NFL General Manager unter der Lupe – Teil 2

Heute Teil 2 des GM-Rankings in der NFL. Gestern habe ich schon einen Blick auf meine Favoriten geworfen. Heute folgt der zweite Teil.


Interessanten Einwand gegen meine Ranking-Kriterien gab es gestern von Christian Schimmel, der das Fehlen von Teamführung als wesentliches Kriterium in meiner Auflistung bemängelte:

Das Thema ist nicht unspannend. Niemand würde bestreiten, dass Führungsqualitäten zu den wesentlichen Eigenschaften eines Managers gehören sollten, doch gerade beim Blick auf die momentane NFL-Landschaft würde ich das Thema in meiner Prioritätenliste durchaus unterordnen und maximal als „Ausschlusskriterium“ in den Vorstellungsgesprächen anbringen – zum Beispiel für den Fall, dass es mit dem GM-Anwärter menschlich überhaupt nicht geht.

Gerade durch meine tägliche Arbeit in der Implementierung neuer Software-Prozesse würde ich niemals ernsthaft bestreiten, dass das Erklären, das Warum, zu den wesentlichsten Erfolgsfaktoren gehört. Haben die Leute erstmal verstanden, was ihnen das Neue bringt, ziehen sie mit. Auch z.B. mit mir, einem Jungen, gewiss nicht der geborenen Führungsfigur.

Doch das Erklären allein reicht nicht aus. Gerade in NFL-Front Offices scheinen die progressiven Leute aktuell noch so rar gesät, dass ich meine gestern genannten Eigenschaften zwingend über alle anderen stellen würde.

Ein fantastischer Leadertyp, der in Establish the Run-Dimensionen denkt, ist das größere Risiko in der Anstellung als der schrullige Nerd mit hoher Pass-Affinität aus dem Hinterzimmer ohne große Führungserfahrung.

Ersterer wird mich nicht mehr weiterbringen, weil sich die NFL gerade in den nächsten 5-10 Jahren mit rasender Geschwindigkeit in eine andere Richtung entwickeln wird als es die alte Garde noch heute propagiert. Letzterer mag erst lernen müssen, wie man einen Laden zusammenhält. Doch seine Methoden werden mit viel höherer Wahrscheinlichkeit fruchten – und wenn sie erst einmal fruchten, kommt aller Rest von allein. „Führungskompetenz“ resultiert auch aus Fachkompetenz. Und die besteht in der NFL 2019 aus Pass First, Offense über Defense und ehrlicher (nicht blinder) Offenheit gegenüber Analytics.

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