NFC Divisional-Playoffs 2019/20: Green Bay Packers – Seattle Seahawks im Liveblog

[03h56] Damit nächste Woche Conference-Finals:

  • So 21h05: Chiefs – Titans
  • So/Mo 00h40: 49ers – Packers

[03h55] Endstand Green Bay Packers 28, Seattle Seahawks 23

Ziemlich typisches Spiel. Zum einen: Close Game innerhalb 1 Score. Beide Teams sind Experten darin. Dazu Packers mit schnellem Start, großer Führung, die schrittweise aufgegeben wird. Seahawks erst dann effizient, wenn endlich Russell Wilson von der Leine gelassen wird.

Am Ende entschieden Kleinigkeiten. Ich denke, dass die Packers hier u.a. mit den Schiedsrichtern Glück hatten – ein paar kleinliche Calls gegen Seattle u.a. beim entscheidenden 1st Down. Dazu zeigt sich bei den Seahawks einmal mehr:

  • Pete Carroll ist nicht mehr auf der Zeit. Am Ende der Punt mit so viel Vertrauen in eine kaputte Defense. Das musste schief gehen.
  • Total unbekannte Skill-Player -> enscheidender Drop in einem 1st Down im finalen Drive, der schließlich zum Punt führte.
  • Secondary offen wie Scheunentor. WR Adams konnte machen was er wollte.

Packers sind nächste Woche für meinen Begriff auswärts bei den 49ers klarer Außenseiter.

Hier noch Herrmanns Gedanken:

  • Russel Wilson macht sooo viel Spaß und ist sooo gut…Trade your coaching staff, Seahawks!
  • Green Bay Defensive Line shot in Q4, weil Russel so viel scramblet
  • Oh, man, Seattle… Erst mit dem Rückstand durfte Russel alles machen – dann macht er aber auch quasi allein drei Touchdowns in Folge. Und in Defense: doppelt Davante Adams! Das ist doch nicht so schwierig!

[03h49] Non-Russell Wilson Laufspiel Seahawks: 17 Runs, 46 Yards. 2.6 Yards/Carry.

[03h48] Ballgame. Packers knien ab.

[03h42] Pass!

Seahawks-Blitz und f-e-t-t-e-r Rodgers-Pass für ex-Hawks TE Graham unter Druck. 1st Down. Packers haben es fast geschafft.

[03h39] 2-min Warning. Packers jetzt gleich mit einem 3rd Down. Seahawks haben noch zwei Timeouts, weil Green Bay mit Incompletion und dem Adams-Lauf ins Aus zweimal die Uhr gestoppt haben.

Wird LaFleur nun laufen oder werfen?

[03h38] Rodgers für WR Adams – und mal wieder Adams mit einem fetten Catch fürs 1st Down. Aber Adams rennt ins Aus und spart den Seahawks damit unnötig Zeit.

[03h34] Punt Seahawks
Brutaler Drop von Malik Turner im 1st Down. Dan 3rd&long: #91 Preston Smith kommt ums Eck gerauscht und macht am verlorenen TE Hollister vorbei den Sack.

2:32 to go. Punt Hawks (ein Fehler!), die aber noch alle 3 Timeouts halten. Packers werden jetzt Schottenheimer-like in die Mauer rushen um die Timeouts zu erzwingen.

[03h26] Punt Packers
Blitz: Griffin-Brothers klappen die Pocket zusammen und erzwingen den Punt – nicht ohne per Vrabel-Trick auch noch 25 Extra-Sekunden von der Uhr zu nehmen.

[03h17] Touchdown Seahawks – GB 
1-yds Run Lynch

Wilson Freestyle bis zur 5-yds Line und dann bekämpft Pete Carroll seine Superbowl-Dämonen mit zwei Lynch-Carries gegen 7-Mann Box zum TD. 2-pts Conversion misslingt, weil ein Blitz aus der zweiten Reihe kommt.

Vielleicht sogar besser! Wäre sie gelungen, hätten Carroll & Schottenheimer nachher alle Ausreden der Welt gehabt, mit weiteren Lynch-Carries auf 3 Punkte und Overtime zu spielen. So muss Seattle weiter auf dem Gaspedal bleiben.

[03h01] 3&out Packers
Run-Stuff im 2nd Down gefolgt von Rodgers-Incompletion. Seahawks tarnen die Deckung von WR Adams als Single-Coverage, wobei es sich dank eines droppenden Linebacker um sowas wie Doppeldeckung handelte.

Nur 87 Sekunden von der Uhr genommen. Wenn Wilson jetzt noch einen TD orchestriert, haben wir ein Spiel!

[02h54] Touchdown Seahawks – GB 28, SEA 17
7-yds Catch Lockett

Wilson mit viel Improvisation als Architekt des TD-Drives. Seahawks haben Lynch nun *fast* eingestampft. 1-2 dieser großartigen 1-yds Mauer-Runs pro Drive müssen trotzdem noch sein. Rest macht Wilson jetzt im Alleingang. Scrambling, Passing – alles.

Es wirkt als müsse die Packers-Offense weiter auf dem Gaspedal bleiben um nicht in der letzten Minute auf einen Stand der kaputten Defense angewiesen zu sein.

[02h40] Touchdown Packers – GB 28, SEA 10
40-yds TD Catch&Run #17 Adams

Seahawks-Defense lässt sich ausspielen wie Schulbuben: Erst Seam für Graham. Dann mal wieder Adams tief downfield total offen, fängt den Ball, wechselt die Richtung und läuft komplett unbedrängt zum TD durch.

Debakulöse Vorstellung der Seahawks-Defense. Wer ist dort Coordinator? Ken Norton? Auch noch nächste Saison?? NFC West reibt sich die Finger.

[02h34] Tochdown Seahawks – GB 21, SEA 10
1-yds Run Lynch

Ausgerechnet der ultra-ineffiziente Lynch macht den TD. Seattle hat damit Hoffnung. Auffällig in dem Drive neben der Tatsache, dass Russell Wilson nach wie vor funktioniert: Das 4th&1 in der Redzone:

  1. Pete Carroll ließ es ausspielen!
  2. Und statt Lynch den Ball zu geben, täuschte man eine Ballübergabe nur an und spielte auf WR Lockett.

OK. Das klingt alles wie Basic. Aber für die Seahawks mit ihren Vanilla-Schemes und ihrem prähistorischem Play-Calling war das erstaunlich zeitgemäß. Und damit erfolgreich.

Halbzeit

[02h14] Bei FOX wird verkündet, dass Jimmy „Betonfrisur“ Johnson als ex-Dallas Coach & GM (2-facher Superbowl-Sieger) in die Hall-of-Fame gewählt wird. Johnson heult Rotz und Wasser. Seit Jerry Jones Johnson nach dem zweiten Titel feuerte, weil Jerry glaubte, mehr von Football zu verstehen, holte Dallas noch einen Titel mit dem von Johnson zusammengestellten Kader.

Danach 25 Jahre relative Erfolglosigkeit mit GM Jerry Jones.

[02h12] Halbzeit Green Bay Packers 21, Seattle Seahawks 3

Schwache Vorstellung der Seahawks in Offense und Defense. Trotz gutem Early-Down Passing hat die Offense nur 3 Punkte. Immerhin scheint man Lynch nun eingetütet zu haben – im zweiten Viertel glaube ich nur mehr ein oder zwei dieser völlig sinnlosen Runs in die Mauer.

Herrmann schreibt:

Packers-D konstant mit 5 Linemen an der LOS, die Smiths jeweils außen. Laden Seattle zum Passen ein. Macht Seattle auch relativ oft. Sie sollten aber Lynch durch die Mitte als Playcall streichen (sogar Troy Aikman sagt das!), v.a. weil sie jetzt beim 3. LG und beim 3. Center sind; dafür sollten sie öfter auf der linken Seite Lockert gegen #20 King schicken, King ist zu langsam. (GB scheint zum Ende umgestellt zu haben auf: #23 Alexander vs Metcalf, egal wo er ist. Ein Grund mehr, Lockett vs King tief zu suchen.)

Seattles-D überraschend überrascht von Davante Adams. Der sollte gedoppelt werden, die anderen WRs sind keine Gefahr.

Matt LaFleur kreativ mit viel „Pony Package“ (2 RBs); Tyler Ervin mit mehreren Läufen, nachdem er als WR aufgestellt war.

Rodgers v Mahomes im Finale: „The Hard Count Bowl“ / „The Free Play Bowl“.


[02h03] Touchdown Packers – GB 21, SEA 3
1-yds Run #33 Green Jones

Wieder krepiert die Goal-Line Defense der Seahawks im 3rd Down. Wieder rennt Green Jones die paar Zentimeter durch – diesmal ohne Zweifel ob der die Goal-Line übertreten hat.

Packers lassen Esprit vermissen, aber weiterhin Probleme, Adams zu decken und eine Phantom-Facemask gegen einen Packers-Gegner (mal wieder…) helfen der Offense, in 11 Plays 60 Yards zurückzulegen.

Packers zwingen Seattle, alle Timeouts zu ziehen, lassen aber 90 Sekunden auf der Uhr. Du weißt was jetzt kommt: Russell Wilson.

[01h44] Missed Fieldgoal Seahawks
Myers verschießt aus 50 Yards.

Meine Timeline bei Twitter schaut nach dem x-ten sinnlosen Lynch-1yds Run in die Mauer so aus…

…und dann geben die Hawks Wilson tatsächlich mal ein paar Pässe und schon groovt die Offense zumindest soweit um sich in Position für einen langen Kick zu bringen. Dass Wilson in jedem Dropback sofort unter Druck steht, macht die Sache natürlich nicht einfach. Aber immerhin keine verbrannten Plays über das fußlahme Franchise-Maskottchen Lynch.

[01h36] Touchdown Packers – GB 14, SEA 3
1-yds Run #33 Green Jones

9 Plays, 75 Yards und alles wie gehabt: Seahawks mit massiven Problemen, WR #17 Adams zu decken: Adams mit 5 Targets in diesem Drive:

  • 3 Catches für 44 Yards und drei 1st Downs
  • 2 Defensive Pass-Interferences für 29 Yards, zwei 1st Downs

Green Jones staubt von der 1 ab. Es war nicht ersichtlich ob er wirklich in der Endzone war, denn Video-Replay gab keinen eindeutigen Aufschluss.

Erstes Viertel

[01h27] Ende Q1 in Green Bay. Weniger überraschendes im ersten Viertel: Packers mit starken Game-Skript, Seattle mit viel zu konservativer Offense über den Runningback-Brocken Lynch, Seahawks-Defense mit Probleme, WR Adams zu decken.

[01h19] Fieldgoal Seahawks – GB 7, SEA 3
45-yds FG Myers

Wilson mit dem einen tiefen Pass für WR #16 Lockett, der 28 der 32 Yards in dem Drive bringt.

[01h16] 3&out Packers
Holding gegen Green Bay im 3rd Down -> Punt.

[01h10] 3&out Seahawks
Run / Run / Run über den 200kg Bomber Lynch = Punt

[01h06] 3&out Packers
Clowney von weit rechts draußen mit dem Druck gegen Rodgers, der den Ball auf die Tribüne wirft.

[01h01] Punt Seahawks
Seahawks gleich im ersten Drive mit viel Glück, als ein Fumble von TE #48 Hollister mit mutmaßlicher Recovery für die Packers-Defense auch nach Review nicht gegeben wird, weil sich anhand der TV-Bilder nicht zweifelsfrei belegen lässt, dass der Verteidiger den Ball hatte und nicht die Angreifer.

Somit Punt und Packers kriegen den Ball rund 50 Yards tiefer als mit einer Fumble-Recovery.

[00h48] Touchdown Packers – GB 7, SEA 0
20-yds Catch #17 Adams

Souveräner TD-Drive der Packers mit einem toll designten TD-Play: Adams und Lazard täuschen eine Rub-Route an, dann biegt Adams trotzdem nach außen ab und ist in der Endzone weit offen. Rodgers bedient mit einem wunderschönen TD-Lupfer.

Rückstand ideal für Russell Wilsons Game-Skript.

Pre-Game

[00h43] Sideline-Reporter Gemeinde ist ob des Siegertipps gespaltener Meinung: 51% Seahawks, 49% Packers.

[00h34] Weiter im legendären Lambeau Field, wo es mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt schon das entsprechende Setting gibt. Vorschau gibt es hier. Siegertipp kann man noch ein paar Minuten lang abgeben:

32 Kommentare zu “NFC Divisional-Playoffs 2019/20: Green Bay Packers – Seattle Seahawks im Liveblog

  1. Wenns nach mir ginge kann Schottenheimer trotzdem ruhig sein Establish-the-run-Konzept durchziehen 🙂
    #gopackgo

  2. Es liegt wohl an mir. Aber ich bin jetzt schon genervt von der Spielzugauswahl der Seahawks. Geht es noch ein wenig dröger?

  3. @FloJo: ja, stimmt. Aber ich dachte die Playoffs würden etwas ändern… Man gibt die Hoffnung ja nicht auf…

  4. Vollmer hat gerade auf DAZN gefordert, das man Lynch noch öfter den Ball geben sollte. Der Mann muss Packers-Fan sein…

  5. DAZN hatt nicht nur schlechte Bildqualität sondern auch schlechte Kommentatoren 😃😃😃😂😂😂😂😂😂

  6. Die Penalty gegen Clowney war keine Facemask sondern Personal Foul.
    Ob man es tatsächlich hätte fallen müssen ist eine andere Frage.

  7. Mit Green meinst du wohl du Aaron Jones. Ahman Green spielt schon länger nicht mehr für GB.
    Ansonsten starke Vorstellung der Defense Line der Packers. Stopfen den Run und hinten ziemlich dicht. Wilson hat kaum offene Receiver. Als Packers Fan bin ich sehr zufrieden. Rodgers auch ganz gut, viel Play Action zum besten Mann Adams.

  8. Ich glaube wirklich die rushing plays sind mittlerweile nur noch dazu da um Wilson mal eine Verschnaufpause zu geben. Dieses ständige Start und Stop, vor und zurück ist unglaublich anstrengend, zumal der Rasen auch relativ tief zu sein scheint

  9. Trotz alledem wurde ein ganz klar recoverte Ball den Packers nicht gegeben. Und wenn man mal auf die Oline geschaut hat , wieviel Holdings die nicht gegeben haben als Wilson gescramblet ist. Würde behaupten dass war beidseitig nicht das beste Ref Spiel 🤔

  10. @Jogi: Dann verstehe ich, warum gerade die beiden zusammen die späten Spiele kommentieren! Ich finde, sie haben viel Interessantes aus der Spielerperspektive zu erzählen, aber sie sollten während der Spielzüge lieber schweigen und das alles in den Pausen erzählen. – Vikings und Seahawks nerven den Nicht-Fan einfach, mehr Analyse fällt mir dazu nicht ein. Als 9ers Fan weiß ich nicht, was ich von dem Matchup mit den Packers halten soll, wenigstens muss ich nicht noch einmal Seahawks sehen, ein Segen!

  11. ich denke auch nicht, dass die Packers übermäßig glück hatten mit den refs…
    erstens der Unsinn mit dem fumble, dann rodgers zum schluss eine ganz klare roughin the passer, als er da eine an den helm mitbekommt….
    auch der eine TD der hawks, was eine OPI sein könnte… aber was das betrifft, waren die calls aber ausgegelichen

  12. Es gibt keine Liebe für die Packers auf diesem Blog…. 😉

    Egal, CCG und alles was kommt nehmen wir jetzt noch mit.

  13. Kuhn und Vollmer haben aus Spielersicht einiges Interessantes zu berichten, alles andere ist bei ihnen aber ziemlich mau. Die anderen Kommentatoren bei DAZN sind top. Die Übertragungen sind 10 mal besser als auf Pro 7 (Maxx).
    Verdienter Sieg der Packers, Seattle wie gewohnt und solche Coaching/Playcalling-Bolzen reichen dann halt irgendwann nicht mehr zum Sieg.

  14. Der Sideline Reporter ist halt ein nerdiger Lions Fanboy, da darfst du bez. Packers keine Objektivität verlangen….

  15. Natürlich. Blinder Fanboy.

    (Deshalb haben die Leser hier jahrelang geglaubt, dass ich Packers/Aaron Rodgers-Fan und nicht Lions-Fan bin.)

  16. @Rolf:

    Dass der Eintrag nicht objektiv ist, habe ich nicht behauptet. Ich gehe davon aus, dass Seattle das Spiel ohne die Coaching-Fehler gewonnen hätte. In der 2. Halbzeit kam nicht mehr so viel von den Packers. Da müssen sie sich nächste Woche ordentlich steigern, um hoffentlich in den Super Bowl einzuziehen. San Francisco will ich da selbstverständlich nicht sehen. 😁

  17. @Mike: Immerhin gibts Liebe für uns, weil Korsakoff und Hermann sich hinsetzen und uns gratis einen Spitzenblog liefern. Sei doch einfach dankbar für den tollen Blog.

  18. @Dizzy: Danke 🙂 und danke für den Link.

    Ich verstehe das in der Quintessenz etwas anders, bezüglich SEA/GB ist der entscheidende Teil:

    But any numbers relevant to those circumstances were generated from scenarios that didn’t include: (1) Russell Wilson having a vintage day for Seattle; and (2) Aaron Rodgers having a vintage day for Green Bay. That’s where a football team needs to be willing to ignore the analytics and say, “We’d rather trust our guy versus their defense than our defense versus their guy.” Because Seattle’s guy and Green Bay’s guy were both playing great.

    Der entscheidende Punkt: ja, durchschnittlich haben Mannschaften in der NFL in den vergangenen x Jahren y % dieser Situationen (Score, Down, Distance, Time left, Timeouts) verwertet. „Ignore Analytics“ ist falsch. Aber: Du mußt als Coach selber (subjektiv?) einschätzen, wo deine Mannschaft über- oder unterdurchschnittlich ist. In diesen Durchschnitt über einen langen Zeitraum werden auch Tim Tebow, Jay Cutler oder Alex Smith und Brett Favre inkludiert.

    Wenn es in diesem Durchschnitt – ausgedacht – 60/40 ist, zu verwerten, muß Pete Carroll seine Mannschaft und Russel Wilson einschätzen können, wie viel über oder unter Durchschnitt er ist, und wieviel über/unter Durschnitt die GB-D ist. Der Durchschnitt gibt dir einen sehr gut belegten Ausgangspunkt für deine eigene Wahrscheinlichkeitsformel, aber in der sind Variablen enthalten, die Carroll selber einschätzen muß. Hier eigentlich klar: Wilson > Durchschnitt. Wahrscheinlichkeit gegnerische Offense zu stoppen: wahrscheinlich < Durchschnitt. Dahingehend muß man die Wahrscheinlichkeitsrechnung für den Einzelfall anpassen.

    Das ist es auch, glaube ich zumindest, was Belichichick meinte in seiner berühmten verneinenden Antwort auf die Analytics-Frage, als er sagte – sinngemäß: für eine Entscheidung in 2019, was interessiert mich da der Durchschnitt, wenn in diesem die 70er-Jahre Quarterbacks (und 70er-Jahre-Regeln und 70er-Jahre Equipment usw…) mit einberechnet werden? Der Kontext ist ein komplett anderer.

    Wie in allen Gleichungen: einige Variablen sind bekannt (hier: Erfahrungswerte), andere Variablen sind die berühmten "Unbekannten", und da wird es subjektiv (auch wenn man natürlich Teile davon auch objektivieren kann, zB: Russel Wilson verwertet in 'Situation X' erfahrungsstatistisch 'y percent' zu einem neuen 1st Down).

    Das meint ja anscheinend auch DePodesta mit diesem Zitat in dem verlinkten Artikel:

    When I think of analytics, I just think of having certain frameworks to make decisions under uncertainty.

    Die „Uncertainty“ sind die unbekannten Variablen, die man (noch) nicht, objektivieren kann.

    Und Sean Payton hat anscheinend ein Statistik-Proseminar besucht (nicht abwertend gemeint, das ist sehr schwierig):

    “I think what’s most important [is] what ones you don’t want to pay attention to,” Saints coach Sean Payton said during a November appearance on PFT Live. “In other words, you have a lot of information, but what is it that you look at that means something substantial?

    Völlig recht hat er. In Kürzer: „The Signal and the Noise“. Populärwissenschaftliches Standardwerk (nicht völlig unumstritten) von 538-Gründer Nate Silver: https://www.amazon.com/Signal-Noise-Many-Predictions-Fail-but/dp/0143125087.

    Die Themen – Statistik im Alltag, Decision Making, Uncertainty, Spieltheorie, etc… – sind alle nicht neu und wurden hier von korsakoff auch schon oft besprochen, oft auch mit Verweis auf Daniel Kahnemann, ebenso populärwissenschtlich berühmt geworden, vor allem durch sein Buch „Thinking Fast and Slow“.

    Es gibt übrigens auch ein tolles Buch über die Zusammenarbeit von Kahnemann und seinem kongenialen Partner Amos Tversky. Da geht es viel darum, wie sie herausgefunden haben, warum Menschen schlechte Entscheidungen treffen. Aber auch darum, _warum_ so viele ihrer Annahmen sich als falsch herausgestellt haben, das ist noch viel interessanter.

    Geschrieben wurde das Buch passenderweise von Michael Lewis, dem Mann, der auch „Moneyball“ geschrieben hat. Große Empfehlung, schreibe ich vielleicht mal in der Offseason drüber:

  19. It’s also why Bill Belichick has six Super Bowl victories in 20 years with the Patriots. He processes all relevant information, both objective and subjective, and he makes the best decision under each situation he faces, factoring in the odds of a certain approach working, the specific realities of the game unfolding in front of him, and his own sixth sense from a lifetime spent around football as to how he can best bend the outcome in his favor.

    That’s how Josh McDaniels has learned the game during his time with Belichick, and it’s probably one of the reasons why McDaniels didn’t get the job. He has a handful of rings that prove the very real limitations of relying too much on formulas and equations generated by past events.

    LOL

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