Date am Donnerstag – Woche 10

Heutiges Donnerstagsspiel: Pittsburgh Steelers (5-2-1) vs. Carolina Panthers (6-2) – ein Duell zweier spannender Mannschaften mit starkem Record. Beiden hätte man das vor einigen Wochen noch nicht so recht zugetraut.

Bei den Panthers hatte die Skepsis gegenüber dem neuen OffCoord Norv Turner, die auch auf diesem Blog vorherrschte!, befohlen, eher lauwarme Saisonprognosen zu geben. In Pittsburgh war man sich nicht sicher, ob die Offense unter ebenso neuem OffCoord, aber ohne RB LeVeon Bell, funktionieren würde.

Nach neun Wochen kann man konstatieren: Die meisten Befürchtungen waren obsolet. In Carolina ist man angenehm überrascht davon, wie Turner seine Offense weiterentwickeln konnte und wie gut er einzigartige Spielertalente wie QB Cam Newton oder RB McCaffrey einzusetzen weiß. In Pittsburgh kräht kein Hahn mehr nach Bell, weil Ersatzmann James Conner sich nach wackeligem Start im September zu einer Waffe als Runner und Fänger entwickelt hat und Bell mittlerweile nahtlos ersetzt.

Ich habe die Carolina Panthers diese Saison noch nicht live gesehen, aber das bisschen Tape und die Advanced-Stats lassen auf folgendes Aussagen schließen:

  • Carolina ist ein großartiges Rushing-Team, und es liegt nicht nur an Newtons Carries. Carolina ist sogar das einzige NFL-Team, das im 1st Down vermutlich noch mehr laufen sollte.
  • Turner hat in seiner Football-freien Zeit in den letzten Jahren stark an der Erweiterung seines Play-Books gearbeitet. Das Laufspiel kommt aus vielen Formationen, mit durchaus einiger Bewegung vor und nach dem Snap und vielen Option-Pitches.
  • Hohe Play-Action Rate mit 28% Play-Action Passing (#4 der NFL). Dafür relative geringe QB-Pressure Rate (23%, #6 der NFL).
  • Carolina hat eine grandiose 21-Personnel Offense (in Lauf wie Pass über 65% Success-Rate), die Turner aber nicht wirklich häufig zum Einsatz bringt (nur 10% der Snaps).
  • Seit der Genesung von WR/RB Curtis Samuel und dem verstärkten Aufkommen des 1st-Round Rookie WRs D.J. Moore hat die Offense noch eine Dimension mehr; Moore ist im Vergleich zu Torrey Smith nicht bloß Post-Route Runner, sondern kann auf längeren Distanzen alle Routen laufen und hat geholfen, die Offense noch einmal zu erweitern.
  • Christian McCaffrey ist die Universal-Waffe im Panthers-System. Turner weiß das, und er weiß McCaffrey nahezu ideal einzusetzen. McCaffrey ist auch ein brillanter Athlet – vielleicht unterschätzt man seine Athletik sogar, weil er ein Weißer ist.

Natürlich wird aus Newton kein präziser Kurzpass-Werfer mehr – doch dank Turner muss er das auch nicht. Turner hat Newton als das akzeptiert, was er ist – ein physisch imposanter Scramble-QB, dessen Talente man nicht wie ein West-Coast QB einsetzen kann.

Ich bin tatsächlich gespannt, wie es die Panthers in Pittsburgh anlegen werden. Kurze Woche und Auswärtsspiel ist normalerweise nicht ideal. Aber Carolina spielt eine so atypische Offense, dass sie Pittsburgh trotzdem Probleme bereiten kann.

Zuletzt bewies Joe Flacco, dass man Pittsburgh mit tiefen Bomben zu Fehlern zwingen kann, ohne dass diese Bomben zwingend perfekt geworfen sein müssen – zu häufig verzweifeln die wuseligen kleinen Steelers-CBs und begehen Strafen. Dazu ist ein CB-Zwerg wie Mike Hilton ein theoretisch gutes Matchup für einen Moore im Slot.

Doch auch wenn Carolina punktet: Auf der Gegenseite steht noch immer das Duo QB Roethlisberger/WR Antonio Brown. Brown hatte IMHO keinen überzeugenden Saisonstart und riskierte kurzzeitig, vom jungen #19 Juju Smith-Schuster angekratzt zu werden. Doch seit einigen Wochen läuft Brown wieder zu absoluter Hochform auf.

Carolina hat nicht wirklich das geeignete Personal um einer Allzweckwaffe wie Brown beizukommen. Und selbst wenn: Smith-Schuster, TE Vance McDonald oder RB Conner bieten ausreichend Alternativen um den Steelers-Gameplan auch gegen die knackige Panther-Defense auf breite Füße zu stellen.

Insofern auf vielen Ebenen für mich ein interessantes Matchup. Ich freue mich, erstmals wirklich die Gelegenheit zu bekommen, die sicherlich gut gecoachten Carolina Panthers 2018 begutachten zu können.

Ein Kommentar zu “Date am Donnerstag – Woche 10

  1. Pittsburgh macht es vor. Effizienter kann man kaum mehr spielen, geradezu, wenn der Gegner zu derartigen Geschenken einladet und die Steelers bis zur Halbzeit mit 31 Punkte scoren.

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