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NFL Power Ranking 2018 – Woche 16

Stand im NFL Power Ranking nach Woche 16.


Einer der Gewinner des Wochenendes waren die Baltimore Ravens, die sich mit einer insgesamt überzeugenden Vorstellung auswärts bei den Los Angeles Chargers nach oben gearbeitet haben und von #8 auf #5 hochspringen.

Die Ravens sorgen weiter mit ihrer fulminanten Defense sowie einer unkonventionellen, sehr lauflastigen Offense für Furore. Doch einmal mehr war die Offense bei den Chargers gar nicht so erfolgreich wie man annehmen würde – vor allem mit dem Lauf waren die Ravens bis auf einige wenige isolierte längere Läufe eher ein Desaster:

  • Pass: 25 Attempts, 44% Success-Rate, 8.1 NY/A, 0.02 EPA/Pass
  • Lauf: 33 Versuche, 33% Success-Rate, 5.1 YPC, -0.22 EPA/Run

Dagegen kann man darauf aufbauen, wenn ein QB Lamar Jackson so gut wirft wie bei den Chargers. Entsprechend hat Baltimore direkt im Anschluss an das Chargers-Spiel auch bestätigt, dass der vor einigen Wochen angeschlagene Head Coach John Harbaugh auch 2019 im Amt bleiben wird.

Monster-Defenses im Vergleich

Baltimores wahrer Treiber ist und bleibt aber die überragende Defense, die nun auf #2 klassiert ist. Die #1-Defense haben nach wie vor die Chicago Bears. Die beiden Defenses gehören auch zu den Top-3 Scoring-Defenses (Tennessee ist dort die #2):

  • Baltimore 263 Punkte (16.4 Punkte/Spiel)
  • Chicago 273 Punkte (17.0 Punkte/Spiel)

Ein genauerer Blick auf diese beiden Defenses offenbart: Chicago hat etwas mehr Drives gesehen (175) als Baltimore (167) und kassiert somit minimal weniger Punkte/Drive (1.50) als Baltimore (1.56). Und beide Defenses sind natürlich hyper-effizient Down für Down:

  • Baltimore: 5.2 NY/A gegen den Pass (#1), 64% Run-SR (#5)
  • Chicago 5.4 NY/A gegen den Pass (#2), 69% Run-SR (#1)

Doch das wahre Lehrstück ist in den Turnovers versteckt: Während Chicagos Defense mit 36 Turnovers die meisten Ballverluste der Liga erzwingt, rangiert Baltimore mit nur 14 erzwungenen Ballverlusten auf #31 der NFL (nur San Francisco hat mit 7 Turnovers weniger)!

Du musst dir das mal vorstellen: In der NFL 2018 haben die Ravens die #1 Scoring Defense, obwohl ihre Defense die zweitwenigsten Turnovers der NFL erzwingt. Baltimore hat nur 1.7% INT-Quote (#24 der Liga), während die Bears mit 4.6% INT-Quote relativ zu den gegnerischen Passversuchen die höchste Quote an Interceptions fangen.

Das lässt meinen Respekt vor der Ravens-Defense noch einmal ein Jota nach oben springen: Diese Jungs sind legit und die noch größere Gefahr in den Playoffs als Chicago, das trotz starker Effizienz-Zahlen wesentlich mehr noch von Big-Plays abhängt.

Und bevor die Frage beim Vergleich Chicago vs. Baltimore kommt: Die Ravens sind vor Chicago klassiert, obwohl sie die nach meinen Metriken schwächere Offense (#23 vs. #16) und schwächere Defense (#2 vs. #1) haben – aber Baltimore hat die mit weitem Abstand besten Special Teams in der NFL, während Chicago dort nur unter dem Liga-Durchschnitt rangiert.

Postseason 2018/19: Nur die besten sind dabei

Was noch weiter auffällt: Neun Teams haben sich bereits fix für die Playoffs qualifiziert – alle Neune sind dabei in der oberen Hälfte des Power-Ranking Tableaus klassiert (DAL an #16 hat das niedrigste Ranking).

Von den noch nicht fixen Teams wird kein einziges als Graupentrupp in die Playoffs ziehen:

  • BAL an #5
  • PIT an #7
  • IND an #10
  • MIN an #11
  • PHI an #12
  • TEN an #17

Diese NFL-Saison scheint also ohne Freaktruppen in den Playoffs auszukommen wie z.B. letztes oder vorletztes Jahr, als Mannschaften wie Buffalo, Detroit oder Miami trotz horrender Effizienz-Zahlen den Sprung in die Post Season geschafft hatten.

NFL Power Ranking 2018 - Woche 16.png

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. Fett gedruckte Teams stehen schon in den Playoffs.

Hier noch einige erklärende Grafiken mit den Statistiken hinter dem Power-Ranking und weiteren Zahlen:

 

Wahrscheinlichkeiten für Woche 17

Letzte Woche eine 11-5 Bilanz für das Power-Ranking, das damit über die Saison 109-52 war, also 68% richtige Tipps hatte.

Woche 17 ist normalerweise schwierig für dieses Ranking, da immer wieder Mannschaften ihre Starter draußen lassen um sich für die Playoffs zu regenerieren. Letzte Saison war Woche 17 z.B. die einzige, in der das Ranking mehr falsche als richtige Tipps hatte, weil die Top-Seeds bereits mit Backups gespielt haben.

In diesem Jahr sind erst zwei Seeds fix eingefroren: NO als NFC #1 und DAL als NFC #4. Trotzdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Team wie Chicago auf seine kleine Chance des 1st-Round Byes pfeift und mit Backups antritt, weil es eh einen eigenen Sieg in Minnesota und eine Rams-Heimpleite gegen San Francisco braucht um noch von #3 auf #2 hochzuspringen – ein nur schwer denkbares Szenario.

So oder so wären die Bears nur Außenseiter in Minnesota: Die Vikings sind in der Partie nach den Metriken des Rankings dank Heimvorteil mit 1 Punkt favorisiert. Der Vikes-Gegner im Fernduell ist Philadelphia, der ein 70%-Favorit in Washington ist. Das entspricht einer 67%igen Playoffchance für Minnesota.

Der ESPN FPI sieht die Sache sogar noch klarer, gibt Minnesota eine 77%ige Chance, sich als #6 der NFC für die Playoffs zu qualifizieren.

In der AFC North ist Baltimore in der Führungsposition und nach meinen Metriken mit 9.5 Punkten gegen Cleveland favorisiert. Pittsburgh ist gleichzeitig mit 12.5 Punkten gegen Cincinnati zu favorisieren – das entspricht einer 80% Playoffchance für die Baltimore Ravens.

Das „Endspiel“ um den letzten AFC-Wildcardplatz gibt es zwischen Titans und Colts. Tennessee ist dort trotz Heimvorteil leichter Außenseiter, wenn wir meine Metriken verwenden: 0.5 Punkte Favoritenstatus für Indianapolis, das tatsächlich schon die #10 in meinem Power-Ranking ist – eine der besten Geschichten des Jahres!

Joa, ich weiß: Es gibt noch etliche andere Szenarien, die eintreffen können, inklusive der Chance, dass die Titans hoch auf #2 springen. Aber die wollen wir hier nicht diskutieren. Ich hatte sie schon am Christtag vorgestellt.

Also: Hier die Wahrscheinlichkeiten für Sonntag – aufgrund der verschiedenen Motivationen mit besonderer Vorsicht zu genießen:

Wahrscheinlichkeiten für Woche 17.PNG

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9 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2018 – Woche 16

  1. Wie gut ist die Lamar Jackson offense denn nun wirklich? Die Chargers waren die einzige Defense die Der Rede wert war und im Powerranking ist ja die flacco offense noch enthalten.

  2. Wenn wir rein die Zahlen der Lamar-Jackson Offense einfügen, geht das Ranking der Ravens minimal nach oben: Von .656 auf .669.

    Es bleibt aber immer bei Platz 5.

  3. @Björn: Vielleicht Überaggressivität in manchen Momenten.

    Über die Saison hat die Ravens-Defense z.B. im Passspiel über Spielfeldmitte kurz (also innerhalb der Hashmarks + Anspielstation innerhalb 5 Yards downfield) 10% höhere Pass-SR als das durchschnittliche NFL-Team zugelassen und 0.24 mehr Pass-EPA.

    Auch über Rechte Spielfeldhälfte kurz ist Baltimore nur Durchschnitt: Nur 4% geringere Pass-SR als der Liga-Durchschnitt und nur 0.06 EPA/Pass schlechter als der Schnitt.

    Spielfeldmitte tief ist auch ein kleiner Schwachpunkt: -1% Success-Rate im Passspiel und 0.03 EPA/Pass schwächer als NFL-Schnitt.

    Also eine echte Schwachstelle (Kurzpassspiel über die Mitte) und zweimal Durchschnitt. In allen anderen Phasen des Spiels ist die Ravens-Pass Defense überragend.

  4. Zwar stimmt das mit dem Powerranking, aber wenn man deine Saisonvorschau nimmt sind aus den Titelfavoriten #6 Steelers, #5 Packers, #2 Falcons und #1 Eagles raus bzw. sind die Steelers und Eagles auf fremde Hilfe angewiesen. Und nur die Eagles haben einen verletzen Starting QB.

    Dafür können sich von den Kellerkinder zumindest die Colts in die POs bringen, die Redskins haben leider ihren QB verloren und sind daher abgeschlagen.
    Aus dem Niemandsland sind die Chiefs, Cowboys und Seattle dabei.
    Von den Kronprinzen haben die Ravens, Titans und Vikings es in der eignen Hand und Chargers und Bears sind dabei.

    So gesehen war das Ergebnis was wir jetzt haben vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten.

  5. Klar ist die Saison insgesamt überraschend verlaufen – aber das ist nichts Neues. Wir haben fast jedes Jahr 4-5 neue Playoffteams dabei. Dabei sprechen wir jedoch von Preseason-Erwartung.

    Aber wir haben eben häufig auch mindestens ein Team, das jenseits der #20 in diesem Ranking klassiert ist – mit Zahlen aus der laufenden Saison. Manchmal jenseits der #25. Teams, die durch glückliche Umstände nach oben gespult werden.

    2018 offensichtlich nicht.

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