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NFL Power Ranking 2019 – Woche 15

Guten Morgen.

Weihnachten steht vor der Tür – hoffentlich ein Zeichen, dass der alljährliche, dieses Jahr aber besonders intensive Dezember-Stress bald nachlässt. Da ich diese Zeilen sehr spät abends bzw. sehr früh morgens schreibe, hoffe ich, dass sie überhaupt verständlich sind.

EPA/Play

Ben Baldwin hat auf Twitter am Montag die wichtige Diskussion zu den möglichen Schwächen von EPA/Play geführt.

Ein paar Diskussionspunkte habe ich in den letzten Monaten hier auch schon eingeführt:

  1. EPA/Pass ist viel höher als EPA/Run – ergo werden dominante Teams von EPA/Play künstlich runtergezogen, weil diese Teams spät im Spiel viel laufen und somit mit vielen ineffizienten Plays den Durchschnittswert ihrer Performance nach unten ziehen.
  2. DVOA hat etwas bessere Prognosefähigkeit als EPA/Play, weil es besser an bestimmte Spielsituationen adjusted, besser ist im Opponent-Adjustment, weil es Turnovers besser minimiert und die High-Leverage Situationen wie 3rd-Downs (die sehr instabil sind) etwas glättet.
  3. Vor allem Defensive EPA/Play ist relativ stark ein Produkt des gegnerischen Strength of ScheduleJosh Hermsmeyer sagte im PFF-Forecast Podcast von letzter Woche wörtlich: „EPA ist nicht der richtige Weg um Defenses zu bewerten“.

Ich wiederhole mich, aber ich bin nach wie vor ziemlich verblüfft, dass die Prognosefähigkeit von EPA/Play schlechter wird, wenn man diese Statistik an die Qualität des Schedules anpasst – als ob Qualität des Gegners zu vernachlässigen wäre (auch beim Pythagorean gibt es z.B. keine Opponent-Adjustments) – und auch beim Ausschließen von Garbage-Time habe zumindest ich noch keinen Durchbruch gefunden, wie man Predictability verbessern könnte (bei niedrigerer Gewichtung von Plays mit mehr oder weniger als 5-10% Win-Probability gibt es leichte Verbesserungen).

Ich gewichte in meinem Modell die Early-Downs einen Tick höher als die 3rd Downs. Das hat zu Verbesserungen geführt.

Der professionelle Sportwetter Rufus Peabody wirft ein paar weitere Gedanken in den Raum, wie man EPA bzw. wahlweise auch Yards/Play anpassen kann: Indem man an die Spielsituation adjustet und krasse Ausreißer-Plays und High-Leverage Momente in Richtung Mitte gewichtet:

Nach allem was man über die Black-Box DVOA weiß, setzt Aaron Schatz bei DVOA einiges dessen um: Er misst Plays natürlich am Ergebnis, aber vergleicht mit einer typischen erwartbaren Spielsituation und gibt so viel Credit wie möglich für die Leistung im Play als für das Ergebnis (z.B. endet die Bewertung eines Fumbles beim Fumble selbst – die Fumble-Recovery ist als richtiger Münzwurf-Spielzug überhaupt nicht mehr Bestandteil der Betrachtung).

Baldwin hat gestern noch nachgeschoben, dass er im Erstversuch mit leichten Adjustments an EPA/Play die Metrik DVOA bereits überholen konnte – interessant dabei: Es handelte sich um Early-Downs, Fumbles, Redzone-Offense, Garbage-Time, Penaltys, Interception, Run-Plays… aber weiterhin nicht um Opponent-Adjustment.

Mein Plan ist aktuell, sich in der Offseason noch einmal intensiver mit EPA/Play auseinanderzusetzen um zu schauen, wo ich das (aktuell sehr simpel gehaltene) Modell des Power-Rankings, wie ich es hier publiziere, verbessern kann.

10 Faustregeln für Analytics

Baldwin hat noch einen weiteren interessanten Artikel veröffentlich: 10 Regeln von Analytics – er führt sie im Detail aus – ich führe sie hier an, weil sie eine gute Zusammenfassung vieler oft auch auf diesem Blog diskutierter Themen sind:

  1. Sacks sind keine Bewertungskriterien für Offensive Line
  2. Sacks sind keine Bewertungskriterien für Pass-Rusher
  3. Bewerte niemals einen QB nach dessen TD/INT Rate
  4. Das traditionelle NFL Passer-Rating kannst du den Fischen zum Fraß vorwerfen
  5. Die Produktion eines Runningbacks darf man nicht verwechseln mit der Qualität des Runningbacks
  6. Der Win-Loss Record sagt weniger aus über die Qualität eines Teams als das Punktverhältnis oder der Pythagorean
  7. Die Phrase „Team x ist 13-1 wenn Runningback x Carries hat“ kannst du an die Schweine verfüttern
  8. Nur weil ein Team viele Rushing-Attempts hat, ist es noch lang nicht Run-heavy. Game-Skript ist unbedingt zu beachten!
  9. Yards per Game ist quasi nichtsaussagend
  10. Grundsätzlich große Vorsicht vor kleinen Sample-Sizes!

Unser täglich Ravens

PFF feuert dieser Tage einen Top-Analyse Artikel nach dem anderen raus – ich komme mit dem Studieren momentan gar nicht nach! Kevin Cole beschäftigt sich mal wieder mit dem spannenden Thema Ravens – zu denen wir heuer ja schon zahllose In-Depth Artikel gelesen haben.

Diesmal geht es darum, wie man die Ravens-Offense stoppen kann. Fazit: Die Ravens-Offense ist tödlich, wenn sie mit Vorsprung oder gutem Game-Skript spielt, aber sie ist unterhalb der Erwartung, wenn sie mit größerem Rückstand spielen muss.

Die beste Verteidigung gegen die Ravens-Offense scheint also zu sein, selbst viel zu punkten um Baltimores Offense in einen Shootout zu zwingen bzw. in Bedrängnis zu bringen, von hinten zu spielen – Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.

Merk dir das, wenn Andy Reid oder Bill O’Brien in den Playoffs Fieldgoals von der 3-yds Line gegen die Ravens schießen…

Teddy vs. Brees

Die Saints sind trotz 11-3 Bilanz und explodierender Offense in den letzten Wochen weiterhin „nur“ die #7 in diesem Power-Ranking. Dafür ist recht mitentscheidend, dass sie heuer lange Wochen mit QB Teddy Bridgewater antreten mussten, der zwar nicht schlecht spielte, aber eben doch ein wenig ineffizienter war als Stamm-QB Brees:

  • Teddy 0.11 EPA/Play
  • Brees 0.28 EPA/Play

Im Power-Ranking wird jeder Snap von Teddy als gleich wertvoll wie jeder Brees-Snap betrachtet. Setzen wir anstatt dieser „kombinierten“ Performance nur noch Brees ein, so landen die Saints mit einem Rating von 0.72 auf #2 des Power-Rankings – knapp vor den 49ers, Patriots, Cowboys und Chiefs.

Doch wir wissen, dass auch die Zeit unter Teddy einen gewissen Wert hatte – und man nicht unbedingt erwarten kann, dass Brees den Level von 0.28 EPA/Play zwingend über die ganze Saison hätte halten können. Wir ahnen also, dass die Saints an #7 unterschätzt, an #2 aber wahrscheinlich einen Tacken überschätzt wären.

(Weil wir schon dabei sind: Tennessee ist momentan an #9 gerankt und hat Houston trotz Heimniederlage im direkten Duell überholt. Tannehill liefert aktuell 0.28 EPA/Play ab. Wenn wir das für die komplette Titans-Saison einsetzen, so wäre auch Tennessee die #3 der NFL-Saison. Aber auch dort sehr eng im Mix mit den oben genannten Teams).

Sonst so

Die Buccs sind eines der Teams der Stunde: Tampa ist mittlerweile schon die #12 im Power-Ranking – aber nichtmal unbedingt so sehr wegen seiner Offense, sondern wegen der #9 Defense! Ich gebe zu, ich bin relativ schockiert – und das, obwohl ich seit hätte vorgewarnt sein müssen, nachdem (ja – ich muss sie noch einmal erwähnen) PFF vor mehr als einem Monat den Buccs-Defensive Coordinator Todd Bowles als einen der Top-3 Defensive Playcaller der Saison benannt hatte.

Tampa ist als 7-7 Team nach EPA/Play fast gleichauf mit den 11-3 Seahawks, die in der NFC um den #1 Seed mitspielen. Verstehste nicht? Nun:

  • TB hat 0.03 EPA/Play Offense und 0.00 EPA/Play Defense
  • SEA hat 0.04 EPA/Play Offense und ist mit 0.03 EPA/Play Defense sogar schwächer als Tampa.

Seahawks sind nur dank des zwar schwachen, aber doch vorhandenen Schedule-Adjustments minimal vor Tampa gerankt. Wenn dann Jameis Winston nur ein klein bisschen seine Fehlerquote runterschrauben könnte…


Auch die Packers fühlen sich als 11-3 Team nicht ganz „legit“ an. Sie sind „nur“ die #8 im Power-Ranking und damit knapp vor den Seahawks am unteren Ende der NFC-Topteam Kette. Green Bays Offense ist insofern bemerkenswert, weil sie zwar an #8 nach EPA/Play rangiert, aber in Sachen Success-Rate nur an #15 und bei Yards/Play sogar nur an #17 klassiert ist. Dabei haben sie ein weniger katastrophales Laufspiel als die meisten Konkurrenten.

Was bezüglich dieses „Gaps“ zwischen EPA und Success-Rate hilft: Aaron Rodgers begeht nicht viele Turnover. Doch seine Ratio an positiven Plays („Success-Rate“) ist nur im NFL-Durchschnitt.

Power-Ranking

Und damit zum Ranking selbst. Ravens mit Top-Offense und Top-5 Defense!

NFL Power Ranking 2019 - Woche 15.png

Zu den Spalten: Die Spalte Rank zeigt die aktuelle Platzierung. LW war die Platzierung letzte Woche. WP% ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Team auf neutralem Boden gegen ein durchschnittliches NFL-Team gewinnen würde – nach diesem Kriterium sind die Teams sortiert. Bilanz ist die aktuelle Win/Loss Bilanz. Exp.Wins ist die erwartete Anzahl der Siege am Saisonende. Sie ist die Summe zwischen den aktuellen Siegen und den noch zu erwartenden Siegen aus den ausstehenden Spielen der Trams. OFF und DEF sind das Ranking in Offense und Defense. Schedule past ist die Stärke des bisherigen Schedules. Schedule future ist die Qualität des künftigen künftige Schedule.

Wahrscheinlichkeiten für Woche 16

Letzte Woche haben 11 von 16 Favoriten dieses Rankings gewonnen. Nächste Woche ein paar knappe Dinger, wenn die Gurkentrupps untereinander spielen… und Dallas mit 64% Favoritenstatus beim NFC-East Kracher in Philly:

Wahrscheinlichkeiten - Woche 16.PNG

17 Kommentare zu “NFL Power Ranking 2019 – Woche 15

  1. Warum werden #12 und die Packers eigentlich so gebashed? Wenn ich mir dein PR anschaue (andere Analytics Zahlen habe ich nicht auswendig im Kopf), dann sind z.B. die Seahawks nur auf 12 (haben aber den Nummer 1 Sees) und werden auch beständig gelobt (Wilson for MVP, Schottenheimer kann auch werfen im 1st Down!! Etc.)

    Sind die Packers in den anderen Metrics (EPA, DVOA) so signifikant schlechter als die Seahawks, spielt eine andere Erwartungshaltung eine Rolle?

  2. Bashen ist glaube ich der falsche Ausdruck. Es ist mehr permanentes Hinweisen darauf, dass Rodgers mittlerweile nach Production eine ganze Ecke von dem Elite-Niveau entfernt ist, das ihm nach wie vor zahlreiche Film Guys zuschreiben.

    ESPN's QBR heading into SNF. Jameis really passed Rodgers today lolhttps://t.co/AsjYCD7gDa pic.twitter.com/HYUKT5anPf
    — new-age analytical (@benbbaldwin) December 16, 2019

    https://platform.twitter.com/widgets.js
    Und das, obwohl er alles hat: O Line, Laufspiel, neuen Coach…

  3. Die Arizona Cardinals haben (soweit ich das auf die Schnelle richtig gesehen habe) als einziges Team eine höheres EPA/Run als EPA/Pass. Liegt das eher an Murray oder den WR? Kann man das irgendwie mit Zahlen belegen?

  4. Hatte das was the Thing geschrieben hat, auch schon mal geäußert. Bezüglich des von Dir hoch geschätzten und oft zitierten Baldwin, lässt sich allerdings der Eindruck nicht abschreiben, das das schon gebashe ist (schreibt er über einen anderen QB oder ein anderes Team auch so oft?)und damit eigentlich konträr zu der Analytics Haltung ist. Nicht falsch verstehen, bin ja interessiert in der Thematik, aber die Kennzahlen kommen mir dann noch sehr abstrakt vor und ich finde die Wirklichkeit noch nicht gut abgebildet.

  5. Ich finde schon, dass die Zahlen ganz gut zumindest meinen Eindruck der Leistungen von Rodgers widerspiegelen. Was ich jedoch auch nicht verstehe ist diese „Gebashe“ und „Gespotte“ über ihn. Rodgers spielt halt wie er spielt und die Leistung kann man objektiv einordnen, warum man dies immer in so hämischer Weise kommentieren muss wie Baldwin das macht, geht mir nicht ein.
    Laut den Zahlen spielt Brady dieses Jahr sogar schlechter, über ihn hört man dennoch nicht derart kritische und spöttische Kommentare.
    Dass man sich über Analysten, die Rodgers übertrieben loben, in gewisser Weise lustig macht, kann ich ja noch verstehen (obwohl ich die Art und Weise der Kritik von Baldwin auch hier grenzwertig finde), aber was kann denn Rodgers selber bitte dafür, dass er von manchen überschätzt wird?

    PS: Ja, ich bin Packers Fan, glaube aber dennoch das diese Häme auch objektiv nicht sein muss.

  6. Achtung, Fanboy-Gesabbel:

    Die Seahawks sind eindeutig zu hoch platziert. Wahrscheinlich ist der Kader nichtmal Top-6-NFC. Was trotz des hanebüchenen Konservatismus von Carroll für eine gute Leistung des Coaches spricht, oder @Korsakoff? Ich finde, die Leistungseinordnung gut und richtig. Sehe das aber positiv.

    Und das ist eben auch ein Ausdruck von Russell Wilsons Qualität. Aufgrund der Problemzonen O-Line und Tight End (Hollister, Swoopes!) spielen die Hawks in manchen Spielen fast 50 Prozent der Snaps mit 6 O-Linern. Wenn die Passverteidigung gut deckt und die Receiver droppen, wäre jeder andere Qb auch angearscht.

    Und was für mich auch von US-Medien komplett vergessen wird: Seattle ist noch in der Endphase des Rebuilds. Nächstes Jahr den siebtmeisten Cap-Space der Liga, zehn Draftpicks und die Schlüsselpositionen sind langfristig besetzt. Saints, Packers, Vikings und 49ers haben diesen Luxus nicht, sie müssen zeitnah große Verträge wippen.

    Und Seattle hat nächstes Jahr zwei Spieler auf Offensive- und Defensive-MVP-Niveau in der Prime. (Wilson, Wagner)

    Zwei wahrscheinliche Star-Receiver zu „günstigen Konditionen“: Lockett, Metcalf (Kosten: 12 Millionen Dollar, zusammen)

    Einen Star-Runningback (Yards after Contact), der „nur“ ein Fumble-Problem hat

    Mutmaßlich drei starke D-Liner: Clooney, Reed, Poona Ford (merkt euch den, irre gut)

    Linebacker: Wright, Wagner (+ vllt der talentierte Barton)

    Cornerbacks: S. Griffin (Top-10-Corner), Flowers (stark verbessert, vor zwei Jahren noch Safety)

    Safety: Diggs (seitdem er in Detroit weg ist, kollabiert da alles), Rookie Blair (2. Rnd. Pick, talentiert)

    Das Roster ist „loadet“ und gewinnt trotz Sollbruchstellen 11 von 14 Spielen im drittschwierigsten Schedule.

    Und bei aller Kritik von dir an Carroll: Er hat es geschafft, den Verlust von Franshise-Hall-Of-Famers wie Sherman, Thomas, Chancellor, Lynch und Baldwin innerhalb von zwei Jahren auszugleichen. Und dabei 20 von 30 Spielen gewonnen. Das zeigt keine Analytics. Verdient aber Respekt.

    Fanboy out. 🙂 Danke für den tollen Blog.

  7. @RustedRoots87: Die eigene (stichhaltige) Argumentation als „FanboyGesabbel“ zu bezeichnen, finde ich erstklassig! *thumbs up*

    Was ganz anderes: Offenbar startet Jared Goff am Wochenende. Backup wäre Blake Bortles. Gibt es eine statistische Methode um abzuschätzen, welchen Erfolg Bortles mit dieser Offense hätte? Goff scheint nicht die Lösung zu sein, aber wie wäre Bortles im Vergleich?

  8. RE: Rodgers

    Die Fokussierung auf Rodgers sehe ich als Stilmittel. Es zeigt v.a. wie Augen und Statistiken auseinander gehen. Augen bewerten die WOW-Momente zu stark und verschließen sich zu stark für die vielen ineffizienten Plays dazwischen.

    Rodgers ist relativ krass zu einem Game-Manager geworden, der Turnover-Risiko so sehr scheut, dass er mittlerweile recht austauschbar geworden ist – die hie und da noch aufblitzenden großen Momente und die wirklich sehr wenigen Ballverluste kaschieren das nur noch ein bisschen.

    Ich war auch lange Rodgers-Fanboy, aber die Zahlen sprechen seit ein paar Jahren eine deutliche Sprache, und es gibt dieses Jahr keinen Trend nach oben, obwohl man in Green Bay den Headcoach geändert hat, der vom Public (und auch von Rodgers selbst) als Hauptschuldiger an der Misere ausgemacht wurde.

    Klar ist: Man könnte sich auch auf andere QBs einschießen. Aber Brady eignet sich nicht mehr, weil er sichtlich abgebaut hat. Niemand holt sich mehr einen runter, weil Brady ein paar Glanz-Pässe auspackt – weil er sie eben nicht mehr auspackt. Dito Rivers, der als Elite-QB nie richtig ernst genommen wurde, weil er nie einen Superbowl geholt hat. Oder Eli, aber der war nun so lange so schlecht, dass auch ihn kein Mensch mehr für voll nimmt.

    Bleibt also Rodgers, bei dem noch immer ein Gros der NFL-Schar im Jahr 2014 lebt. Rodgers ist noch immer „gut“ (bzw. gute Mittelklasse), aber eben schon lange kein Top-3 QB mehr.

  9. @Rusted Roots87:

    Ich habe oft betont, dass Carroll im Coaching der Fundamentals vieles richtig machen muss, was sich u.a. in den von dir ausgeführten relativ soliden Übergängen von Stars zu einem relativen No-Name Kader zeigt – oder auch darin, dass die Seahawks relativ wenige „Fuck ups“ begehen.

    Doch Carroll ist so stockkonservativ in seinem Game-Management, dass er seit längerem ein Bremsklotz in Seattle ist, bei dem ich mir überlegen würde, ob sein inhaltliches Coaching die Nachteile ausbügelt.

    Die Seahawks haben mit Russell Wilson einen Glanz-QB, doch sie versuchen, ihn so gut es geht zu verstecken. Das macht keinen Sinn. Sie kastrieren sich damit selbst – und merken noch nichtmal, dass Wilson sie dauernd aus der Scheiße reitet.

    Ich finde den Kader 2019 durchaus nicht erquicklich und glaube, dass sie v.a. von Wilson und einem zumindest etwas optimistischerem Playcalling von Schottenheimer getrieben sind. Ob sie daraus die richtigen Schlüsse für 2020 ziehen?

    Ich bin noch nicht ganz davon überzeugt.

  10. @blu blab / Cardinals:

    In gewisser Weise mit beidem.

    Wide-Receiver sind bei PFF in den Bottom-5 der NFL gegradet.
    Dafür ist Murray ein sehr effizienter Läufer – seine desingten Runs bringen im Schnitt ca. 30 EPA/Run ein – und Murray hatte schon sehr viele designte Runs (das vier verwendete Play-by-Play sieht bei Murray 60 Designed-Runs).

    Zum Vergleich: Jacksons über 115 designte Runs hatten 0.34 EPA/Run, was sensationell ist. Aber sonst sind nur noch Josh Allen und Deshaun Watson in der Range von Kyler Murray, was Erfolg bei designten Runs bei 30 oder mehr solcher Plays angeht.

    Im regulären Laufspiel fällt das auf, worüber ich schon im Sommer geschrieben hatte (https://sidelinereporter.wordpress.com/2019/08/27/wie-funktioniert-die-air-raid-offense-von-kliff-kingsbury/):

    Viel Laufspiel aus „leichtem Personal“: Arizona hat 19% seiner Runs aus 10-Personnel gebracht. Nur noch die Seahawks kommen mit 12% ihrer Runs aus dieser Aufstellung dem annähernd nahe – alle anderen Teams sind unter 5%.

    Arizona hat nur 7% seiner Runs aus 21-/22-/31-Personal, also Heavy-Personnel gecallt. Vergleich NFL-Schnitt ist 23%.

    Ergo: Viel Laufspiel in seichte Boxen.
    Drake und David Johnson haben jeweils nur 5% ihrer Rushes in 8+ Mann Boxes – das ist extremst wenig. Vergleich: Im NFL-Schnitt sind es über 20% der Runningback-Runs, die in solche vollen Boxen hinein gehen.

  11. ad Rodgers:
    Das kann ich ja durchaus alles nachvollziehen.
    Meine Meinung ist eben, dass man ihn dann als das beschreiben soll was er ist, also gute Mittelklasse und nicht immer fast schon so tut als wären alle anderen QBs ihm überlegen. Aber klar, das ist die Art und gewisser Weise ein Stilmittel vor allem von Baldwin, muss ich ja nicht gut oder lustig finden. Also alles halb so schlimm, ist ja nur Football 😉

  12. Baldwin sagt nie, dass Rodgers schlecht ist. Er weist nur darauf hin, dass er mit „Elite“ überschätzt iat

    Aber auch nicht öfter als die Film Guys Rodgers als Elite anpreisen.

  13. Natürlich sagt er nie explizit, dass Rodgers schlecht ist. Es ist aber meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen, dass er in seinen Tweets fast ausschließlich die negativen Aspekte von Rodgers in hämischer Weise hervorhebt und dadurch der Eindruck entsteht, er redet von einem im besten Falle unterdurchschnittlichem QB. Wie gesagt, kann er ja gerne machen, ich finde es mittlerweile übertrieben, aber mir muss es ja auch nicht gefallen.

    Zu den Film Guys kann ich ehrlicherweise nicht viel sagen, da ich da kaum welchen folge.

    Mir gefällt in dieser Hinsicht Adrian Franke, da er auch eine Menge Fachwissen, auch in Hinblick auf Analytics, hat, kritisch ist, aber dennoch nicht in diese hämische, ironische Art abdriftet. Mag wie gesagt aber einfach eine persönliche Vorliebe sein.

  14. Pingback: NFL Samstagsvorschauer 2019 – Woche 16 | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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