Date am Donnerstag – Woche 7

Auftakt zu NFL-Woche 7. Heute Nacht das Thursday Night Game zwischen den Denver Broncos (2-4) und den Kansas City Chiefs (4-2). Die einen haben die letzten zwei Spiele gewonnen, die anderen haben die letzten zwei Spiele verloren. Welcher Trend bricht heute?

Zuerst zu den Chiefs. Sie haben am Sonntag eine zweite bittere Heimpleite gegen ein vermeintlich mittelmäßiges AFC-South Team en suite hinnehmen müssen: Ein 24-31 gegen die Houston Texans. Es war wie schon eine Woche zuvor gegen Indy eine Partie, in der die Passing-Offense strauchelte.

Das Problem beginnt bei QB Patrick Mahomes – beziehungsweise bei seinem Knöchel. Mahomes ist eindeutig limitiert in seiner Beweglichkeit. Er hat Probleme, dem Pass-Rush auszuweichen, und möglicherweise auch dabei, seine Würfe ausreichend zu temperieren. Von Mahomes hat man bislang in der NFL noch keine solche Anhäufung von unpräzisen Pässen gesehen wie am Sonntag gegen Houston: Gleich mehrere Würfe waren Interception-würdig.

Das heißt nicht, dass Mahomes Grütze ist. Vielmehr legte er trotz aller Probleme gegen die Texans 6.5 NY/A und 0.17 EPA/Dropback auf. Aber es ist nicht mehr das überirdische Niveau von vor Beginn der Knöchelprobleme. Ich kann aus aktueller leidiger Erfahrung auch einbringen, dass sich Knöchelprobleme, v.a. wenn die Bänder in Mitleidenschaft gezogen werden, über längere Zeiträume ziehen können.

Für die Chiefs ist das ein Problem. Ist Mahomes nicht MAHOMES, beginnt das Konstrukt in Kansas City schnell wackelig zu werden:

  1. Offensive Line ist vor allem auf Guard maximal wackelig. Interior-Passrush tut einem unbeweglichen Mahomes besonders weh. Und so hatten die Chiefs ihren beiden schwächsten Performances in Pass-Blocking just in den letzten beiden Wochen.
  2. Pass-Rush ist überwiegend nicht existent. Die Secondary ist zwar besser als befürchtet – aber das reicht bei Befürchtungen von wegen „dort kennt man überhaupt nur einen einzigen Namen“ halt auch nicht für weiter oben.
  3. In Run-Defense ist das bei den Chiefs weiterhin nix.

Beispiele gefällig? PFF ratet Kansas Citys Pass-Rush nach sechs Spielen an #31. Run-Defense ist #32. Da hilft die #16 Secondary nur noch bedingt – in Total-Defense gehen die Chiefs an #29 nahe des Bodensatzes raus. Wer konnte das ahnen, nachdem man die besten Pass-Rushes ziehen ließ und in Frank Clark einen Regressions-anfälligen neuen teuer holte? (Clark erst mit 17 Pressures und 1 Sack)

Solange die Passing-Offense liefert, werden diese Probleme ganz gut kaschiert. Aber wenn die Pass-Attacke unterhalb von Elite-Level läuft, werden die Spiele für Kansas City schnell tricky.


In den letzten Wochen schienen Teams es gegen die Chiefs mit viel Laufspiel zu versuchen – Stichwort time of possession und Verringerung der Drives. Denver könnte ein ähnliches Ziel verfolgen, denn die Joe-Flacco Offense ist nicht dafür gebaut, quick-strike mit einem Gegner mitzugehen. Vielmehr gehört Flacco mit nur 23% Targets über 10 Yards zu den QBs mit den kürzesten Anspielstationen.

Im aDOT-Ranking (wie tief wirft ein QB im Durchschnitt) habe ich Flacco mit durchschnittlich 6.4 Air-Yards/Pass an fünft-kürzester Stelle. Doch gerade ein solcher Approach: Viel Kurzpassspiel mit Yards nach dem Catch gepaart mit viel Running hat in den letzten beiden Wochen den Colts und Texans zumindest erlaubt, die Uhr zu kontrollieren – ob das nun wichtig war für den Erfolg (ich glaube nicht) oder eben nicht.

Offensiv wird das also nix Besonderes werden, was das durch und durch durchschnittliche Denver bietet. Anders verhält es sich mit der Defense. Prinzipiell bin ich auf Denvers Herangehensweise gegen KC gespannt. Letztes Jahr waren die Broncos die ersten, die Mahomes in die Bredouille brachten – aber heuer hat man keinen Pass-Rusher neben dem Oldie Von Miller mehr, der im Alleingang Druck verüben könnte. Das ganze Gebilde muss über die Coverage kommen: CB Harris und Co. müssen die ganze Last tragen – sie müssen die Armada um Kelce, Hill und Co. in Schach halten um Miller und Co. „vorne“ überhaupt erst Zeit zum Durchbrechen zu geben.

Werden Reid und Mahomes dann mit noch mehr Screen-Passing antworten um die Coverage nach vorn zu ziehen um dann mit tiefen Pässen auf Hill zu kontern?

Ich glaube nach dem Gesehenen der letzten 2-3 Wochen nicht an einen optischen Leckerbissen. Zu wenig bietet Denver, zu angeschlagen wirkte Mahomes.

6 Kommentare zu “Date am Donnerstag – Woche 7

  1. „Die einen haben die letzten zwei Spiele gewonnen, die anderen haben die letzten zwei Spiele verloren. Welcher Trend bricht heute?“

    Aus Broncos-Sicht hoffe ich ja, dass keiner der beiden Trends bricht. =)

    Ich fürchte allerdings, dass die Chiefs-Offense -selbst mit einem angeschlagenen Mahomes- zu viel punkten wird, als dass die Broncos-Offense -selbst gegen die poröse Chiefs-Defense- da ausreichend mithalten können wird. Dazu ist einfach jetzt viel zu lange viel zu wenig gepunktet worden von Seiten der Broncos. Das letzte Spiel gegen einen ernstzunehmenden Gegner (also nicht die Cardinals), in dem die Broncos mehr als 30 Punkte gemacht haben war am 2. Spieltag 2017.

  2. Spielerisch war es einerseits aufschlussreich, andererseits natürlich langweilig. Die Broncos haben gezeigt, dass sie kein Playoff-Kaliber haben. Da mangelt es an zu vielen Ecken und Enden des Teams. Ich hoffe hier mittelfristig auf eine Neustrukturierung des Teams.
    Die Chiefs haben Mahomes. Oder jetzt doch nicht mehr? Sein Fuß macht mir große Sorgen, dass er diese Saison nicht bis zum Ende bestreiten wird. Interessant, wie gut der Passrush der Chiefs gegen die Broncos funktionierte, das hatte ich weitaus schlechter erwartet.

  3. Schefter-Tweet deutet Weltuntergang an…

    …Mahomes allerdings verbreitet schon positive Stimmung:

  4. Kansas City hatte 9 Sacks, davon waren meiner Meinung nach mehr dem QB zuzuschreiben als der O-Line. Wie oft Flacco ohne ersichtlichen Grund in der Pocket nach vorne gesteppt ist direkt in die Arme der Inside Rusher/ nach außen gerollt ist direkt in den nächsten Rusher, ist für mich gänzlich rätselhaft.
    Dass Flacco schlecht ist, war mir eigentlich klar, aber wie schlecht das tatsächlich ist, ist erschütternd 😀 und damit meine ich nicht nur die selbst verursachten Sacks, sondern auch über-/ unterworfene Bälle. RB Lindsey auf der Swing-Route für ein bisschen Kleingeld an die Defense verkauft, weil ihm schlicht egal ist, dass die Swing-Route vom LB gut gedeckt ist.

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