Montagsvorschauer – Woche 12

Abschluss von Woche 12 heute Nacht mit dem Monday Night Game Houston Texans (7-3) vs. Tennessee Titans (5-5).

Houston und Tennessee sind als Franchises insofern verbunden, dass die Titans einst unter der Namen „Oilers“ in Houston gespielt hatten, ehe sie in den 1990ern (über den Umweg Memphis) nach Nashville umzogen. Houston bekam als Entschädigung für den Verlust ab der Saison 2002 eine neue Franchise, die Texans, zugesprochen – die jüngste Franchise der NFL. Der Texans-Owner war Bob McNair, der Ende letzter Woche 81-jährig verstarb.

McNair galt als exzellenter Netzwerker, der es in der kurzen Zeit und trotz seines Status als Neuling im Kreis der Erlauchten zu relativ viel Einfluss gebracht hatte. In den letzten 2-3 Jahren machte McNair aber durch abwertende Bemerkungen gegenüber Schwarzen (speziell im Hymnenprotest) und Unterstützung für Panthers-Owner Jerry Richardson (der seine Franchise verkaufen musste, nachdem bekannt wurde, dass er viele Jahre lang sexuelle Belästigung in seiner Franchise duldete) negativ von sich reden.

Die Texans spielen heute nach über einem Monat wieder zuhause (letztes Heimspiel am 25. Oktober). Bestimmt wird es die eine oder andere Reminiszenz an den verstorbenen Texans-Owner geben.


Sportlich haben die Texans die wohl einmalige Gelegenheit, Tennessee aus dem Rennen um den Divisionstitel zu schießen. Houston verlor zwar vor einigen Monaten das „Hinspiel“ gegen die Titans, doch unter gänzlich anderen Voraussetzungen. Mittlerweile scheint der Trainerstab der Texans zumindest ein Gegenmittel gefunden zu haben gegen die konstante QB-Pressure gegen QB Deshaun Watson.

Watson kassiert zwar immer noch viele Sacks (fast 10% Sack-Quote) und steht häufig unter Druck, doch da die Texans nun verstärkt aus 12-Personnel werfen (fast 35% der Snaps werden aus 12 gespielt), wurde das Problem etwas entschärft (62% Pass-SR aus 12-Personnel mit 9.2 NY/A). Mit teilweise guten Resultaten: Houston gewann zuletzt 7 Spiele en suite.

Dennoch wirkt die Offense nach wie vor unrund, ist stark abhängig von vereinzelten Big-Plays des Star-WR Nuk Hopkins. Hopkins wird heute wohl von Titans-CB Logan Ryan bewacht, der Hopkins im ersten Spiel ganz gut im Griff hatte. Hopkins lässt sich nie ganz ausschalten, da er stark genug ist um im Zweifelsfall auch in Double-Coverage mit dem Ball runterzukommen – aber es macht einen Unterschied, ob er 8 Catches für 120 Yards oder 4 für 60 macht.

Ist Letzteres der Fall, muss sich Watson nach WR Thomas und WR Coutee umschauen – beide keine völligen Gurken, doch beide sich nicht gut genug um sich ohne Scheming konstant im 1-vs-1 mit den gegnerischen Manndeckern durchzusetzen. Und „Scheming“ ist nicht die allergrößte Stärke der Texans-Offensivtrainer.


Auf der anderen Seite des Matchups haben wir QB Marcus Mariota, der mal wieder eine unbeständige Saison spielt. Doch Mariota bekommt auch wenig Unterstützung von seinen Coaches, allem voran OffCoord Matt LaFleur, der extrem viele 1st-Downs mit Läufen in die Mauer verbrennt.

Mariotas Einsatz heute ist mal wieder fraglich, nachdem er sich letzte Woche erneut verletzte. In diesem „Do or Die“-Jahr für Mariota (er ist im vierten Vertragsjahr) hat Mariota nur bedingt viel gemacht um sich als Franchise-QB zu empfehlen. Was man ihm zugute halten kann: Er hat immer wieder leuchtend helle Momente. Doch andererseits verpasst er – wie letzte Woche gegen die Colts – auch immer wieder offene Receiver und macht zu viele falsche Reads.

Mariota – oder wahlweise eben sein Backup – werden heute Nacht mit einem speziellen weiteren Problem konfrontiert sein: Dem Texans-Passrush. Was Clowney und Watt zu veranstalten imstande sind, ist bekannt. Tennessee hat ein nominell gutes Tackle-Pärchen, aber über „Inside“ (Guard und Center) gilt die Line als äußerst verwundbar: Clowney/Watt gegen Center Ben Jones oder die Guards Spain/Kline klingt nach einem gigantischen Mismatch.

Zudem verfügt Houston über ausreichend Cornerbacks/Safetys um die Top-Waffe der Titans-Offense, WR Corey Davis, weitgehend zu neutralisieren.

Was allerdings merkwürdigerweise für Tennessee spricht: Ihre völlige Unberechenbarkeit – ihre Fähigkeit, nach katastrophalen Auftritten wie letzte Woche Colts plötzlich wieder als völlig dominante Mannschaft aufzutreten, die einen Gegner komplett abwürgen kann (wie eine Woche vor dem Colts-Spiel, als man New England an die Wand spielte). Für Houston ist genau das gefährlich: Dass Tennessee heute mal wieder einen der guten Tage auspackt.

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3 Kommentare zu “Montagsvorschauer – Woche 12

  1. LaFleur ist unfähig 3&29 und er lässt laufen. Damit darf der Punter aus der Endzone ran.
    Jemand sollte ihn entlassen und durch jemand fähigen ersetzen

  2. Er sollte dann aber auf keinen Fall ein negativer Spielzug sein, das hilft nur dem Gegner.
    Laufen kommt mir halt wie eine Aufgabe in der Situation vor.

    Und so einige Calls was den Spielzug anging kam mir zumindest fragwürdig vor, wie zB das 4th Down kurz vor der generischen Endzone. Dafür gehen war richtig, aber die Umsetzung war irgendwie nicht gut bzw. erfolgreich.

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