Samstagsvorschauer – Woche 12

Das Playoffrennen im College Football ist ziemlich eng.

Ich habe schon unter der Woche darüber geschrieben, dass Alabama mit der einen Pleite gegen LSU noch immer relativ gute Playoffaussichten hat – und das Komitee hat mit seinem Ranking dann auch schon den Grundstein für eine Einberufung von 11-1 Alabama gelegt: Die Crimson Tide sind an #5 gerankt, bevor sie überhaupt den „anderen“ Paradegegner im Schedule, Auburn, gespielt haben.

#5 bedeutet in etwa folgendes: Du bist die erste Ausweichoption. Wenn du nächste Woche gegen einen FCS-Gegner spielst, können sie dich auf #6 runtersetzen sofern ein anderes 1-Loss Team überragend spielt, damit der Public zufrieden ist. Nach dem Sieg über Auburn bist du wieder an #5 (Thema Strength of Schedule), damit wir dich nach dem SEC-Finalsieg von LSU ohne Bedenken und Controversy hochsetzen können.

Der plausibelste Fall für ein Ausscheiden Alabamas (neben einer Niederlage gegen Auburn, aber dann kann das Komitee auch nix mehr dafür) ist demnach ein SEC-Finalsieg eines 1-Loss #4 Georgia gegen #1 LSU.

Diese ganze Szenario-Malerei geht natürlich davon aus, dass die Favoriten das Gros der verbleibenden Spiele gewinnen – was für einen November im College-Football eine gewagte Annahme ist, denn es tummeln sich noch genügend Chaos-Agenten im Feld der Verfolger.

SEC-Kracher: #12 Auburn vs. #4 Georgia

21h30 / CBS

Bei „Chaos-Agent“ ist die Auburn University nie weit weg – und so trifft es sich blendend, dass die Auburn Tigers (6-3) heute Abend um 21h30 auf die #4 Georgia Bulldogs (8-1) treffen. Bei diesem Spiel steht weniger die Qualifikation für das SEC-Finale auf dem Spiel – Georgia kann sich die Niederlage erlauben, weil man ein Spiel und Tie-Breaker Vorsprung auf Florida hat, Auburn ist wegen des verlorenen direkten Duells gegen LSU bereits rechnerisch eliminiert – als vielmehr diese drei Punkte:

  • Für Georgia geht es um den Erhalt der Playoff-Chance: Der einzige Weg für die Bulldogs in die Playoffs ist der SEC-Titel mit 12-1 Bilanz. Ergo darf man nicht mehr verlieren.
  • Für Auburn geht es um den Erhalt der New Year’s Six Bowl-Chance: Mit Siegen über Georgia und Alabama hätten die Tigers gute Argumente, auch mit drei Niederlagen auf dem Konto.
  • Es geht wie immer bei diesem Lokalderby um die Ehre. Auburn vs. Georgia reicht nicht ganz an das Flair der Iron Bowl Auburn vs. Alabama oder die Cocktail-Party Georgia vs. Florida heran, ist aber die jeweils zweitgrößte Rivalry für beide Universitäten.

Bei Auburn vs. Georgia muss ich immer unweigerlich an den surrealen Touchdown von Ricardo Louis anno 2013 denken, der nur deshalb etwas in Vergessenheit geraten ist, weil Auburn eine Woche später damals ein noch grandioseres Finish hinlegte um ins BCS-Finale zu stürmen.


Über das Spiel und die weiteren Spiele des heutigen Tages habe ich aus Gründen von anhaltendem Schneechaos gerade keine Zeit zu schreiben, daher empfehle ich die grundsätzlich äußerst detaillierten Previews von Jan Weckwerth bei Triple Option, die schon vor 1-2 Tagen online gegangen sind:

Hier die Übersicht aller Spiele von heute:

18h00: Mississippi State – #5 Alabama
18h00: #9 Penn State – Indiana
18h00: Mizzou – #11 Florida
18h00: Nebraska – #14 Wisconsin
18h00: #15 Michigan – Michigan State
18h00: #22 Oklahoma State – Kansas

20h30: #16 Notre Dame – #23 Navy

21h30: Rutgers – #2 Ohio State
21h30: #3 Clemson – Wake Forest
21h30: #12 Auburn – #4 Georgia
21h30: Houston – #18 Memphis
21h30: Iowa State – #19 Texas
21h30: #24 Kansas State – West Virginia

22h00: #20 Iowa – #8 Minnesota

01h00: Ole Miss – #1 LSU
01h00: USF – #17 Cincinnati

01h30: #13 Baylor – #10 Oklahoma
01h30: Georgia Southern – #25 Appalachian State

02h00: #7 Utah – UCLA

04h15: #21 Boise State – New Mexico
04h30: #6 Oregon – Arizona

21 Kommentare zu “Samstagsvorschauer – Woche 12

  1. Auburn ist 7-2, nicht 6-3, Niederlagen bisher nur gegen Florida und LSU. Daher wären die Tigers mit einer Niederlage heute auch noch nicht komplett aus dem NY6-Rennen raus, müssten dann allerdings wohl Alabama schlagen, wenn sie einberufen werden wollen.

  2. Ich glaube nicht, dass die Verletzungen großartigen Einfluss darauf hat, wie Tua als Prospect gesehen wird.

    Als Spieler war er relativ klar definiert.

    Dass permanente Verletzungsprobleme existieren, ist auch schon lange bekannt (und war auch der Grund, weshalb ich darauf getippt habe, dass er nach Ende der Regular Season und schon vor den Playoffs in die Draft-Vorbereitung gehen würde).

    Am Status quo dürfte der heutige Ausfall recht wenig ändern, weil die Teams die Red-Flags alle schon kannten.

    Aus Alabama/Team-Sicht schaut die Sache dagegen schon ein wenig anders aus… Sprunggelenk ist eine Scheiß-Verletzung, weil sie nicht schwer ist, aber sehr langwierig.

  3. Klar, für Bama ist das natürlich ein ganz anderes Thema…

    Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass sein „Injury-Prone“ ihn im Draft eher fallen lässt. Natürlich wissen wir jetzt noch nicht, wie schlimm seine Verletzung tatsächlich ist, aber zwischen verletzungsanfällig und schwerer Vorverletzung ist es halt für einen GM auf einem potentiellen Hotseat schon ein Unterschied.

  4. Ja – die Option „Rückkehr ans College“ besteht natürlich jetzt auch wieder, aber ich glaube aus zwei Gründen nicht daran:

    1. 2021 wartet dann Trevor Lawrence als potenzielle #1
    2. Tua riskiert nur weitere Verletzungen, die seinen Stock noch weiter fallen lassen.

    Er kann relativ wenig gewinnen.

  5. Daran glaube ich auch nicht. Wobei für mich Punkt 2 entscheidender ist. Dein „Bust for Burrow“ ist ja momentan auf jeden Fall angebracht!

  6. Abgesehen von den Verletzungen leidet Tuas Draftstatus im Vergleich zu Burrow ja bizarrerweise schon am Punkt „Sample Size“. Je mehr Snaps ein QB gespielt hat, desto mehr Tape gibt es auch um Flauseln zu finden.

    Dazu bringt Tua ein paar Fragezeichen hinsichtlich Wurfarm (Bälle fliegen schön, aber nicht rattenscharf) und Körperbau (eben unter 1.90 was ein paar alteingesessene Scouts immer noch als Minus werten).

    Am Prospect Tua gibt es also schon ein paar Faktoren, die ihn wahrscheinlich zu einem unterbewerteten Asset machen – und einer der wichtigsten (Sample Size) würde durch ein weiteres Jahr am College nur noch stärker ausgeprägt.

    Burrow ist längst kein perfekter Prospect. Aber er ist so heiß, dass sich aktuell niemand mit seinen Flauseln auseinandersetzt (oder damit auseinandersetzen will) – und dann ist diese „geile Upcoming-Story“ eben besser als Tua, dessen Claim Tank-for-Tua seit einem halben Jahr abgelutscht ist und keinen Hund mehr vor die Tür bringt.

  7. Absolut; für Tua macht ein weiteres College-Jahr, außer möglichen Verletzungen, keinen Sinn.
    Sehe aber den Hype um Burrow ebenso kritisch – wer hatte ihn letztes Jahr, speziell in Bezug auf den Draft, auf dem Schirm?!

    Vielleicht fällt Tua ja so weit, dass die Pats für ihn hochtraden 😉

  8. Wenn man sich durch die alten Burrow-Grades bei PFF klickt und die Tapes anschaut, dann sieht man schon einen Unterschied zwischen Burrow Anfang 2018 und Ende 2018. Das hätte man vor einem Jahr als „Sample Size“ Problem abtun können – von wegen eine vierwöchige Hochform macht noch lange keinen Top-QB.

    Doch heuer war Burrow bislang fantastisch. Er ist mobil, präzise, entschlossen. Gibt wenig zu kritisieren am bisherigen Tape, und er hat schon starke Defenses gesehen.

    Aber natürlich möchte man ihn noch ein paar Spiele lang sehen – wenn Georgia, Clemson, Ohio State kommen, dann muss er die Alabama-Vorstellung erstmal noch bestätigen.

  9. Und auch deswegen, entgegen der vorherrschenden Meinung – zumindest bis vor ca. zwei Wochen – dass diese College-Saison langweilig sein soll, finde ich es hochinteressant, wie sich Burrow machen wird.

    Um auf Tua zurückzukommen, hält er den Ball zum Teil zu lange, was auch zu seiner Verletzung beigetragen hat. Natürlich schwer zu sehen, was er in diesem Moment noch „gesehen“ hat.

  10. College Football aus Draft-Sicht ist immer interessant, weil es so wenig Konsens über die 300+ Prospects gibt.

    Meine Reklamation von wegen „langweilig“ bezieht sich eher auf das nur noch auf das Playoff-Rennen zugespitzte Interesse, und wenn dann ganz oben für eineinhalb Monate jegliche Upsets ausbleiben, gibt es nix, was über Draft hinaus für Aufregung sorgt.

  11. Von mir vielleicht falsch formuliert, natürlich geht es nicht nur darum was Einzelspieler machen um daraus Spannung zu generieren.
    Ich zum Beispiel hätte Ohio State nach Urban Meyer keineswegs so stark gesehen und daraus entsteht für mich schon wieder ein Spannungsbogen.

  12. Ja, ich verstehe was zu meinst.

    Ich sehe es aber eher so, dass man bei Ohio State auch schon Mitte-Ende September anhand der Advanced Stats ablesen konnte, dass sie ein brutal dominantes Team sind.

    Wenn es dann aber bis auf einen kurzen Clemson-Ausrutscher absolut keine Anzeichen an Schwäche in den gesamten Top-6-8 gibt, dann fehlt der Buzz.

    In anderen Jahren ging es ganz anders zur Sache, mit mehreren Upsets schon im September und Oktober.

  13. Bei Tagovailoa wird nun das Thema „Hüft-Fraktur“ als Szenario diskutiert, was natürlich nächste Stufe auf der Verletzungs-Skala wäre:

    Und hier Dr. Chao:

  14. Nach ersten Twitter Quellen Tua wohl mit ganz schwerer Hüftverletzung. Könnte dann vielleicht nicht nur ein weiterer Fall von Verletzungsanfällig sein, sondern könnte weit größere Konsequenzen haben.

  15. Ja – Zustimmung. Wenn die Hüftverletzung wirklich ein Bruch ist, dann ist die Reihenfolge:

    1. wieder normal gehen können
    2. Football spielen

    Die Tua-Diskussion würde sich verschieben – aber der Case-Study bzgl. seinem Value im Draft wird interessant.

  16. Ich fände es einfach nur schlimm wenn es so ernst ist. Würde ihn nur zu gern in einer entsprechenden NFL-Offense sehen.
    Im Kontext auch mehr als jeden anderen Prospect!

  17. Es gilt einfach abzuwarten.

    Saisonende ist schon bestätigt.

    Aber dieser Tweet z.B. spricht von „dislocated hip“, was keine Hüft-Fraktur ist. Falls das zutrifft, können die ganzen Bo-Jackson-Karriereende-Vergleiche in die Tonne getreten werden, denn Jackson hatte eine Hüft-Fraktur.

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