Die Offense Line der Colts ist stark, aber Andrew Luck ist im Verhindern von Sacks brillant

Hast du dich schon einmal gewundert, welche Offenses zwar viele QB-Pressures zulassen, aber keine Sacks?

Patrick Mahomes ist nicht bloß der Quarterback, der für die meisten Yards und Touchdowns in dieser Saison geworfen hat und mit seinem Spielstil die Liga im Sturm erobert hat. Er ist auch der Quarterback, der es wie kaum ein zweiter versteht, trotz QB-Pressures kaum Sacks zu kassieren.

Du glaubst es nicht? Mahomes stand in der abgelaufenen Saison in 33.4% seiner Drop-Backs unter Druck von Passrushern – der fünfthöchste Wert der NFL.

Doch Mahomes kassierte in nur 4% seiner Dropbacks einen Sack – der fünfniedrigste Wert der Liga!

Mahomes stand in der abgelaufenen Saison insgesamt 195 Mal unter Druck und kassierte dabei nur 26 Sacks. Das ist ein Sack pro 7.5 QB-Pressures – der zweitbeste Wert in der NFL.

Besser im Verhindern von Sacks trotz immediatem Druck in der Pocket war in der abgelaufenen NFL-Saison nur einer: Indys QB Andrew Luck, der mit 26% Pressure-Rate zwar nicht überaus häufig unter Druck stand (26% Pressure-Rate sind der achtbeste Wert der NFL), doch Luck brillierte selbst für diese Verhältnisse und kassierte nur 18 Sacks. Diese 2.8% Sack-Quote war die niedrigste in der Liga – und vor allem: Luck kassierte nur alle 9.4 QB-Pressures einen Sack.

Im Liga-Schnitt kassieren Quarterbacks alle 4.1 QB-Pressures einen Sack. Demnach hätte man von Luck erwartet, in der abgelaufenen Saison 169 / 4.1 = 41 Sacks zu kassieren. Luck wurde somit 23x seltener gesackt als man von ihm erwarten hätte können. Mahomes ist mit 21 Sacks unter Erwartung der zweitbeste.

Nachfolgend die komplette Aufstellung, sortiert nach der Spalte „1 Sack per x Pressures“:

Pressure zu Sacks 2018 incl. Playoffs.png

Wir sehen, dass alles Gerede um Minnesotas Offensive Line durchaus Substanz hatte, denn die Vikings gaben eine QB-Pressure Rate von 33% auf, #25 der NFL. Dafür sieht Kirk Cousins‘ Sack-Rate (#12 der NFL) durchaus passabel aus. Cousins kassierte demnach 9 weniger Sacks als man hätte befürchten müssen.

Dagegen sind die Quarterbacks in Oakland und Tennessee trotz akzeptabler Offensive Lines (jeweils in den Top-10 bei zugelassenen QB-Pressures) auffällig Sack-anfällig und im untersten Viertel der Liga klassiert, was Sack-Quote angeht. Die Titans-QBs kassierten 19 Sacks mehr als man anhand der QB-Pressures erwartet hätte.

Schauen wir uns nur die Wildcard-Playoffteams vom Wochenende an, sehen wir:

  • Luck und die Colts sind natürlich King: #8 Pressure, #1 Sacks, #1 Pressure/Sack
  • Ravens: #12 Pressures, #7 Sacks, #10 Pressure/Sack
  • Chargers mit QB Rivers: #19 QB-Pressure, #14 Sacks, #11 Pressure/Sack
  • Chicago mit QB Truvisky: #4 QB-Pressure, #10 Sacks, #17 Pressure/Sack
  • Philly? #7 QB-Pressure, #15 Sacks, #19 Pressure/Sack
  • Houston mit QB Watson: #32 QB-Pressures, #32 Sacks, #28 Pressure/Sack
  • Dallas: #22 Pressures, #28 Sacks, #29 Pressure/Sack
  • DieSeahawks: #30 Pressures, #31 Sacks, #30 Pressure/Sack

Wir sehen am Wochenende mit Luck hinter der Colts-OL also nicht nur den QB mit der besten Pressure/Sack Rate, sondern mit Texans, Cowboys und Seahawks auch drei der Offenses, die mit am meisten QB-Pressures und Sacks aufgeben.

5 Kommentare zu “Die Offense Line der Colts ist stark, aber Andrew Luck ist im Verhindern von Sacks brillant

  1. Interessante Statistik, die ganz gut meinen optischen Eindruck bei Luck bestätigt. Auch wenn ich den Unterschied zu vielen anderen QBs nicht so enorm erwartet hätte. Vielen Dank für den Artikel!

    Ich tue mich nur mit dem Begriff QB-Pressure immer etwas schwer, ist mir irgendwie so schwammig. Wie würdest Du den Begriff interpretieren, wie misst man die? Sacks und hurries (welche ja auch nicht so eindeutig messbar sind)? Gibt es verschiedene Sichtweisen zu diesem Begriff und vor allem, wie misst bzw. welche Zahlen verwendest Du?

  2. Es gibt verschiedene Interpretationen. Hier ist QB-Pressure nach ESPN so definiert: Pass+Scrambleversuch, bei dem ein Verteidiger den QB zum Reagieren zwingt, Sacks (wobei Coverage-Sack nur zählt, wenn es auch einen Verteidiger gibt, der den QB zum Reagieren gezwungen hatte).

    PFF verwendet eine andere Definition und weist daher auch tendenziell höhere Pressure-Rates aus. Ich habe ein paar isolierte Spiele protokolliert – ich finde, die hiesige Methode ist die bessere.

  3. Interessant wäre es zu wissen z.B. die Bewertung QB Pressure im Detail, ab wann ist ein OL Block schlecht der zum QB Scramble führt ? OL Spieler sein Rücken hat den Abstand zum QB von 2y oder erst ab 1y ? oder muss ein Block absolut fehlschlagen oder schon bei 50% ? usw.

    Auch QB Scramble zu Sack ist muss kein klassischer Sack sein. Sieht man gut bei Jaylon Smith er hat 2018 4 Sacks erzielt, alle nach QB Scramble. 2 davon durchaus gelungen, allerdings bei 2 war der Scramble beendet einfach vor erreichen der LoS um 0-0,5y.

    Anmerkung. Da nach Sacks/Team gelistet, Chicago ist zu berücksichtigen die 2 Spiele vom Backup Daniel mit 9 Sacks (Trubisky mit 1,7 pro Spiel).

  4. Pingback: Houston Texans in der Sezierstunde | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  5. Pingback: Indianapolis Colts in der Sezierstunde | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.