Scherben zusammenkehren nach Mike Maccagnans Entlassung als GM der New York Jets

Die New York Jets haben gestern GM Mike Maccagnan gefeuert. Maccagnan wurde nach seiner Debütsaison 2015/16 zum „NFL-Manager des Jahres“ gewählt. Danach ging es steil bergab.

Nachdem die Jets 2015 mit 10-6 Record die Playoffs knapp verpasst hatten, draftete Maccagnan unerklärlicherweise den von allen als „undraftbar“ bezeichneten QB Christian Hackenberg in der 2ten Runde im Draft. Hackenberg spielte keinen einzigen Snap in der NFL und geht als 2nd Rounder (sic!) als einer der größten QB-Busts in die jüngere NFL-Geschichte ein.

Maccagnan übernahm 2015 einen mittelmäßigen Roster und schaffte das Kunststück, ihn innerhalb von drei Jahren zu einem schlechten Roster zu machen, mit permanenten Quarterback-Fragen, ständig rotierenden Offense-Coaches und einer immer ausgedünnteren Defense.

Maccagnans Mannschaft ging nach der vielversprechenden Rookie-Saison 2015…

…5-11 in 2016
…5-11 in 2017
…4-12 in 2018

Maccagnan nahm 2018 monströses Draftkapital in die Hand um im Draft QB Sam Darnold zu bekommen und seine Haut zu retten. Tatsächlich war Darnold jedoch viel mehr Grund, Maccagnan per sofort zu feuern als ihn noch länger zu behalten. Denn Rookie-Quarterbacks sind mit ihrem eher billigen Vertrag eine wesentliche Ressourceneinsparung um den Kader rundherum aufzubolstern – und wenn Maccagnan eines in den vier Jahren bewiesen hatte, dann, dass er viel besser darin ist, Kader zu zerstören.

Doch als im Jänner das große Hausreinemachen in New York anstand, wurde Headcoach Todd Bowles gefeuert, nicht Maccagnan. Maccagnan durfte bleiben, um…

  • fast 200 Mio. in der Free Agency auszugeben um sich die Rechte an RB LeVeon Bell, LB C.J. Moseley und WR Jamison Crowder zu sichern – Einkäufe, die der erst im Jänner angestellte Head Coach Adam Gase T. besch***en gefunden haben soll.
  • … einen Jets-Draft mit dem #3 Overall Pick zu orchestrieren
  • … zwei Wochen nach der Einberufung des von allen in den Himmel gelobten DT Quinnen Williams dann doch gefeuert zu werden.

Warum die philosophischen Unterschiede zwischen der Maccagnan- und Gase-Politik nicht im Zuge der Vorstellungsgespräche im Jänner zur Sprache gekommen waren, bleibt ein Rätsel. Doch wie schon Großmutter immer sagte: Du musst nicht alles verstehen!

Interimistisch übernimmt nun rolling-eyes Gase die volle Kontrolle über GM- und Coaching-Aufgaben. Gase war bereits vorher der 26te AFC-East Headcoach, seit New England Bill Belichick anstellte. Nun ist Gase auch der 19te GM.

Vorteil einer solchen späten Trennung: Man kann sie auch als frühe Trennung bezeichnen. Sie gibt dem neuen Stab mehr Vorlaufzeit für die anstehende Saison – ohne all den Jänner-Stress mit Inthronisierung eines komplett neuen Büro-Staffs und neuen Coaches.

Sie ist auch nicht beispiellos: Sie folgt dem Beispiel Bills (Whaley->Beane), Panthers (Gettleman->Hurney) oder Chiefs (Dorsey im Anschluss an den Mahomes-Pick gefeuert). Doch andererseits riskierte man eine Free-Agency, in der GM und Coach auf unterschiedlichen Wellenlängen operierten und übergibt einen fragwürdigen Kader nach einer verschenkten Offseason an den Nachfolger.

Wie sieht die Nachfolge bei den Jets nun aber aus?

Dafür gibt es zwei Szenarien:

#1 Gase bekommt, nachdem er den internen Machtkampf und somit gewaltige Kontrolle im Jets-Front Office gewonnen hat, einen Ja-Sager als rechte Hand zur Seite gestellt, dessen primäre Aufgabe es sein wird, das Vertragsmanagement und Scouting im Sinne von Gase zu organisieren.

#2 Die Jets stellen einen „starken“ GM-Kandidaten im Herbst ein. Automatisch wäre Gase schon auf dem Schleudersitz: GMs lieben es, „ihre eigenen“ Headcoaches anzustellen – die Jets sind jedoch mit Darnold im zweiten Jahr des Rookie-QB Vertrags unter Zeitdruck, müssen innerhalb spätestens 2020 Ruhe in den Laden bekommen haben um nicht drei von vier (oder gar alle vier) Jahre Darnold-Fenster zu verschwenden.

Andererseits: Was wäre Jets-typischer als just das letztgenannte Szenario?

Zum Abschluss: Auf Twitter läuft die Sanduhr – meine Timeline scheint trotz Jets-Chaos den Stadtrivalen Giants noch immer als tragikomischeren Zirkus zu sehen. Was mehr über die Giants aussagt als über die Jets. Oder?

Hier abstimmen noch bis heute Abend:

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4 Kommentare zu “Scherben zusammenkehren nach Mike Maccagnans Entlassung als GM der New York Jets

  1. 18.5.: Jets bieten Peyton Manning angeblich einen „Front office job“ (was auch immer damit gemeint ist). Ich wage zu bezweifeln, dass Peyton sich die Jets aussucht (selbst wenn sein Bruder in der Gegend gerade -noch- einen Job hat). Wenn doch, könnte das allerdings massive Folgen haben. Jemand mit Mannings Verstand und Spielerfahrung könnte eine Menge gute Entscheidungen und Kontinuität bringen. Gerade hinsichtlich Signings und Spielerentwicklung in der Offense.
    WENN er zu den Jets geht. (großes „wenn“)
    Und WENN sie auf seine Ratschläge hören. (auch nicht selbstverständlich)
    Ich würde es den Jets gönnen, glaube aber, er schielt eher Richtung Indy oder Denver.

  2. Noch immer kein GM bei den Jets. Bist du bereit für die Herausforderung, Korsakoff?

  3. Müssen sie nun auch nicht mehr 🙂

    Der Neue ist Joe Douglas:

    Lange bei den Ravens, dann Bears und Eagles. Wie von dir vermutet ein Gase-Spezi…

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