Sonntagsvorschauer – Woche 15

15ter Spieltag der NFL-Saison.

Den Auftakt machten am Donnerstag bereits die Chiefs und Chargers in einer dramatischen Partie, die Los Angeles am Ende trotz dreimaligem 2-TD Rückstand mit 29-28 gewann. Hervorzuheben sind dabei die Eier von Chargers-Headcoach Lynn, der mit 4 Sekunden auf der Uhr nicht auf Overtime, sondern auf Sieg ging.

Die Entscheidung zu loben ist dabei nicht bloß „Hindsight Bias“, weil sie dank eines Kommunikationsproblems in der Chiefs-Verteidigung glückte und zum Sieg führte. Sie ist auch logisch vor dem Hintergrund, dass mit der verkürzten Overtime ein Remis wahrscheinlicher wird – und Remis wäre für LA gleichbedeutend mit einer Niederlage gewesen. Und man hätte das Schicksal der Partie in großen Teilen wohl in den Münzwurf gelegt: Mit seiner eigenen Defense, die Mahomes in 8 Drives insgesamt 4 TD und 3.5 pts/Drive erlaubte, wäre man im Fall der Fälle sehr nackt dagestanden.

Die Chiefs bleiben zwar trotz der Niederlage in der AFC West noch vorn, aber sie haben nächsten Sonntag einen Auswärtstrip nach Seattle, der nicht ohne ist. Und bei zwei 11-3 Mannschaften an der Spitze der AFC West haben heute die 9-4 Patriots und Texans jeweils die Chance, gefährlich nah ranzurücken.

Programm von heute

Der heutige Spieltag sieht 12 Spiele vor – nicht mehr alle haben direkten Impact auf das Playoffrennen:

  • 19h: Atlanta Falcons – Arizona Cardinals
  • 19h: Detroit Lions – Buffalo Bills
  • 19h: Chicago Bears – Green Bay Packers
  • 19h: Cincinnati Bengals – Oakland Raiders
  • 19h: Indianapolis Colts – Dallas Cowboys
  • 19h: Minnesota Vikings – Miami Dolphins
  • 19h: New York Giants – Tennessee Titans
  • 19h: Jacksonville Jaguars – Washington Redskins
  • 19h: Baltimore Ravens – Tampa Bay Buccaneers
  • 22h05: San Francisco 49ers – Seattle Seahawks
  • 22h25: Pittsburgh Steelers – New England Patriots
  • 02h20: Los Angeles Rams – Philadelphia Eagles

Die wesentlichen beiden 19h-Partien sind Packers (5-7-1) vs. Bears (9-4) und Colts (7-6) vs. Cowboys (8-5).

Für die Packers besteht bei genauem Hinschauen noch eine kleine Rest-Chance auf die Post-Season, wenn sie alle ihre 3 Spiele gewinnen sollten. Nach der heutigen Partie wartet noch zweimal Kanonenfutter in Jets und Lions, weswegen der heutigen Partie in Chicago immense Bedeutung zukommt.

Für die Packers wäre außer einem eigenen Sieg heute günstig, wenn Minnesota (vs. Miami), Washington (mit third-string QB @Jaguars) und Philly (mit Backup-QB @Rams) stolpern. Zumindest letztere zwei Optionen sind mehr als denkbar.

Bears vs. Packers war schon in Woche 1 ein denkwürdiger Schlager, als ein holpernder Aaron Rodgers Green Bay aus einem tiefen Loch mit 0-17 Rückstand herausholte und am Ende 24-23 gewann. Doch seither hat die Packer-Offense etwas von ihrem Schrecken verloren, während Chicagos Defense sich mit ihrer Kombination aus vielfältigem Passrush und knüppelharter Deckung als #1-Defense im Lande etabliert hat.

Bei Indianapolis vs. Dallas müssen die Colts dringender gewinnen als die Cowboys, deren Playoff-Ticket so gut wie gelöst ist. Es ist ein Duell Stärke gegen Stärke, wenn der Cowboy-Passrush gegen Andrew Lucks Protection antritt – sicherlich etwas, was man so im Sommer nicht unbedingt hatte erwarten können, zumindest nicht schon für diese Saison.

Wer sich näher mit der Colts-Offense auseinandersetzen möchte, der kann sich bei Cover-1 einlesen.


Kracher des Tages ist sicherlich um 22h25 das AFC-Duell Steelers (7-5-1) vs. Patriots (9-4). Beide waren als AFC-Preseasonfavoriten gestartet, sind dieser Tage jedoch angeknockt: Die Steelers verloren zuletzt 3 Partien en suite, New England ging letzte Woche bei seinem Kryptonit in Miami baden.

„Kryptonit“ ist im Zusammenhang mit New England aber auch ein gutes Stichtwort für Pittsburgh, das in der Belichick-Ära zahllose bittere Pleiten gegen die Patriots einstecken musste. Und so gut die Steelers auch in den letzten Jahren gewesen sein mögen: An New England sind sie so wirklich nie vorbeigekommen – und wenn es dafür teilweise umstrittener Catch-Rulings wie letztes Jahr mit Jessie James bedurfte.

Kritikpunkt an den Steelers: Ihre oft etwas weiche Zone-Defense ist nicht dafür gebaut, New Englands flexible und oft punktgenaue Gameplans zu attackieren. Zu häufig konnte Tom Brady die Schwachpunkte in den Nahtstellen ausfindig machen und Pittsburgh damit ins Herz treffen. Zu wenig hat Pittsburghs DefCoord Butler in den letzten Jahren dagegen unternommen.

Man erwartet, dass Butler heute Abend etwas ändern wird – sprich, dass er Manndeckung versuchen wird mit CB Haden gegen WR Gordon. Aber das entscheidende Kriterium wird sein, wie er gegen Gronkowski spielen lässt: Wieder nur mit einem Safety?

Dieses Jahr kommt dazu, dass die Steeler-Offense nicht wie gewünscht zündet. WR Brown spielt ein unterwältigendes Jahr, womit mit WR Smith-Schuster nur eine herausragende Top-Waffe übrig bleibt. Einen Gegner mit nur einer Top-Waffe kaltzustellen, ist Belichicks Stärke.


In der Nacht später treffen die Rams (11-2) auf die wohl Carson-Wentz losen Eagles (6-7), bei denen sich ohne ihren Franchise-QB kein Mensch mehr vorstellen kann, dass sie noch eine Playoff-Restchance haben sollen. Los Angeles dagegen muss den punktgleichen Saints (spielen morgen @Carolina) einen Sieg im Kampf um den NFC-Topseed vorlegen.

Ein Kommentar zu “Sonntagsvorschauer – Woche 15

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