientiert durch die Saison. Es setzt sich schön langsam die Erkenntnis durch, dass QB Aaron Rodgers nicht mehr alles im Alleingang machen kann und dass man dabei einen Großteil der Schuld bei Headcoach Mike McCarthy suchen muss, der es seit Jahren versäumt, den Packers ein sinnvolles Spielsystem zu verpassen, das über „lass Rodgers Wunderdinge vollbringen“ hinausgeht.

Eine der Entwicklungen der Saison 2018 in Green Bay war bislang: Sie ziehen nur noch 84% ihres Passspiel über Formationen mit mindestens 3 WR (vor der Rodgers-Verletzung 2017 waren es regelmäßig über 90% gewesen) – der „Jimmy Graham Effekt“.

Graham hat sich schnell zu einer zentralen Figur im Passspiel entwickelt (36 Targets in fünf Spielen), doch er ist noch nicht die erhoffte Verstärkung in der Spielfeldmitte: Graham wurde in der Mitte erst 8x angespielt, dabei fing er nur 3 Bälle.

Hinter dem richtig starken WR Devante Adams gibt es einen Haufen unerfahrener Zöglinge, von denen sich ein Geronimo Allison beachtlich schlägt und ein Ty Montgomery durchaus gute Zahlen einfährt (alle drei haben über 50% Success-Rate), doch es mangelt an tiefem Passspiel. Auch Adams ist keine Waffe, wenn es downfield geht: Nur 3 von 13 tiefen Pässen gefangen.

Rodgers spielt also in dieser Saison noch ohne eines der wesentlichen Elemente: Downfield-Passing. Gegen die 49ers, die so gut wie keine Offense aufs Feld bringen und in der Secondary unerfahren sind, sollte das noch nicht weh tun. Aber gegen bessere Gegner wird Green Bay auf die Schnauze fallen, wenn sich das Problem nicht bessert.

Insofern: An einem Packers-Sieg heute Nacht würde ich nicht zweifeln. Man sollte sich die Partie also nicht unter dem Gesichtspunkt von „Spannung“ ansehen, sondern mit dem interessierten Auge des Scouts: Welche Indizien deuten auf einen Offense-Aufschwung in Green Bay hin?

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4 Kommentare zu “Green Bay Packers vs. San Francisco 49ers Preview

  1. Es gibt mMn noch einen weiteren Aspekt in der Packer-O#: es gibt da einen explosiven RB, der bei carries ordentliche Zahlen abliefert: Aaron Jones. McCarthy weigert ihm aber die Feature-Rolle als RB1 zu geben bzw. die meisten Snaps – warum weiß auch nur er.
    Ein ehemaliger 49ers-HC (Jim Harbaugh) sprach mal davon die „hot hand“ zu ‚riden‘. MM macht genau das Gegenteil.

  2. Unterhaltsames Match.
    6 Min. vor Halbzeit geht SF mit 1 Punkt durch simple Spielzüge mit Hilfe von QB Beathard in Führung und baut sie mit einem FG Abschluss zur Pause auf 4 Punkte aus.
    GB Offense ist optisch länger auf dem Platz, Punktet auch durch 2 TD, inkl. 4 erfolgreiche Kicks (2 FG+2 PAT) von Mason Crosby.
    Nach dem „Einspielen“ wird GB sicherlich ihre Taktik in der Offense anpassen gegen eine aggressive 49er-Defense

  3. SF ist physisch den Packers überlegen und quicker in ihren Aktionen, auf Offense wie auf Defense Seite, dies mit ein wichtiger Faktor.
    7:48 Min. vor Ende Pfiffe aus den Rängen von wegen Abstimmungsprobleme zwischen QB Rogers und seinem WR Adams bei 4 and Goal.

    SF hat den Ball an der eigenen 25. Noch 4:06 Min. zu spielen mit einem TD Vorsprung.

    Noch 3:00 Min. zu spielen. GB hat den Ball an der 40 Yard Line und legt los.
    QB Roger Show beginnt.
    Matt Crosby heute der Held!

  4. Wenn Rodgers nicht mobil ist, hat er hinter der Offense-Line der Packers schon massive Probleme. Das geht gegen viele andere Teams schief. Am Ende wirkte der Packers-Sieg eher glücklich als souverän.

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