Montagsvorschauer – Woche 8

Abschluss von Woche 8 heute mit einem Monday Night Game, das wie ein gigantisches Mismatch aussieht: Buffalo Bills (2-5) vs. New England Patriots (5-2), das erste Monday-Night Spiel in Buffalo seit zehn Jahren. Die Patriots sind trotz ihres Status als Auswärtsteam in den Wettbüros mit 14 Punkten favorisiert.

Die NFL ist eigentlich nach dem Paritätsprinzip zusammengestellt: Jedes Team hat theoretisch die gleichen Ressourcen, kann gleich viel Geld ausgeben und die schlechtesten Mannschaften dürfen sich die größten Talente zuerst auswählen. Darauf würde man nicht kommen, wenn man sich die Patriots in der Belichick/Brady-Ära gegen den Rest der AFC East Division anschaut: 25-11 Bilanz gegen die Dolphins, 27-9 Bilanz gegen die Jets – und unfassbare 30-4 Bilanz gegen die Buffalo Bills.

Eine 30-4 Bilanz, die sogar noch geschönt ist, denn zwei der Bills-Siege kamen in Woche 17 zustande, als die Patriots um nichts mehr spielten, in einem davon sogar Brady schonten.

Wie viel Desaster Buffalo in den 18 Jahren war? Nun – die Patriots gewannen 5 Superbowls und spielten in drei weiteren mit. Buffalo bestritt ein einziges Playoffspiel. Buffalo verschliss in der Zeit 8 Head-Coaches, 2 Interimscoaches und 12 Quarterbacks. Derek Anderson ist heute Nacht der 13te Bills-QB, der gegen die Belichick-Patriots starten wird.

Und wenn wir nicht die NFL-Sensation des Jahrzehnts erleben, wird er die Bilanz auf 4-31 runterschrauben. Denn es gibt wenige Matchups in der NFL, in der ein Team hoffnungsloser antritt als heute die Bills – trotz der #3 Defense im Lande.

Man muss sich nur mal das Bills-Passspiel in der Offense anschauen: Die Bills-Defense hat mit 5.8 NY/A den drittbesten Wert der NFL-Saison – und trotzdem ist Buffalo im Pass-Differenzial mit -1.8 NY/A die #32 (anders: Schlusslicht der NFL).

Der Grund liegt in der unbeschreiblichen Schlechtigkeit der Passing-Offense, die nach sieben Spieltagen keine 4.0 NY/A zustande bringt. Seit den dem Jahr 2000 war keine Pass-Offense ineffizienter (Cincinnati Bengals 2000 mit 3.8 NY/A unter dem QB-Duo Akili Smith/Scott Mitchell) – und damals herrschten noch deutlich Defense-lastigere Regeln. Der Pass-Schnitt war damals 5.8 NY/A über alle Mannschaften. 2018 liegt er bei fast 6.7 NY/A.

Für New England sollte es angesichts dieser Voraussetzungen heute ein relativ einfaches Spiel werden – so einfach, dass Anderson mutmaßlich in der zweiten Halbzeit bereits gegen Soft-Coverage und Prevent-Defense antreten kann und seine Pass-Stats am Ende sogar passabel aussehen.

Eine tiefere Analyse ist im Prinzip gar nicht notwendig. Buffalo hat guten Passrush und ist eine Interception-hungrige Defense, die New England vielleicht eine Halbzeit lang vor Probleme stellt. Aber wenn die eigene Offense – wie zu erwarten ist – so gar kein Bein auf den Boden bekommt, hat die beste Defense keine Chance. So geschehen letzte Woche beim Spiel Colts vs. Bills (37-5 Sieg für die Colts).

Eine Pleite mit 14 Punkten würde ich aus Bills-Sicht heute angesichts des möglichen Katastrophenpotenzials durchaus nehmen.

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