Preview: Divisional Playoffs 2019 – Sunday

Divisional Playoffs, Teil 2:

  • DeShaun Watson vs Patrick Mahomes
  • Russel Wilson vs Aaron Rodgers

Besser geht’s kaum.

21.05Uhr: [4] Houston Texans (11-6) @ [2] Kansas City Chiefs (12-4)

Es ist gleichzeitig ein langweiliges und auch ein spannendes Spiel. Langweilig, weil Houstons Defense ein zu einfaches Opfer für Patrick Mahomes ist. Andererseits kann es aber auch spannend werden, ob DeShaun Watson in einem Shootout mitgehen kann. Wenn er so spielt wie letzte Woche gegen Buffalo Halbzeit Zwo ist das sogar möglich.

KCs Defense unter Steve Spagnuolo ist zwar von den advanced metrics her eine gute Unit und nicht mehr die Schießbude der letzten Jahren, aber so richtig Vertrauen fassen will ich da nicht. Zumal der wichtige Safety Juan Thornhill verletzt ausfällt und nun auch Star-DT Chris Jones mit Rückenverletzung questionable ist.

Man muß das hier gar nicht kompliziert machen: spielt Houstons-Offense so wie letzte Woche in der zweiten Halbzeit, können sie hier schon mithalten. Heute ist sogar noch Deep Threat Will Fuller dabei. Die größte Gefahr für Houston ist hier Head Coach und Playcaller Bill O’Brien, der versucht das Laufspiel zu etablieren, während Mahomes die Touchdowns etabliert. In Woche 6 sind die Texans beim Sieg gegen die Chiefs viel gelaufen; und die Chiefs haben auch eine der schwächeren Run-Ds der NFL. Hoffentlich vertraut BOB eher Watson/Hopkins/Fuller als dem Laufspiel, denn einen Shootout kann man mit Fokus Laufspiel nicht mitgehen.

Für Kansas Citys Offense wird Houston hier wohl kaum ein Gegenmittel finden. Darüber muß man hier nicht viel schreiben. Es ist eine der schwächsten Verteidigungen der Liga, nach Weighted DVOA zum Beispiel auf Rang 27; in korsakoffs Power Ranking auch auf 27.

Mahomes derweil ist so fit wie lange nicht und hatte auch noch die Bye Week. Die Chiefs sind denn auch mit 9,5 Punkten bzw. 6,9 Punkten favorisiert bei Wettbüros und korsakoff. Was soll hier schiefgehen für Kansas City? Es fühlt sich ein bißchen zu einfach an.

 

Schlagen kann sich KC hier nur mit eigenen Fehlern: Turnovers, viele Strafen und, well, es ist immer noch Andy Reid, der hier das In-game Management übernimmt. Viele, viele Male hat Herr Reid schon an der Uhr gedreht, viele Male haben sich auch die Chiefs selber ins Playoffbein geschossen. Man denke nur an die Niederlage gegen Pittsburgh 2016 (Das “False-Start-Game”) oder die völlig unnötige Schlappe gegen Tennessee 2017 (18-Punkte Comeback, Mariota fängt Touchdownpaß geworfen von ihm selbst); oder der Andy-Reid-Klassiker 2015 gegen New England: bei 14 Punkten Rückstand läuft Reid 5 Minuten von der Uhr, bis zur 1:30min Marke – um dann keine Zeit mehr zum Ausgleich zu haben. Und schließlich auch die Andrew-Luck-Legende 2013: 38-10-Führung (!) in Indianapolis verspielt.

00.40Uhr: [5] Seattle Seahawks (12-5) @ [2] Green Bay Packers (13-3)

Als Aaron Rodgers das letzte Mal in den Playoffs war, hat er das hier gemacht:

Das war in den Divisional Playoffs 2016. Eine Woche zuvor am Wild Card Weekend hatte er auch gegen die Giants alles abgefackelt (Das “OBJ-war-in-Miami-Spiel”). Korsakoff schrub danach:

Und Rodgers findet seine Receiver. Es war nicht nur die einmal mehr famose Hail Mary. Es war eine Myriade an Plays. Ich weiß nicht, ob die letzten 32 Minuten der beste Rodgers aller Zeiten waren, aber es war auf alle Fälle eine seiner markantesten Vorstellungen. Mehr Rodgers geht nicht.

Vor dem Conference Championship Game gegen die Falcons habe ich dann ebenso hymnisch geschrieben.

Man sollte jedes Rodgers einfach nur genießen. Niemand sonst spielt so wie er. So aufregend, so unberechenbar, so viele WOW!-Momente. Manning, Brady, Brees sind dagegen, wie korsakoff schreibt, tatsächlich „langweiliger“, weil sie so methodisch und perfekt sind.

In dem Championship Game hat Matt Ryan für 392 Yards und 4 Touchdowns geworfen und die 31-0-Führung zu Beginn des dritten Viertels war stabiler als die 28-3-Führung zwei Wochen später.

Eine Saison vorher, in der berühmten 2015er ”What’s-wrong-with-Aaron-Rodgers”-Saison, ist dies hier in den Playoffs passiert.

“STOP IT!”

“PLEASE!!”

„What a Catch!!!“

“THAT’S INSANE!!!!”

– Al and Cris in Höchstform.

Noch ein Jahr zurück, 2014, liefert Rodgers grandios ab im berüchtigten “Dez-Caught-it-Game”. 2013 und 2012 verloren die Packers gegen die 49ers unter John Harbaugh und Greg Roman. Diese beiden Spiele haben DC Dom Capers bis heute verbrannt bei Packers-Fan, Colin Kaepernick ist immer wieder ausgebrochen für 181 Lauf-Yards (2012) und 98 Lauf-Yards (2013).

2011 verloren die 15-1-Packers als amtierender Super-Bowl-Champion gegen den überraschenden späteren Champion aus New York. 2010 gewann man Green Bay mit 30 Spielern auf IR den Super Bowl. 2008 begann Rodgers’ Playoff-Karriere mit 423 Yards und 4 TDs im irren 45-51-Shootout gegen die Cardinals.

Man kann sich an fast alle Play-off-Spiele der Rodgers-Packers lebhaft erinnern, kein Vergleich zum Beispiel zu Houston. Die schlimmste Erinnerung allerdings hat zu tun mit dem heutigen Gegner aus Seattle und dem diese Woche wieder groß aufgetauchten Mike McCarthy.


NFC Championship Game 2014: Green Bay Packers gegen den amtierenden Super Bowl Champion, die Legion of Boom. Einige seltsame Dinge sind passiert, zum Beispiel 5 Interceptions und 2 Fumbles in Hälfte Eins. Das meiste davon ging gut für GB aus – aber weil Mike McCarthy die schlechteste In Game Coaching-Leistung der letzten 10 oder 20 Jahre abgeliefert hat, verlieren die Packers. Korsakoff ist während des Spiels schon eskaliert; ich danach.

Man erlebt ja viel schlechtes In Game Management, aber das war der tiefste Tiefpunkt.

Nach diesem Spiel begann dann auch die “What’s-wrong-with-Aaron-Rodgers-Ära”. Rodgers zaubert nicht mehr regelmäßig so, wie bis dahin. Aber er hat das immer noch in sich. Man hat das in den Playoffs 2015 und ‘16 gesehen. Oder auch der Season Opener 2018. Es ist schon seltsam, daß ausgerechnet der Mann, der alles kann, jetzt allerorten so leichtfertig abgeschrieben wird.

Man darf es ja kaum noch sagen, ohne als Rodgers-Truther verhöhnt zu werden. Aber die Offense um ihn herum ist personell recht dünn geworden. Vor allem bei den Receivers. Aber auch die beiden Offensive Tackles David Bakthiari und Bryan Bulaga leisten sich immer mehr Aussetzer, insgesamt sind sie nur noch gut, nicht überragend.

Ganz schlimm ist es bei den WRs: Es gibt leider hinter Davante Adams keinen zweiten Receiver. Hier ist man schlechter aufgestellt als New England. Ursprünglich sollte es #81 Geronimo Allison werden, der kann aber leider nichts. Dann ist mal #83 Marques Valdes-Scantling positiv aufgefallen, das war wohl eher zufällig, jetzt spielt er gerade noch 10 Snaps pro Spiel. Dann sah es aus, als wäre man zufällig über ein Riesentalent in #13 Allen Lazard gestolpert. Der ist zwar riesig im Sinne von groß (1,96m), kann aber nicht gut Wide Receiver spielen – außer: blocken. Er kann richtig gut blocken im Laufspiel. Darum spielt er in 11 auch meistens den dritten Receiver.

Der zweite WR ist nun Jake Kumerow. Ja lol. Kumerow hat erst mit 26 seinen ersten NFL-Snap gespielt, ist in Wisconsin-Whitewater zur Uni gegangen, seine Cousins sind Joey und Nick Bosa, und ein Opa von Kumerow war mal Mafiaboss in Chicago. Cool. Aber auch kein guter Wide Receiver. Meist wird gegenüber von Adams durchrotiert, nur der lange Lazard spielt häufiger, eben weil er so gut blocken kann.

Neben Davante Adams ist der einzige weitere starke Skill Position Player RB Aaron Jones. Aber der ist dafür richtig stark. Vor allem kann er beinahe jede Paßroute laufen. Tolles match-up hier: #33 Jones gegen die Linebackers Wright & Wagner.

Wagner & Wright müssen keine besonderen Maßnahmen ergreifen für die Tight Ends Jimmy Graham und Marcedes Lewis. Die beiden sind alt. Zu Graham versucht Rodgers noch oft zu werfen, aber eher aus Ermangelung an Alternative. Wollen die Packers hier was reißen, muß Rodgers einen seiner besseren Tage haben.


Der Quarterback auf der anderen Seite wird schon lange nicht mehr unterschätzt. Ins Rampenlicht gekommen ist er als Sidekick der Legion of Boom und Beastmode. Seitdem hat er sich entwickelt zu einem Top-3 Quarterback. Russel Wilson ist jetzt ein QB, den die meisten pundits und analytics guys einem Aaron Rodgers vorziehen würden.

Er macht das unter ähnlich schwierigen Bedingungen wie Rodgers in Green Bay. Seine Receivers sind etwas besser, die Offensive Line ist dafür schlechter. Und einen vernünftigen Running Back hat man gar nicht mehr.

 

Das Problem mit den verletzten Running Backs ist vielleicht sogar gut für diese Offense. Denn es zwingt OC Schottenheimer, mehr Verantwortung in Wilsons Hände zu legen. Letzte Woche der Game Winner war nicht wie erwartet ein Lauf bei 3rd-and-long, sondern ein tiefer Paß! Überhaupt haben die Running Backs nur 17 Carries bekommen. So kann es gehen.

Es ist ein gutes, klassisches Football-Matchup: wessen Superstar-Quarterback mehr Superstar-Plays macht, gewinnt.

3 Kommentare zu “Preview: Divisional Playoffs 2019 – Sunday

  1. Wilson und Rodgers haben beide je 9 Playoffsiege (Rodgers ein paar mehr Niederlagen).
    Der Siege kann mit Flacco gleich ziehen- der aug Platz 3 der aktiven QBs hinter Big Ben und Brady wartet.

  2. Pingback: AFC-Divisional Playoffs 2019/20: Kansas City Chiefs – Houston Texans im Liveblog | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  3. Pingback: NFC Divisional-Playoffs 2019/20: Green Bay Packers – Seattle Seahawks im Liveblog | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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