Greg Cosell und die Runningbacks im NFL Draft 2019

Der einschlägig bekannte Greg Cosell hat im Ross Tucker Football Podcast (RTFP) dieser Woche die Runningbacks diskutiert.

Cosell sieht keine wirklich speziellen Individualtalente, die man unbedingt mit den ganz hohen Picks nehmen müsste. Aber wie immer sieht er einen Haufen Spieler, die sich im richtigen System zu brauchbaren Startern entwickeln können.


Josh Jacobs / Alabama – Für Cosell der beste Runningback der Klasse 2019. Ein dynamischer, elektrisierender Läufer, der sich in der Horizontalen exzellent bewegt und sehr fluide Bewegungen macht, dadurch gut seine Hebel nutzen kann.

Jacobs erinnert an Alvin Kamara: Sehr guter Ballfänger, potenzieller Back für alle 3 Downs. Für Cosell hat Jacobs sogar das bessere Skill-Set als ein Christian McCaffrey – bloß, er wurde am College nicht so häufig als Pass-Catcher eingesetzt.


Damien Harris / Alabama – Auf den ersten Blick kein spezieller Back, ist aber gebaut wie ein Arbeitstier. Für Harris ist in Größe, Gewicht und Fähigkeiten als Ballträger durchaus ein #1-Back. Pflanzt man ihn ins System New England, macht er die gleich guten Dinge wie ein Sony Michel. Harris geht bei Kontakt nicht gleich zu Boden, sondern lässt die Hits abprallen. Es gab Momente, in denen er wie ein künftiger Superstar aussah, aber er hatte letztlich zu wenige Carries bei Alabama um eine solche Aussage mit hoher Sicherheit zu tätigen.

Wenn man Jacobs und Harris vergleiche, sei Jacobs eindeutig der explosivere. Jacobs sei mehr Typ Kamara, Harris mehr Typ Ingram.


Myles Sanders / Penn State – Für Cosell der #2 Back im Draft! Sehr smoother, fluider Ballträger, der auch exzellent Bälle zu fangen weiß. Penn States Laufspiel war mit ihm effizienter als mit Saquon Barkley, weil Sanders kaum negative Plays hat. Sanders ist ein Typ „ich mach keinen Bullshit“: Fällt immer nach vorn, schenkt kaum Yards her.

Ist nicht der antrittsschnellste Back unter der Sonne, hat aber Geduld und das Auge für Lücke. Cosell glaubt auch, dass die NFL seine Fähigkeiten als Ballfänger besser nutzen wird als der College Football. Einziges Manko bei ihm: Er hatte Fumble-Probleme.


Devin Singleton / FAU – Ein Ergänzungsspieler zu einem echten Starter. Singleton ist ein guter Downhill-Runner, der nicht lange fackelt, sondern entschlossen die Lücken attackiert. Gute Balance, sehr beweglich – ein echter Playmaker. Allerdings ist er nicht physisch genug um 20 Carries pro Spiel zu stemmen. Er ist etwas schmal gebaut und hat nicht die kräftigsten Oberschenkel. Dafür sehr explosiv und ein guter Ballfänger im Screen Game. Cosell erwartet ihn als change of pace Back.


David Montgomery / Iowa State – Kein Back, der mit fantastischen athletischen Fähigkeiten ins Auge sticht, aber ein sehr physischer Kämpfer, ein Grinder, ein mit hoher Intensität spielender Back, der um jedes Yard kämpft ohne die Bälle wegzufumbeln.

Cosell würde ihn am liebsten mit Marshawn Lynch vergleichen, der auch kräftig war, aber kein Sprinter. Lynch war aber noch einen Tacken explosiver, schwerer zu greifen. Doch Montgomery sei auf jeden Fall ein NFL-reifer Runningback.


Darrell Henderson / Memphis und James Williams / Washington State – Zwei Backs, die Cosell für eine James-White artige Rolle empfiehlt: Beide sind keine herausragenden Ballträger, aber beide sind wuselig, klein, gute Ballfänger. Beide sind nicht die schnellsten Backs und beide werden vermutlich nicht in den ersten drei Runden vom Tablett gehen. Aber vor allem Henderson kann auch an der Seitenlinie als Wide Receiver eingesetzt werden und wird seinen Job erledigt bekommen.

Von Williams hatte ich bis zu dem Podcast noch nie gehört. Für Cosell ist er ein Geheimtipp: Hat 80 Bälle am College gefangen und ist ein exzellenter Fänger.


Rodney Anderson / Oklahoma – Für Cosell wäre Anderson ein kompletter Back, vielleicht einer der besten im Draft, wenn man nur sein Tape heranzieht. Aber Anderson war natürlich 2018 schwer verletzt, deswegen wird sein Status im Draft leiden. Anderson läuft aber hart, hat gute Balance, gutes Spielverständnis und könnte theoretisch sofort eine Starting-Rolle in der NFL einnehmen.

Ein Kommentar zu “Greg Cosell und die Runningbacks im NFL Draft 2019

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