Montagsvorschauer – Woche 6: Green Bay Packers – Detroit Lions

Abschluss von Woche 6 heute Nacht mit dem Monday Night Game ab 02h15: Green Bay Packers (4-1) vs. Detroit Lions (2-1-1). Es ist ein Divisionsduell zweier bislang durchaus überzeugender NFC-North Mannschaften.


Kurz eine Charakterisierung der beiden Mannschaften vor Beginn des Spiels.

Der Erfolg der Packers gründet in erster Linie auf einer erstklassigen Defense, die sich recht wenig um Verteidigung von Laufspiel schert (eine der schwächsten Run-Defenses in der NFL), aber dafür mit viel Edge-Rush und zahlreichen flinken Defensive Backs das Passspiel fantastisch abwehrt.

Die Offense in Green Bay ist nach fünf Spielen noch ein bissl Problemfall: QB Aaron Rodgers scheint sich nicht so recht an die neue Offense von Headcoach Matt LaFleur anpassen zu wollen. Er meidet weiterhin Pässe über die Spielfeldmitte und scheint keinem Receiver außer dem heute abwesenden WR Davante Adams zu vertrauen.

Die Packers sind eines der besten Teams im „Skript“ – den ersten 15 Plays des Spiels. Dort zerlegen sie gegnerische Verteidigungen, aber je länger das Spiel dauert, umso harziger wird es.

Doch auch zu beachten ist, dass Green Bay bis jetzt in Chicago, Minnesota, Philly, Denver und Dallas mehrere der besten Defenses in der NFL gesehen hat.


Detroit dagegen ist eine der positiven Überraschungen der Saison, weil Matt Patricia zum einen die Defense auf Kurs gebracht zu haben scheint – und weil man in der Offense seinen Gunslinger-QB Matthew Stafford von der Leine zu lassen scheint.

Ich habe darüber schon vor 10 Tagen geschrieben: Detroits Play-Calling bleibt zwar mit viel zu hoher Rushing-Rate in 1st und auch 2nd Downs ein Ärgernis (auch wenn Booger es heute Nacht mit Lobeshymnen goutieren wird) – doch wenn dann einmal Passspiel kommt, wird es brandgefährlich: Nicht bloß designen die Lions die tiefsten Passrouten der NFL – Stafford wirft auch mit noch größerem Abstand die tiefsten Pässe in der NFL!

In der Defense ist man in der Lage, mit der Defensive Line allein ausreichend Druck zu veranstalten um der Coverage mehr Zeit als letztes Jahr zu geben – und als Resultat lockte man sogar die potente Chiefs-Offense ohne CB Darius Slay aus der Deckung.


Zu ein paar Punkten, die man fürs heutige Matchup berücksichtigen muss:

Wie wird Green Bay die Tendenz der Lions, mit nur 4 Mann im Pass-Rush zu kommen und alles andere in die Deckung zurückzuverlegen, kontern? LaFleur hatte in Vergangenheit oft Personal-Pakete im Petto, wo Passspiel aus 2 RB und 2 TE Formationen oder 13-Personnel orchestriert wurde. Nota bene: Die Packers haben den fullbackigsten Fullback der NFL in Danny Vitale. Schlägt heute seine Stunde, weil man die Linebacker der Lions nach vorne an die Anspiellinie ziehen will?

Die Packers haben eine der besten Early-Down Offenses in der NFL, aber in 3rd Downs tendierten sie bis jetzt dazu, alles zu vergessen: Play-Action in nur 5% der 3rd-Downs, dafür viel Heavy-Personnel Running in vollgestopfte Boxes – alles Indikatoren dafür, dass man es mit etwas Vorbereitung besser machen könnte.

In der Defense lädt Green Bay Detroit zum Laufen ein. Wird OffCoord Darrell Bevell die Einladung annehmen und somit bei seinem Chef Patricia (der am liebsten nur Laufspiel sehen würde) punkten? Oder darf Stafford die geschwindige, aber oft etwas zu sehr gambelnde Packers-Secondary testen?

Ein CB Alexander gilt schon als neuer aufgehender Stern. Letzte Woche gegen Amari Cooper hatte Alexander ein symptomatisches Spiel: Über 200 Receiving-Yards aufgegeben, aber gleichzeitig mehrere Pässe zu Boden geschlagen und eine Interception schmarotzt.

Dazu ist das Thema Edge-Rush zu beachten: Za’Darius und Preston Smith haben schon über 60 QB-Pressures orchestriert – und Stafford ist kein guter Werfer unter Druck, besonders nicht bei tiefen Routen. Wie wird Bevell kontern – mit noch höherer Play-Action Quote als zuletzt?

Mit so vielen Variablen, aber einer durchaus relativ ausgeglichenen Ausgangslage verspricht das ein spannendes Monday Night Game zu werden. Beide Teams sind nicht in Bestbesetzung, aber die Ausfälle scheinen der öffentlichen Meinung nach eher den Packers zu schaden als den Lions: Der Opening-Spread von GB -6 hat sich in den letzten Tagen doch deutlich in Richtung Lions verschoben, die nun nur noch mit 4.5 Punkten hinten gesehen werden.

Gerade für ein Team, das in Vergangenheit so häufig wehrlos von Aaron Rodgers abgeschossen wurde, ist das allein schon ein Gewinn: Konkurrenzfähig zu sein.

8 Kommentare zu “Montagsvorschauer – Woche 6: Green Bay Packers – Detroit Lions

  1. Aber muss man, wenn man tiefe Passrouten spielen will, nicht viel laufen? Tiefe Passrouten funktionieren nunmal besser wenn dein Gegner viele schwere und langsame Linebaker aufstellt, dass wird er aber nur tun wenn du läufst.

  2. Nein, muss man nicht. Wurde auch schon in zig Studien gezeigt und auf dieser Seite zitiert.
    Welche Spieler die Defense aufstellt hängt in erster Linie vom offensiven Personal ab. D.h. die Defense „matcht“ das Personal der Offense bei jedem Spielzug.

  3. Qualität und Quantität des Laufspiels haben so gut wie keine Auswirkung auf Passspiel, sei es für tiefe Routen als auch für Play-Action.

    Der wesentliche Artikel ist hier (mit Verweis auf die Play-Action Artikel):
    https://sidelinereporter.wordpress.com/2019/09/19/auf-der-jagd-nach-dem-play-calling-optimum-in-der-nfl/

    Hier der Eintrag zum Defensive-Personnel:
    https://sidelinereporter.wordpress.com/2019/07/04/fruehstueckseier-4-juli-2019-nfl-personal-am-arbeitsplatz/

  4. Zu deinen Artikeln stell ich mir immer bei Playaction die Frage, dass es nur deshalb erfolgreich ist, weil es nicht so oft eingesetzt wird…
    Wenn die ganze Liga nur noch passt, wird man den pass verteidigen können und man wird mit laufen wieder erfolgreich werden, weil das Personal der D leichter wird… Dann haben heavypersonal wieder Konjunktur… Circle of life

  5. Also statistisch jst deine aussagr natürlich verifizierbar… Aber irgendwie hab ich immer n logikdenkfehler bei mir…
    Je mehr ich ein funktionierendes Konzept nutze, umso ineffizienter wird es…

  6. @sesso: Das sollte das Ziel sein!

    Dass Lauf und Pass gleich effizient sind.
    Dass Play-Action Passing und non-PA Passing sich die Waage halten.
    usw.

    Dann ist das „Nash-Gleichgewicht“ erreicht. Nicht, wenn man gleich häufig wirft wie man läuft.

    Um ein gar nicht so abwegiges Beispiel zu bringen… Was ist besser:
    50 Runs zu -0.06 + 50 Pässe zu +0.06 = 0.0 EPA = 0.00 EPA/Play
    oder
    20 Runs zu 0.00 + 80 Pässe zu +0.02 = 1.6 EPA = 0.016 EPA/Play

    In der NFL sind die Gewinne noch vielversprechender, v.a. wenn die Teams endlich in 1st Down mehr werfen würden, wo die Pass-Quoten weiterhin stagnieren.

  7. Unglaublich wie die Refs den Packers dieses Spiel geschenkt haben.

    Lions können sich verarscht fühlen!

  8. Heute habe ich mich echt genervt ob der Nicht-Effektivität der Lions. Anfangs könnten sie mit 3 TD davonziehen – und so verlieren sie ein Spiel durch eigenes Versagen beim Abschluss. 5 Fieldgoals, da fehlen schlichtweg die Punkte! Detroit hatte die Packers im Sack.

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