Tight Ends im NFL Draft 2019 – Die große Vorschau

Lass uns heute einen genaueren Blick auf die gemeinhin als exzellent beschriebene Tight-End Klasse im NFL Draft 2019 werfen. Tight End ist die Position, die im „Sexyness-Battle“ gegen Wide Receiver immer verlieren wird, aber bei genauem Hinsehen ist eine über die Tight Ends designte Offense in der Tat eine effiziente Methode, Angriff zu spielen, kosten Tight Ends doch im Schnitt 3-5 Mio./Jahr weniger als Wide Receiver.

Die Position in der Kurzvorstellung

Die Lehrstunde für mich gleich zu Beginn: NFL ist generell kompliziert, aber mit ihrer Kombination aus Fangen und Blocken, oftmals eingehüllt in sehr imposanten Körpern, ist Tight End eine der Positionen, die mit das breiteste Anforderungsprofil an die Jungprofis stellt.

Im Zuge meiner Vorbereitung für diesen Eintrag habe ich zahlreiche Dinge von etablierten Scouts gelernt. Eine der Schwierigkeiten für junge Tight Ends in der NFL ist ganz schlicht ihr Einsatzgebiet. Es gibt grob geclustert verschiedene Einsatzgebiete:

  • In-Line / Single-Back TE: Die ureigenste angestammte Position angedockt an die Offense Line. Wichtig dabei: Der Tight End muss eventuell Defensive Ends im 1-vs-1 blocken können. Routenlaufen im Passspiel ist aus dieser Position die Königsdisziplin: Es gibt auf engstem Raum mit vielen Körpern kaum Platz für Beschleunigung oder sich durch Moves günstige Winkel zum Loslaufen zu erarbeiten.
  • Flex TE: Tight Ends, die (oft pre-snap) in den Slot hinausgeschoben werden. Receiving-Qualitäten sind dort wichtiger, Blocken geht nicht mehr gegen Defensive Ends, dafür mehr gegen Linebackers und Safetys. Traditionell im Vergleich zu In-Line TE einen Tacken kleiner und leichter (ca. 6’4).
  • H-Back: Noch kleinere Tight Ends (rund 6’2) werden manchmal hinter die Anspiellinie gestellt, wo sie als Vorblocker im Laufspiel agieren. Im Passspiel sind aufgrund der ungünstigen Startposition hinter der Anspiellinie tiefe Routen eher ungünstig – dafür ist der H-Back auf Flat-Routen aktiv.

Viele Colleges spielen mittlerweile Spread-Offenses und bilden ihre Tight Ends damit eher zu H-Backs oder Flex-Tight Ends aus. „In-Line“ ist nach wie vor die Champions League. Relativ wenige Draft-Prospects sind hochentwickelte In-Line Tight Ends mit Kenntnis der Nuancen der Position – zu häufig schummeln sie sich mit überlegener Athletik am College durch.

Die Lernkurve von Tight Ends in der NFL gilt nach Quarterback als die schwierigste in der Offense. Im Idealfall kann ein Tight End angedockt an die Line („in line“) und draußen im Slot als Flex-TE blocken, Routen gegen Mann- und Zonendeckung bis zu einer Tiefe von 20 Yards downfield laufen, die Bälle fangen und noch Yards after Catch machen.

Das alles gilt es zu verfeinern. Insbesondere kommen wenige Draftees bereits als gute Blocker in die NFL – und selbst die besten von ihnen haben am College nie eine mit der NFL vergleichbare Blocking-Komplexität gesehen. Das Haifischbecken NFL erwartet solche Prospects mit ganz neuem Speed und vor allem in der Spielfeldmitte völlig anders gebauten Gegenspielern.

In der passlastigen NFL ist die Receiving-Fähigkeit mittlerweile dominierend geworden – eine Prise Polemik und Blocking ist optional. Doch idealerweise können Tight Ends nach wie vor beides auf überdurchschnittlichem Niveau: Es erlaubt dem Play-Designer ganz einfach, die wahre Intention eines Spielzugs bis zum letztmöglichen Moment zu verschleiern. Ein nach wie vor unschätzbar hoher Wert.

Kurioserweise finden sich Tight Ends mit Fokus auf „Receiving“ tendenziell schneller in der NFL zurecht als die Blocker, die oft Jahre brauchen, bis sie die Feinheiten im Griff haben. All das macht die Position spannend – im Scouting, am Feld und immer mehr auch in der Bewertung im Kader-Management.

Die Klasse von 2019

Als Quellen für den folgenden Eintrag verwende ich die offiziellen Measurements der NFL-Combine, das Interview von Ross Tucker mit Greg Cosell vom vorletzten Mittwoch (ab 10:20 Minuten), Metriken von PFF.com, eigene Eindrücke sowie Impressionen aus dem frisch veröffentlichten Rookie-Scouting Portfolio von Matt Waldman.

Die Tight End-Klasse von 2019 gilt als exzellent besetzt, sowohl was die Qualität in der Spitze als auch was die Breite angeht. Fokus liegt auf den fangstarken Tight-Ends, wohingegen die wirklich rundum geschliffenen „Rob-Gronkowski-Gedächtnistightends“ eher rar gestreut sind.

Waldman vergleicht die Klasse von 2019 mit nur mit jener von 2013 (u.a. Travis Kelce, Jordan Reed, Zach Ertz, Tyler Eifert), sondern sogar mit den Kronjuwelen von 2010 (Gronkowski, Aaron Hernandez, Jimmy Graham, Jermaine Gresham, Tony Moeaki, Dennis Pitta und Co.). Selbst wenn die heurigen Tight Ends in der Spitze nicht ganz an jenen epischen Jahrgang vor neun Jahren heranreichen sollten: Wenn sie über längeren Zeitraum performen können als die Klasse von 2010, die sich durch Verletzungen, Morde und vorzeitige Rücktritte selbst schwächte, gibt es Potenzial auf die beste Tight-End Klasse aller Zeiten.

Iowas Tight Ends

Für viele sind zwei Tight Ends von der University of Iowa die Stars der Runde. Der am häufigsten als Top-Spieler der Klasse bezeichnete T.J. Hockenson (6‘4 / 251 Pfund) ist dabei der komplettere Prospect als der doch eher als eindimensionaler Receiving-Tight End beschriebene Noah Fant (6‘4 / 249 Pfund).

Hockenson hat das komplette Skill-Set: Er ist ein Pass-Catcher, der auch downfield Bälle fangen kann und zudem ein hervorragender Run-Blocker. Hockenson ist ähnlich beweglich wie der im Jahr 2018 durchgestartete George Kittle (der übrigens auch von Iowa in die NFL kam).

Hockenson ist mit 4.70 im 40-yds Dash (und 1.64 Sekunden über 10 Yards) kein ultraexplosiver Sprinter, aber weil durch sein präzises Route-Running und seine fluiden Bewegungen ist er trotzdem in der Lage, die Defense auf allen drei Levels – Kurzpassspiel, Mitteldistanzen und deep threat – zu beschäftigen. Hockenson gleicht athletisch einem ge-upgradeten Zach Ertz – er ist sicherlich Hockenson der bessere Blocker als Ertz, theoretisch hat er auch im Receiving-Game die besseren Voraussetzungen wie ein Ertz, weil Hockenson noch stärker ist bei Yards-after-Catch.

Hockensons College-Teamkollege Fant (6‘4 / 249 Pfund) hat fast identische Körpermaße, ist aber mit 4.50 Sprintzeit und 1.55 Sekunden Antritt über 10 Yards der explosivere Athlet. Er geht als Typ Jordan Reed durch: Super-athletischer Typ, der feuchte Tagträume hervorruft und theoretisch auch als X/Split-Receiver allein auf einer Spielfeldseite aufgestellt werden kann, so dominant ist er körperlich und so komplett ist er als Ballfänger.

Experten warnen jedoch davor, dass Fants Rolle im Vergleich zu Hockenson in der NFL wesentlich eingeschränkter sein könnte, weil seine Qualitäten als Blocker nicht ganz klar sind. Es gibt nicht viel berauschendes Tape von Fant als Blocker – es gibt eigentlich insgesamt recht wenig Tape von ihm, in dem er blockt. Hat ihn Iowas doch eher konservativer Trainerstab darin nicht eingesetzt, weil er es nicht besser konnte? Wie gut ist seine Technik darin?

Bemerkenswert sind auch die Zahlen der beiden Teamkollegen – denn obwohl Fant als eigentlich besserer Athlet durchgeht und wenn am Feld, häufiger angespielt wurde (nur 8 Snaps pro Target, Hockenson hatte über 12 Snaps pro Target), favorisieren fast alle Metriken Hockenson – oft gar nicht knapp:

  • Snaps: Hockenson 787, Fant 491
  • Targets: Hockenson 64, Fant 60
  • Snaps/Target: Hockenson 12.3, Fant 8.1
  • Catches: Hockenson 49, Fant 39
  • Yards/Target: Hockenson 11.6, Fant 9.0
  • Yards/Catch: Hockenson 15.2, Fant 13.3
  • Yards after Catch/Catch: Hockenson 7.3, Fant 6.8
  • Yards/Route: Hockenson 2.2, Fant 2.1
  • Drop%: Hockenson 2.0%, Fant 9.3%

Vielleicht sind diese Unterschiede ein Grund dafür, wieso Cosell und auch Waldman unisono Hockenson als den überlegenen, weil kompletteren NFL-Prospect gegenüber Fant sehen. Auf der anderen Seite: Nur auf die Zahlen in der Iowa-Offense zu schauen, wäre schon bei einem George Kittle schief gegangen.

Hockenson ist für die allermeisten Experten das beste Prospect. Fant ist für viele die #2, doch es mehren sich die Stimmen, die zwei anderen Talenten bescheinigen, nahezu ebenbürtig zu sein.

Jace Sternberger

Cosell ging sogar soweit, Fant nur als seine #3 im Tight-End Ranking 2019 einzuordnen. Zwischen die beiden Iowa-Tight Ends setzt er Jace Sternberger von Texas A&M – ein Ranking, mit dem Cosell vor drei Wochen gegen den Common-Sense preschte, denn die meisten sahen Sternberger bis dahin eher als one trick pony – eine Waffe für Seam-Routen, nicht mehr.

Auch Waldman sieht bei Sternberger die höchste „Upside“ als Pass-Catcher. Faszinierend an Sternberger ist seine Explosivität von der „in line“, also an die Offense Line angedockten Startposition, aus. Er ist vielleicht von allen Prospect am besten in der Lage, aus der Spielfeldmitte heraus explosive tiefe Routen zu laufen, die die Defense beschäftigen.

Sternberger hat nicht den einfachsten Weg hinter sich – er ist eine klassische Underdog-Geschichte: Einst bei Kansas frustriert von dannen gezogen, weil die Jayhawks keine Tight Ends gebrauchten, nach einem Jahr am Junior-College schließlich zu Jimbo Fisher nach Texas A&M gegangen, wo er 2018 eine berauschende Saison spielte.

Sternberger ist mit 6‘4 und 251 Pfund fast völlig gleich gebaut wie Hockenson oder Fant, und er ist mit 4.75 Sprintzeit über 40 Yards der langsamste der drei Top-Tight Ends. Mit nur 2.0 Yards/Route und einer Drop-Rate von 6% kann er an Effizienz auch nicht mit Hockenson mithalten.

Was ihn dennoch so attraktiv macht, ist seine Fähigkeit, explosive Downfield-Passing Plays zu erzielen. Der sehr fluide Sternberger ist fantastisch darin, seine tiefen Routen zu verkaufen und gegnerische Linebackers und Safetys auf die falsche Fährte zu führen. Er ist ein exzellenter Ballfänger und versteht es, Yards nach dem Catch zu fabrizieren.

Damit erinnert er an Travis Kelce von den Chiefs – er kann in den Formationen herumgeschoben werden (das klassische „movable chess piece“), aber vor allem ist er aus der urangestammten Tight-End Position direkt an der Line ein Ass. Das macht sich natürlich gut, denn damit kannst du als Offensive Coordinator deine Intentionen vor der Defense so lange wie möglich geheim halten.

Für viele Beobachter ist Sternberger aufgrund seiner geringen Erfahrung noch ein sehr gut entwickelbares Prospect – allein: Sein Run-Blocking ist bei aller Liebe doch äußerst begrenzt. Dennoch: Seit Cosells Plädoyer vor ein paar Wochen scheint der anfänglich im Mittelfeld fristende Sternberger eine steile Klettertour die Draftboards hinauf hingelegt zu haben.

Irv Smith jr.

So wie Sternberger an Wert gewinnt, so ist Irv Smith jr. von Alabama in den letzten Wochen etwas durch den Raster gefallen – vom einst „sicheren 1st Rounder“ ist nur noch ein „sicherer 2nd Day Pick“ übrig geblieben. Smith ist 6‘2 und 242 Pfund der etwas kleinere und leichtgewichtigere Prospect als die bisher Aufgeführten – und mit 4.63 Sprintzeit und 1.60 Sekunden Antritt über 10 Yards kann er mangelnde Größe nicht ganz mit Grundspeed wettmachen.

Dafür war Smith ein produktiverer Spieler als die bislang Genannten: 2.6 Yards/Route sind Spitzenwert unter allen Draftees 2019. Smith jr., dessen Vater auch schon NFL-Profi war, hat auch die meiste Erfahrung als „in line“-TE in der gesamten Klasse, spielte auch im Slot, als Wideout und als H-Back.

Smith hat exzellenten Release, wusste sich gegen SEC-Konkurrenz physisch zu behaupten, gilt als hervorragender Catcher. Er ist smooth und spielt „intelligent“. Sein Blocking ist umstritten – Cosell und PFF sehen Smith definitiv nicht als höherqualifizierten Blocker, während Waldman Smith explizit für saubere Detailarbeitung im Blocking lobt und ihn als Art Delanie Walker 2.0 sieht: Hervorragender Fänger, exquisit im Chip-Blocken gegen Linebacker und Edge-Rusher um Hebelwirkung zu gewinnen.

Am Game-Film ist der direkte Vergleich zwischen Fant und Smith jr. ein faszinierender: Fant ist der bessere, explosivere Athlet, doch Smith jr. ist wesentlich geschliffener im Route-Running, kann auch ohne absolutes Elite-Skill Set die Defense kurz wie vertikal attackieren.

Im Prinzip trennt der Mob Fant, Sternberger und Smith so: Sternberger ruft die feuchtesten Deep-Ball Träume hervor. Fant ist der insgesamt imposanteste Athlet, aber eine Unbekannte als Blocker. Smith jr. ist die „sicherste Tüte“, aber sein Superstar-Potenzial ist limitierter.

Die zweite Klasse

Still, heimlich und leise klettert Dawson Knox von Ole Miss (6‘4, 254 Pfund) in der Gunst der Geeks nach oben. Knox ist ein hervorragender Athlet, der an seiner Uni im Schatten zahlreicher bekannter Wide-Receiving Prospects operierte: D.K. Metcalf, A.J. Brown, Lodge. 

Der ehemalige Quarterback Knox verrichtete die meiste Arbeit als Blocker (Verkaufsschlager: Sein Cut-Block) – doch einmal als Fänger eingesetzt, verzeichnete er 18.9 Yards/Catch. Knox lief eine 4.51 im Sprint und eine exzellente 20-Shuttle Time in der Combine – herausragende Werte für einen Athleten von seiner Statur.

Die Gefahr bei liegt in der einen Zahl: Er sah nur 28 Anspiele in der kompletten letzten Saison. Das Tape seiner Routen zeigt einen sauberen Release und die Fähigkeit, verschiedene Routen zu laufen. Doch die Sample-Size an Catches ist gering. Hatte die Ole-Miss Offense zu viele Mäuler zu füttern oder vertraute man Knox einfach nicht genug? Oder ist er nicht besser?

In solchen Fällen sind Pro-Days und Private-Workouts die Schlüsseltermine: Sehen Scouts Catch-Technik, die sie mögen, kann Knox viel höher gehen als man vor Monaten noch dachte.


Der sehr rank gebaute Caleb Wilson von UCLA (6‘4, 240 Pfund) dagegen scheidet die Geister: Die einen sehen in ihm einen hoch aufgeschossenen, super-explosiven (4.56 Sprintzeit) deep threat, und mit 2.5 Yards/Route (#2 hinter Smith jr) und 16.1 Yards/Catch ist war er einer der produktivsten Receiving-Tight Ends des Jahres.

Doch damit ist es getan. Wilson geht als reiner Receiving-Prospect durch, der zudem mit seinem aufrechten Laufspiel anfällig gegen aggressive Manndeckung sein könnte.

Wilson lieferte starke Zahlen in den Beweglichkeits-Drills (z.B. 20-shuttle oder 3-cone drill). Doch am Tape zeigt sich das kaum. Wilson ist weder smooth noch besonders leichtfüßig. Wie wertvoll kann er damit am Ende sein? Ist er maximal ein Prospect für Zone-Plays? Wird er jemals über einen Status als potenziell kluger Underneath-Receiver hinausgehen – und was ist mit seinem Blocking?


Kaden Smith kommt von Stanford (6‘5, 255 Pfund), und bei allem massiven Körperbau und allem Ruf, der Stanford vorauseilt, gilt Smith als einer der schwächeren Blocking-Prospects von seiner Universität.

Smiths Vorteil: Er spielte wie alle Stanford-Tight Ends fast immer angedockt als „in line“-TE an der Anspiellinie. Doch sein Problem: Um als echte Schachfigur am Feld herumgeschoben zu werden, fehlt ihm mutmaßlich die Athletik.

Wird er den Weg von Vorgänger Austin Hooper nehmen, für den NFL-OffCoords Räume im Slot und als Wideout fanden? Potenzial wäre da – trotz allem hatte Kaden mit 27 die meisten Slot-Receptions aller Prospects. Oder wird er für immer ein Ergänzungsspieler bleiben, weil er nicht genug „Separation“ schafft?


Der letzte bekannte Tight End in der Aufstellung: Georgias Isaac Nauta, aus zahlreichen Schlachten mit Alabama, LSU oder Oklahoma ein bekannter Name. Nauta wäre mit 6’3 und 244 Pfund kräftig gebaut und er hätte mit drei Jahren als Starter die mutmaßlich die größte Erfahrung von allen zu bieten. Doch Nauta brauchte für die 40 Yards satte 4.91 Sekunden. Was „Schneckentempo“ gleichkommt. Da hilft Nauta auch kein Film-Tape mehr, das ihn im Duell mit der Alabama-Defense als athletisch durchaus ebenbürtig anpreist.

Die Insider-Tipps

Ich gebe zu: Tight-End Scouting hat mich schlauer gemacht. Ich habe im Zuge der bislang vorgestellten Prospects gar einiges an Feinheiten über College- und NFL-Offenses gelernt – immer unter Anleitung von Experten wie eben Cosell oder Waldman.

Die folgenden Tight Ends habe ich weder gesehen noch vor meiner Vorbereitung beim Namen gekannt – doch sie sind im Rookie Scouting Portfolio höher als Wilson, Nauta oder Kaden Smith eingestuft:

Kahale Warring (6-5, 252 Pfund) von San Diego State: Ehemaliger Wasserball-Goalie, der nur wenig Erfahrung am Footballfeld hat. Warring ist mangels Erfahrung eine „Projection“, begeht noch zahlreiche mentale Fehler, und dennoch vermittelt er den Eindruck eines Prospects, das sich auf NFL-Ebene formen lässt.

Trevon Wesco (6-3, 267 Pfund) von West Virginia: Ex-Quarterback, der sich ein paar Dutzend Hamburger in den Bauch stopfte und zu einem versatilen Spread-Tight End wurde. Wesco ging nicht den Weg vieler anderer umgeschulter QBs und wurde Receiver. Weil er auch als Blocker brilliert, entschied er sich für Tight End.

Foster Moreau (6’4, 253 Pfund) von LSU: Waldman schreibt über ihn „er ist der typische Draftnik-Favorit, weil er am College völlig falsch eingesetzt wurde, aber viele Ingredienzien eines NFL-Tight Ends hat“. Moreau nutzte die Senior-Bowl im Jänner um auf sich aufmerksam zu machen. Sein Handeln am Feld ist nicht immer intelligent – doch man kreidet es auch seiner geringen Erfahrung in „sinnvollem“ Game-Planning an. Als H-Back und Pass-Catcher auf engstem Raum gilt er allerdings schon jetzt als Option.

Alize Mack (6’4, 249 Pfund) von Notre Dame. Der akrobatischste Ballfänger in der Klasse. Route-Running ist sein Problem Nummer 1, womit er seinen hervorragenden Antritt negiert. Mack ist kein guter Blocker, doch er ist explosiv genug um sich mit simplen tieferen Routen eventuell einen Namen in der NFL zu machen.

Josh Oliver (6’4, 249 Pfund) von San Jose State. Wie die meisten seiner Jahrgangskollegen ist Oliver kein guter Blocker, dafür mit Potenzial als Receiver. Waldman sieht ihn 2-3 Jahre vom Durchbruch entfernt, weil er bei allen Qualitäten als Fänger seine Routen eher schlampig läuft.

9 Kommentare zu “Tight Ends im NFL Draft 2019 – Die große Vorschau

  1. Ich hoffe die Packers nutzen deren Pick #31 für einen dieser TEs. Hockenson wär ein Traum, aber bestimmt bis dahin weg.

  2. In den meisten Mock Drafts sehe ich Hockenson bereits vor dem ersten 1rd Pick der Packers weggehen 😉

  3. Das sehe ich ähnlich. Wenn er aber noch da sein sollte, wäre es unverantwortlich, wenn die Packers nicht zuschlagen. Dass er bis auf die „30“ fällt, bezweifle ich allerdings. Aber beim Draft ist ja vieles möglich, siehe Tunsil. Ansonsten vielleicht Fant. Ein weiterer TE würde den Packern schon gut tun. Wobei ich auch gern noch einen guten RB mehr im Team gut fänd.

  4. Ich würde in Green Bay (*) in jede Position zuerst investieren, bevor ich in Runningback investiere.

    (*) Gilt allerdings für die meisten Mannschaften.

  5. Ich dachte da auch eher an die dritte oder vierte Runde und ein wenig Glück. So ’ne Art Kamara oder Hunt um Jones etwas zu entlasten.

  6. Interessante Theorie zu Green Bay und Tight Ends:

    Also: LaFleurs Offense braucht einen Tight End, der fangen und blocken beidermaßen kann. Beide Optionen müssen so lange wie möglich im Spielzug offen sein – dann macht das Scheme die Yards, nicht der Spieler.

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