NFL Drive Success-Rating 2018

Heute geht es kurz um die „Drive Success Rate“ in der NFL. Als Drive-Success-Rate ist die Rate an Angriffsserien (Set von 4 Downs) definiert, die zu neuen 1st Down oder Touchdowns verwertet werden. Es geht also darum, zu welchem Prozentanteil die NFL-Offenses die Ketten bzw. die gelbe Linie nach vorne schieben. Wir könnten die heutige Aufstellung demnach auch „Move the Sticks“-Auswertung nennen.

Letztes Jahr gab es 36.872 Spielzüge. 27% von ihnen wurden für neue 1st Downs verwertet – doch von dieser Information ausgehend wissen wir noch nicht, wann die Teams zu neuen 1st Downs verwertet haben: Im ersten Down, im zweiten, im dritten oder im vierten? Die Drive-Success-Rate gibt uns einen Eindruck davon.

Nehmen wir die Tampa Bay Buccaneers. Sie spielten in der letzten Saison insgesamt 511 1st Downs. Davon verwerteten sie satte 28% zu neuen 1st Downs. Das war der Bestwert der Liga.

Den Buccs blieben hernach insgesamt 343 2nd Downs (was nicht exakt der Anzahl an 1st Downs minus der verwerteten 1st Downs entspricht, da es auch Turnovers und auslaufende Uhr geben kann). Von diesen verwerteten die Buccs weitere 32% zu neuen 1st Downs.

Die Buccs hatten also nach 1st und 2nd Down insgesamt bereits 28% + (72% * 32%) = 51% ihrer Drives zu neuen 1st Downs verwertet. Das war noch immer die achtbeste „Early Down Conversion-Rate“ der NFL.

In 3rd Downs verwerteten die Buccs 46% der 187 verbleibenden 3rd Downs und hatten entsprechend 74% ihrer Drives zu neuen 1st Downs verwertet.

Dann verwerteten sie 9% der 95 4th Downs. Das macht eine Overall-Verwertungsrate von 76% aller Drive-Serien zu neuen 1st Downs oder Touchdowns (Begriff wird hier deckungsgleich verwendet).

Die genaue Aufstellung für die gesamte Liga können wir in der Grafik unten anschauen. Grob können wir sagen:

  • Ein Fünftel (22%) der 1st Downs führt gleich zum nächsten 1st Down
  • Die Hälfte der Angriffsserien (48%) ist schon nach dem 2nd Down zum neuen 1st Down verwertet
  • Rund zwei Drittel der Drives (68%) sind nach dem 3rd Down zur neuen Angriffsserie verwertet.
  • 4th Down führt nur noch zu kleiner Veränderung. In Summe werden rund 7 von 10 Angriffsserien (71%) zum neuen 1st Down oder TD verwertet.

Die besten Offenses haben eine Drive-Success Rate von knapp 80%. Die miesesten Offenses schaffen es gerademal in 60% der Angriffsserien, ein neues 1st Down zu erzielen.

Nach Korrelationsanalyse sagt die Early-Down Verwertungsrate bereits 77% der finalen Verwertungsrate voraus. Dass Teams besonders stabil in 3rd Downs wären, kann man als Mythos abtun. Tendenziell sind die Teams, die in den ersten beiden Downs erfolgreich sind, auch in 3rd Downs erfolgreich. Doch weil das 3rd Down eine so hohe Hebelwirkung hat, werden grandiose 3rd-Down Teams für gewöhnlich zu stark glorizifiert.

Wie hängen Drive-Success-Rate und Anteil der Plays an neuen 1st Downs zusammen?

DSR vs. 1stD.png

Die Korrelation ist fast 100%. Es gibt einige wenige Mannschaften, die minimal aus der Reihe tanzen, z.B. die Baltimore Ravens, die gemessen an ihrer Drive-Success-Rate zu lange gebraucht haben um das neue 1st Down zu erzielen.

Die vier Spalten in folgender Grafik zeichnen den Stand der jeweiligen Verwertungsraten nach 1st, 2nd („Early Down Conversion-Rate“), 3rd und 4th Downs aus.

Drive Success-Rate 2018

Die besten Offenses sind bereits in 1st und 2nd Down sehr stark. Die Chiefs zum Beispiel waren die potenteste Offense nach Early-Downs, aber auch nach dem 4th Down.

Die 49ers waren besondere Schnellstarter: Nach dem 1st Down hatten sie die drittmeisten Serien schon zu neuen 1st Downs verwertet. Doch danach wurde es harziger, und am Ende hatten die Niners nur eine Verwertungsrate von 70% aller Drive-Serien.

Besonders auffällig sind auch die Seattle Seahawks, die vor allem die Early-Downs komplett verschlafen:

  • 1st Down Conversion-Rate = 18%, #26 der NFL
  • Early-Down Conversion-Rate = 45%, #23 der NFL
  • Drive Success-Rate = 70%, #16 der NFL

Die Seahawks reißen sich mit durchschnittlicher 3rd-Down Verwertungsrate und überdurchschnittlicher Aggressivität in 4th Downs noch etwas aus dem tiefen Loch, in das der extrem lauflastige Gameplan Schottenheimers in den ersten Downs führte.

Minnesota ist der umgekehrte Fall: In 1st Downs waren die Vikes relativ erfolgreich im Erzielen von neuen 1st Downs (#12 der NFL). Doch in den Downs danach wurde es total harzig und am Ende waren die Vikes nur die #25 in diesem Move-the-Sticks Index.

Was diese ganze Aufstellung nur indirekt anschaut: Explosivität. Ich werde die nächsten Tage mal die Big-Plays kurz unter die Lupe nehmen.

3 Kommentare zu “NFL Drive Success-Rating 2018

  1. Pingback: Seattle Seahawks in der Sezierstunde | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  2. Pingback: Furchtlose NFL-Vorschau 2019/20 | Die Mittelklasse | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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