Furchtlose NFL-Vorschau 2019/20 | Die Kellerkinder

Der Kickoff zur 100ten NFL-Saison ist nur noch wenige Tage entfernt – Zeit für die alljährliche, große furchtlose NFL-Vorschau 2019/20. Sie ist wie alle Jahre in vier Einträge unterteilt:

  • Kellerkinder – die acht Mannschaften, die eher um den Top-Pick als um die Lombardi Trophy mitspielen
  • Mittelklasse – Die acht Mannschaften, für die es nach oben in die Playoffs oder aber auch nach unten Richtung Top-5 Draftpick gehen kann.
  • Kronprinzen – Die acht Mannschaften mit einer hohen Playoffchance, für die aber sehr viel richtig laufen muss, dass sie das Finale gewinnen können
  • Titelfavoriten – Die acht Mannschaften mit der höchsten Superbowl-Chance

Wie immer gilt: Saisonprognosen vor einer NFL-Spielzeit sind nur hergerichtet, dass sie hinterher wegen ihrer hohen Anzahl an Fehlschüssen zerpflückt werden kann. Studien haben bewiesen, dass Affen nicht wesentlich schlechter NFL prognostizieren als die besten Menschen.

Wie immer ist es nicht einfach, die 32 Mannschaften in vier Tiers à 8 zu sortieren. Die AFC zum Beispiel hat in der absoluten Spitze vielleicht mehr Top-Teams, während die NFC in der erweiterten Klasse über deutlich mehr Breite verfügt. In der AFC wird es schon nach dem siebten Team dünn, während es nicht schwierig ist ein Szenario auszumalen, in dem das 10t-beste NFC-Team eine Superbowl-Qualifikation schafft.

Doch um den Titel geht es erst in den nächsten Ausgaben. Heute schauen wir uns die acht Kellerkinder der NFL an.

Arizona Cardinals

Record 2018: 3-13
Close Game Bilanz: 2-4
Pythagorean: 2.8 Siege
Schedule 2019: #7

Die Arizona Cardinals sind die größte Unbekannte vor Start der NFL-Saison 2019/20. Der Grund liegt auf der Hand: Niemand vermag exakt zu prognostizieren, wie die Kliff-Kingsbury Air-Raid Offense mit dem 1st-Overall Pick 2019 Kyler Murray auf Quarterback funktioniert.

In der Preseason wurden alle Neuerungen noch unter größter Geheimhaltung unter Verschluss gehalten, doch am Sonntag wird die an die NFL-Anforderungen angepasste Kingsbury-Air Raid zum ersten Mal auf die NFL losgelassen. Theoretisch kann das zu einem Breakout führen:

  1. Es ist ein pass-lastiges System – und Passspiel ist effizienter als Laufspiel.
  2. Der mobile Murray kennt das System seit vielen Jahren.
  3. Es hat den Überraschungseffekt auf seiner Seite.

Trotzdem wäre es verfrüht, einen Preseason-„bold take“ à la „Cardinals werden die 6te NFC-Wildcard“ rauszuschießen ohne zu riskieren, sich der Lächerlichkeit preis zu geben.

Da wäre zum einen der Fakt, dass auf Offensive Line und Pass-Rush, zwei kapitale Schwachstellen 2018, bis auf Rookie-DE Zach Allen quasi personell keine Verstärkungen geholt wurden.

Da wäre das Problem eines total unerfahrenen Receiving-Corps hinter dem 36-jährigen Franchise-Maskottchen Larry Fitzgerald – bei Leuten wie WR Christian Kirk (2nd year), WR Andy Isabella oder WR KeeSean Johnson (beides Rookies) ist die Befürchtung nicht klein, dass RB David Johnson der zweitbeste Ballfänger im Team ist.

Doch da wäre auch die 6-wöchige Sperre vom besten Manndecker, CB Patrick Peterson, die eine gewaltige Lücke in der so wichtigen Coverage hinterlässt. Weil auch CB Alford ein paar Wochen ausfällt, wird man schnell auf Rookie-CB Byron Murphy zurückgreifen müssen – nie ein besonders glückliches Vorzeichen.

Und da wäre der siebtschwerste Schedule der NFL in einer NFC West, in der es zweimal gegen Rams (letztes Jahr Superbowl-Teilnehmer), 49ers (eines der meistgehypten Dark-Horses) und Seahawks (Russell Wilson auf QB) geht.

In fast allen Projections laufen die Cardinals als eines der drei schwächsten Teams aus – zu weit ist der Weg von 3-13 und der Horrorshow eines Pythagorean von 2.8 Siegen nach oben. Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass Kingsburys Hochgeschwindigkeits-Offense unterhaltsam und gemessen am vorhandenen Spielerpersonal relativ effizient sein wird, doch der Weg nach oben ist ganz einfach zu weit und der Anstieg ist zu steil, als dass ihn Arizona in einem einzigen Jahr erklimmen könnte.

Eine 6-10 Bilanz mit sieben, acht engen Spielen wäre schon ein gewaltiger Fortschritt – und eine Rookie-des-Jahres würdige Performance für Murray wäre ein Hoffnungsträger für 2020. Doch diese Preview schaut auf 2019. Und dort reicht es noch nicht ganz.

Buffalo Bills

Record 2018: 6-10
Close Game Bilanz: 3-3
Pythagorean:  5.0 Siege
Schedule 2019: #28

Unser zweites Team in der Furchtlosen Vorschau kennt den Bodensatz nur allzu gut: Die Buffalo Bills sind hier Stammgast. In den letzten beiden Jahren holte man zwar insgesamt 15 Siege – so zog man 2017 mit 9-7 Bilanz in die Playoffs ein und auch der 6-10 Abschluss der letzten Saison war besser als die von vielen geäußerten schlimmsten Befürchtungen („Ein 0-16 Team in der Qualität!“).

Doch tatsächlich riecht auch 2019 nicht nach einer wirklichen Verbesserung, trotz zahlreicher sinnvoll aussehender Offseason-Moves. Let me explain.

GM Brandon Beanes Offense-Einkäufe folgen einem Plan: WR John Brown für die tiefen Routen, die QB Josh Allen als einzige wirklich werfen kann, weil sie seine Schrotflinten-Präzision kaschieren, WR Cole Beasley und TE Kroft als Notnagel für die kürzeren Distanzen, die Rookies RB Singletary und TE Dawson Knox für die Tiefe und Upgrades in der Offensive Line mit OT Nsekhe, C Morse, OG Long und Rookie-OG Cody Ford.

Das alles sind Moves mit einem Ziel: QB Allen mehr Unterstützung zu liefern. In seiner Rookiesaison war Allen als Werfer nur etwas besser als die prognostizierte Katastrophe, doch er rettete sich mit hyper-effizientem Scrambling über die Runden. Der Pöbel war mit Allen zufrieden – doch „die schlimmsten Befürchtungen übertreffen“ reicht nicht aus, wenn man in der NFL wirklich weit kommen will.

Allen muss einen gewaltigen Schritt machen – den Schritt, den seine Vorstellungen 2018 nur sehr verhalten andeuteten. Ob das eingekaufte Material nun die Infrastruktur für Allen wesentlich verbessert? Call me skeptisch.

O-Line war vor allem deshalb ein Problem, weil Allen den Ball mit 3.2 Sekunden/Passversuch länger hielt als jeder andere QB – eine halbe Sekunden länger als der NFL-Durchschnitt. Eine Welt! Nach Pass-Block Win-Rate war die Bills-Line die #8 der NFL. Doch PBWR verlangt von seinen Vorblockern, nur 2.5 Sekunden lang durchzuhalten – weil Allen so lange den Ball hält, lag Beanes Wille nach Verstärkung auf der Hand. Bloß: Die eingekauften Spieler sind abseits von C Morse keine World-Beater – und Morse ist ständig verletzt.

Investition in Runningback ist überwiegend verschwendete Ressource (und man feuerte letzte Nacht RB Shady McCoy), die WRs sind JAGs und der TE-Depth Chart hängt davon ab ob Rookie Know in Ole Miss tatsächlich ein solch falsch eingesetztes Talent war wie alle behaupten. Selbst wenn: Wie viele Tight Ends abseits von Gronkowski haben die Liga schon als Rookies in helle Flammen gesetzt?

Will Buffalo gegen die natürliche Regression (man hatte Pythagorean von 5.0 Siegen) ankämpfen und entgegen der Wetten seine Siegbilanz bedeutend nach oben schrauben, wird also mal wieder die Defense Meisterhaftes leisten müssen. Was dort hilft, ist ein relativ schwacher Offense-Schedule abseits der vier Spiele gegen Brady, Wentz und Mayfield. Was Buffalo an gegnerischen QBs sieht, riecht nicht nach 7.0 kassierten NY/A und 450 aufgegebenen Punkten.

Was für Erhalt der Qualität in der Bills-Defense spricht: Der wesentlichste Abgang, DT Kyle Williams, wird durch den 1st Round Rookie-DT Ed Oliver annähernd kompensiert, LB Tremaine Edmunds sollte in Jahr 2 seiner Profikarriere einen mächtigen Sprung machen und bei CB Tre’Devious White ist relativ wahrscheinlich, dass er sich von seinem „sophomore slump“ 2018 erholt.

Headcoach Sean McDermott hat in den letzten beiden Jahren jeweils die Erwartungen massiv geschlagen. Ob das Zufall war oder ob McDermott auch in Jahr 3 das absolute Maximum aus diesem Kader kitzeln kann, wird darüber entscheiden, ob die Bills nächstes Jahr wieder in den Top-10 draften oder ob man entgegen meiner Erwartungen im Dezember noch eine Wildcard-Chance hat.

Cincinnati Bengals

Record 2018: 6-10
Close Game Bilanz: 2-4
Pythagorean: 5.9 Siege
Schedule 2019: #22

Qualitativ wären die Cincinnati Bengals kein zwingender Tipp für ein Bodensatz-Team, und es gäbe trotz einer relativ langweiligen Ausgangslage durchaus Anzeichen dafür, dass sich die Mannschaft von ihrer 6-10 aus dem letzten Jahr hocharbeiten könnte:

  1. Man hat Headcoach Marvin Lewis mit seiner konservativen Offense zum Teufel gejagt und in Zac Taylor die rechte Hand von Sean McVay aus Los Angeles zum neuen Headcoach bestellt.
  2. Die Passing-Offense der letzten Saison war mit 0.04 EPA/Pass nahezu Durchschnitt der NFL, obwohl QB Andy Dalton fast die ganze zweite Saisonhälfte verletzt verpasste.
  3. Die abgestürzte Defense war als #23 nach Adjusted Games Lost besonders verletzungsgeplagt und sollte Regression erleben.

So weit, so optimistisch. Doch dann verletzten sich nacheinander der 1st-Round OT Jonah Williams (out for season) und der lebenswichtige WR A.J. Green (out für zumindest die ersten 2-4 Wochen) und der Offensiv-Ausblick änderte sich massiv.

Green ist einer der wenigen wirklichen #1-Receiver der NFL, die es mit jedem CB und mit jedem Defensive-Scheme aufnehmen können, und Williams wäre ein wichtiges Upgrade in einer der miesesten Offensive Lines im Lande gewesen (PFF-Rang: #27), gerade in der Art Offense, die Taylor mutmaßlich spielen wird: Eine Play-Action lastige Offense mit Aufstellungen, aus denen heraus man nicht erkennen kann ob denn nun Lauf oder Pass folgt und Routen, die sich tief in alle Richtungen entwickeln.

Ohne Williams bleibt die Line ein Wackelkandidat, und ohne Green klingt der Receiving-Corps recht hoffnungslos: Tyler Boyd ist maximal eine vernünftige #2, John Ross (#9 Pick 2017) hat zwei desaströse Spielzeiten zum Profieinstand hinter sich und wird nicht wieder jeden dritten Catch zum TD verwerten (21 Catches, 7 TD in 2018), „Blocking-TE“ Drew Sample ist Rookie und TE Tyler Eifert immer verletzt. So verwegen ist das Argumente nicht, dass die Runningbacks Mixon & Bernard die besten verbliebenen Receiver sind.

Doch auch Headcoach Taylor selbst ist nicht über jeden Zweifel erhaben. Es ist mittlerweile Running-Joke, dass jeder, der mit Posterboy McVay mal eine Tasse Kaffee getrunken hat, zum NFL-Headcoach bestellt wird. Taylor ist das Paradebeispiel für diese chinesische Copy’n‘Paste-Mentalität, die die NFL in ihrer Ideenlosigkeit beim Cheftraineranstellen zeigt. Als Play-Caller ist er ein völliges Mysterium.

Defensiv sind Bausteine da – DT Geno Atkins ist auch mit 30+ ein produktiver interior-Rusher, das Edge-Rush Trio Dunlap/Hubbard/Lawson ist auch ohne den herausragenden Individualisten als Paket ein Pfund, und in der Secondary sind sowohl die Cornerbacks um William Jackson III und Kirkpatrick sowie die Safetys um Jessie Bates und Shawn Williams eher über als unter Liga-Durchschnitt.

Die Frage stellt sich nach der Qualität des Defense-Coachings: Dort brauche man peinlich lange um nach Taylors Bestellung zum Headcoach einen Defensive Coordinator zu bestellen – und als man Lou Anarumo präsentierte, fragte sich die halbe Liga: WHO THE FUCK?

So gibt es trotz einiger hoffnungsvoller Anzeichen auch einen Haufen Gründe zum Zweifeln an den Bengals. „Katastrophal“ ist zwar auch dank des eher einfachen Schedules nicht die Vokabel, mit der man Cincinnatis sportliche Aussicht 2019 beschreiben sollte – doch wichtige Preseason-Verletzungen deckeln schon früh das Potenzial der Offense.

Gegen eine NFC-North Konkurrenz mit Pittsburgh, Baltimore und Cleveland hätte es alle Hilfe einer guten Fee gebraucht um als Wildcard-Contender durchzugehen – doch diese Fee hatte Cincinnati nicht: Eine Bilanz um 7-9 klingt schon wie das höchste der Gefühle für die Bengals 2019, und selbst diese muss erst erreicht werden.

Denver Broncos

Record 2018: 6-10
Close Game Bilanz: 4-6
Pythagorean: 7.4 Siege
Schedule 2019: #1

7-9 oder meinetwegen 8-8 ist in etwa das Maximum, das man auch von den Denver Broncos erwarten möchte. Auch sie stellen wie die Cincinnati Bengals keine totale Gurkentruppe – im Gegenteil!

Pass-Rush (Von Miller & Bradley Chubb), Run-Defense (um DT Shelby Harris herum) und Secondary (mit CB Chris Harris sowie den Neuzugängen CB/S Kareem Jackson und Slot-CB Bryce Callahan) sind ausgesprochene Stärken der Broncos – es wäre eine Überraschung, wenn diese vom neuen Headcoach Vic Fangio gecoachte Unit nicht erneut Top-10 der NFL ist.

Diese Defense gibt den Broncos zwar eine gar nicht so niedrige Base-Line. Doch bevor wir in Euphorie verfallen: Die Offense deckelt das Potenzial beträchtlich.

Die Broncos sind eine der wenigen Mannschaften, die sich noch vor allem über das Laufspiel definieren. RB Philip Lindsay war in seiner Rookiesaison 2018 eine Offenbarung, und er läuft 2019 hinter einer verbesserten Offensive Line: RT Ju’wan James und Rookie-OG Dalton Risner ersetzen qualitativ in etwa die abgewanderten C Paradis und G Turner, dazu machte LT Bolles zuletzt große Sprünge nach vorn.

Doch selbst dieses passable Laufspiel brachte den Broncos nur 0.03 EPA/Run ein – in Laufspiel-Maßstäben ist das erweiterte Spitze, aber selbst durchschnittliches Passspiel ist schon effizienter – und just dort sieht es düster aus: Rookie-QB Drew Lock wird nicht viel Spielzeit sehen, was wohl eine volle Saison für QB Joe Flacco bedeutet. Flacco hat seit seinem Superbowl-Run vor sieben Jahren überwiegend Grütze gespielt – und er hat keinen tiefen Ball mehr.

OffCoord Scangarello führt seine Rolle zum ersten Mal aus, er muss unter einem Chefcoach Fangio arbeiten, der viel von Defense versteht, aber nix von Offense hält. Scangarellos Kommentare in Richtung Flacco („Ist der perfekte QB für meine Offense, kann under-Center spielen, fasel laber…“) kann man entweder nicht ernst nehmen oder lassen Alarmglocken schrillen – auf jeden Fall dünkt mir eine lange Saison.

Man könnte hoffen, dass ein sensationeller Receiving-Corps Flacco vielleicht stützt – doch dort gibt es mehr Fragen als Antworten. Emmanuel Sanders hat als WR1 als einziger echte NFL-Erfahrung, aber er ist 32 und kommt von einem Achillessehnenriss im Dezember zurück. WR2 Courtland Sutton und WR3 Desean Hamilton sind talentiert, aber inkonstant, und haben erst ein Jahr gespielt. TE Noah Fant ist Rookie.

Wenn sie alle am oberen Ende ihrer Möglichkeiten spielen, ist das vielleicht NFL-Mittelmaß. Doch wahrscheinlicher ist, dass das mit „Separation“ eher schwierig wird in Denver. Dann muss Flacco auf gedeckte Receiver werfen, und das riecht nach Fiasko.

Der Pythagorean von zuletzt 7.4 Siegen sowie die Aussicht einer Top-10 Defense lassen natürlich eine Überraschung nicht ganz ausschließen. Doch eine Top-10 Defense allein reicht in der gegenwärtigen NFL-Landschaft nicht aus um sich unter den besseren Teams zu etablieren. Realistischerweise bräuchten die Broncos mit Blick auf ihren Angriff eine Neuauflage der 2015er „No Fly Zone“-Defense um ganz vorne dabeizusein.

Doch solche Qualität ist kaum zu erreichen – nicht gegen einen der schwersten Schedules der NFL. Sollte der Saisonstart mit u.a. Bears, @Packers, @Chargers, Chiefs, @Colts, Browns und @Vikings in den ersten 11 Wochen schief gehen, ist auch eine Einwechslung des eindeutig nicht NFL-bereiten QB Lock nicht mehr auszuschließen – und dann geht es für Denver eindeutig eher um den Top-Pick als um die Playoffs.

Miami Dolphins

Record 2018: 7-9
Close Game Bilanz: 5-1
Pythagorean: 5.1 Siege
Schedule 2019: #18

Die Miami Dolphins dagegen sind der einfachste Tipp auf den Top-Pick 2020: Sie haben letztes Jahr massiv überperformt, nachher Hausreinemachen inklusive Wechsel auf Headcoach (von Adam Gase auf den ehemaligen Patriots-Assistenten Brian Flores) und beiden Coordinator-Positionen sowie de-facto auch auf GM (Chris Grier hat zum ersten Mal richtige Macht) veranstaltet und den Spielerkader von sämtlichen längerfristigen Lasten befreit.

Die „Ära Tannehill“, eine Ära des Mittelmaßes, ist beendet. Neben Tannehill haben LT Tunsil, RT James, OG Sitton, RB Gore, WR Amendola, WR Stills, EDGE Wake und EDGE Quinn die Dolphins verlassen. Sie hinterlassen gewichtige „Dead-Cap“ auf der Salary-Cap für 2019, doch ihre Abgänge stellen die Weichen für einen Rebuild ab 2020.

Für 2019 vermuten viele „Tank for Tua“ – absichtliches Abschenken der Saison um im nächsten NFL-Draft das gehypte QB-Prospect Tua Tagovailoa zu draften. Lange Zeit sah es in Miami anders in Cleveland Browns unter Sashi Brown eher nach „sanftem Rebuild“ durch – die Dolphins statteten sogar einen Leistungsträger wie CB Xavien Howard mit langfristigen Verträgen aus und sie holten sich zwei interessante Quarterbacks ins Boot, doch als letzte Nacht auch noch LT Laremy Tunsil und WR Kenny Stills für zwei künftige 1st Rounder (und einen 2nd Rounder obendrein) verkauft wurden, machte man klar: Wir wollen ablosen!

Warum man trotzdem zuschauen kann?

Zum einen wäre da Ryan Fitzpatrick, alter wie altbekannter Gunslinger für die hohen Touchdown- und Interception-Zahlen, der für alles, nur nicht Langeweile steht. Der noch deutlich interessantere Mann ist QB Josh Rosen, den man für einen 2nd Rounder vom Abstellgleis in Arizona abholte. Rosen, Top-10 Draftpick 2018, war erst vor kurzem ein exzellentes NFL-Prospect, dessen Rookie-Saison aus verschiedenen Gründen komplett in die Binsen gegangen ist.

Irritierend: Fitzpatrick wurde vorerst zum Starter ernannt. Dennoch bliebe es überraschend, wenn Rosen nicht den Großteil der Saison startet. Rosens Präsenz gibt den Dolphins zumindest theoretisch die Chance, dass sie ihren künftigen Franchise-QB bereits im Kader haben – und nichts wünscht man sich in Miami, das in 20 Jahren seit Dan Marinos Rücktritt fast nie adäquates Quarterbacking hatte, sehnlicher als einen höherklassigen QB.

Einzig: Die Voraussetzungen für eine funktionierende Offense sind eher bescheiden. OffCoord Shea ist ein Frischling auf seiner Position und hat noch nie Plays gecallt. Die Offensive Line ist spätestens nach Tunsils Verkauf ein Torso und der Receiving-Corps ist voll von Nr.2 und Slot-WR Typen: Parker, Hurns, Wilson sowie TE Gesicki.

Nicht viel weniger Fragezeichen in der Defense: Edge-Rush ist nominell nicht vorhanden, Linebacker ein Schwachpunkt, und in der Defensive Line ist Rookie Christian Wilkins (1st Rounder) bereits der Ankermann, auf dem die ganze Verantwortung lastet.

Die Hoffnung, nicht Woche für Woche abgeschossen zu werden, liegt in der Secondary, wo man mit CB Xavien Howard sowie dem aufstrebenden CB/S Mincah Fitzpatrick und einer Reihe an zumindest passablen Nebenleuten zumindest mittelklassig besetzt ist. Headcoach Flores kommt aus der Patriots-Schule – eine Schule, die Defensive Backs für gewöhnlich als wichtigste Position in der Defense betrachtet.

Die sportlichen Aussichten für 2019 sind also bescheiden. Ohne einen sensationellen Breakout des QBs Rosen wird nicht viel gehen. Da Playoffträume sich ohnehin verbieten, gibt es nur zwei Szenarien, in denen man die Spielzeit als echten Erfolg verbuchen kann:

  1. Man bekommt den #1 Pick 2020 und findet zumindest eine Handvoll langfristiger Leistungsträger.
  2. Man verpasst zwar den #1 Pick, aber QB Josh Rosen hat sich in zahllosen verlorenen Shootouts als so große Versprechung erwiesen, dass man ohne Gewissensbisse mit ihm weitergehen kann.

Alles andere wäre ein Treten auf der Stelle. Das Worst-Case Szenario für Miami ist auch klar: Ein stagnierender Rosen, den man für Fitzpatrick auswechselt, der dann gerade so viele Ausreißer nach oben zeigt, dass man mit 6-10 Bilanz einen Top-5 Pick verpasst.

New York Giants

Record 2018: 5-11
Close Game Bilanz: 4-8
Pythagorean: 6.9 Siege
Schedule 2019: #29

Lass es uns so sagen: Die Giants sind vor der anstehenden Saison trotz der merkwürdigen Einkaufs- und Draftpolitik von GM David Gettleman eine relativ sichere Wette für eine Verbesserung ihrer Siegbilanz. Letztes Jahr belief die sich auf 5-11.

Doch die Giants waren prinzipiell besser als das. Sie hatten einen Pythagorean von 6.9 Siegen und waren extrem unglücklich in knappen Spielen: Sie verloren 8 ihrer 12 One-Score Games. Allein eine ausgeglichene Bilanz in dieser traditionell sehr zufälligen Statistik hätte den Giants ihre verdiente 7-9 Bilanz gebracht. Nun gehen sie in eine Saison mit einem der einfachsten Schedules der NFL.

Trotzdem nur Kategorie „Kellerkinder“ für Big-Blue – die Liste an Hindernissen auf einem raschen Weg nach oben ist einfach zu lang:

#1 Quarterback. Angespannte Situation in New York: Das Front-Office favorisiert den 37-jährigen Schwiegermutterliebling QB Eli Manning, trotz extremer Anfälligkeit gegen Sacks und dem Fehler auch nur durchschnittlicher Passing-Offenses in den letzten Jahren. Der erst im April mit via Tam-tam gedraftete und vehement gegen alle Hater verteidigte QB Daniel Jones bleibt wohl ungeachtet aller Logik vorerst auf der Bank. Der einzige Vorteil: Damit verhindert man gellende Pfeifkonzerte nach dem ersten Fehlpass dieses kritisch beäugten Rookies.

#2 Receiving-Corps. Wer auch immer auf QB startet – er wird nicht viele Waffen zum Arbeiten haben: WR Golden Tate ist einen Monat mit Sperre raus, WR Shepard ist questionable. Anders: TE Engram und RB Saquon Barkley sind zum aktuellen Zeitpunkt die beiden besten Receiver.

#3 Grundphilosophie im Play-Calling: Weil die Giants suspekte Quarterbacks und extrem viele Ressourcen und Verteidigungsfloskeln in die Runningback-Position (und damit Barkley) investiert haben, besteht die Gefahr, dass man stark auf ineffizientes Laufspiel in 1st und 2nd Downs setzen wird. Headcoach Shurmur ließ schon letzte Saison 53% Laufspiel in 1st Downs spielen, nur drei Teams hatten mehr. Als Kontext: Selbst schwaches Passspiel ist effizienter als überdurchschnittliches Laufspiel!

#4 Defense. DefCoord James Bettcher ist neu und ein Guter, doch das Personal in der Defense ist extrem jung und qualitativ eher mau. Edge-Rush ist nach dem Verkauf von DE Vernon nach Cleveland komplett vakant, und auf CB hat man Rookie-1st Rounder Deondre Baker und Janoris Jenkins – und ansonsten viel nada. Auf Safety ist Jabrill Peppers ein Downgrade gegenüber Landon Collins.

Stärken der Giants sollten nach allen Investments der Offseason in Offensive Line und Run-Defense stecken. Doch just diese beiden Positionen sind in der gegenwärtigen NFL nur noch nebensächlich. Pass-Offense und Pass-Defense sind kritische Fragezeichen, weswegen ich den Giants auch mit Verbesserungspotenzial allein durch Regression und einfachem Schedule keine allzu rosige Saison prognostiziere.

Oakland Raiders

Record 2018: 4-12
Close Game Bilanz: 3-2
Pythagorean: 3.7 Siege
Schedule 2019: #4

Wahnsinnig aktive Offseason für die Oakland Raiders, die nicht nur den GM (von Reggie McKenzie auf Mike Mayock) ausgetauscht haben, sondern den kompletten Receiving-Corps (Antonio Brown & Tyrell Williams sind neu, TE Jared Cook weg), den Runningback (Josh Jacobs mit 1st Rounder gedraftet) und die halbe Defense (bis zu fünf neue Starter mit dem 1st-Round Pärchen DE Clelin Ferrell und S Jonathan Abram, LB Burfict, CB Lawson und FS Lamarcus Joyner sowie ein Backup mit Rookie-2nd Round CB Trayvon Mullen).

Doch wird das reichen um in Jahr zwei (von 10) unter der Führung von Headcoach Jon Gruden aus dem Keller zu kommen? Skepsis ist angebracht.

Denn die Raiders waren 2018 nicht einfach nur schlecht. Sie waren 4-12 mit einem Pythagorean von 3.7, der impliziert, dass sie sogar overperformt haben! Dass ein 4-12 Team über der Pythagoreischen Erwartung spielte, ist nahezu Novum – doch drei der vier Raiders-Siege waren innerhalb eine Scores, bei zehn Blowout-Pleiten.

Natürlich gibt es Anzeichen dafür, dass Oakland aus dem untersten Tiefgeschoss hochkraxeln und ein wettbewerbsfähigeres Team stellen wird.

Das eine ist natürliche Regression: Passing-Defense und Rushing-Offense waren so absurd schlecht, dass Verbesserung nahezu zwangsläufig kommen wird. Die Passverteidigung gab 0.23 EPA/Pass auf – nur zwei Quarterbacks waren überhaupt besser als dieser Wert – Mahomes und Brees! Und die Rushing-Offense verlor 0.10 EPA/Lauf, zweitschlechtester Wert der NFL.

Das andere ist Verbesserung durch neue Spieler, wie eingangs beschrieben. Mit verbesserter O-Line (G Incognito und OT Brown sind neu, OT Kolton Miller geht in sein zweites Jahr) und neuem Runningback wird das Laufspiel bestimmt besser, doch wichtiger sind die getätigten Upgrades für Passspiel.

WR Antonio Brown ist wie A.J. Green – wenn auch auf andere spielerische Art und Weise – einer der wenigen Receiver, der wirklichen Elite-Vertrag wert ist, und sein Counterpart WR Williams ist ein starker deep threat. Und in der Defense wird die halbe Starting-Unit wie eingangs beschrieben durch bessere Spieler bzw. größere Talente ausgetauscht, während die wenigen Leistungsträger wie CB Gareon Conley bleiben.

Doch das Potenzial nach oben bleibt in Offense wie Defense gedeckelt:

  1. Antonio Brown muss erstmal so perfekt eingesetzt werden wie in Pittsburgh, als man die seine Routen und jene seiner Mitspieler optimal designte um die maximale Effizienz herauszuschlagen.
  2. Deep threats bringen nix, wenn dein Quarterback Derek Carr den tiefen Pass scheut wie der Teufel das Weihwasser.
  3. Selbst wenn Carr tief geht – wer sind die Short-Yardage Empfänger: TE Waller, Rookie-Slot WR Renfrow, RB Jacobs?
  4. Welche „Impact-Player“ hat die Defense, die keinen Edge-Rush und unerfahrene Defensive Backs hinter Conley hat?

Und so ist der Weg von 4-12 in die Wildcards zu weit um schon 2019 bewältigt zu werden, und die Konkurrenz in der AFC West mit einem der knackigsten Schedules der NFL zu heftig um große Sprünge von den Raiders zu erwarten. 6-10 oder 7-9 sind drin – und man sollte eine solche Bilanz oder auch nur ein paar knappe Niederlagen mehr als zuletzt als Gewinn verkaufen, nach der fürchterlichen Bauchlandung von 2018.

Washington Redskins

Record 2018: 7-9
Close Game Bilanz: 4-1
Pythagorean: 5.7 Siege
Schedule 2019: #26

Die Washington Redskins bilden alljährlich den Abschluss der Bodensatz-Preview – und das ist kein Zufall: Weitsichtiges Kadermanagement, Fokus auf Spielerentwicklung oder Geduld sind Fremdwörter in der Franchise von Dan Snyder, dem womöglich schlimmsten Owner der gegenwärtigen NFL.

Letztes Jahr konnte auch die passable 7-9 Bilanz nicht darüber hinwegtäuschen, wie schlecht die Redskins unter der Oberfläche waren: Pythagorean von nur 5.7 Siegen und 4-1 Bilanz in engen Spielen lassen starke Regression für diese Saison erwarten.

Wie schlimm es um Washingtons Aussichten 2019 bestellt ist, zeigt nicht zuletzt die Situation in der Offense, wo man in QB Dwayne Haskins den Hoffnungsträger für die Zukunft draftete, sich nun aber nicht getraut ihn einzusetzen, weil man…

…a) ihm nicht einen einzigen Receiver von Format neben TE Reed als Anspielstation bieten kann
…b) LT Trent Williams zickt und wegen falscher ärztlicher Behandlung einen Abgang forciert
…c) sieben Jahre nach RG3 nicht wieder riskieren will einen 1st-Round QB zu schnell zu verheizen.

Es geht also erstmal mit McCoy oder Keenum los. Wie lange, weiß der Teufel. Headcoach Jay Gruden hätte prinzipiell kein idiotisches Scheme, doch das Investment in gleich vier teure Runningbacks – Adrian Peterson, Derrius Guice, Bryce Love, Chris Thompson – droht in eine Orgie an verschenkten Running-Plays zu münden.

Um die Defense wäre es besser bestellt. Front-Seven ist dank zahlreicher hoher Draftpicks eine Bank, und in der Secondary lässt sich Scheming um die Granden CB Josh Norman und FS Landon Collins (kaum aus New York) ohne größere Probleme designen um Schwächen zu kaschieren. Doch wie viel kann eine Abwehr retten, wenn die Offense ein einziges uninspiriertes Fragezeichen ist und das Front-Office seit Monaten nur darauf wartet, einen Freifahrtschein für die Entlassung des Headcoaches zu bekommen?

10 Kommentare zu “Furchtlose NFL-Vorschau 2019/20 | Die Kellerkinder

  1. Yes, Große NFL Preview!

    Hätte Tampa hier erwartet, anstatt Denver, aber nun ja. Broncos mit Flacco vielleicht ja doch nur gurkig, aber ich könnte mir ein 9-7 bei Denver schon vorstellen, trotz des Schedules.

    Auch überraschend dass du den Bills nicht mehr zutraust, nachdem die allgemeinen Einschätzungen hier in der Offseason doch eher positiv waren und BUF in vielen Projections bei 7 oder 8 Wins liegen.

    Ganz schlechtes Zeichen in Miami, dass Fitzpatrick über Rosen startet. Bei einem Rookie könnte ich noch verstehen, aber wenn Rosen es nicht schafft Fitzpatrick im Training Camp auszustechen, muss man echt Angst um seine NFL Prospects haben. Wobei es bei den Fins eh egal ist, die gehen 2-14 und holen nächstes Jahr Tua.

    3 Worst Teams für mich: MIA, WAS, CIN.

  2. schade für die Dolphins würde mir wünschen ein NFL Team das den superbowl im eigenen Stadion spielt,so wie damals die Bayern mit ihrem Finale dahoam

  3. Vielleicht wollen die Fins einfach nur Rosen schützen. Spielen in Woche 1-4 gegen Ravens, Pats, Boys und Bolts. Fitzpatrick gegen diese Defenses verbrennen, dann Rosen einwechseln.

  4. Aber Rosen ist kein Rookie mehr, den man mit easy Games einfach einführen sollte, und außerdem: Wenn er gegen diese guten Teams nicht performt, sollte man ihn auch nicht zum Franchise QB machen.

    Anderer Ansatz: Wenn Miami wirklich an Rosen glauben würde nachdem was sie gesehen haben, würden sie dann wirklich die ganze Offense um ihn herum verkaufen?

    Ich glaube Coaches denken nicht in Welten wie einfacherer Schedule, also lassen wir ihn nicht starten. Sie gehen einfach mit dem besseren QB zum Stand heute, und das ist in Miami erschreckenderweise nicht Rosen, sondern Fitzmagic.

  5. Die nfl ist so ausgeglichen das ich selbst diese Teams nicht komplett abschreiben würde.
    Sicher die Dolphins mit fitzmagic werden natürlich nicht um den Superbowl spielen,alle anderen würde ich aber die Playoffs Teilnahme schon Zutrauen.

  6. Was die Bengals angeht, mag ich dir nicht in jedem punkt Recht geben (wobei da auch ein bisschen hindsight dabei ist). Receiver seh ich nicht ganz so schlecht jetzt nach der Preseason, dafür bin ich was Runblocking angeht spektischer als zuvor. Die DC-Suche verlief gar nicht so dramatisch wie’s den Anschein hatte, nur leider sind die Bengals nicht die glücklichste Franchise, was Außendarstellung angeht.
    Mit den meisten Punkten bin ich aber bei dir und muss sagen, dass das bislang eine der treffendsten Analysen zu den Bengals war, die ich bislang im deutschsprachigen Bereich gesehen hab. Was die Record angeht, seh ich es auch ähnlich, wobei ich aber auch Potential nach oben sehe, falls wir diesmal nicht so böse mit Verletzungen zu kämpfen haben wie letztes Jahr.

  7. Ringer-Power Ranking Teil 1 (Rang 25-32):
    https://www.theringer.com/nfl-preview/2019/9/2/20841382/preseason-power-rankings-part-1-giants-raiders-jets-cardinals

    32 Dolphins (check)
    31 Redskins (check)
    30 Cardinals (check)
    29 Bengals (check)
    28 Giants (check)
    27 Lions
    26 Raiders (check)
    25 Jets

    Demnach hat Mays die Bills und Broncos höher als du. Würde ihm da mindestens bei den Broncos zustimmen, ich war ehrlich überrascht, dass sie so niedrig in diesem Ranking sind, aber das kann auch am Formt mit 4×8 liegen.

    Bin ehrlich gespannt was die Dolphins machen, sie rüsten ja extremst Draft Capital auf. Glaubst du sie tanken für Tua oder sogar schon für 2021 mit Lawrence wie schon manchmal spekuliert wird? Kann mir das eigentlich nicht richtig vorstellen, aber Cleveland hat das auch durchgezogen.

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