NFL-Teams und Passrouten nach einem Saisonviertel in der NFL 2019/20

Interessanter Artikel bei PFF.com über die Pass-Designs einiger Mannschaften, namentlich der Detroit Lions, Green Bay Packers, Tampa Bay Buccaneers und Kansas City Chiefs nach dem ersten Saisonviertel.

Fazit:

  • Die Lions werfen tiefer als alle anderen Mannschaften in der NFL – ihre Routen sind im Schnitt die tiefsten der NFL und Matt Stafford wirft noch tiefer als ein durchschnittlicher Quarterback mit solchen Routen werfen würde. Obwohl die Lions schon die tiefsten Routen laufen, ist die Diskrepanz bei Stafford zwischen erwartetem aDOT (Air-Yards/Pass) und effektivem aDOT die größte der NFL.
  • Die Chiefs laufen entweder kurze Routen für Screen-Pässe oder sehr tiefe um Pat Mahomes‘ Monsterarm zu nutzen. Damit ziehen sie die Defense total auseinander. Sie sind dabei extrem (!!) erfolgreich im Screen-Passing: 0.35 EPA/Pass, wenn die Anspielstation hinter der Anspiellinie ist. Der Unterschied zwischen den Chiefs und der zweitbesten Screenpass-Offense (Patriots) ist so groß wie zwischen den Pats und der #26 der NFL.
  • Die Buccs sind Experten für Routen und Pässe in die Zonen zwischen 10 und 20 Yards downfield. Das kommt exakt den Stärken von Jameis Winston entgegen, die ich schon einmal im April aufgezeichnet hatte.
  • Bei den Packers bleibt Aaron Rodgers der alte: Entgegen den Tendenzen der LaFleur/McVay-Offense, die viel über die Mitte geht, meidet Rodgers diese weiterhin wie die Pest und ist einer der QBs, der mit am häufigsten in Richtung Seitenlinien wirft.

Das NFLscrapR-Package liefert interessanterweise andere Air-Yards-Zahlen als PFF – z.B. sind die Lions darin zwar auch die #1, doch mit „nur“ 11.0 Air-Yards/Passversuch, nicht mit 12.6 Air-Yards/Passversuch.

Mögliche Erklärungen für diese Unterschiede sind lt. @PFF_Moo, dass PFF die Throwaways ausschließt und sowohl Free-Plays als auch Würfe nach akzeptierten wie nicht akzeptierten Penaltys mit in die Gleichung nimmt. Wie ich schon mehrfach betont habe, bin ich noch nicht dazu gekommen, die Plays aus dem NFLscrapR-Package für die Saison entsprechend 2019 zu putzen.

Doch wichtiger ist die generelle Herangehensweise einzelner Offenses zu verstehen. Und die lautet: Chiefs, Lions und Buccs operieren wie man es von ihnen bzw. ihren Offensive Coordinators erwartet hatte. Aaron Rodgers operiert, wie Aaron Rodgers seit Jahren operiert. Er hat sich vom Coaching-Wechsel offenbar nicht verbiegen lassen – doch auch die Offense läuft Routen wie die Packers-Offense es in den letzten Jahren gewohnt hat, nicht wie LaFleur es seit Jahren gewohnt war. Das nur als Hinweis auf die Frage, wer denn in Green Bay das Sagen haben könnte.


Hier noch der Verweis auf den Tweet, in dem erwartete Air-Yards/Pass nach Routen-Design und effektive aDOT (Air-Yards/Pass) nach Würfen gegenübergestellt werden. Stafford ist nach einem Saisonviertel der Deep-Pass King der NFL:

Ein Kommentar zu “NFL-Teams und Passrouten nach einem Saisonviertel in der NFL 2019/20

  1. Interessant, daß viel mehr QBs unter der Expected Line sind, ist das ein Zeichen daß die NFL 2019 kürzere Pässe wirft als in der Vergangenheit?

    Ich meine, die Expected Line muss doch von historischen Daten der letzten Jahre zustande gekommen sein.

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