Date am Donnerstag – Woche 14

75% der Regular Season sind gespielt. 64 Spiele stehen noch aus – und das erste Spiel dieses letzten Saisonviertels steht schon heute Nacht an: Chicago Bears (6-6) vs. Dallas Cowboys (6-6).

Es sind zwei der populärsten Teams der NFL – und dennoch tue ich mir schwer, noch sinnvolle Sachen zu diesem Spiel zu schreiben. Es ist ganz einfach alles so abgelutscht.

Dass beide Teams mit der gleichen Bilanz in dieses Spiel gehen, ist eigentlich ein Treppenwitz. Die Cowboys sind nach den Effizienz-Metriken im Power-Ranking ein Top-5 mit der nach wie vor drittbesten Offense der NFL, während die Bears im unteren NFL-Drittel herumkrebsen, seit Wochen nur noch mit theoretischen Chancen auf einen Wildcard-Platz in den Playoffs.

Die Probleme sind also unterschiedlich gelagert. Chicago ist im Prinzip 100% dessen, was ich im Sommer erwartet hatte. Ein QB Trubisky, der sich nicht bzw. zurück-entwickelt. Eine Defense, die nicht jedes Problem der Offense auffangen kann. Eine schwierigere Division. Ein GM Pace, dessen „I trade up no matter what”-Strategie schon jetzt nach hinten losgeht. Und ein Headcoach Nagy, der langsam, aber sicher, unter Druck gerät, weil er zu wenige Lösungen anbietet.

Im Prinzip geht es für die Bears vor allem noch darum, in den letzten vier Spielen nicht doch noch in die Falle zu tappen und sich an ein paar geilen Trubisky-2nd-Half-Comeback Drives aufzugeilen und ihn wie weiland Jacksonville mit Bortles nicht nur nicht zu cutten, sondern sogar noch mit ihm zu verlängern.

Dallas?

Ich schwanke zwischen „fasziniert“ und „desinteressiert“, was die Cowboys-Saison angeht. Klar ist: Das Potenzial ihrer Offense ist gewaltig – und wenn sie diese Motion-lastige Offense mit viel Play-Action zur Perfektion spielen wie in den ersten Spielen dieser Saison, dann sehen die Cowboys grandios aus.

Sie sind auch – wie wir von PFF lernen durften – ein atemberaubend aggressives Passing-Team in 2nd Downs – die Mannschaft mit den zweitmeisten Pässen in 2nd & long. Das ist alles positiv und hilft QB Dak Prescott zu einer Saison in MVP-Regionen.

Doch dann sind da wieder diese Partien, in denen der ganze Angriff wie aus einer total anderen Welt aussieht: Kaum Play-Action, Receiver werden blank 1-vs-1 gegen die Cornerbacks gestellt mit der Aufgabe „mach mal“, und RB Zeke Elliott bekommt siebenunddrölfzig Mal den Ball in den Leib gedrückt, weil er sich mal wieder auf dem Schoß des Owner ausgeweint hatte.

Mit dieser Richtungslosigkeit macht sich Jason Garrett angreifbar. Dass er OffCoord Kellen Moore nicht einfach sein Ding machen lässt, sondern jede zweite Woche mit seinen in den Achtzigern entstandenen Ideen dazwischenfunkt, ist bitter.

Doch richtiggehend unhaltbar macht sich Garrett mit seiner ultrakonservativen Grundhaltung, vor allem in 4th Downs, wo Garrett noch nichtmal ein Viertel der Versuche ausspielt, in denen die Zahlen „go for it“ nicht nur sagen, sondern dir ins Gesichts schreien!

Gut für Dallas: Das Problem Garrett scheint jetzt auch beim Owner angekommen zu sein – wie auch anders sollt man Jerrys Kommentare von unter der Woche („Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass Jason Garrett nächstes Jahr in der NFL coachen wird“) interpretieren? Jetzt bleibt ähnlich wie bei Trubisky in Chicago nur ein Problem: Wenn Garretts Cowboys in den letzten Wochen zu erfolgreich sind, denkt Jones vielleicht doch noch einmal um.

Heute muss Garrett den Anfang machen. Es ist kaum vorstellbar, dass Dallas heute nicht gewinnt. Es müsste schon einen totalen Kollaps von Offensive Line, Prescott und Special Teams geben um diese Partie heute im Soldier Field abzuschenken.

Aber würde es nicht zu dieser Cowboys-Saison passen, wenn sie nachher bei 6-7 stehen? Und so drüber nachgedacht: Wäre das nicht scheißegal, denn man muss eh nur noch das eine Spiel gewinnen – in Woche 16 in Philly.

4 Kommentare zu “Date am Donnerstag – Woche 14

  1. „Dass beide Teams mit der gleichen Bilanz in dieses Spiel gehen, ist eigentlich ein Treppenwitz“….“scheißegal“…..
    Unter diesen Umständen war das Game irgendwie doch auch wieder unterhaltsam.

  2. Interessant, dass Trubisky jetzt wieder scrambelt. Das war letzte Saison das einzige, was er wirklich konnte. Ein Element, das heuer total verschwunden war. Bis heute.

  3. unglaublich die Cowboys werden noch das erste Team sein das mit einer Niederlagen Serie in die Playoffs kommt.

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