Der große Abschlussbericht | NFL 2018/19 in der Sezierstunde

Ein Monat ist seit der Superbowl 2019 vergangen – Abstand genug um einen ausführlichen letzten Blick auf die abgelaufene NFL-Saison zu werfen und schon erste Blicke in den kommenden Herbst schweifen zu lassen.

Das gewählte Format dafür ist ein mehrfach erprobtes: Ich frage, Experte antwortet. Der Gefragte ist heute der Co-Autor auf dem Sideline Reporter, Herrmann. Bitte einmal kurz Luft holen, Viertelstunde reservieren – und ein letztes Mal eintauchen in die großartige letzte NFL-Saison 2018/19. 20 Fragen, 20 Antworten.

Super Bowl und Season Recap

#1 Du bist Patriots-Fan: Wie schlimm wäre es gewesen, wenn anstatt des sechsten Brady-Ring der erste Titel für Reid/Mahomes herausgeschaut hätte?

Damit hätte ich gut leben können. Das AFC Championship Game war eines der aufregendsten Spiele, die ich je live gesehen habe. Andy Reid ist auch ein Typ, dem ich es sehr gönnen würde. Reid paßt sich nicht nur neuen Trends an, sondern installiert neue Dinge, ist unkonventionell, ist mutig und stellt seine Spieler in den Mittelpunkt seiner Überlegungen – und nicht “sein System”. Bei all dem Hype um die neuen jungen Coaches sollten Reid (und auch Belichick und Payton) reminder sein, daß “modern” kein Privileg der Jugend ist. Alte Coaches können smart und mutig sein wie auch junge Coaches smart und mutig sein können. Genauso können junge Coaches ängstlich und gestrig sein wie auch alte Coaches.

#2 Rekapitulieren wir die abgelaufene NFL-Saison: Welche war die wichtigste Storyline der Saison?

Vielleicht nicht *die* Storyline der großen Medien, aber was ich für mich mitnehme in die nächste Saison: Vielseitig rules! “Mehr Laufen” oder “Mehr passen” oder “Mehr Cover-3” oder “Mehr Man-to-Man” sind – zumindest derzeit – Parolen, die am Thema vorbeigehen. Wenn man das granularer sieht, gibt es allerdings einige Parolen, die mehr Verbreitung finden sollten, wie zum Beispiel das von Dir, Warren Sharp und anderen in der letzten Saison so stark bespielte Thema “Pass on 1st Down”.

Je vielseitiger eine Mannschaft und die Trainer dahinter sind, desto wahrscheinlicher sind sie erfolgreich. Das geht bei dem Hype um die jungen Trainer auch immer unter: es gibt kein “System Reid”, “System Belichick” oder “System McVay”, das der ehemalige Assistenztrainer mitbringen kann. Was diese Trainer erfolgreich macht, ist die ständige Weiterentwicklung und das Einbringen von neuen Elementen. Und ob die Assistenzcoaches diese Fähigkeiten mitbringen, zeigt sich nicht am Playbook der letzten Jahre, die sie mitbringen; sondern am Playbook der nächsten Saison, das sie selbst gestalten müssen.

Nur eines wird sich nie ändern: dein Quarterback muß gut aus der Pocket werfen können.

Award Session

#3 Welcher war für dich der prägende Spieler der Saison?

Mahomes.

#4 Ist Mahomes also der würdige MVP?

Ja.

#5 Sollte man den MVP oder den zweitbesten Offensivspieler der Saison zum OPOY wählen?

Ähhhh… Ich würde fast sagen, nur der MVP reicht generell aus. Aber da das meistens ein Angreifer ist, sollte auch ein DPOY gewählt werden, weil die Verteidiger sonst nie einen “Besten” hätten. Beste Idee wäre vielleicht, entweder OPOY oder DPOY auch zum MVP zu wählen. Jedenfalls ist es Quatsch, einen MVP *und* einen anderen OPOY zu haben.

#6 Rennen zum Defensivspieler des Jahres: Aaron Donald ohne Einschränkungen, oder hast du noch Konkurrenz zu bieten?

Konkurrenten wären Akiem Hicks, Stephon Gilmore und DeMarcus Lawrence. Aber schon noch mit Abstand zu Donald. Donald macht einfach zu viel kaputt.

Aber nach oben ist auch noch einiger Abstand zu J.J. Watt in his prime. Donald hat bei Wade Phillips nur eine Aufgabe: so schnell wie möglich vorbei an der Offensive Line. Watt (und auch Von Miller) hatten unter Phillips mehr Aufgaben. Das liegt wahrscheinlich auch an der Position, die Donald in der Mitte spielen muß, aber die mangelnde Vielseitigkeit läßt ihn im Rennen um den Titel Defensive Player of the Decade hinter Watt zurück.

#7 Offensive Rookie des Jahres – sie haben Saquon Barkley von den Giants gewählt. Warum hatte OG Quenton Nelson, der als Rookie ins All-Pro Team gewählt wurde, so gar keine Chance auf diesen Titel?

Weil: kurze Aufmerksamkeitsspanne. Weil Twitter. Weil Highlights. Weil Redzone. Weil schnell weiter. Weil Ach, guck! 50 Yard-TD! Jetzt wieder zurück zu einem wichtigen Spiel.

Weil niemand die 20 Läufe von Barkley sieht, die für null bis zwei Yards gehen in einem bedeutungslosen Spiel. Nelson ist konstant sehr gut, was aber im Kurzformat nicht aufregend ist. Barkleys wenige Highlights dagegen passen super in die Redzone-Twitter-Öffentlichkeit. Nelson ist ein guter Roman, Barkley ein witziger Tweet.

#8 Nelson mal ausgeklammert: Barkley oder QB Baker Mayfield?

Mayfield! Vor allem weil – wie oben angedeutet und auch oft beschrieben von Stat Heads während der Saison – Barkley nicht konstant Yards macht.

#9 Das Defensiv-Rookie Rennen 2019: Bester Defense-Rookie Jahrgang ever? Wurde der richtige Mann (Darius Leonard) von der AP ausgezeichnet?

Leonard paßt schon. Aber allein wegen seiner Vielseitigkeit hätte ich wohl Derwin James vorgezogen.Spielt viele verschiedene Rollen – und spielt sie alle ganz gut. Dazu kommt noch ein gewisses Excitement bei ihm, mehr “woah! Zeig mal replay!”.

#10 Schauen wir uns das Coach des Jahres Rennen an: Die AP hat Matt Nagy gewählt. Wie gut ist diese Wahl angesichts der massiven Konkurrenz in dieser Saison. Und ja – ich kann dir meine Hitliste schon vorab präsentieren:

#1 Belichick
#2 Andy Reid
#3 Frank Reich

Warum also Nagy?

Keine Ahnung. Das ist eine fürchterliche Wahl. Chicago hat nur von der Defense gelebt. Und die Defense hat von der personellen Kontinuität und von Vic Fangio gelebt. Für beides kann Nagy nichts (außer vielleicht, smart genug gewesen zu sein, Fangio vom vorherigen Staff zu behalten.)

#1 Belichick. Muß man nicht mehr viel zu sagen. Am beeindruckendsten finde ich, wie trotz konstant hohem Turnover (Abgänge, Zugänge, Verletzungen) die Patriots-Mannschaften spätestens ab November immer in der Lage sind, so unglaublich flexibel zu sein, zwischen den verschiedenen Spielen aber auch innerhalb eines Spiels. Das eine ist ja, wie immer wieder hervorgehoben wird, daß er für jedes Spiel einen neuen maßgeschneiderten Game Plan hat; aber das noch viel wichtigere ist ja, daß die Spieler so gecoacht sind, das auch umsetzen zu können.

Eleganteste Lösung wäre: den Award einfach Bill-Belichick-Award nennen. Den hätte am meisten wohl Andy Reid verdient. Die spannendste Frage bei den meisten Head Coaches ist ja, wieviel Einfluß sie auf die “andere” Seite haben. Also ein Andy Reid auf die Defense oder eben ein Nagy auf die Defense. Auch das macht Belichick so einzigartig: er verantwortet  mehr oder weniger alles: Offense, Defense, Special Teams.

Wen ich beim “Gesamteinfluß” neben Belly am beeindruckendsten finde, sind John Harbaugh und Pete Carroll. Da scheint jeder Spieler bei jedem Spielzug extremst Bock zu haben – und auch etwas zu können. Sehr gut trainiert in den Basics, sehr diszipliniert in ihren jeweiligen Aufgaben. Nenne drei Spieler der Ravens-D! Nenne die drei Receiver der Seahawks! Gar nicht so einfach. Es ist aber auch gar nicht so wichtig, das funktioniert bei beiden seit vielen Jahren auf Playoff-Niveau und teilweise darüber hinaus mit ständig wechselnden Spielern.

#11 Welcher Rookie-Coach hat abseits von Nagy und Reich hat den besten Job des Jahres gemacht?

Weiß ich nicht. Da hat niemand Bäume ausgerissen. Vrabel in Tennessee und Patricia in Detroit haben anscheinend wenigstens das – mehr oder weniger hohe – Niveau ihrer Mannschaften halten können. Mehr wird man in der nächsten Saison sehen, ob sie das Niveau steigern können.

#12 Matt Patricia: Wird er 2019 die Kurve in Detroit kratzen?

You tell me, korsakoff! Von den Lions bin ich sehr weit weg. Meine Kreise, nach Intensität von innen nach außen: 1) Patriots 2 ) AFC East  3) AFC gefährlich für Pats: Ravens, Chargers, Steelers, jetzt auch Chiefs 4) NFC, was ich interessant finde / Spaß macht: Eagles, Saints, Rams, in Teilen Bears, Panthers, Vikings 5) Rest.

Lions sind für mich in der 5). Die Spiele gegen die Patriots und Rams aber könnten sie nächstes Jahr in der 4) starten lassen. Was ich nicht verstanden habe, ist, was mit der Offense passiert ist. Unter Jim Bob Cooter pre-2018 sah das teilweise ganz cool aus, 2018 nicht mehr. An die OL Ragnow und Glasgow kann ich mich positiv erinnern, auch an WR Golloday (?); aus früheren Jahren auch noch LT Decker, WR Marvin Jones und natürlich Stafford. Aber letztes Jahr schien da nicht viel zusammenzupassen.

In der Defense scheinen mehr große Namen zu sein, höhö: A’Shawn Robinson, De’Shawn Hand und Snacks Harrison. Daneben noch Flitzebogen-LB Jarrad Davis und Darius Slay. Da fehlt ein Pass Rusher (Ziggy Ansah?), aber wenn man noch Ex-Patriot Tavon Wilson dazu nimmt, sollte Patricia damit gut arbeiten können. Die große Frage ist wohl eher die Offense.

#13 Welcher General Manager hat rückwirkend den besseren Job in den letzten 13 Monaten gemacht: Indys Chris Ballard oder Ryan Pace von Chicago?

Aus dem Stand würde ich sagen: Ballard. Aber auch das wird man erst in zwei, drei Jahren vernünftig bewerten können.

All-Pro Team

#14 Zum All-Pro Team: Kannst du es mir vervollständigen?

QB: Brees oder Mahomes? Mahomes.

RB: Kamara oder Saquon Barkley? Kamara. Und selbstverständlich James “Jimmy” Devlin als Fullback.

WR: Nuk Hopkins… und? Julio Jones. Jones ist soo unglaublich gut seit so langer Zeit, daß man sich sehr dran gewöhnt hat und dadurch fast ein bißchen durchs Raster fällt. Und als dritten natürlich Tyreek Hill, der Angstmacher.

TE: Kelce oder Kittle? Kelce. Aber vor allem, weil ich viel mehr von Kelce gesehen habe. Kittle kenne ich fast nur aus Highlights und zwei oder drei vollen Spielen.

OL: New England, L.A. Rams oder Indianapolis? Patriots. Auch hier wieder: wegen der Vielseitigkeit. Die Pats können gerade im Laufspiel so gut wie alle nur erdenklichen Blocking Schemes und Spielzüge spielen.

DL: Wen nominierst du neben Watt und Aaron Donald? Akiem Hicks. Wahrscheinlich die größte Fehlentscheidung Belichicks der letzten Jahre, ihn nach der 2015er-Saison nicht zu verlängern (klammert man Jimmy-G vs Brady aus, weil nicht klar ist, wer die Entscheidung getroffen hat).

Edge Rusher: Sollte Khalil Mack ins All-Pro Team gewählt werden? Würde ich knapp DeMarcus Lawrence vorne sehen, konstanter, auch weil weniger verletzt. Also als Linie: Watt – Donald – Hicks – Lawrence.

LB: Bobby Wagner, Luke Kuechly oder Darius Leonard? Wagner auf jeden Fall. Ich würde ein letztes Mal auch noch Kuechly vor Leonard sehen. Aber am liebsten wäre mir, Kuechly würde aufhören. Wie viele Concussions will er denn noch überleben?

CB: Wer leistet Stephon Gilmore Gesellschaft? Im Slot der Typ von den Bears, Callahan. Und außen Xavien Howard aus Miami. Als Patriots-Fan gucke ich generell recht viel AFC East, und spätestens seit Howard 2017 im November oder Dezember ein Spiel gegen Pats fast alleine gewonnen hat, ist er ganz groß auf meinem Radar. Auch 2018 hat er eine Defense am Leben erhalten, die sonst kaum Talent hat. Als Außenseiter hätte ich hier noch Marlon Humphrey, Ravens. Humphrey könnte nächstes Jahr der beste Corner der Liga werden.

S: Gibt es überhaupt noch großartige Safetys in der NFL?

Jedenfalls keine vom Schlage Ed Reed, Polamamu oder Earl Thomas. Wie auch bei den Cornerbacks würde ich hier erstmal einen Blue Chipper der AFC-East-Opfer nehmen: Jamal Adams von den Jets. Der fällt immer auf, meistens positiv. Er erinnert mich auch ein bißchen an Earl Thomas: mit einem Killer Speed immer sofort da, wo er ein Feuer löschen kann, und manchmal sogar ein bißchen zu aggressiv, als wäre er *zu* schnell: der Angreifer sieht die Falle gerade noch und kann ausweichen.

Harrison Smith ist immer noch super unter Mike Zimmer in Minny. Und auch der Ersatz-Safety von Minny, Anthony Harris, sah wie Smith immer so aus, als wüßte er ganz genau, wo er sein muß und was er dort tun soll.

Devin McCourty gehört auch noch ins obere Regal. Super smart, sehr vielseitig und auch immer noch sehr athletisch. Nicht zufällig einer der ganz wenigen Verteidiger, die von Belly eine teure Vertragsverlängerung bekommen haben. Letztes Jahr sehr gut, dieses Jahr nur noch gut gefallen hat mir Titans #31, Byard.

Immer wieder sehr positiv aufgefallen ist Chicagos #39, Jackson. Aber wenn man mit seinen physischen Anlagen erst vier Jahre lang von Nick Saban ausgebildet wurde und dann drei Jahre lang für Vic Fangio spielt, kann man das auch fast schon erwarten.

Also ins Team: Eddie Jackson und Jamal Adams. Wenn ich Big Nickel spielen will, wahrscheinlich mit Derwin James. Einen Rookie, der so viele verschiedene Rollen so zuverlässig spielt, habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

Die Kommentatoren

#15 In die Kommentatorenkabine: Cris Collinsworth oder Tony Romo?

Oh! Schwierig. Ich finde Cris Colinsworth hat eine hervorragende Art gefunden, die für ihn gut funktioniert. Sehr stark analytisch, gut unterhaltsam für’s Fernsehpublikum, zum Glück immer noch manchmal ein bißchen edgy, und manchmal auch witzig. Vor allem zusammen mit Al Michaels der absolute Goldstandard für Kommentatorenkabinen weltweit. Mehr noch als jeder einzelne Spieler würden mir diese beiden fehlen, wenn sie gingen.

Aber wenn heute abend ein Footballspiel wäre, hätte ich da noch lieber Tony Romo. Mit seiner Energie und seiner Begeisterungsfähigkeit bringt er einen Spaß in das Spiel, den das Spiel alleine nicht erzeugen könnte. Analytisch ist er eh klasse. Er überdreht auch nicht mehr so doll wie am Anfang und kann sich mittlerweile auch mal gut zurücknehmen. Romo erinnert mich in seiner Art – völlig ernst gemeint – an Frank Buschmann beim Basketball Mitte/Ende der 90er. Buschmann versteht ja auch was von Basketball, zweite Liga hat er gespielt, glaub’ ich, und sein manchmal überbordender Enthusiasmus wurde damals ganz gut im Zaum gehalten vom einigermaßen knorrigen Manni Winter.

Spiel des Jahres

#16 Welche waren für dich die besten drei Spiele der Saison?

Ich mach’ einfach vier.

4) Week 11; Rams 54, Chiefs 51

Viele Freak Plays und Turnovers, aber gerade in der Offense haben zwei der klügsten Coaches gezeigt, was alles möglich sein kann, wenn man eben smart ist. Über das Spiel ist ja schon genug geschrieben worden. Das ist aber noch eine gute Möglichkeit, um Sean McVay zu erwähnen. Zum Ende der Saison hat seine Offense nachgelassen. Aber er macht den EIndruck, gleichzeitig bescheiden und selbstbewußt genug zu sein, um stark weiterentwickelt in die neue Saison zu gehen. Er wird neue Elemente einbauen und seinen Spielern beibringen und eben nicht “stehenbleiben” bei “seinem System” und nicht auf seine Spieler schimpfen, daß sie zu blöd für die execution, sondern versuchen, einen Style zu finden, in dem seine vorhandenen Spieler erfolgreich sein können.

3) Week 1: Sunday Night Football Packers 24, Bears 23.

Ich zieh mich mittlerweile während der Offseason stark raus und verfolge nur wenig. Dieses Spiel war der perfekte opener um direkt wieder von 0 auf 100 zu kommen. So ist Football geil und hat sofort Bock gemacht, tief einzusteigen in eine Saison mit viel, viel Football.

2& 1) Week 6: Patriots 43, Chiefs 40
AFC C’ship Game:, Patriots 37, Chiefs 31 (OT)

Zwei Wahnsinnsspiele! Beide auch recht ähnlich im Verlauf: die Patriots gehen groß in Führung, bevor in der zweiten Hälfte der furchtlose Mahomes ein Feuerwerk abfackelt, schließlich im vierten Viertel ständig Führungswechsel und ein Aufreger nach dem anderen. Nur vor Peyton Manning hatte ich als Pats-Fan in Spielen mehr Angst als vor Tyreek Hill und Mahomes, der aussah wie eine Mischung aus Aaron Rodgers und Russel Wilson.

Der Blick nach vorne

#17 Welcher neue Head Coach für 2019 ist für dich der spannendste?

Zählt Bruce Arians als neu? Wenn nicht, dann wohl Adam Gase, Jets. Einerseits weil er schon seit Jahren als Wunderkind beschrieben wird von Leuten, die es wohl wissen (Peyton Manning; Cosell; aber auch so Leute wie Ross Tucker oder Michael Lombardi erzählen immer wieder, daß  sie von “people in the know” erzählt bekommen, wie unglaublich smart er ist). Und weil er einen anscheinend ganz talentierten QB hat mit Darnold; und auch weil mit Gurkentruppen und Ersatz-QB in Miami immer um die Playoffs mitgespielt hat (Brian Flores wird es da ganz schwer haben mit diesem Kader). Und andererseits natürlich, weil es soviel Implosionsgefahr gibt mit dem Irren Gregg Williams und dessen “Verpetzer” Joe Vitt in einem Staff.

#18 Zur Offseason: Was wird dir fehlen, wenn Rob Gronkowski tatsächlich zurücktritt?

Ehrlich gesagt, wäre es gar nicht mehr so viel, weil ich eigentlich schon letztes Jahr damit gerechnet hatte. Neben seinen wichtigen Wow-Catches und seinem unnachahmlichen Zeitlupenrobocoplaufstil wären das aber vor allem die gifs der Patriots-Twitter-Community, wie Gronk im Laufblocking hilflose Verteidiger in den Boden rammt.

#19 Quick Outlook: Wer kommt 2019 weiter: Die Patriots oder die Rams?

Patriots. Was machen die Rams, wenn sich mal jemand verletzt? Wen werden sie alles verlieren? Wieviel Tiefe ist da im Kader? Kann Goff besser werden? Kann McVay seine Mannschaft so anpassen, daß die Verteidigungen auch nach einem halben Jahr ungestörten Filmgucken hilflos sind? Belichick (als GM und Coach) kann diese Fragen für sich alle mit “ja” beantworten, das ist sicher. Bei den Rams ist das noch unklar.

#20 Sag und schon jetzt, wer uns im Herbst überraschen wird! Deine drei größten Dark-Horses?

Gibt es überhaupt noch Dark Horses? Die  “Community” in der ich micht bewege, also das Feld zwischen Greg Cosell / Football Outsiders / Barnwell / Mina Kimes /  Doug Farrar / Andy Benoit / korsakoff / Mike Tanier / Chase Stuart / Warren Sharp / Patriots-Twtter – analysiert ja mittlerweile alles so smart, daß Indy oder San Fran oder Cleveland (wow – it’s happening!) keine Geheimtipps sind.

Aus dem Stegreif etwas vielleicht wirklich überraschendes: endlich mal wieder Tampa als Dark Horse! Mit Bruce Arians und Todd Bowles haben sie zwei meiner Lieblings-Aggressiven als Coaches.

 

8 Kommentare zu “Der große Abschlussbericht | NFL 2018/19 in der Sezierstunde

  1. Bloß aus Neugier, korsakoff:
    Warum so viel über die NFL, wenn die doch gar nicht spielt. Interessanter wäre doch eine aktuelle Begleitung der AAF, wo es Football gibt.

  2. Wenn ich das richtig mitgelesen habe die letzten Jahre dann nimmt sich Korsakoff in den Offseasons mehr und mehr komplett aus Football raus… Von daher kann ich so einen Abschluss sehr gut nachvollziehen und finde das auch interessant als Leser. Und bei Hermann scheint es ja auch so zu sein

  3. Auch ich finde die AAF nicht besonders hochklassig, im krassen Gegensatz dazu lässt die Offseason der NFL ausgesprochen tief blicken:
    – FAs wie Landon Collins, Earl Thomas, Honeybadger, Lawrence, evtl Suh sind zu haben
    – Combine und Draft, wo zu sehen ist, welche Strategien die Teams wirklich verfolgen. Statt dem ewigen Presse-gelaber sieht man, in welche Richtung es wirklich geht. (Wollen die Raiders wirklich zurück in die 90er? Schießen die Cards ihren Firstrounder letzten Jahres sofort wieder ab? Welches Team hält Rosen für ein Upgrade?)
    – welcher Spieler nimmt die Offseason als Chance sich in den Fuß oder anderen in den Kopf zu schießen?
    – die wüsten Spekulationen, welches Team von Platz 32 aus kommende Saison die Superbowl gewinnen wird

    Es gibt Tage, da ist die Offseason deutlich unterhaltsamer als ein schwacher NFL-Spieltag. 😉
    In diesem Sinne: Wenn Korsakoff die Zeit findet, lese ich sehr gern Offseason-analysen; in einer Zeit wo naturgemäß nicht die ganz große NFL-Nachrichtenflut ansteht.

  4. Fehlt nur noch Simeole (oder wie sich immer richtig geschrieben).
    Würde mich freue mal wieder von Ihr zu lesen 🙂

  5. Pingback: Vor Beginn der NFL-Free Agency 2019 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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