Pac-12 Conference Finale 2019 Preview: Utah Utes vs. Oregon Ducks

Heute Nacht beginnt das Championship-Wochenende im College Football. Das erste Spiel um 2h im ESPN-Player: #5 Utah Utes (11-1) vs. #13 Oregon Ducks (10-2). Auf dem Spiel steht der Gewinn der Pac-12 Conference, der mindestens zur Qualifikation für die prestigeträchtige Rose-Bowl steht – und im Falle eines Utah-Siegs könnte sogar noch eine Einladung ins College Football Playoff folgen.

Oregon hat in seiner Historie schon ein paar Pac-10/Pac-12 Titel gewonnen – zuletzt 2014 mit QB Marcus Mariota, als man sogar den Sprung ins National Championship Game schaffte. Utah dagegen ist ein relativer Neuling auf der Bühne der ganze Großen: Man spielt erst seit gut einem Jahrzehnt in der Pac-12 Conference mit, nachdem man zuvor jahrelang als einer der Premium-Mid Majors in der Mountain West Conference gespielt hatte (u.a. war dort Urban Meyer der Headcoach und 2005 brachte man mit Alex Smith den #1 Draftpick in die NFL).

Seit nunmehr auch schon fast 15 Jahren ist Kyle Wittingham der Headcoach der Utes. Wittingham gilt als einer der besten Coaches im College Football – doch sein Name fällt fast nie, wenn einer der ganz großen Job-Posten frei wird. Das hat einen Grund: Wittingham gilt als sehr verwurzelt in der Community in Salt Lake City. Mit nunmehr bald 60 Jahren steht er vor dem größten Erfolg seiner Trainerkarriere.

Bei Oregon ist Mario Cristobal der Headcoach. Cristobal galt, als er übernahm, eher als Notlösung. Sein Vorgänger Willie Taggart hatte Fahnenflucht begangen, und die Ducks beförderten Cristobal nach Taggarts überraschendem Abgang kurzerhand zum Cheftrainer, weil er der einzige Mann im Trainerstab mit Headcoach-Erfahrung war. Er hat sich seither ganz gut gemacht: Oregon ist in der Pac-12 wieder ein Player, auch wenn das Flair der alten Chip-Kelly Offense mittlerweile vergangen ist.

Die Saison 2019 ist für Oregon etwas enttäuschend gelaufen. Schon zum Saisonauftakt verlor man eher bieder gegen die Auburn Tigers und spätestens seit der zweiten Pleite vor ein paar Wochen in Arizona sind alle Playoffträume ausgeträumt.

Für ein Team, das nach der überraschenden Rückkehr von QB Justin Herbert (hätte 2019 schon in die NFL gehen können) eine ganz große Chance auf den Durchbruch gewittert hatte, ist es eine kleine Enttäuschung, jetzt nicht mehr im Playoff-Rennen zu sein. Doch Conference-Titel und Rose Bowl wären ein adäquater Trostpreis.

Als Einordnung der Qualitäten: Utah ist mittlerweile auch nach SP+ die vor Oregon klassierte Mannschaft.

  • Utah: #7 Overall, #10 Offense, #6 Defense
  • Oregon: #19 overall, #25 Offense, #17 Defense

Die Utes leben in der Offense von ihrem sehr mobilen QB-RB Tanden: QB Tyler Huntley ist kein Super-Werfer, aber ein exzellenter Runner und Scrambler, RB Zach Moss ist mit seiner Kombination aus Speed und Power eine nahezu ideale Ergänzung. Huntley galt vor der Saison als Wackelkandidat, doch seine Zusammenarbeit mit dem aktuell sehr gehypten OffCoord Andy Ludwig war so fruchtbar, dass Utah auch ohne den ganz großen Glanz sehr effizient spielt.

Oregons Defense lebte diese Saison über weite Strecken von einem hervorragenden LB-Corps um den Superstar Troy Dye, das Utahs Laufspiel kontrollieren muss. In der Pass-Defense kommt viel auf die Einmann-Abrissbirne DE Thibodeaux an, der schon in seiner ersten Saison am College eine gewaltige Vorstellung geboten hat – der Pass-Rush allein wird gegen den mobilen Huntley aber nicht reichen. Containment und adäquate Deckung gegen den vielseitigen Receiver-Corps von Utah ist gefragt!

Auf der anderen Seite des Matchups wird viel von der Form des Justin Herbert abhängen. Die Offense spielt zwar noch immer einiges an Up-Tempo, aber nicht mehr so krass wie früher. Die Offensive Line gilt um den OT Penei Sewell (für PFF der #1 Offense Tackle im College Football, aber er ist erst 2021 draftbar) als Wunderwaffe, aber das Laufspiel entfaltete sich trotz dieser Voraussetzungen noch nicht ganz wie gewünscht.

Bleibt Herbert als Ballverteiler. Herbert ist ein QB mit Draft-Gardemaßen, aber es krankt bei ihm an Effizienz. Er ist nicht immer sauber in der Wurfbewegung und hat viele – nennen wir es – interessante In-Play Entscheidungen in seinem Spiel. Wenn man ihn spielen sieht, dann glaubt man zu verstehen, warum die NFL ihn anscheinend als einen Top-QB sieht. Aber dann sieht man wieder die vielen suboptimalen Plays und denkt sich: What the hell?

Trotzdem: Ein gut aufgelegter Herbert kann für Oregon schon reichen. Für Utahs Defense gilt es, Herbert unter Druck zu setzen, schlechte Entscheidungen zu erzwingen – das wäre die halbe Miete zum Sieg.

Doch Utah müsste wohl schon deutlich gewinnen und auf Schützenhilfe im SEC- und Big-12 Finale hoffen um noch an Georgia/LSU vorbeizuspringen bzw. nicht von hinten von Oklahoma überholt zu werden.

Ein Kommentar zu “Pac-12 Conference Finale 2019 Preview: Utah Utes vs. Oregon Ducks

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.