Date am Donnerstag – Woche 8

Das heutige Thursday Night Game ab 2h20 kommt als Duell der Durchschnittstrupps daher: Houston Texans (4-3) vs. Miami Dolphins (4-3). Beide Teams mit erheblichen Flauseln. Aber beide auch mit ausreichend Stärken um an guten Tagen die Großen zu ärgern.

Houston war nach drei Wochen 0-3 und hatte Headcoach O’Brien auf dem Schleudersessel platziert. Dann sorgten vier Siege en suite für Ruhe – aber überzeugend war das ganze noch ned: 37-34 in der Overtime bei den Colts, 19-16 in Overtime gegen Dallas, als man zig Chancen liegen ließ, 20-13 dank Nathan-Peterman gegen die Bills und zuletzt ein 20-7 bei den von Blake Bortles angeführten Jaguars.

Miami startete spiegelverkehrt: 3-0, und hat einen weitern (verdienten) Sieg gegen die Bears angeschrieben – trotz Backup-QB! Auf der Sollseite steht aber auch ein komplettes Debakel gegen die Patriots Patriots – und dann verlor man letzten Sonntag zuhause deutlich gegen die Detroit Lions. Jetzt schlägt man sich mit einem ganzen Lazarett herum, wodurch heute Quarterback und zwei Wide Receiver ausfallen und mit Gesicki auch einer der Tight Ends fraglich ist.

Texans

An den Texans gibt es viel zu kritisieren: Ihre Offensive Line ist nur deswegen der Rede wert, weil sie horrend ist (39.8% QB-Pressure Rate, #32) und in der Defense verlässt man sich vor allem auf die großen Namen. Am schlimmsten aber ist das Play-Calling. Hier können wir ruhig den Lackmus-Test anwenden: Play-Calling in der 1ten Halbzeit.

  • Wie viel wird im 1st Down geworfen (idealerweise viel)
  • Wie viel wird im 2nd Down geworfen (idealerweise viel)
  • Wie viel wird in 2nd/3rd&short geworfen (idealerweise wenig)

Die Texans schneiden in dieser Kategorie horrend ab:

  • 1st & 10: 40% Pass-Rate (#31): Pass-SR von 59% und 7.7 NY/A, Run-SR von 40% mit 4.4 YPC
  • 2nd & 10: HOU mit 40% Pass-Rate (#32): Pass-SR von 50% und 9.3 NY/A, Run-SR von 14% und 6.1 YPC
  • 2nd/3rd & short: HOU mit 45% Pass-Rate (#19): Pass-SR von 46% und 6.2 NY/A, Run-SR von 75% und 3.8 YPC

Mit die geringste Pass-Rate im 1st und 2nd Down, was zum im Schnitt viertlängsten 3rd Down der NFL führt (9.0 Yards to go): QB Deshaun Watson ist eine arme Sau, muss im 3rd Down fast immer in klare Passing-Situationen – viel Spaß damit hinter dieser Offense Line. Dazu gibt es fast kein Play-Action Passing mehr (nur noch in 17% der Passversuche, #28) – 2017 noch die große Stärke der Texans-Offense.

Im Prinzip ist jeder Gameplan gegen die Houston-Offense simpel gestrickt:

  1. So viel Druck wie möglich gegen die Offense Line
  2. Alle Ressourcen auf WR Hopkins
  3. Einen Spy gegen Watsons Scrambling

Andererseits: Trotz aller Probleme hat Houston vier Spiele gewonnen. Die Texans sind eines dieser Teams, das eklatante Kaderlücken oder Coaching-Bolzen durch schiere „Superstar-Power“ wettmachen kann: Ein WR Hopkins, der atemberaubende Big-Plays in der Crunch-Time macht, ein Passrusher-Duo Clowney/Watt, das seit Wochen zur Hochform aufläuft (zusammen 36 QB-Pressures), ein FS Tyrann Mathieu, der entscheidende Interceptions fängt oder auch ein QB Watson, der zwischen vielen Sacks und Throwaways auch entscheidende Scrambles und famose tiefe Pässe einstreut.

Wie will das verletzungsgeplagte Miami dem heute begegnen?

Miami hat eine hervorragende Play-Action Pass-Defense, die nur 4.8 NY/A aufgibt – #1 der NFL. Sollte Houstons Trainerstab also ausgerechnet heute auf die Idee kommen, diesen Trumpf von 2017 wieder auszupacken, wäre das keine gute Idee.

Miami hat in LB Kiko Alonso einen potenziell ausreichend schnellen „Spy“ um Watsons Scrambling einzudämmen, und die Dolphins haben in CB Xavien Howard einen (in Houston geborenen) möglichen Manndecker um Hopkins zumindest physisch auf Augenhöhe anzugehen. Die Wortgefechte zwischen Howard und Hopkins im Vorfeld der Partie lassen ein knackiges Duell erwarten.

Möglicherweise wird Miami aber neben Howard noch einen weiteren Defensive Back zur Bewachung Hopkins‘ abstellen, ganz nach dem Motto: Er schlägt uns nicht. Wenn, dann müssen sie uns mit anderen Waffen schlagen, zum Beispiel mit Fuller.

Doch das wird nicht reichen: Miami wird eine druckvolle Defense und den einen oder anderen Turnover (Interception-Quote bislang: 4.7%, #2 der NFL) brauchen um in Houston bestehen zu können, denn die eigene Offense hat mit argen Verletzungsproblemen zu kämpfen: QB Tannehill fällt schon wieder aus und wird durch den in Houston völlig verhassten QB Brock Osweiler (Houston zahlte letztes Jahr einen 2nd Rounder an Cleveland um Osweiler loszuwerden!) ersetzt. Osweiler war in den bisherigen zwei Einsätzen keine Vollkatastrophe, muss heute aber in WR Albert Wilson und WR Kenny Stills auf zwei wesentliche Anspielstationen verzichten.

Miamis größte Offense-Hoffnung ist, dass das Tackle-Pärchen Tunsil/James Houston Passrusher um Clowney und Watt kontrollieren kann und dass man mit Passspiel aus 12-Personnel (eine selten genutzte Stärke der Dolphins-Offense vs. eine Schwäche der Texans-Defense) zumindest so viele Yards und Punkte auflegen kann um mitzuhalten.

Und dann kann man darauf hoffen, dass der schwer angeknockte Deshaun Watson nicht seinen besten Tag erwischt. Watson hat angeblich den Auswärtstrip nach Jacksonville am Sonntag nur im Auto mitmachen können um dem Luftdruck im Flieger aus dem Weg zu gehen (der Brustkorb schmerzt).

Doch Hoffnung allein ist in der NFL selten ein probates Mittel. Miami wird heute alles Coaching-Hebel in Gang setzen müssen um den Talent-Nachteil und die Verletzungssorgen kaschieren zu können. Gerade bei Donnerstagsspielen ist das für Auswärtsmannschaften jedoch zu oft eine zu hohe Hürde. Ich würde meine Jetons auf Houston setzen.

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Ein Kommentar zu “Date am Donnerstag – Woche 8

  1. Heutige Schlagzeile:
    Texan QB Deshaun Watson hat bis 6 Min. vor Ende mehr TD fabriziert wie unvollständige Würfe.

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