Date am Donnerstag – Woche 2: Carolina Panthers vs. Tampa Bay Buccaneers Preview

Auftakt zur NFL-Woche 2 mit dem heutigen Thursday Night Game zwischen den Carolina Panthers und den Tampa Bay Buccaneers (ab 02h30) – das „Gerald McCoy Revenge Game“. Beide Teams haben ihr erstes Spiel verloren und stehen schon leicht unter Druck.


Dabei war „verloren“ nicht gleich „verloren“. Die Panthers verloren nur 27-30 zuhause gegen die Rams. Ihre Leistung war dabei ein bissl schlampig und es mangelte eklatant an Explosivität in der Offense. Doch die Buccs wären damit schon glücklich gewesen, wenn man die Art und Weise bedenkt, mit der sie zuhause gegen desaströse 49ers verlor: 17-31 Pleite mit drei teilweise hirntoten Interceptions ihres QBs Jameis Winston und einer Offensivleistung aus der Hölle.

Quick Recap – Woche 1

Das Tampa vs. 49ers Spiel war eines der mieseren in den letzten Jahren NFL. Die 49ers gewannen 31-17 dank zweier INT-TD Returns (remember: Regression zur Mitte nach letzte Saison nur zwei INTs in der ganzen Saison!), waren aber ihrerseits grottenschlecht.

  1. Mies im Playcalling: 25 First Downs, 7x Passspiel, 18x Laufspiel
  2. Mies im Passspiel: 5.6 NY/A für QB Garroppolo gegen die verheerende Secondary der Buccs, zweitniedrigste PFF-Passing Grade der Woche für Garroppolo
  3. Mies im Laufspiel: 30 Runs für unfassbare -0.25 EPA/Run

Doch Tampa war übler. Winston sah nach einer ganzen Offseason unter der Fuchtel von Bruce Arians verunsichert und unentschlossen aus. Winston warf einige atemberaubend schlechte Pässe, und auch wenn nicht jeder Turnover allein Winston anzukreiden war: Das war dysfunktional. Die Routen wirkten nicht aufeinander abgestimmt, die Read-Sequenzen für Winston nicht immer klar. Ohne Druck in der Fresse war es noch akzeptabel, doch mit Pass-Rushern in der Pocket kollabierte Winston komplett.

Die Defense kam nach dem Spiel besser weg, weil San Franciscos QB Garroppolo so katastrophal spielte, doch: Die Buccs-Secondary war wackelig, Tackling halbherzig und Pass-Rush mau. It was one of these days.


Carolina war besser, obwohl sich vor allem die Passing-Offense von QB Cam Newton vor allem innerhalb von 10 Yard um die Anspiellinie abspielte. Newton ging fast nie tief, und wenn, wurde es schnell gefährlich für die eigene Mannschaft. Newton warf auch wieder einige seiner patentierten Kurzpass-Bomben, die 5m am eigenen Receiver vorbeifliegen.

Carolinas Offense brauchte eine ganze Halbzeit um sich in die Saison zu fuchsen, kam nach der Pause aber immer besser ins Rollen:

  • Halbzeit: 31 Plays, 5.2 Yards/Play, -0.35 EPA/Play
  • Halbzeit: 32 Plays, 5.8 Yards/Play, 0.14 EPA/Play

Carolina war dabei schon vor der Pause relativ passlastig: 19 Pässe, 12 Läufe. Nach der Pause wurde es mit dem großen Rückstand nur krasser – doch es funktionierte nicht schlecht, auch ohne explosive Passing-Plays.

Was – ungewöhnlich für ein Ron-Rivera Team – auffiel: Carolina war undiszipliniert. Strafe vor einem Fieldgoal-Versuch, der in einem 53-yds Kick resultierte, der prompt verschossen wurde. Strafen in zwei weiteren 3rd-&-7 Situationen der Defense, die den Rams jeweils kurze Situationen zum Arbeiten gaben.

Nicht alles bei den Panthers ist verloren. Rookie-DE Brian Burns schaute durchaus hoffnungsvoll aus und der Star-RB Christian McCaffrey wirbelte trotz gezielter Bewachung die Defense auf. Carolinas Pleite war vermeidbar – was weh tut. Doch sie macht wesentlich mehr Hoffnung als das Buccs-Desaster zum Auftakt.

Für heute

Carolina ist in den Wettbüros mit 6.5 Punkten favorisiert. Ich hätte gemessen an den Eindrücken aus Woche 1 folgende Blaupause für die Panthers gesehen:

  1. Druck auf QB Winston veranstalten – der Speed eines Brian Burns dürfte gegen die hölzernen Offensive Tackles ein gutes Matchup haben, und dazu dürfte der erst vor ein paar Monaten in Tampa gefeuerte DT Gerald McCoy brennen
  2. QB Cam Newton tief werfen lassen – die Buccs-Secondary macht durchaus keinen sattelfesten Eindruck. Die wendigen Panthers-Waffen wie D.J. Moore oder Curtis Samuel sind durchaus schnell genug um der mäßigen Coverage der Panthers auf und davon zu laufen
  3. Unforces errors limitierten – Dumme Strafen wie am Sonntag vermeiden.

Für Tampa liegt der Weg für ein Upset in Play-Design und Quarterback. In den Snaps ohne QB-Pressure wirkt Winston durchaus okay. Doch die Sequenz seiner Reads schien nicht immer klar. Konfusion in Woche 1 wäre nichts Außergewöhnliches, zumal mit neuem Coaching-Staff. Doch wie schnell Arians und sein fragwürdiger OffCoord Byron Leftwich in nur vier Tagen die Konzepte verfestigen, bleibt die kritische Frage.

13 Kommentare zu “Date am Donnerstag – Woche 2: Carolina Panthers vs. Tampa Bay Buccaneers Preview

  1. „Die Routen wirkten nicht aufeinander abgestimmt, die Read-Sequenzen für Winston nicht immer klar.“
    Hast Du den Großteil der Spielzüge als „All-22“ geschaut? Die Entwicklung der Routes finde ich unmöglich in der normalen Spielübertragung zu erkennen. Wie analysiert man sowas, ohne seine Lebenszeit im Filmroom zu verbringen?

  2. Mal eine allgemeine Frage. Gibt es noch jemanden der den NFL Gamepass „EU“ abonniert ? Hat sich das verbessert gegenüber der Einführung seit den letzten Jahren.

  3. @Dizzy: All-22, wobei Winstons Konfusion schon am Game-Tape erkennbar war. Ich will nicht ausschließen, dass der Großteil der Brain-Freezes bei Winston ihm selbst geschuldet sein mögen, aber die Buccs-Offense ist zum aktuellen Zeitpunkt „hot mess“.

    Evans kriegt keine Separation, also traut sich der inakkurate Winston nicht, ihn zu bedienen.
    Howard wird kaum mehr als die Hälfte seiner Snaps am Feld in eine Route geschickt, was angesichts seiner Effizienz-Stats der letzten Jahre ein Witz ist.
    Brate wird annähernd so oft wie Howard auf Routen geschickt. Annähernd gleicher Witz,
    Der einzige Receiver, der Separation kreiert, ist Godwin. Mutmaßlich wird er deshalb von Winston so verzweifelt gesucht.

    Man muss natürlich jetzt abwarten, wie sich die Arians-Offense entwickelt. Sie gilt als komplex und nicht über Nacht umsetzbar. Doch die frühen Erkenntnisse sind nicht vielversprechend.

    Panthers übrigens auch hoch problematisch. Dass man Newton mehrfach in 4th&1 Situationen nicht per QB-Sneak/QB-Keeper über die Mitte schickt, zeugt nicht von viel Vertrauen in seine Gesundheit. Newton hat auch noch mehr Pässe ins Nichts als früher. Das sieht mir nicht nach einem gesunden QB aus.

    Man kann das Spiel heute Nacht als „typisches Donnerstagsspiel“ abtun. Aber man kann auch sehen, dass wir es mit zwei brutal strauchelnden Offenses zu tun hatten, die nach wie vor schlechten Football spielen.

  4. das ist nicht der newton von früher,dieses lächerliche 1 yard hätte er damals selbst erlaufen mit verbundenen Augen. ich denke die Verletzung ist noch nicht auskuriert somit werden die phanters böse untergehen in dieser season.

  5. Mehr besorgt mich allerdings der Wurf. Ungenau war früher auch schon – immer wieder eingestreut zwischen durchaus auch perfekten tiefen Pässen. Aber die ganze Dynamik der. Würde erinnert mich gerade eher an den späten Peyton Manning

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