College Football – Week 8 Recap

Ohio State ist gefallen.

Ich habe kaum etwas von Woche 8 gesehen, deshalb auch keine ausführlichen Ergüsse zum Spieltag. Auffällig an Woche 8 war die hohe Pleite der #2 Ohio State Buckeyes, die von den Purdue Boilermakers schlicht vorgeführt wurden und 20-49 verloren. Es war eine ähnlich katastrophale Pleite wie jene, die man sich vor einem Jahr in Iowa einfing. Damals kostete es die Buckeyes die Playoff-Teilnahme.

Die Statistik, die das Spiel prägte: Ohio-State QB Dwayne Haskins hatte 73 (!) Passversuche, weil im Laufspiel schier nix ging und man das ganze Spiel lang einem Rückstand hinterherhechelte. Ohio State hatte Probleme, physisch mitzuhalten, was angesichts der Recruiting-Rankings (in denen Purdue nur ein kleines Licht ist) doch verwundert.

Purdue mit einem sauberen Offense-Gameplan: Viel RB Knox und mit Läufen und Pässen über die Allzweckwaffe Rondale Moore, der die Buckeye-Defense immer wieder am falschen Fuß erwischte.

Mit Ohio State stolperte die zweite #2 im AP-Ranking en suite (letzte Woche war es Georgia gewesen). Es ist natürlich ein sensationelles Upset, aber auf der anderen Seite schrieb ich schon nach dem Penn-State Spiel davon, dass mir an Ohio State der letzte Zacken Dominanz abgeht und Ohio State mindestens eine Gewichtsklasse unterhalb des Monster-Trios Alabama/Clemson/Georgia einzuordnen ist.

Schadlos hielt sich dagegen #1 Alabama, das Tennessee 58-21 an die Wand spielte. Dabei kam QB Tagovailoa wieder zum Starting-Einsatz.

#3 Clemson ohne Probleme beim vermeintlichen „Trap-Game“ gegen NC State (vor dem Spiel an #16 gerankt): 41-7 Kantersieg mit QB Lawrence als Starter.

#5 LSU zeigte alte „Les-Miles-Qualitäten“ beim 19-3 Sieg über die #22 Mississippi State: QB Burrow mit nur 129 Passing-Yards, dafür die gegnerische Offense bei einem Fieldgoal gehalten.

#6 Michigan mit dem wichtigsten Sieg des Wochenendes: 21-7 gegen die #24 Michigan State. Damit hat Headcoach Jim Harbaugh erstmal Ruhe im Laden – er kann seine Hauptrivalen ja doch schlagen! Michigan dabei auf ganzer Linie dominant, ließ nie auch nur den geringsten Zweifel an seiner Stärke aufkommen.

#9 Oklahoma fertigte TCU 52-27 ab. Bei TCU fällt QB Robinson bis Saisonende aus.

#10 UCF weiter ungeschlagen dank 3710 gegen Eastern Carolina. Aber wohl weiterhin chancenlos hinsichtlich Playoff-Ambitionen.

#12 Oregon strauchelte in Pullman bei #25 Washington State: 34-20 Sieg für die Leach-Jungs. Und damit wieder Vorteile für die #15 Washington Huskies, die Colorado locker 27-13 vom Platz fegten.

Das neue AP-Ranking sieht vorne wie folgt aus (hinten die Positionierung der Mannschaften im ESPN-Football Power Index als Referenz für die „wahre Stärke“):

#1 Alabama (8-0) – No. 1 im FPI
#2 Clemson (7-0) – No. 2 im FPI
#3 Notre Dame (7-0) – No. 9 im FPI
#4 LSU (7-1) – No. 10 im FPI
#5 Michigan (7-1) – No. 4 im FPI
#6 Texas (6-1) – No. 21 im FPI
#7 Georgia (6-1) – No. 3 im FPI
#8 Oklahoma (6-1) – No. 5 im FPI
#9 Florida (6-1) – No. 11 im FPI
#10 UCF (7-0) – No. 32 im FPI
#11 Ohio State (7-1) – No. 6 im FPI
#12 Kentucky (6-1) – No. 28 im FPI
#13 West Virginia (5-1) – No. 19 im FPI
#14 Washington State
(6-1) – No. 27 im FPI
#15 Washington (6-2) – No. 8 im FPI

Michigan ist auch für den FPI „legit“ – aber nicht erst seit gestern, sondern schon seit ein paar Wochen. Dagegen ist der FPI noch misstrauisch gegenüber Texas, Kentucky und Washington State – u.a. auch, weil er noch Spiele aus der vergangenen Saison mit inkludiert – eine Saison, in dem jenes Trio eher wenig gerissen hat.

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8 Kommentare zu “College Football – Week 8 Recap

  1. Wie langweilig College Football mutiert zur fussball Liga wo immer die gleichen Teams um den Titel spielen. Da Lob ich mir aktuell die NFL die mit den LA rams und den kansas city chiefs für Abwechslung sorgen.

  2. Bis auf Alabama spielt kein Team länger als 5 Jahre um den Titel mit (Ohio State seit 2014, Clemson seit 2015, Georgia seit 2017, Notre Dame, Michigan und LSU seit diesem Jahr – auch wenn LSU in jüngerer Vergangenheit auch andere Contenderphasen hatte). Alabama ist die Anomalie, das gab es so im modernen College Football noch nicht, aber ansonsten stimmt das so ganz sicher nicht.

  3. Wobei Clemson nun auch schon seit vier Jahren konstant ganz oben mitmischt – und vielleicht verstärkt der die sehr ähnliche Spielweise von Alabama, Clemson und (dem zugegeben erst seit letzten Jahr dominanten) Georgia den Eindruck, dass immer „die gleiche Mannschaft dominiert“. Das Jimbo-Fisher FSU spielte auch mehr oder minder den gleichen Stiefel wie Alabama.

    Wobei die Breite hinter diesem Trio/Quartett doch recht beachtlich ist und stilistische Freaktruppen wie das Chip-Kelly Oregon oder TCU schon sehr nah am Titel dran waren.

  4. Ja, gerade der Punkt mit Clemson stimmt, seit ihrem Durchbruch waren die auch jedes Mal im CFP dabei.

    Jimbos FSU war eigentlich „nur“ mit Winston als QB Elite (ansonsten halt immer noch sehr gut, aber trotzdem eine Schublade drunter im Regal).

    Was man bei Bama, Clemson und jetzt auch Georgia auffällt, ist halt, dass Recruiting immer mehr ein Indikator für Erfolg wird (ist hier ja auch schon in der Vergangenheit beleuchtet worden). Scouting wird immer besser, die Teams werden immer präziser im Recruiting und das kommt den gut arbeitenden Teams im Süden halt am meisten zugute, denn dort gibt es die besten Athleten und die bleiben halt oft lieber nah an der Heimat dran. Das ist eben für Bama, Clemson und Georgia (genau so wie LSU, FSU, Florida etc.) ein Vorteil, den ansonsten nur Teams mit einem Namen wie Ohio State, Notre Dame oder Michigan ausgleichen können (und nur Ohio State schafft das konstant von den genannten) bzw. „Blue Bloods“ in/nahe anderen „Recruiting Hot Beds“ (also effektiv nur USC, Texas und Oklahoma) ausgleichen können. Das sorgt für ein Ungleichgewicht, das den gut arbeitenden und prestigeträchtigen Programmen im Bible Belt einen gewissen Vorteil gibt, ja.

    Dennoch sah Bama bis dieses Jahr nie unschlagbar aus und wie du sagst, aus der 1B-Reihe können Teams hervorpreschen und um Titel mitspielen. Oregon, TCU, Washington und Michigan State haben das in den letzten Jahren geschafft.

  5. Ich würde einwerfen wollen, dass auch Ohio State erst mit Urban Meyer wieder ganz oben angreifen konnte. Zuvor war man in den letzten Jahren mit Tressel auch nur noch 1B-Klasse.

    Texas nach 2009 nur noch ein Schatten seiner selbst, USC schon vorher, Florida nach Meyers motivationsbedingtem Abgang für ihre Verhältnisse fast schon „in der Versenkung verschwunden“. FSU erst mit Fisher wieder groß geworden.

    Es hängt also auch vieles an den Head Coaches, nicht nur am Namen der Uni oder an den Recruiting-Rankings.

  6. OSU war Pass nicht erforderlich bis Mitte 3. Q.
    Vielleicht ist Meyer doch mehr „angeschlagen“. Niederlage gegen Michigan und mal sehen was die nahe Zukunft bringt ?

  7. @korsakoff:

    Ja, das meinte ich auch: Du musst entweder die geographische Lage oder den Ruf (im Idealfall beides) haben, um eine realistische Chance zu haben, zur Elite zu gehören. Alle genannten Beispiele hatten das. Aber um die Chance zu nutzen, musst du auch extrem gute Arbeit – sowohl beim Recruiting, als auch beim „eigentlichen“ Coaching – leisten, was eben nicht immer (bzw zu oft nicht) der Fall ist. Es kommt nicht von alleine, aber man kann es ohne einen massiven Recruitingvorteil kaum schaffen.

    Chris Petersen in Washington ist vielleicht ein gutes Beispiel: Er ist vermutlich der beste Coach seiner Conference und hat es mit Washington – das vor seiner Ankunft eineinhalb Jahrzehnte furchtbar war, aber noch einen recht großen Namen hat – auch bis ins Playoff geschafft. Da hat man dann aber gesehen, dass Bama einfach die besseren Athleten im Roster hat, dass Washington einfach nicht das Talentlevel hat. Mit dem CFP-Run und dem nachfolgenden Erfolg hat er die Wahrnehmung des Programms sicherlich verbessert, aber im Recruiting können sie davon nicht so stark/schnell profitieren wie Georgia oder Clemson, die in ähnlichen Situationen sich gleich in die Top-5 (und in Georgias Fall sogar an die Spitze) der Recruiting-Rankings katapultieren konnten. Hat natürlich auch was mit Dabo Swinney und Kirby Smart zu tun, aber ich denke, dass die geographische Lage da ein sehr entscheidender Faktor war. Wobei Georgias Erfolg ja direkt zu Clemsons und Alabamas Schaden war, die 2018 bei 247 auf Platz 7 und 5 abgerutscht sind, was interessant werden könnte.

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