Montagsvorschauer – Woche 9

Monday Night Game heute mit zwei Teams, die bei 3-4 Bilanz stehen: Dallas Cowboys vs. Tennessee Titans. Es ist das Duell zweier rückständiger old-School Offenses.

Belege?

  • 1st Down Pass-Quote: TEN 43% (#30), DAL 40% (#31)
  • 2nd&middle Pass-Quote: TEN 48% (#29), DAL 62% (#14)

In den häufigsten Downs versagen vor allem die Titans mit ultrakonsvertativem Play-Calling und viel zu vielen Läufen in die Mauer – doch auch Dallas ist vor allem im 1st Down ein komplett rückständiges Team, das etliche Chancen liegen lässt, weil man Franchise-RB Ezekiel Elliott mit Carries bedienen muss.

In Dallas entschuldigt man diese Haltung vom Trainergespann Garrett/Linehan mit dem Fehlen eines Wide Receivers. Nun kaufte man letzte Woche WR Amari Cooper aus Oakland – für den Preis eines 1st Rounders. Gerade Jerry Jones, dem schon zwei WR-Trades in den letzten Jahren arg misslangen (Galloway und Roy Williams), hätte eigentlich wissen können, dass er sich damit von Jon Gruden über den Tisch ziehen ließ.

Doch wie gut Cooper auch immer sein mag: Wenn der Einkauf Garrett & Linehan dazu bewegt, mehr Passspiel in den frühen Downs zu befehlen, kann sich der Preis bereits qua Play-Calling lohnen; Cooper muss dann noch nichtmal besonders gut performen – so viel besser ist das Passspiel für Dallas schon jetzt.

Das erstaunt, denn Dallas ist nach zugelassenen QB-Pressures für Dak Prescott die #31 der Liga: Prescott steht in 37.2% der Pass-Snaps unter Druck, nur Houstons Deshaun Watson kriegt noch mehr Hitze in der Pocket. Prescott hatte bislang nur mickrige Anspielstationen in Hurns, Beasley und Escobar, doch mit Cooper gibt es ab sofort zumindest auf dem Papier einen NFL-würdigen Athleten.

Tennessees Defense ist eine der besseren in der NFL, auch wenn sie nicht spektakulär aussieht. Druck kann über innen (DT Casey) oder über die Flanken (DE Morgan, DE Orakpo) kommen, und hinten hält das CB-Trio Adoree Jackson / Malcolm Butler / Logan Ryan den Laden halbwegs zusammen, auch wenn Butler etwas abfällt:

  • Jackson: 42 Targets, 6.4 Yds/Tgt, 57% SR (#19)
  • Ryan: 26 Targets, 9.3 Yds/Tgt, 46% SR (#42)
  • Butler: 36 Targets, 12.0 Yds/Tgt, 42% SR (#50)

Mehr Kopfzerbrechen bereitet die Titans-Offense, wo QB Marcus Mariota einfach nicht in Gang kommt – wobei wir natürlich beachten müssen, dass das Playcalling von OffCoord Matt LaFleur die womöglich größte Enttäuschung der gesamten Saison ist.

LaFleur macht aber eine Sache richtig: Viel Play-Action für Mariota. Das hatten wir alle gefordert, und Tennessee wirft in 28% der Snaps mit dem Play-Action Fake. Nur drei Teams nutzen diesen Trick häufiger – doch auch wenn Mariota darin besser ist (6.8 NY/A vs. 5.9 NY/A ohne PA-Fake), so sind die Resultate am Ende doch eher enttäuschend.

Tennessee hatte sich mehr von seinem Quarterback erwartet – es wird der Zeitpunkt kommen, an dem sich die Titans eingestehen, dass Mariota nicht die große Zukunftslösung ist. Noch ist jedoch ein halbes Jahr Zeit.

Mariota spielt heute gegen die Defense, die die zweitmeiste QB-Pressure erzeugt: Dallas! Die Cowboys sind angeführt von DE Demarcus Lawrence (22.5 Pressures), DT Crawford (17.5 Pressures) und DE Taco Charlton (11.0 Pressures) ein recht QB-hungriges Team. Das erstaunt – doch so sehr dann auch wieder nicht, denn schon letztes Jahr hatte Dallas die zweitbeste QB-Pressure Rate.

Auf dem Game-Film sind diese Tendenzen erkennbar – was LaFleur befürchtungsweise dazu anhalten wird, noch weniger zu werfen als gewohnt. Und damit wird LaFleur Prozentpunkt an Siegchance einfach in den Wind schießen.

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2 Kommentare zu “Montagsvorschauer – Woche 9

  1. Ja, da bin ich auch bei dir @Andreas.
    Nicht nur HC. sondern auch Offense Coordinator. Die haben das Spiel verloren mit ihrem konservativen Spielaufbau,. Da ist viel mehr drin. Dazu ein unsicherer QB -durch eine Offense Line die ihm nicht genug Schutz bietet.
    Auf der anderen Seite haben sie dadurch den Titans über ihre Defense Line aufgebaut, QB Mariota konnte einige gute Calls von OffCoord Matt LaFleur umsetzten.
    Die Tennessie Titans kommen langsam ins rollen, heute erkennbar worauf sie aufbauen. Nicht spektakulär, aber nebst einer starken Defense auch Fortschritte in der offensiven Spielweise.

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