Montagsvorschauer – Woche 16

Letztes Monday Night Game der Saison am heutigen Heiligabend.


Die Partie könnte nicht weniger weihnachtlich sein: Oakland Raiders (3-11) vs. Denver Broncos (6-8), zwei AFC-West Erzfeinde, die sich in einer schweren Krise befinden. Den meisten Thrill zieht die Partie aus dem Umstand, dass es sich um die letzte Partie im überholten Oakland Coliseum handeln könnte – denn nachdem die Stadtregierung von Oakland mit der Raiders-Franchise jüngst einen Rechtsstreit angezettelt hat, gilt es als unwahrscheinlich, dass die Raiders 2019 in Oakland spielen werden. Und 2020 ziehen sie bekanntlich nach Las Vegas um.

Die Stimmung dürfte also zumindest passen – schließlich ist Oaklands „Black Hole“ einer der wenigen Fansektoren in der NFL, der sich nicht davon beeindrucken lässt, dass er von der NFL ausgesäckelt wird. Diese Hardcore-Fans werden bis zur letzten Minute ihrer Mannschaft die Treue halten, ehe sie ins seelenlose Las Vegas wechselt.

Für Denver könnte auch ein Abschied bevor stehen – nämlich jener von Headcoach Vance Joseph, der erneut eine Losing-Season einfahren dürfte. Ein unverzeihlicher Fehler, nachdem Joseph von GM John Elway alle Ressourcen inklusive eines fantastischen Franchise-Quarterbacks bereit gestellt bekommen hatte.

Josephs Counterpart Jon Gruden wird hingegen so schnell nicht von der Bühne verschwinden. Gruden mag noch so viele Franchise-Eckpunkte à la Khalil Mack für lau verschicken: Er ist vertraglich noch neun Jahre an dieses Team gebunden – nachdem er den internen Machtkampf mit GM Reggie McKenzie gewonnen hat, scheint Gruden nun auch über die personelle Zusammenstellung der Raiders den entscheidenden Einfluss gewonnen zu haben.

Gehen wir nach dem, was Gruden in seiner ersten Offseason angestellt hat, kann jedem Raiders-Fan dabei das Grauen kommen: Die Raiders haben einen der ältesten Kader der Liga, weil Grudens Lieblings-Einkäufe mittelteure (1-5 Mio/Jahr) Free Agents zwischen 28 und 33 sind. Das ist der Weg, wie im Jahr 2000 ein Kader zusammengestellt wurde – damals, als Gruden als junger Trainerstern galt. Im Jahr 2018 ist eine derartige Strategie maximal dümmlich.

Viel Hoffnung auf Besserung besteht nicht. Das Positive: Wir können uns nun einige Jahre auf Grudens Ausreden gefasst machen: 2018 war es der fehlende Passrusher. 2019 der Umzugszirkus. 2020 werden die zahllosen jungen Draftpicks Zeit brauchen / respektive der Einzug in Las Vegas. 2021 der QB, 2022 der neue Rookie-QB und so weiter. Gruden wird das Play-Calling irgendwann abgeben und irgendwann wieder zurückholen. 2027 sehen wir uns dann wieder zur Siebenjahresverlängerung mit Mark Davis.

Gucken wir kurz auf das Spiel, so sehen wir die katastrophale Sollbruchstelle bereits: Denvers Edge-Rush mit Von Miller und Rookie Chubb gegen Oaklands Offensive Tackles, die schon das ganze Jahr als völlig überfordert gelten. QB Derek Carr wird keinen geruhsamen Spätnachmittag erleben.

Und damit frohe Weihnachten und einen schönen Abend.

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3 Kommentare zu “Montagsvorschauer – Woche 16

  1. Hallo comunity,
    ich fühle mich gerade schlecht, dass ich diesen wirklich wunderbaren Blog für meine egoistischen Zwecke verwende. Was würdet ihr zum Spiel heute Abend da sagen, kann Denver einen Spread von 2.5 Punkten gegen sich covern? Oder haltet ihr den Ausgang der Partie für ungewiss, hattest auch die Möglichkeit aus meinem Tipp auszusteigen.

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