Samstagsvorschauer ohne viel Hoffnung auf Upsets in Woche 13

Vorletzter voller Spieltag am College Football – heute mit der Vorentscheidung in der Big Ten Conference.


Zuerst kurz noch einmal der Spieltag der Top-10, die heute im Einsatz sind (#3 Clemson ist spielfrei):

  • #1 LSU – Arkansas (1h / ESPN)
  • #2 Ohio State – #8 Penn State (18h / FOX)
  • #4 Georgia – Texas A&M (21h30 / CBS)
  • #5 Alabama – Western Carolina (18h / ESPN)
  • #6 Oregon – Arizona State (1h30 / ABC)
  • #7 Utah – Arizona (4h / FS1)
  • #9 Oklahoma – TCU (2h / FOX)

Der Kracher des Tages ist dabei natürlich #2 Ohio State (10-0) vs. #8 Penn State (9-1), bei dem es für beide um den Erhalt der Playoff-Chance sowie den Einzug ins Big-Ten Conference Finale geht.

Für Ohio State, das bislang statistisch dominanteste Team des Jahres, beginnt heute die eigentliche Saison (nächste Woche noch @Michigan). Bislang hat man größtenteils zweitklassige Gegner gesehen – aber im Durchschnitt (!) mit 51:10 gewonnen, obwohl man die Starter meistens schon kurz nach der Halbzeit auswechselte. Die beiden besten Teams im Schedule – Michigan State und Wisconsin – hat man mit 34-10 bzw. 38-7 aus dem Stadion geprügelt.

Kennzeichnend für die Buckeyes ist ein tödliches Rushing-Game in der Offense, ein phänomenale Pass-Defense, aber auch eine mehr als passable Passing-Offense um den Transfer-QB Justin Fields. Doch die total dominante Saison ist nix wert, wenn man heute zuhause gegen Penn State verlieren und das Big-Ten Finale verpassen sollte.

Aber welch krassen Ruf Ohio State in den USA genießt, das zeigt die eine Tatsache: Man spielt heute gegen die #8 im Lande und ist mit 19.5 Punkten favorisiert! Stellen wir mal den Quervergleich zwischen den beiden Teams an:

  • Ohio State: #1 Overall, #4 Offense, #1 Defense
  • Penn State: #9 Overall, #11 Offense, #12 Defense

Der plausibelste Weg zum Upset für Penn State führt heute darüber, das brillante Rushing-Game der Buckeyes um Double-Threat QB Fields und RB J.K. Dobbins zu stoppen und dann zu hoffen, dass man nicht mit dem aggressiven Passspiel geschlagen wird.

Als #4 Rushing-Defense im Lande nach SP+ ist Penn State zumindest für ersteren Teil ganz gut gerüstet – doch selbst wenn man die Herkulesaufgabe schaffen sollte, muss man beachten, wie die Nittany Lions in den letzten Wochen ein ums andere Mal tief verbrannt wurden – von Teams wie Minnesota – nicht von einem Mega-QB wie Fields.

Fields ist ein interessanter Fall. Er kam vor Saisonbeginn von Georgia hoch zu Ohio State, weil er bei Georgia hinter Jake Fromm keine Chance auf den Starter-Posten gesehen hatte. Im Sommer galt er noch als reiner Spread/Option-QB ohne die ganz erstklassigen Passing-Qualitäten – aber wenn ich mir seine Vorstellungen dieses Jahr so ansehe, dann hat Fields durchaus NFL-würdige Attribute. Gute Wurfbewegung, Top-Präzision, Augen immer im Defensive Backfield, wo der Receiver stehen könnte. Fields ist erst frühestens 2021 ein Fall für die NFL, insofern gibt es aktuell noch keine Draft-Projections – aber wenn ich mir sein Standing so anschaue, halte ich durchaus für möglich, dass wir hier einen künftigen 1st-Round QB vor uns haben.

Und den muss Penn State mit einer eher suspekten Passing-Defense (#44 nach SP+) stoppen – wenn es überhaupt Fields‘ Rushing-Dimension in den Griff bekommen hat. Eine Monster-Aufgabe, weil Ohio State u.a. mit Receivern wie dem phänomenalen, aus mir nicht bekannten Gründen nur selten eingesetzten Chris Olave auch noch Waffen ohne Ende hat – manchmal ist College Football schon unfair: Ein paar Eliten schöpfen die ganzen Talente ab, und wenn sie mal einen grandiosen QB wie Fields nicht sofort rekrutieren, dann ist bestimmt ein anderes Team dumm genug um ihn hoch nach Columbus ziehen zu lassen.

Zwei weitere erschwerende Punkte für Penn State: Ihr eigene wichtigste Offensiv-Waffe WR K.J. Hamler, ist nicht richtig fit – und Ohio State kann nach zwei Spielen Sperre wieder auf den atemberaubenden DE Chase Young zurückgreifen. Wenn ich mich so zurückerinnere, wie die Ohio-State Defense beim Championship-Run vor fünf Jahren von EDGE #97 Joey Bosa dominiert wurde: Young sieht in den meisten Momenten wie noch grandioser aus. Er gilt als fast sicherer Top-10 Draftpick im kommenden NFL-Draft.

Also alles keine guten Voraussetzungen für ein Upset von Penn State. Die größten Hoffnungen, die ich bieten kann: Die letzten drei Spiele zwischen den beiden Teams waren alles enge Kisten (Penn-State Sieg 2016 in Overtime, dann zweimal 1-Punkte Siege nach Comebacks von Ohio State) – und Ohio State hatte in den letzten Jahren immer mindestens einen totalen Stinker pro Saison. 2019 steht er noch aus.

Das Spiel wird in den USA von FOX übertragen, weshalb es auf den gängigen Portalen wie dem ESPN-Player oder DAZN bei uns nicht zu sehen sein wird. Es gilt also, kreativ zu werden.

Ze others

Zu den anderen Spielen fällt mir nicht viel ein. LSU und Alabama sind haushohe Favoriten gegen inferiore Konkurrenz. Georgia trifft auf einen potenziell starken Gegner in Texas A&M, aber die Aggies haben in dieser Saison nicht wirklich den Eindruck erweckt, dass sie es mit den Playoff-Contendern wirklich schon ernsthaft aufnehmen können. Georgia ist entsprechend mit 13.5 Punkten favorisiert.

Oregon und Utah haben beide Wüsten-Unis aus Arizona zu Gast, was bei zwei solch unberechenbaren Gegnern immer eine gewisse Gefahr birgt. Und Oklahoma hat Heimvorteil und bei den Buchmachern einen 19-Punkte Vorteil gegen jenes TCU, das die Sooners-Offense schon in den letzten Jahren nie annähernd stoppen konnte.

Wir sehen also: Alle Contender treten heute zuhause an. Sie machen es sich noch einmal richtig kuschelig, bevor nächste Woche mit Thanksgiving, Black-Friday und Rivalry-Saturday der letzte große Sturm vor den Conference-Finals ansteht.

7 Kommentare zu “Samstagsvorschauer ohne viel Hoffnung auf Upsets in Woche 13

  1. Auf DAZN gibt es heute um 21.30 die aufregende USC-Offense mit dem deutschen WR Amon-Ra St. Brown, der eine gute Sophomore Season spielt, gegen UCLA zu sehen.

  2. Bis zur Halbzeit ist Penn State eigentlich noch glimpflich davon gekommen mit nur 2 TD für Ohio.
    Ob sie den gleichen Def.-Kraftaufwand in der zweiten Hälfte halten können darf bezweifelt werden.

  3. Als langjähriger Zuseher hat mich meine Einschätzung vor ende des Spiels wieder mal eines besseren gelehrt. Nichts ist unmöglich (Toyota) im American Football, deshalb auch die Faszination.
    Was da gerade im drittel Viertel mit Ohio geschah, trotz eines weiteren TD zum 21:0, legen sie sich selbst die Eier zum Anschluss von Penn State vor.

  4. Bei youtube gibt es diverse streams von penn state-ohio state. Qualität ist nicht berauschend aber immer noch besser als ein ticker

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