Sonntagsvorschauer – Woche 8

Die NFL-Saison ist schon fast bei Halbzeit: Woche 8 steht heute an. Der Spielplan hat es dabei in sich – und aufgepasst, heute wird eine Stunde früher als gewohnt angepfiffen: Um 14h30 das London-Spiel, dann 18h, dann 21h, dann 1h30!

  • So 14h30: Jacksonville Jaguars – Philadelphia Eagles (London)
  • So 18h: Carolina Panthers – Baltimore Ravens
  • So 18h: Chicago Bears – New York Jets
  • So 18h: Cincinnati Bengals – Tampa Bay Buccaneers
  • So 18h: Detroit Lions – Seattle Seahawks
  • So 18h: Kansas City Chiefs – Denver Broncos
  • So 18h: New York Giants – Washington Redskins
  • So 18h: Pittsburgh Steelers – Cleveland Browns
  • So 21h05: Oakland Raiders – Indianapolis Colts
  • So 21h25: Arizona Cardinals – San Francisco 49ers
  • So 21h25: Los Angeles Rams – Green Bay Packers
  • So 01h30: Minnesota Vikings – New Orleans Saints

Jacksonville vs. Philadelphia (beide nur bei 3-4) war bereits im Vorfeld der Partie ein Krieg der Worte, als Eagles-FS Malcolm Jenkins unverhohlen über die mangelnde NFL-Tauglichkeit von Jaguars-QB Blake Bortles lästerte. Der erlebt eine ganz schwarze Saisonphase – kann sich Bortles heute aus der Krise befreien? Seine größte Hoffnung: Die Eagles-Defense war in den letzten Wochen verwundbar und muss nun einen ihrer wesentlichsten Passrusher vorgeben: DE Derek Barnett.

Doch auf der Gegenseite müssen die Jaguars in der Secondary auf CB Bouye verzichten und treten mit drei ungedrafteten Rookies neben CB Ramsey an.

Um 18 Uhr

Um 18h spielt Cam Newton gegen die knackige Ravens-Defense, die letzte Woche durchaus Probleme gegen einen unnachgiebigen Saints-Bodenangriff hatte.

Oder das Duell der jungen QBs in Chicago: Trubisky gegen Sam Darnold.

Lions vs. Seahawks? Seattles durchaus gute Rushing-Offense gegen Detroits mit DT Snacks Harrison aufgebolsterte Defensive Line. Oder aber auch die Auseinandersetzung zwischen den manchmal unterschätzten Lions-Offense und der Seahawks-Defense, die zwar nicht mehr über die großen Namen verfügt, aber statistisch unter den besten im Lande ist.

Detroit hat in dieser Saison bereits 48 Passspielzüg aus 10-Personnel, also mit 4WR, gespielt. Das ist mit Abstand die #1 der NFL (die Jets mit 20 sind an #2). Dabei waren die Lions mit 50% Success-Rate und 7.8 NY/A auch durchaus sehr erfolgreich. Seattle hat diese Saison erst 3 Pässe gegen 4 oder mehr WR gesehen und eine relativ dünne Decke an Defensive Backs.

NFC-East Divisionsduell in New York mit den kriselnden Giants gegen die Redskins. Big-Blue hat in den letzten Tagen erste Spieler verkauft und scheint sich langsam damit abzufinden, dass die Analytics-Bewegung hinsichtlich ihrer steinzeitlichen Draftstrategie Recht hatte. Vielleicht glauben sie ja doch irgendwann dem überwältigenden Zahlenmaterial – dass Pat Shurmur letzte Woche den selten gesehene „8 Points Down“ 2pt-Conversion versuchte, ist ein gutes Zeichen.

Ein noch besseres wäre es, wenn er heute viel 12-Personnel einbauen würde:

Mutmaßlich die beiden besten Ansetzungen der Frühschicht aber sind die Divisionsduelle in AFC North und West. Chiefs vs. Broncos sticht dabei heraus, weil es das „Rückspiel“ zwischen Mahomes und den Broncos ist. Im ersten Spiel in Woche 4 hielten die Broncos Mahomes drei Viertel lang gut in Schach, ehe der Chiefs-QB im Schlussabschnitt noch ein 2-TD Comeback orchestrierte.

Das andere Spiel ist Steelers vs. Browns. In Woche 1 lieferten die beiden eher schwere Kost, als man sich 21-21 nach Overtime trennte. Dabei leistete sich die Steelers-Offense allerdings 6 Turnovers – das wird nicht nochmal passieren.

Cleveland braucht also mehr Offense. Die wird u.a. von QB Baker Mayfield kommen, der einen mutigen Einstand erlebte, der aber weiterhin von mutlosem Play-Calling mit viel zu viel Laufspiel in die Mauer hinein gebremst wird. Cleveland wird als neuen Stamm-RB den anderen hoch gedrafteten Rookie, RB Nick Chubb, aufbieten, der bislang nur als Geschwindigkeitswechsel eingewechselt wurde und dabei etliche Big-Plays machte.

Rams vs. Packers

Die 21h-Schicht ist mit Rams vs. Packers exzellent besetzt. Ich sehe bereits die neidischen Augen von Aaron Rodgers, wenn er das sensationelle Play-Design der Rams-Offense von Headcoach/OffCoord Sean McVay sieht. Was wird sich Rodgers angesichts der Zillionen freien Receiver und des famosen Passspiels auf RB Gurley und der vielen 6-Man Boxes für Gurley im Laufspiel denken, wenn er sieht, wie er selbst in jedem Snap mangels kreativem Routen-Design alles von selbst machen muss.

Einerseits: Es war großartig, Rodgers über all die Jahre als Alleinunterhalter der Packers-Offense anzuschauen. Es war teilweise Quarterbacking auf allerhöchstem Niveau, und du wusstest, dass es Rodgers nicht qua System machte, sondern dass er fast alles von allein auf die Beine stellte.

Doch wie famos wäre es, einmal einen Rodgers in einem perfekt austarierten Pass-System wie jenem der Rams zu sehen? Ich meine, Goff ist kein schlechter QB. Doch Goff ist locker eine Klasse unterhalb von Rodgers anzusiedeln, was Wurftalent und Spielzug-Erkennung anbelangt. Dass beide von der University of California in die NFL kamen und recht mobile Quarterbacks sind, ist da noch die größte Ähnlichkeit zwischen den beiden.

Spielerisch sollte Los Angeles den Packers deutlich überlegen sein. Es wäre angesichts der momentanen Lage der Dinge vermessen zu glauben, dass Rodgers allein ausreicht, um die ansonsten klaren Vorteile der Rams-Offense und Rams-Defense auszunutzen.

Selbst angesichts der Tatsache, dass die Packers durchaus stark im Verteidigen der 11-Personnel Offense sind (je 61% Defensive Pass und Run Success Rate und 10% Sack-Rate) und dass die Rams gewaltige Probleme in der 11-Personnel Run-Defense haben (nur 42% Run Success-Rate in dieser Formation, eine der Stärke der Packers-Rushing Offense), ist es kaum auszumalen, dass Green Bay damit im Coliseum durchkommt.

Sunday Night Game

Und dann wäre da noch das Nachtspiel: Vikings vs. Saintsda war doch was? Heute die Neuauflage des letztjährigen, unfassbaren Viertelfinalspiels.

Sicher wie das Amen im Gebet: Es wird wenig erfolgreiches Vikes-Laufspiel (#32 nach Success-Rate) gegen die Saints-Front (#8 nach Success-Rate) geben. Doch das wird auch gar nicht notwendig sein, denn die Vikings werden einfach hemmungslos gegen die Saints-Secondary werfen, die mit 7.8 NY/A die drittschlechteste der NFL ist.

Sie werden mit dem starken QB Cousins an vorderster Front testen, ob die Saints auch nach dem Einkauf von Giants-CB Apple dem WR-Duo Diggs/Thielen gewachsen ist. Minnesota wird viel aus 11-Personnel (80% Pass-Quote) und 12-Personnel werfen, wo man 7.5 NY/A macht und wo man die Saints dazu zwingt, so viele Cornerbacks wie möglich auf das Feld zu schicken. Denn Cornerback-Tiefe ist überhaupt nicht das Ding der Saints.

Die andere Seite des Matchups sieht QB Brees gegen die Vikes-Defense. Letzte Saison war Brees im Jänner so ziemlich der erste, der Minnesota bis dahin so souveräne Defense in ihre Einzelteile zerlegen konnte – leider erst in der 2ten Halbzeit, und so massiv das Brees-Comeback war, so fehlte am Ende ein kleines Stück zum Durchbruch.

Heuer hat Minnesota bislang relativ große Probleme, Druck zu erzeugen (29% QB-Pressure Rate, #14), während die Saints die Brees-Pocket sauber halten: Nur 17% QB-Pressure Rate, #1 der NFL. Ein Brees, der Zeit bekommt, ist ein tödlicher Brees, vor allem in einem Dome – auch auswärts gegen Minnesota.

Positive Matchups für die Saints wären Alvin Kamara gegen einen wechselhaften Linebacker-Corp und das Fehlen von CB Mike Hughes in der Vikes-Secondary. CB Rhodes gegen WR Thomas wird ein hochklassiges Duell. Aber dahinter hat Brees noch genügend Anspielstationen um der ausgedünnten Secondary weh zu tun.

Ich sehe die Partie zwar relativ eng. Aber ich sehe trotzdem eine hervorragende Chance für die Saints, hier einen Big-Point gegen einen direkten Konkurrenten zu erzielen und mit den Minnesota Vikings auswärts einen der NFC-Mitfavoriten zu schlagen. Was ein beträchtliches Pfund in einer eventuellen Tie-Breaker Situation Ende Dezember wäre.

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2 Kommentare zu “Sonntagsvorschauer – Woche 8

  1. Pingback: NFL 2018 – Woche 8: Frühschicht im Liveblog | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  2. Pingback: Los Angeles Rams vs. Green Bay Packers live | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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