Welche Teams generierten das meiste Draftkapital im NFL-Draft 2019?

Lass uns einen Blick darauf werfen, wie viel Draft-Kapital die einzelnen Mannschaften am heurigen Draftwochenende generiert haben.

Inspiriert hat mich dafür der gestrige Blogeintrag von Rotoworld, dessen Schlussfolgerung so lautete: Teams nutzen noch immer das Jimmy-Johnson Draft-Value Chart. Mit Küsschen und freundlichen Grüßen an Joe Banner und seine Wharton-Abteilung.

Es wurde dutzendfach bewiesen, dass das Jimmy-Johnson Chart längst überholt ist. Empirisch lässt sich problemlos feststellen, dass jenes Chart die Top-50 Picks überbewertet und die tieferen Picks deutlich unterbewertet. Im Prinzip ist das Jimmy-Johnson Chart damit die Vorlage für alle jene Teams, die zu teuer nach oben traden.

Das Chase-Stuart Chart ist wesentlich geeigneter – und Stuart hat auch schon an einer Verbesserung gearbeitet, nachdem sich feststellen lässt, dass seit der Umstellung auf das neue CBA 2011 einige Veränderungen in der Bewertung von Rookies vorgenommen werden müssen.

Wenn wir uns alle Pick-for-Pick Trades vom Draftwochenende (also ausgeschlossen die Trades mit Spielern wie Frank Clark oder Josh Rosen) anschauen, so können wir feststellen: 29 der 32 Mannschaften waren im Draft an solchen Trades beteiligt. Nur Houston, die Chargers und Arizona fädelten keine Pick-for-Pick Trades ein.

Das Team, das dabei den meisten Wert durch Down-Trades generierte, waren die Seattle Seahawks. Ich hatte schon darüber geschrieben. Die Seahawks holten das Äquivalent des #21 Picks allein mit ihren Pick-Trades heraus.

Die Denver Broncos sind das zweit-erfolgreichste „Down-Trading“ Team: 11.7 gewonnene Draftpunkte bedeuten, dass John Elway den Gegenwert des #38 Draftpicks am Draftwochenende herausholte, ohne einen Spieler aus dem Kader opfern zu müssen. Dabei war vor allem der geniale Down-Trade in der 1. Runde extrem wertvoll:

  • Denver verkauft den #10 Pick an Pittsburgh (19.9 Punkte)
  • Pittsburgh zahlt dafür die #20, #52 und 2nd Rounder 2020 (34.8 Punkte)

Anders: Pittsburgh gab den Gegenwert des Top-Overall Draftpicks aus um LB Devin Bush draften zu können und kassierte dafür den #10 Pick im Draft. Netto kostete der Bush-Pick die Steelers den #22 Pick, wenn wir das Chase-Stuart Value-Chart als Grundlage nehmen (14.9 Punkte).

Die Steelers hatten nur diesen einen Trade am Draftwochenende. Sie zahlten dabei den Gegenwert eben des #22 Picks – kein Team gab am ganzen Wochenende mehr Draftkapital aus. Vielleicht haben die Steelers ja nach Jimmy-Johnson operiert: Nach jenem Chart war der Trade für die Steelers wesentlich billiger: Nur das Äquivalent des #55 Overall Picks als Nettoverlust.

Hier die Aufstellung Team-für-Team nach Chase-Stuart Draft Value Chart:

CS Draft Value Chart 2019 Draft

CS Draft Value Chart 2019 Draft

Schauen wir uns die einzelnen Trades an, so sehen wir eine Kuriosität: Der nach Chase-Stuart Chart zweiterfolgreichste Trades des Wochenendes, Seattles Kuhhandel mit den Packers, war nach Jimmy-Johnson Methode ein Verlustgeschäft für die Seahawks. Auch Seattles Tausch mit den Giants war ein Verlust nach Jimms-Johnson – nach Chase war es der viertbeste Trade des Drafts.

Man kann sich gut vorstellen, wie sich die Verantwortlichen in Green Bay und New York die Finger gerieben haben und über die ahnungslosen Seahawks ablästerten, während John Schneider anstandslos den Seahakws-Kader mit dem massiven Draftkapital auffüllte.

Wir sehen auch: Nur ganz wenige Trades waren ein Verlustgeschäft nach Chase-Stuart Methode, und wenn, dann nur in Picks in der Region der quasi wertlosen 7th Rounder.

Trade by Trade Study CS Value Chart 2019

3 Kommentare zu “Welche Teams generierten das meiste Draftkapital im NFL-Draft 2019?

  1. Ich glaube/hoffe das kein Team für die interne Evaluation das JJ chart benutzt, (ok vielleicht die Giants) aber das das quasi öffentliches Wissen ist kann man in den Verhandlungen immer den Value des JJ charts fordern.
    (Der trade wird ja idR von demjenigen initiiert der nach oben traden möchte)

  2. Bleibt die Frage: Warum sollte das kaufende Team auf solche Forderungen eingehen, wenn es doch (hypothetisch zumindest) weiß, dass die Forderungen Bullshit sind?

    Wissen, das ich wissentlich nicht nutze, hat keinen Wert.

  3. naja da muss der EV des Spieler den du ziehen willst halt höher sein als der Draftpick den du erwirbst.
    Von 30 auf 20 hoch traden, dabei den Wert des 12. Picks bezahlen kannes ja auch wert sein wenn man den Spieler als Top10 Pick gewertet hatte.
    Man könnte z.B. prüfen ob Spieler für die nahc oben getraded wurde besser berformen als der value ihres picks. Vermutlich ist die sample size dafür zu kein.

    Andererseits kannst du da ja das JJ chart öffentliches Wissen ist jederzeit diesen überhöhten Wert verlangen, also ist es auch für smarte Teams ungünstig öffentlich zu sagen das das JJ-chart quatsch ist. Dann kannst du ja keinen anderen mehr abziehen.
    Das ist halt Spieltheorie darüber was öffentliches Wissen ist und was nicht.

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