Montagsvorschauer – Woche 3: Washington Redskins vs. Chicago Bears

Heute zum Abschluss von Woche 3 die Ansetzung, die den höchsten NFL-Sieg der Geschichte hervorgebracht hat (ein 73-0 im NFL Championship-Game 1940): Washington Redskins gegen Chicago Bears (02h15 / DAZN).

Es ist als Duell zweier Holper-Offenses mit zwei Fragezeichen auf Quarterback auf dem schwer bespielbaren Acker in Landover eine Partie, die eher für Football-Romantiker als für zeitgenössische Football-Ästheten interessant zu werden verspricht.

Dabei sind die Redskins noch der kleinere Problemfall. Ihr Rookie-QB Dwayne Haskins wird zwar noch unter Verschluss gehalten und LT Trent Williams weigert sich weiterhin, für die Redskins aufzulaufen, doch QB Case Keenum hält die Stange halbwegs hoch. Keenum hat in seinen bisherigen Einsätzen 5.9 NY/A in Passing-Downs erzielt und dabei so wenige Fehler bzw. so viele Clutch-Plays gemacht, dass 0.35 EPA/Passspielzug dabei herausgeschaut haben.

Es reichte dennoch nicht für einen Sieg, weil man auf den Divisionsfavoriten Eagles und die on fire spielenden Dallas Cowboys traf.

Trotz des einen Siegs mehr im Petto sieht es um die Stimmung bei den Chicago Bears viel, viel trister aus. Das liegt daran, dass die Nicht-Entwicklung (oder auch: Rück-Entwicklung) von QB Mitchell Trubisky schön langsam ernsthaft die Titelhoffnungen der Bears-Fanscharen torpediert.

Noch greifen in Chicagoland die alten Mechanismen von wegen „Kritik an Quarterbacks ist persönliche Beleidigung“ – und allerlei verwegene Argumente sollen Trubisky noch vor dem Mob schützen: Zu schlechtes Laufspiel als Entlastung, enttäuschendes Play-Calling von Nagy, Baker Mayfield ist auch schwach gestartet und niemand kritisiert ihn, Offense Line hilft ihm nicht, fasel, blabla, laber…

Punkt ist: Trubisky lieferte in den ersten beiden Partien gegen zugegeben gute Defenses in Packers und Bears horrende, Besorgnis erregende Zahlen ab:

  • 79 Dropbacks, 4.6 NY/A bei 35% Pass-Success Rate und -0.14 EPA/Pass

Das sind Statistiken aus der Tebow-Region – und sie kommen nicht deshalb zustande, weil ihm die Bears-Coaches das Leben so schwer machen. Viel mehr: Trubisky hat nach zwei Wochen die bislang offensten Würfe (sic!) aller NFL-Quarterbacks ge-schemt bekommen!

Letzte Woche gewann Trubisky den Bears eine bizarre Partie mit einem Game-Winning Drive. Größte Leistung dabei: Ein Roughing-the-Passer zu kassieren, das sich als kapitale Fehlentscheidung der Referees erwies.

ESPN listet die Bolzen Trubiskys in jener Partie – die besser war als sein Auftaktspiel gegen Green Bay – gnadenlos auf: Nur 8 von 27 Pässen tiefer als 10 Yards geworfen, dafür 1/3 hinter die Anspiellinie. Die offensten Würfe der NFL: 40% seiner Pässe sahen ein Target, das mehr als 5 Yards ungedeckt lief. Horrende Incompletions auf meterweit offene Receiver.

„Do or die“ ist für ein Woche-3 Spiel vielleicht noch verfrüht, doch es ist nach diesem Saisonauftakt klar, dass Matt Nagy Trubisky nix zutraut – und dass die Kritiker in der Metropole Chicago nicht lange stillhalten werden, wenn die Superbowl-Hoffnungen den Erie-See hinaus wehen, irgendwo hin in die weite Ferne.

Trubisky sieht heute eine der bislang schlechtesten Passing-Defenses – die Redskins, deren einziger Trumpf in der Defense ein gefährlicher Pass-Rush ist. In Coverage sind die Löcher eklatant – wenn Trubisky heute kein gutes Spiel abliefert, welche Hemden gibt es dann noch, nach denen sich die Bears-Nation klammern kann?

Eine überragende Defense, die trotz aller absurder Offense einen Sieg oder vielleicht sogar einen 2-1 Record beschert hat?

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