Draft Date am Donnerstag – Woche 9

Auftakt zur Woche 9 mit dem unheiligen Thursday Night Game San Francisco 49ers (1-7) vs. Oakland Raiders (1-6). Aus der Partie kann man noch nichtmal mit dem Verkaufsschlager „letztes Bay Area Derby ever“ Thrill ziehen. Es ist schlicht irrelevant (es sei denn, wir denken schon an den Draft 2019).

Immerhin serviert uns die NFL solche Partien zur Europa-unfreundlichsten Zeit mitten in der Nacht – wie übrigens auch das nächste 49ers-Spiel in 11 Tagen, wenn San Francisco im Monday Night Game von Woche 10 gegen die New York Giants (1-7) auftritt. JEEEEEEZ.


Die 49ers-Saison ist längst den Bach runter – spätestens als sich QB Jimmy Garroppolo in Woche 3 mit Kreuzbandriss auf die Injuried Reserve verabschiedete, war Ende der Fahnenstange. Doch schon zuvor waren die Auftritte von Kyle Shanahans Jungs mickrig gewesen.

Shanahan lässt zwar recht kreative Offense spielen, die an guten Tagen so aussieht wie vor ein paar Wochen im Monday Night Game (zzzzz…..) gegen die Packers. Doch das ist der Idealfall, und er reicht noch immer nicht um einen durchschnittlichen Gegner an einem schwachen Tag zu besiegen. Heute ist sogar der Backup-QB Beathart fraglich.


Über die Raiders muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Cleveland und Buffalo ausgeklammert, sind sie die Lachnummer der Saison – wobei das neue Zentrum der Macht, Jon Gruden, in den letzten Wochen immer klarer zum Ausdruck brachte, was sein Zukunftsplan ist: Eben die Zukunft.

Gruden verkauft dieser Tage alles, was nicht niet- und nagelfest ist – kassiert dafür aber ehrlicherweise durchaus fette Preise: Zwei 1st Rounder (minus 2nd Rounder) für DE Khalil Mack und einen weiteren 1st Rounder für WR Amari Cooper bringen Munition für die kommenden Drafts – Stand heute insgesamt fünf 1st Rounder in den nächsten beiden Drafts.

Freilich ist die Gegenwart düster. Gruden fetzt sich seit Wochen mit so ziemlich jedem verbliebenen Abwehrspieler im Kader („Vielleicht ist Melvin konfus, weil er in seiner siebten Mannschaft spielt“… „unsere Passrusher sind Flaschen“) und beklagt sich öffentlich über mangelhaften Passrush nachdem er einen der besten Verteidigungsspieler der NFL unmittelbar vor Saisonstart verkauft hatte.

Ein Spieler, der noch seinen Mann steht: QB Derek Carr, der vor einigen Tagen bereits als quasi abgesägt galt. Carr hat einen horrenden Saisonstart hinter sich, indem er sich zur Karikatur seiner selbst entwickelte: Hunderttausend Kurzpässe pro Spiel, fünfzigtausend Completions, null Effizienz. Freilich halfen ein kaputtes Tackle-Pärchen und völlig unzuverlässige Receiver dem Carr nicht auf die Sprünge.

Ohne ernsthafte Alternative im Kader ist Gruden nun noch bis mindestens Saisonende auf Carr angewiesen, auch wenn die Floskeln nicht gut klingen („Ich kann nur sagen, dass Carr auf absehbare Zeit unser Starter sein wird“). Letzte Woche gegen Indianapolis legte Carr motiviert von all den Abgesängen los wie die Feuerwehr und schoss die Raiders zu einer schnellen Führung. Das war das Gute.

Das Schlechte: Oakland wurde in der Folge von den Colts – den COLTS!physisch dominiert und verlor noch 28-42. Spätestens seither glaubt niemand mehr daran, dass Oakland 2018 zu retten sein wird. Im Worst-Case gewinnen die Raiders heute gegen ein noch kaputteres Team und verpassen dadurch den Top-Pick im Draft 2019.

7 Kommentare zu “Draft Date am Donnerstag – Woche 9

  1. Hallo Korsakoff,
    wie ist deine Meinung zu der 2-Point-Conversion der Titans gegen die Chargers vor 1,5 Wochen? Ich konnte nichts finden, habe nicht alle Artikel der letzten Woche wegen Urlaub gelesen. Danke für den Link, falls du was dazu geschrieben hast.

  2. Jetzt wird doch noch interessant 49ers start Mullens.
    31-of-43 for 396 yards, one passing touchdown, two rushing touchdowns, three interceptions, and two lost fumbles in the 2018 preseason!

  3. @Peter: Nein, ich habe es nicht diskutiert.
    Ich habe kein Problem mit der Entscheidung: 2-pts Conversion ist grosso modo eine 50/50 Sache, und wenn die Alternative ist, höchstwahrscheinlich in die Overtime gegen die Philip-Rivers Offense zu gehen, ist die Entscheidung umso verständlicher.

    Tennessee hat seine Probleme anderswo (1st und 2nd Down Playcalling) als in einer einzelnen 50/50 Entscheidung.

  4. Danke!
    Hatte mich nur gewundert, weil die Titans zurück gekommen sind und das Momentum auf ihrer Seite hatten. Mit dieser Argumentation kann man ja in der OT das Spiel gewinnen.

  5. Auch noch im Nachgang zu der Titans-2pt-Conversion: Hätte man da nicht früher auf die 2-pt-conv gehen müssen? Nach dem TD zum 12-17 kickt man nur den PAT, statt auf ein FG ranzukommen (und kann am Ende den PAT zum Sieg kicken).

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