Samstagsvorschauer 2019 – Woche 3

Heute dritter Spieltag der College-Football Saison. Wieder ist es ein Spieltag ohne absoluten Kracher. Doch es gibt zahlreiche interessante Matchup aus der zweiten Reihe – sozusagen ein College-Spieltag für den Genießer.

Frühschicht ab 18h:

  • 18h: #3 Georgia – Arkansas State
  • 18h: Indiana – #6 Ohio State (FOX)
  • 18h: #13 Penn State – Pitt (ProSieben)
  • 18h: Temple – #21 Maryland (CBS)
  • 18h: Mississippi State – Kansas State (ESPN)

Das Prosieben-Spiel ist das innerstaatliche Pennsylvania-Duell Penn State vs. Pitt, das möglicherweise zum letzten Mal für längere Zeit ausgespielt wird. Ich halte die Partie für die namhafteste, aber längst nicht für die interessanteste in der Frühschicht.


Die ist Temple Owls vs. Maryland Terrapins. Die Terps sind nach zwei Kantersiegen (79-0 gegen das unterklassige Howard, aber auch 62-30 gegen Syracuse) bereits nach zwei Wochen an #21 gerankt – und alles lobt den letztjährigen Alabama-OC und jetztigen Terps-Coach Mike Locksley schon hoch zum neuen Coaching-Stern.

Call me surprised. Ich kannte Locksley bislang vor allem von seiner unsäglichen Zeit vor ein paar Jahren bei New Mexico State, als er 26 von 28 Spielen als Headcoach verlor und zahlreiche Disziplinprobleme zu verantworten hatte. Doch die Welt ist kurzlebig, und der bislang von so vielen negativen Vibes umgebene Locksley ist plötzlich obenauf.

Sein Credo: Lass die besten Player mal machen. Das führt zu teilweise witzigen Formationen mit 3 Runningbacks im Backfield und zahlreichen RPOs um nach einem ehrlichen Establish the Run die tiefen Bomben gegen eine zu hoch stehende Defense auszupacken. Ich habe gestern die Highlights des Terps-Spiels gegen Syracuse gesehen: Tatsächlich interessant. Die RPOs werden perfekt genug gespielt, dass weder Defense noch Betrachter vor dem Fernseher die Intentionen erkennen – und weil es sich Defenses nicht leisten können, die Box zu entblößen, sind die tiefen Bomben der Schildkröten brandgefährlich.

Hauptabendprogramm ab 20h30

  • 20h30: #7 Notre Dame – New Mexico (NBC)
  • 21h30: South Carolina – #2 Alabama (CBS)
  • 21h30: #17 UCF – Stanford (ESPN)
  • 21h30: BYU – #24 USC (ESPN)
  • 22h: Iowa State – #19 Iowa (FS1)

Tragikomisch: Der händeringend um Aufmerksamkeit strebende Mid-Major UCF sucht sich alljährlich seine „marquee matchups“ im Schedule zusammen, wissend, dass es wenige Power-5 Teams gibt, die wirklich daran interessiert sind, gegen so einen gefährlichen Mid-Major zu spielen. Die Nachteile überwiegen dabei die Vorteile:

  • Gewinnste gegen UCF, schreien alle „war doch nur ein Mid-Major!“
  • Verlierste dagegen, schreien alle „gegen einen Mid-Major verloren!“

Stanford ist eine der Universitäten, die sich trauen, trotz geringer eigener Vorteile gegen UCF anzutreten. Und dann wird Stanford letzte Woche vom Backup-QB der USC Trojans abgeschossen und delegitimiert bereits früh in der Saison einen der Top-Gegner im Schedule von UCF.

Stanfords Probleme in den ersten beiden Saisonspielen: Nicht in Tritt kommendes Laufspiel, season ending-Verletzung von LT Little und Gehirnerschütterung bei QB K.J. Costello. Costello ist für heute wieder einsatzbereit, doch wie gut die Protection für ihn sein wird, vermag niemand zu sagen.

Auch auf UCF-Seite ist nicht ganz klar, wer den QB geben soll: McKenzie Milton ist out for season, die beiden Backups Darriel Mack und Brandon Wimbush sind ihrerseits von Zipperlein geplagt – es läuft also auf den hawaiianischen fourth stringer QB Dillon Gabriel hinaus, der die explosive Spread-Offense letzte Woche anführte.


Das Team, das letzte Woche Stanford schlug, ist USC. Die Trojans spielen heute bei BYU, doch die Schlagzeilen beherrscht nicht der letzte Woche so sensationelle neue Freshman-QB Kedon Slovis, sondern der urplötzliche Rücktritt von Athletic-Director Lynn Swann. Swann ist ein ehemaliger Weltklassespieler, der als Verfechter von USC-Coach Clay Helton gab. Mit der nun eröffneten Athletic-Director Suche wackelt auch Heltons Stuhl bedrohlicher denn je.

Ausgerechnet Slovis und der neue OffCoord Graham Harrell müssen nun für Helton in die Bresche springen. In BYU trifft man auf eine Defense, die den Angriff zu langen Serien zwingt, weil sie die Big-Plays verhindert. Geduld ist also gefordert.

Auf der Gegenseite lässt sich auch BYU, die Wiege der pass-first Denke, nicht lumpen und bringt um den mobilen QB Zach Wilson ebenso eine fette Passing-Offense aufs Parkett.

South Carolina gegen Alabama gibt vielleicht die Chance, QB Tagovailoa zum ersten Mal gegen eine validere Defense zu begutachten (#35 nach S&P+ nach zwei Wochen). Bislang war nix zu sehen von Offense-Problemen nach der Umstellung auf das System Sarkisian: 104 Punkte, fast 8yds/Pass für Tua.

Nachtschicht ab 1h

  • 1h: #8 Auburn – Kent State (ESPN)
  • 1h: Kentucky – #9 Florida (ESPN)
  • 1h: #16 Texas A&M – Lamar (ESPNU)
  • 1h30: Syracuse – #1 Clemson (ESPN)
  • 1h30: #4 LSU – Northwestern State (SEC)
  • 1h30: #25 Virginia – FSU (ACC)
  • 1h30: Purdue – TCU (BTN)
  • 2h: UCLA – #5 Oklahoma (FOX)

Die Nachtschicht bietet zahlreiche spannende Matchups.

#9 Florida spielt auswärts bei Kentucky. Die Gators sind 2-0, doch ihre Auftritte sprühten noch nicht vor Eleganz. Auffällig ist das inexistente Laufspiel – lange Bomben vom ansonsten auch nicht überzeugenden QB Franks mussten bislang herhalten.

Kentucky dagegen galt im Jahr 1 nach DE Josh Allen nur noch als Mitläuferteam – bis sich letzte Woche QB Terry Wilson auf die Verletztenliste verabschiedete. Sein Nachfolger QB Sawyer Smith sah exzellent aus und könnte die Offense wachrütteln – aber Smith hat noch nix annähernd so Druckvolles wie die Florida-Defense Front gesehen.


Purdue vs. TCU ist das Duell der beiden „Schemer“: Purdue-Headcoach Jeff Brohm mit seiner Wunderwaffe WR Rondale Moore gegen den TCU-Defensive Mastermind Gary Patterson. Wie Brohm Moore gegen die aggressive 4-2-5 Zone-Defense der Horned Frogs einzusetzen gedenkt, ist die zentrale Frage dieser Partie.


Im Rennen um den National Title muss #1 Clemson zu einem seiner Angstgegner: Dino Babers Syracuse. Nicht nur haben die Orangemen die Tigers vor einigen Jahren schon einmal besiegt und hätten sie damit fast aus dem Titelrennen geschossen – nein, auch letztes Jahr waren sie der bis am Ende schwerste Stolperstein im Schedule von Clemson! Clemson rettete sich damals nur dank third-string QB Chase Brice zu einem 27-23 Sieg.

Dass Syracuse heute erneut gegenhalten kann, gilt als ausgeschlossen. Diese Jungs lecken nach einem brutalen Debakel letzten Samstag gegen Maryland noch ihre Wunden (20-63 verloren!).


Virginia vs. FSU ist bestimmt kein Spitzenspiel, aber die Entwicklung beider Mannschaften bleibt faszinierend. Die Cavs gelten mittlerweile mit ihrer Mehltau-Defense als Favorit der ACC-Coastal Division, während FSU in zwei Spielen zweimal loslegte wie die Feuerwehr, aber mit zunehmendem Spielverlauf immer harziger wurde.

2h bietet noch Chip Kellys UCLA gegen #5 Oklahoma. UCLA sah in den ersten beiden Spielen h-o-r-r-e-n-d aus. In Oklahoma dagegen flutscht die Passing-Offense auch mit QB Jalen Hurts wie eh und je.

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2 Kommentare zu “Samstagsvorschauer 2019 – Woche 3

  1. Stanford war irgendwie inexistent, habe nur die 1. Hälfte geschaut.
    Maryland war doch für mich eher überraschend, wie sie sich gegen Temple schwer taten. Anscheinend haben sie Probleme einem Rückstand hinterher zu laufen – und Temple hat sie zweimal grandios an der RedLine gestoppt. War mein Game des Tages.
    Was auffiel beim Blick auf die Zwischenresultate war, dass die ACC ausser Clemson schwach aussieht.
    Die große Überraschung war aber der Sieg von Kansas über Boston am Tag zuvor.

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